Nach meinem abrupten Trainingsstart ging es vergangenes Wochenende auf die 10-km-Strecke in Duisburg.
Geplant war:
(1) unter 60 Minuten - das sollte locker zu schaffen sein
(2) unter 55 Minuten - das wäre schon schön
(3) Bestzeit erreichen.

Mein Laufkollege wollte mich unbedingt begleiten - das war wohl die kleine Revanche für meine Begleitung im letzten Halbjahr, wo er erstmals an Wettkämpfen teilnahm.

Aktuell ist er einfach fitter, da er "durchtraininen" konnte.
Ich war dankbar für die Begleitung, hatte ich doch den Eindruck dass schnelles Laufen noch nicht wirklich mein Fahrgestell erfreut...

Gleichzeitig wollte ich aber auch, dass wer nicht total "mit angezogener Handbremse" laufen sollte. Also verabredeten wir, dass er gegebenenfalls auch ohne mich weiter laufen sollte.

Parkplatzsuche war diesmal eine echte Katastrophe, mein Kollege musste noch seinen Laufchip abholen, ich wollte parken und bekam hinterher auch einen weit entfernten Parkplatz am Randstreifen der Straße. Insgesamt gesehen musste wir auch noch dazu einen riesigen Umweg zum Start fahren, so dass aus unserer "rechtzeitigen" Anreise mit einer Riesen Verspätung eine äußerst knappe Geschichte wurde. 15 Minuten bis zum Start...

Ist ja in einer Art immer von Vorteil, da hat man nicht ganz so viel Zeit mehr zu hibbeln. Ja, ich war total nervös und angespannt. Ich freute mich deshalb über den Startschuss. Geplant war ein Start "von hinten" um so möglichst viele "einzusammeln". Das finde ich immer sehr motivierend.

Der erste Kilometer sollte in 5:30 gelaufen werden. irgendwie lief es aber gut, so dass der Start in 5:03 gelang. Ob ich das durchhalten konnte? Im Training war ich nur einmal kurz mal auf 5:30 gekommen. Ziemlich fertig war ich danach gewiesen, aber heute fühlte ich mich gut. Nichts drückte, zwickte... Also weiter, vielleicht ein wenig abbremsen. Es war einfach so schön wieder einmal laufen zu können. Der zweite, dritte und vierte Kilometer kam und ging. Dann die erste Steigung, dort ist es immer schwierig das Tempo zu halten, hier muss man aufpassen dass man nicht in einen Schlappschritt verfällt.
5:24... Schon der Kilometer davor hatte 5:10.... Sollte ich wieder das Problem mit der Einteilung haben? Wäre ja nicht ganz so überraschend. Die Vorbereitung nicht optimal, aber .... Egal! Ich nahm mir vor jetzt gar nicht mehr auf die Uhr zu schauen. Und mein Kollege, der sollte jetzt mal zu sehen nach vorne zu laufen. So frisch und frei wie der noch die Füße voreinander setzen konnte...
Der wollte aber nicht, schaute mich nur kritisch an und meinte: Noch einen Kilometer laufe ich mit dir.... OK... Es wurde zäh, irgendwie war ich ja froh über die Begleitung. Gemeinsam leidet es sich einfacher...

Aber dann zog er von dannen und entschwand recht schnell meinem Blick. Immer weiter weg,... Ach, jetzt kam das zähe Stück. Gegenwind, das Ziel noch weit entfernt, die Füße mögen nicht mehr, der Atem wird schwerer. Und überhaupt: WARUM? Langsam ist doch auch nett.

NEIN. Ich wollte weiter, nicht jammern, einfach ohne an Zeiten zu denken einen Fuß vor den anderen.
Aber immer wieder wurde ich überholt. Sollte ich auch...? Könnte ich...? Nein, heute konnte ich nicht mehr spurten. Irgendwie fühlte es sich so an als wenn die Beine immer schwerer wurden... Bald. Da, die Brücke. Der Schweinehund meinte die könnte man ja auch gehen, ich widersprach ihm aber dachte nur: Weiter. Gleich geschafft.

Da schon der Sportplatz. Noch eine dreiviertel Runde. Warum legt man das Ziel denn nicht weiter nach vorne?

Was sagt die Uhr? - Irgendwie keine Zeit zu sehen. Durchhalten....

Endlich geschafft. Da ist auch mein Kollege, er hat mir zwei Minuten auf den letzten Kilometern abgenommen. Zwei Minuten... so wenig? Gefühlt bin ich geschlichen.

Am Ende bin ich einfach nur froh dass ich "drin" bin. Nicht stehen bleiben! Weiter gehen. Erst nach und nach kann ich wieder reden, kann das angebotene Getränk genießen.

Es war tatsächlich eine persönliche Bestzeit - auch wenn es nur knapp eine Minute schneller als im Herbst war, das hätte ich mir vorher nicht erträumt.

Da will ich doch nur noch hoffen dass auch der zweite und der dritte Lauf gut verlaufen werden.

Danke euch allen fürs Daumen drücken.

cmag16

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

„Nur“

knapp eine Minute schneller? Hallo? Das ist ja wohl klasse!
Ich gratuliere jedenfalls :-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

1 min schneller

beim 10ner ist sowas von schick! Ganz herzlichen Glückwunsch!!!
Ahhh, dieses "keine Zeit um auf die Uhr zu schauen" kenne ich auch. Wenn ich alles gebe, und 10ner sind ja diese furchtbaren Läufe an der K-Grenze, habe ich tatsächlich keine Kraft, um draufzulinsen;-)

Lieben Gruß
Tame

Wieder da

Du bist wieder da, eindeutig und gleich mit einer PB!
Herzlichen Glückwunsch!!

Ich bin dann mal weg

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