Im Gegensatz zu den Teilnehmerzahlen bei anderen Laufveranstaltungen am letzten Wochenende ist der Marathon in Cuxhaven eine überschaubare Veranstaltung mit einer großen Bandbreite an möglichen Strecken, vermutlich um überhaupt in den 4stelligen Bereich bei den Teilnehmern zu kommen. Von den Kinderläufen über 400, 1000 und 2000 m, den kürzeren Laufstrecken und Walkingstrecken mit 6 und 10 km, über den Halbmarathon und die 30 km bis hin zum Marathon kann man alles machen. Es wird auf einem langgestreckten „Rundkurs“ von ca. 10,5 km gelaufen, der dann mehrmals absolviert werden muss und für 6, 10 und 30 km passende "Abkürzungen" hat, um die Rundenlänge auszugleichen.
Auf dem Kurs hat man einen tollen Ausblick auf die Elbe mit den vorbeiziehenden großen Pötten und auf das Watt bis nach Schleswig-Holstein. Bei der Kugelbake, dem Wahrzeichen Cuxhavens, das in einiger Entfernung passiert wird, befindet man sich am nördlichsten Zipfel Niedersachsens.

Ich hatte mich für den Marathon angemeldet und machte damit 2% des männlichen Starterfeldes aus. Als Frau wäre der Anteil sogar 10% gewesen.
Anders als in den Vorjahren starteten der Marathon und der 30 km-Lauf als erstes schon um 9:30 Uhr. Eine Stunde später gingen die Halbmarathonis und um 12:30 Uhr die 6 und 10km-Läufer auf die Strecke. Dadurch war man dann am Ende mit den vielen Touristen nicht alleine auf der Strecke und die Verpflegungsstände wurden noch nicht abgebaut und es gab im Ziel auch noch Kuchen.

Die Wettervorhersagen in den Tagen vorher hatten für den Vormittag noch einstellige Temperaturen vorhergesagt und ich war wieder einmal unsicher in der Klamottenfrage. Da die Werte dann immer weiter nach oben korrigiert wurden und auch nur wenig Wind aus Südost angesagt war, entschied ich mich für kurze Hose und Shirt. Die Wahl war gut. Eigentlich noch zu viel, aber weniger wäre auch irgendwie blöd gewesen. Gegen Mittag waren es dann 25°C und ohne irgendwelche Eingewöhnungsphase fand ich das schon ziemlich heftig.

Bei meinen bisherigen 3 Marathonläufen hatte ich Zielzeiten zwischen 4:10 und 3:40. Was für eine Zeit sollte ich anpeilen? Was ist realistisch machbar? Ich hatte ganz gut trainiert, nicht alle Läufe vom Trainingsplan waren durchgeführt, aber ich war schon mehrmals über 30 km gelaufen. So wollte ich die 3:45 anpeilen, mit einer Option auf die Wiederholung oder Unterbietung der 3:40. Dafür hatte ich mir eine Pace von 5:15 vorgenommen, die zwischen diesen Zeiten liegt. Ich war dann anfangs doch wieder schneller. Aber mit 5:11 – 5:13 lag das vermutlich noch in einem vernünftigen Rahmen. Die erste Runde war dann in knapp unter 55 min durch und der Halbmarathon in 1:48 h. In der 3. Runde habe ich dann etwas Tempo rausgenommen, so dass ich nach 3 Runden mit 2:44 h bei der ursprünglich angepeilten Pace von 5:15 landete. Es hatte dann auch gerne schon das Ziel sein können. Man wollte mir bei Start-Ziel-Durchlauf auch schon eine Finishermedaille umhängen, aber eine Runde war noch zu absolvieren. Beim nächsten Verpflegungsstand ist mir der Schluck ISO und der Biss in die Banane gar nicht gut bekommen. Den Zustand kann ich nicht richtig beschreiben, Kreislauf, schon gefüllt Magen, keine Ahnung. Die Reste habe ich in den nächsten Mülleimer geschmissen. Glücklicherweise normalisiert sich der Zustand relativ schnell und nach einem leichten Antraben ging es wieder besser weiter. Auf den letzten 9 km wurde dann nur noch Wasser zum Kühlen genommen. Die letzten 3 km vor dem Ziel konnte ich noch viele 6 km-Läufer/ Geher überholen, was noch etwas Auftrieb. Nach 3:43:54 war ich im Ziel. Trotz der miserablen letzten Runde konnte ich damit ein gutes Resultat einfahren. Mit einem 20. Platz bei den Männern und dem 5. in der Alterklasse lag ich in der vorderen Hälfte bzw. vorderem Drittel.

Das Familienergebnis wird durch den 4. Gesamtplatz meiner Tochter bei den Frauen (2. in der AK WJU20 / 16. Platz von 425 Startern) über 10 km in 45:48 min noch ordentlich nach oben gepuscht.

Viele Grüße
DocNordholz

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Wow!

Du bist trotz Hitze aber ordentlich gehetzt! Dabei war gestern doch eigentlich solch ein Tag, wo alle Federn lassen mussten;-) Herzlichen Glückwunsch zum wirklich tollen Ergebnis!!! Bei der plötzlichen Hitze darf auch mal der Magen meckern.
Der Veranstalter hat sich echt Gedanken gemacht. Nur so funktionieren gemeinsame Familienevents. Toll! Herzlichen Glückwunsch auch an deine Tochter! Sie scheint in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten.

Lieben Gruß
Tame

Wenn die dir nach2:44h schon ...

... die Finishermedalie umhängen wollten, mußt du ziemlich fix ausgesehen haben? ;-D
Das wäre doch auch mal ein Ansporn!
ISO zu trinken, habe ich mir völlig abgewöhnt. Du weißt nie wie stark das konzentriert ist, was es überhaupt für ein Zeugs ist. Das kann so schnell auf dne Magen durchschlagen. Da nheme ich Wasser. Das ist zwar so erst mal ohne (zusätzlicher) Energie, aber du weißt, was du hast. Energie kannst du dann eher kontrolliert mit Gel zuführen, das du kennst und verträgst. OK, kauft man dann selbst und das am Buffet ist bezahlt. Aber mal ehrlich, was kostet das Gel zu einem wegen so nem Dreck verkackten Marathon? Aber das nur nebenbei.
Viel wichtiger ist, dass du nen gut eingeteilten M hinbekommen hast! Glückwunsch dazu!
Na und wenn die ganze Familie debei war, ist doch alles im Lot. Klasse Familenerlebnis! ;-)
Beim Schalk läuft die Vorbereitung auf die TortourdeRuhr!

Wäre PB für mich gewesen

muss ich ja glatt mal überlegen, aber so am Ende der Welt .... ;-)))
Glückwunsch zur respektablen Zeit und an deine Tochter! Das ist eine mehr als respektable Zeit (meint Mutter von vier Töchter, Trainerin, Lehrerin...) und ordentlich mit einem Platz belohnt worden!

Und mit dem Iso gebe ich Schalk Recht. Seit Rostock nehme ich Gel mit und arbeite mich dann mit Wasser und Cola durch. Iso von der Strecke nur, wenn ich weiß, was es für eins ist. Beim Rostockmarathon (2009? oder 2010???) gab es so was in Pink, da saßen wir alle auf der zweiten Hälfte hinter jedem Busch, Laternenpfahl usw...... Muss nicht noch mal sein.

Gute Erholung!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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