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Tja vieles über den Barcelona Marathon wurde ja schon durch jamatt "Jan" gesagt. Ich kann nur zustimmen, dass der Barcelona Marathon eine sehr schöne Streckenführung entlang vieler Sehenswürdigkeiten hat. Sicherlich zu empfehlen.

Für mich persönlich stellte sich die Teilnahme aber dann doch etwas anders dar. Lange hatten Jan und ich schon ausgemacht, dass wir gemeinsam am Barcelona Marathon teilnehmen werden und gleichzeitig mit unseren Frauen ein schönes Wochenende in Barcelona verbringen.Da ich einen Tag nach dem Marathon auch noch den Wechsel in die AK50 zu verzeichnen hatte, bot sich ein Treffen doch an.

Seit Januar war ich kontinuierlich im Training, es lief gut und eine steigende Kurve zeigte sich. Optimistisch sollte mal wieder ein Versuch Richtung SUB 4, zumindest in die 4 Std.-Gegend unternommen werden.Insoweit lief bis Anfang Februar alles gut.Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Nun ist der Februar generell ein Monat wo ich, aufgrund urlaubsbedingter Verpflichtungen in Kombination mit Skifahren, Probleme habe meine geplanten Trainingskilometer zu realisieren. Aber dieses Jahr wurde es ganz besonders.

So laufe ich am 13. Februar guter Dinge meine 14k Runde und merke, irgendwie macht plötzlich der ganze Körper Schwierigkeiten, ganz besonders der Puls. Langsam unterwegs und einen Puls als würde ich Intervalle trainieren. Als ich nach Hause komme, erzähle ich gleich von meinem Erlebnis. Meine Frau erwähnte so ganz nebenbei, dass dort hoffentlich keine Grippe im Anmarsch ist, denn wir wollen ja schließlich am Wochenende in Urlaub fahren. Na die hat Nerven. Ich muss vielleicht trainieren.Tatsächlich dauerte es noch ein paar Stunden und es bewahrheitete sich, dass ich tatsächlich mir eine Grippe, Influenza oder wie man das auch immer nennen will, eingefangen hatte.Über Fieber bis hin zu Halluzinationen hatte ich das Komplettpaket gebucht. Dank umfangreicher Medikamente hatte ich in der ein oder anderen Nacht vorübergehend das Gefühl, dass ich geheilt war, um wenige Stunden später festzustellen, dass der Mist immer noch da war. So ging es bis zum Wochenende dahin und wir fuhren, d.h. ich wurde gefahren, in den Urlaub.Rigoros wurde mir klar gemacht, dass ich auch nicht im Ansatz darüber nachdenken solle meine Laufsachen mitzunehmen.Gut hätte jetzt auch nicht wirklich soviel Sinn gemacht.Also war ich dann erst mal in Südtirol im Wintersport.Nachdem ich noch einige Tage im Hotelbett verbracht habe, konnte ich mich dann auch auf die Bretter begeben.Da ich ein recht guter Skifahrer bin,war ich durchaus in der Lage die Anstrengung in Grenzen zu halten.Was mir zu dem Zeitpunkt allerdings klar war, war die Tatsache, dass ich bis zu meiner Rückkehr aus dem Urlaub tatsächlich 12 Tage keinen Meter gelaufen bin.Oh Barcelona, was nun. Abwarten. Aus dem Urlaub zurück wollte ich eigentlich dann mal direkt ein bisschen loslaufen. Ganz gesund war ich noch nicht und hinzu kam noch eine Aussentemperatur von -14 Grad. Also wurde mir das Laufen weiterhin untersagt.

Schließlich kam der 1. März und mein Wiedereinstieg in mein Lauftraining. Nach 15 Tagen ohne laufen entschloß ich mich dann zu einer Runde auf meiner Hausstrecke. 14 Kilometer in einer 7:15er Pace mit notwendigen Gehpausen und einem Puls der eine 2 Minuten schellere Pace vermuten ließ. Sch....!

Was machen wir mit Barcelona? Wir fliegen auf jeden Fall und ich entscheide am Morgen des Marathon´s, ob ich laufe oder nicht.Wenn ich nicht laufe, kann ich wenigstens Jan winken.

Noch zwei weitere Läufe bis zum 06. März und meine direkte Trainingsvorbereitung für Barcelona war beendet. Der letzte Lauf mit 12 Kilometern und einer 6:15er Pace bei halbwegs akzeptablem Puls ließ mich zu dem Ergebnis kommen, dass ich starte.

Nur wie geht man ran.Ich war also in den letzten 4 Wochen vor dem Marathon ganze 35 Kilometer gelaufen. Dazu hatte ich noch eine heftige Krankheit.Nun fiel mir ja ein, dass ich am 12. März Geburtstag hatte und auch noch 50 wurde. Da könnte ich mir doch soviel Zeit nehmen, dass ich in der AK45 starte und in der AK50 ankomme.Ein interessanter Gedanke, wurde aber vom Veranstalter verworfen. Die wollten partout nicht so lange Barcelona für mich sperren. Kleinkariert. Man kann auch mal eine Ausnahme machen.

Gut Plan B. Ich laufe die 1. Hälfte in 2:20 Std. und kämpfe mich dann irgendwie in´s Ziel. 30 Km hätte ich an dem Sonntag auch zuhause versucht, insofern kann man ja mal probieren.

So stehen Jan und ich dann am Sonntag morgen in der Startaufstellung. Pünktlich zum Start ein kleiner Regenguss, hatte ja "Jan" dabei, dann aber durchgehend schönes Wetter.

Hatte mir so eine 6:30er Pace vorgenommen.Puls kontrollieren und dann mal sehen.Und überraschenderweise war mein Puls tip top. Die Pace ,lt. Uhr, bei so 6:15 und der Puls im GA1 Bereich. Das fühlte sich doch schon mal gut an.

Bei der Besichtigung Barcelona´s am Vortag stellte ich fest, dass Barcelona doch an einigen Stellen recht wellig ist. Und tatsächlich hatte der gesamte Marathon am Ende 189 HM.Ist sicher kein Berglauf, aber ganz unbedeutend sind die HM auch nicht.Die ersten 5 Kilometer unter 32 Minuten und Puls als auch Gesamtzustand einwandfrei. Schön.Was ich an dieser Stelle allerdings erneut feststellen mußte war, dass meine Uhr bereits hier rd. 500 Meter vorlief. Irgendwas stimmt da nicht. Jan hatte eine neue Garmin um und hatte insgesamt rd. 300 Meter mehr. Absolut akzeptabel. Bei mir stand am Ende 44,32 km auf der Uhr. Keine Ahnung was da nicht funktioniert. Zwischenzeitlich bin ich zuhause wieder meine Runde gelaufen und die wurde auf den Meter exakt wiedergegeben. Keine Ahnung.

Gut weiter in Barcelona.Die 10 km lt. offizieler Messung in 01:05:28. Ist ungefähr eine 6:30. Prima. Weiter Richtung La Sagrada Familia und bei rd. Kilometer 13 kurz meine Frau begrüßt und Auskunft über meinen Zustand gegeben. Bestens. Also weiter, mal bergauf, mal bergab stetige Pace und schließlich den Halben lt. offizieller Wertung in 2:20:09. Planmäßig. Lt Uhr hatte ich den Halben bereits bei rd. 2:15:00. An dieser Stelle war ich bereits mehr als 1 km vor. Körperlich alles gut, Puls immer noch GA1. Faszinierend. Ich war richtig happy. An dieser Stelle keine Probleme.Unglaublich.Also dann mal Richtung KM 30. Ab Km 27 merke ich dann schließlich doch so den einen oder anderen Punkt. Es zwackt an der Hüfte, im Rücken und mein rechtes Sprunggelenk meldet sich. Alles in einem absolut erträglichen Rahmen, aber liefert die psychologische Rechtfertigung hin und wieder in den Gehmodus überzugehen.Die 30 km erreiche ich schließlich in 3:23:56. Super. Wäre ich zuhause alleine meine Runde gelaufen, hätte ich vermutlich einige Minuten mehr Zeit in Anspruch genommen. An dieser Stelle hatte ich für mich schon alles erreicht.So leicht bis an diese Stelle zu kommen, hätte ich niemals gedacht. Da ich dann aber doch meine Sehnen, Bänder etc. deutlich spürte, ich aber keinesfalls Lust hatte übermäßig zu kämpfen, bin ich dann in einen ganz ruhigen Modus gefallen und habe den Marathon entspannt, aber am Ende auch deutlich erschöpft nach Hause gebracht. Lt. Uhr hatte ich die Marathondistanz schließlich bei rd. 4:45 Std erreicht und nach offizieller Wertung in 05:05:12. Naja und 44,32 km. Die 5 Stunden wären sicher zu knacken gewesen, aber hat mich an dem Tag überhaupt nicht interessiert. Schön war noch die Gruppe "Egoisto Positivo". Rd. 30 Läufer, die behinderte Menschen im Rollstuhl über die gesamte Strecke beförderten. Diese Gruppe hatte so eine große Freude.Macht wirklich Spaß so etwas zu sehen.

Insgesamt kann auch ich den Barcelona Marathon nur empfehlen. Schöne Stadt und eine in meinen Augen sehr schöne Strecke. Viele Sehenswürdigkeiten, aber auch ein paar Höhenmeter. Ach und der nicht zu unterschätzende Wind. War teilweise sehr heftig, gerade am Strand.

Ich für meine Begriffe bleib jetzt schön gesund und trainiere fleißig weiter. Und dann geht es bald zum Paris Marathon, wo ich hoffentlich noch mehr nette Menschen treffen werde.

Bis dahin wünsche ich euch viel Gesundheit und maximale Erfolge.

Grüße
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Die besondere Herangehensweise

hat sich doch gelohnt. Glückwunsch! Und das nach Grippe! Ich hatte "nur" eine einwöchige Fräck und bin froh, dass ich wieder 20km laufen kann.

Bleib gesund!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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