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Gestern stand ein langer Lauf auf dem Plan. Ich laufe sehr gerne eine schöne Runde im Wald, mit knappen 250 Höhenmeter, genau 21.26 km lang. Also Halbmarathon. Ich lief los, bei km. 11 stand eine Pace von 6:04 auf der Uhr. Da packte mich der Ehrgeiz. Ab sofort machte sich die Idee breit „den HM unter zwei Stunden schaffst du noch, es geht nur noch runter“. HM unter zwei Stunden war eine lange Zeit das „magische“ Ziel für mich. Beim ersten Mal unter zwei Stunden fühlte ich mich wie ein Kenianer, nur mit 40 kg zu viel, und heute noch bringt jeder HM unter zwei Stunden Glückshormone mit sich und fühlt sich wie eine Bestätigung an. Die letzten zehn kilometer schaffte ich dann in ca 51 Minuten, und somit stand am Ende eine 1:59, und keine 2:00. Natürlich war ich danach stolz und glücklich, aber auch platt. „Schnell“ ist natürlich relativ, für manche wird diese Zeit auf einem Bein und rückwärts laufend zu schaffen sein, für meine Verhältnisse ist das schon sehr in Ordnung, vor allem weil ich die Zeit auf dem „Rückweg“ alleine geschafft habe.
Sowas passiert mir in letzter Zeit oft. Warum auch immer, habe ich verlernt, langsam und genussvoll zu laufen, und hetze von A nach B wie ein Bekloppter. Stressbewältigung? Vielleicht. Zeitmangel? Auch, wohl wissend aber, dass die 5 Minuten auf 10 km den Tag nicht retten werden. Die möglichen Folgen sind mir natürlich bewusst: Verletzungen, längere Erholungsphasen, Übermüdung, und vor allem, kontraproduktives Training. Jetzt stellen sich mir die Fragen:

a) Warum mache ich das, und
b) Wie kann ich damit aufhören, und wieder vernünftig 25 bis 30 km laufen, ohne danach komplett platt zu sein?

Ich habe schon überlegt, ohne Uhr zu laufen, kann mich aber nicht überwinden. Eine andere Alternative wäre, mit einem Laufpartner zu laufen, der langsamer läuft (nicht wie mein jetziger…). Aber irgendwie klappt´s nicht.

Hat jemand einen guten Tipp hierzu?

Sportliche Grüße,

EMGDT

Was spricht denn dagegen?

Solange es dir dabei gut geht, wo ist das Problem? Ich kenne das auch: man peilt mal magische Zeitgrenzen an. Ist das schlimm? Nun weißt du, dass du das kannst, und es kommen auch wieder Tage, da willst du langsam laufen. Auch gut.

ich sehe da keinen Veränderungsbedarf???

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Noch kein Problem

Danke für deine Antwort! Das Problem gibt es (noch) nicht. Ich genieße es sogar... nur, ich weiß, dass so etwas kein vernünftiges Training ist. Ich bin keine 20 mehr (auch keine 30 ;-)), und mein Hauptziel ist es, gesund zu bleiben, und diese Raserei ist nicht gerade schonend für die Gräten.
Ausserdem möchte ich Ausdauer ausbauen. Und wie heisst es immer... lange, langsame Läufe braucht man. Halblange bis zur Erschöpfung sollen nicht so viel bringen. Mal schauen, ich starte in wenigen Wochen mit einem Trainingsplan für Marathon, vielleicht werde ich da vernünftig und laufe nach Puls.

tja...

eigentlich hast Du dir die Frage fast schon selbst beantwortet ... bald kommen die langen Läufe im Marathon Trainingsplan ... Wenn du bei einem Halbmarathon dieses kribbeln verspürst schneller zu laufen als vorgesehen.... hmm lauf einfach längere Strecken ! Peile gleich die 28 - 32 km Strecken an... das macht am Anfang vorsichtig und du wirst dir selbstgerechter und teilst dir mit Sicherheit die Kraft besser ein.... Ein Tipp von mir : Laufe lieber längere Strecken langsamer (alles über 25km) als HM Strecken im Renntempo ... das Trainiert gar nichts, außer Verletzungen kriegen ...

Man sieht sich "laufend"

Ich widerspreche dem insofern

als ich jetzt kein Problem drin sehe, wenn man auf den letzten Kilometern noch mal Gas gibt. Natürlich nicht mit aller Gewalt, aber wenn man sich noch fit fühlt und einfach mal gucken will, was geht, halte ich das für genauso wenig (oder viel) verletzungsanfällig wie jeden Lauf.

Und solange noch kein Marathon Plan besteht, würde ich auch nicht zwingend schon lange Läufe machen. Ich betone, zwingend. Warum nicht einfach nach Spaß laufen und spontan auch mal schneller? So hatte ich es verstanden.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Dito

Ich hätte da auch kein Problem mit ;-) ... Aber die Fragen waren ja:
a) Warum mache ich das, und
b) Wie kann ich damit aufhören, und wieder vernünftig 25 bis 30 km laufen, ohne danach komplett platt zu sein?

Und da fällt mir nur eins ein.... Länger laufen oder Beine brechen ;-)

Wir sehen uns "laufend"

Der Mensch wächst ...

... mit seinen Aufgaben! *pling, und wieder einer fürs Phrasenschwein*
Warum du das machst, kann ich dir nicht sagen. Warum ich das genauso ab und an mache, weiß ich: Weil ich es kann! Und weil es Spaß macht!
Ich stecke gerade mitten in dr TortourdeRuhr-Vorbereitung. Vergleich es einfach für dich mit deiner Marathon-Vorbereitung. Da habe ich natürlich auch auf die Vorbereitung in 2016 für den gleichen Lauf geschaut und da finde ich genau solche Dinger immer wieder mal drin.
Diese langen, langsamen Läufe sind wichtig für den Kopf und wichtig für die Beine. Natürlich! Und doch bin ich viele, viele Läufe 2016 schneller als Wettkampfpace gelaufen und einige zwischen den ganzen langen Kanten auch richtig geballert. Es war unvernünftig. Ich wußte das. Ich wußte, dass ich das den nächsten Tag in den Beinen merken werde und ich merkte es, aber ich wußte auch, dass es gehen wird. Körpergefühl hilft mächtig - glaube ich zu wissen.
Warum du das nun machst? Keine Ahnung. Aber beantworte dir die Frage einfach selbst.
Zur zweiten Frage gibt es verschiedene Ansätze.
Zum einen könntest du einfach die Anzahl langer Läufe sachte aber kontinuierlich erhöhen und würdest das dann besser wegstecken. Irgendwann sind dann 40km auch nicht mehr weit, sondern dauern nur noch eben ihre Zeit. ;-)
Der bessere Weg ist vielleicht doch sich den Brustgurt umzuschnallen und den Pulsalarm an der Uhr zu aktivieren. So ein dauerndes Piepen geht einem dann schon mächtig auf den Zünder. Ich habe das vor Jahren auch so machen müssen/wollen, hab's nicht oft durchgehalten, aber die wenigen Male halfen das Gefühl für den richtigen Schritt zu bekommen. Wichtig scheint mir, dass im Kopf vor dem langen Lauf fest einprogrammiert sein mu8, dass es nicht zu schnell werden darf! Setz dir als Erfolg für den Lauf, wenn du nicht schneller als x:xxmin/km warst.
Ein langsamer Laufpartner hilft natürlich auch. Ich hab da auch so meine "Bremsen". Aber das geht nur ne Zeit lang gut. Heute kommen die leider viel zu selten mit.
Hier steht jetzt ziemlich viel von Langsam. aber einen M willst du schnell laufen. Und Dembo kommt nun mal von Dembo! Der Ansatz den zweiten Teil des HM also voll zu ballern, ist überhaupt nicht falsch! Das mußt du auch in der direkten M-Vorbereitung machen. Das ist gut. Aber du mußt natürlich die Trainingsinhalte separieren und nicht vermischen.
Lange, langsame Trainingsläufe für die Grundlagenausdauer und die dann eben wirklich lang und vor allem langsam.
Kurze schnelle Einheiten oder Intervalle für die Erhöhung der Grundschnelligkeit und
mittlere schnelle Einheiten für die Erhöhung der Dembohärte.
Und besser wirst du nur, wenn du nicht mischst! Bei mir half mir das in den Kopf zu hämmern und vorzuholen, wenn es mal auf nem langen lang wurde.
Du mußt das wirklich Wollen. Dann wird das auch was.
Aber Ausnahmen dürfen sein! Es soll ja alles noch Spaß machen!
;-)
Beim Schalk läuft die Vorbereitung auf die TortourdeRuhr!

Negativer Split

das ist das beste was Du machen kannst... Einfach weiter machen. Die zweite Hälfte eines jeden Laufes schneller als die erste...

Viel Spass und Erfolg weiterhin

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