Benutzerbild von langsamer Lurch

das ist hier die Frage.

Also fange ich mit dem 2017er Rückblick an.

Wie immer fing mein Laufjahr in Neuwulmstorf mit 'nem 10er an. Ein profilierter Lauf über den ehemaligen Übungsplatz der es in sich hat, aber unglaublich Spaß macht. Gefolgt vom obligaten HM um den Lopausee. Auch hier anspruchsvolles Geläuf mit einem tollen Drumrum, und nach langer Zeit mal wieder ein Treppchenplatz.

Es folgten Wochen der ausgiebigen Vorbereitung auf den Darßmarathon, der, mit einem Kurzurlaub verbunden, wie geschmiert lief. Nicht ausgepowert, sondern kontrolliert eine 4Std12Min Zielzeit eingefahren. Trotz heftigem Gegenwind,
aber so sind sie: die Berge des Nordens.

Ende April, in der Schlußvorbereitung auf den Rennsteig dann mal wieder ein "Fehltritt". Diesmal in eine Lunke im Wald die ich übersehen habe. Dick und bunt war der rechte Fuß innerhalb weniger Tage. Ich sah schon alles verloren. Nach kurzer Zeit stellte ich fest das die Abrollbewegung ohne große Probleme und Schmerzen funktionierte. Also Salbenverbände, Traumeel und vorsichtiges tapern. Gut getapt ging es dann nach Neuhaus um dann über den Rennsteig nach Schmiedefeld zu laufen. Wenn's auch anstrengend war, es war ein sagenhaft toller Lauf. Und mit 4Std47Min auch noch eine klasse Zeit.

Am Montag drauf ging es als Ausgleich an die Ostsee zum tauchen. 4 Tauchgänge in den Tiefen der Ostsee, und ein Zufallstreffen mit Dominic, ließen die Laufstrapazen schnell vergessen, und es folgte eine kurze lauffreie Phase um mich auf den Brocken vorzubereiten.

Zwischenzeitlich war die Planung für eine längere Seefahrt eingetütet.

Da mir der Brocken schon bekannt war, ich also wußte was soooo ungefähr auf mich zukommt, legte ich den Schwerpunkt auf solides ankommen. Zusammen mit einigen anderen Jog-Mappern hatten wir einen richtig schönen Vor-Lauf-Abend. Irgendwie, irgendwann hat sich da ein Floh in's Ohr gesetzt und die ganze Nacht gewispert. Am nächsten Morgen ging's dann los. Zuerst langsam und kontrolliert mit Anja, aber schon auf der Strecke bis nach Ilsenburg hatte ich einige Minuten gut gemacht, sprich: ich war viel zu schnell angegangen. Nach der Schleimpause an der Ilse ging es in's Gebirge. Irgendwann, so unten am Kolonnenweg, merkte ich wie gut ich in der Zeit lag. Leider schlug das Wetter um, es wurde kalt, nass und nebelig. Oben angekommen wurde das obligate Bild am Gipfelstein gemacht und dann ging's runter. Und zwar so richtig. Die Brille war von innen bedampft und aussen beschlagen, die Konzentration war abhanden gekommen, die Koordination auch nicht mehr so gut, so lief ich stumpf gegen einen Stein der querab auf dem Weg verbaut war. Kurzes Stechen in der Hüfte und dann eine unelegante 4-Punkt-Landung im Dreck. Und die Brille war weg. Panik machte sich breit. Gott sei Dank fand ich sie schnell wieder, kein übermotivierter Läufer der draufgetrampelt war. Und die körperlichen Schäden hielten sich scheinbar in Grenzen. Vorsichtig weiter, und dann ging es flott, im 6er Schnitt, nach unten in Richtung Ziel. Bei Km30 dann der Einbruch.
Knie, Koordination und Kondition wollten nicht mehr. Aufgabe war keine Option, laufen aber auch nicht mehr. Ich hatte ja noch die Seefahrt vor mir. Also wurden die letzten 11km gewandert. Erst von Anja, dann von Petra eingesammelt zu werden tat schon weh. Aber: safety first. Nach fünfeinhalb Stunden hatte ich es dann auch geschafft. Die letzten 2 Kilometer sogar wieder laufend, im Schlepptau einer 70-jährigen Dame. Naja, Übermut tut selten gut!
Am nächsten Tag war ich fit genug für den "Frühstückslauf" zum Schloß hoch. Das Knie und die Hüfte spielten halbwegs mit. Runterwärts lief dann nix mehr.

Während die Hüfte von meinem Physio wieder gerichtet wurde, blieben die Schmerzen in der Knieinnenseite. Das hielt mich aber nicht davon ab, am 27.Oktober quasi in See zu stechen. Da ich einen Tag früher in Malaga ankam nutze ich natürlich die Zeit um zwei tolle Läufe auf der Promenade am Mittelmeer zu machen, mit dem Erfolg das mein Knie danach höllisch weh tat und keine rechte Freude an Bewegung erkennen ließ.
14 Tage später wagte ich in Lissabon einen vorsichtigen Wiedereinstieg. 13,4km am Atlantik an der Costa da Caparica wurden es, unglaublich schöne Bilder, aber am Ende wieder höllische Schmerzen.

Damit war das Laufjahr 2017 für mich beendet. Mitte Dezember war ich wieder zu Hause, mit 5kg persönlichem Übergepäck, und anscheinend alles an einer Stelle. Aber das war mir erstmal egal. Adventszeit und Weihnachten hinterliessen auch Spuren, und das Knie wurde langsam besser besser. Also zwischen den Jahren vorsichtige Pläne gemacht um Kondition aufzubauen und Gewicht abzubauen, und die ersten WK's ins Auge gefasst. Die ersten Läufe langsam und vorsichtig liefen sich mehr schlecht als recht, und ein flotter 10er am 2.Januar holte dann auch die Schmerzen wieder zurück.
Was nun? Hausarzt, Überweisung zum Orthopäden (für heute) und alternative Sportarten wie radfahren, nordic walken und schwimmen, dazu Krafttraining am Turm und spezielle Gymnastik und Kräftigung für's Knie.
Heute dann die erste Diagnose beim Orthopäden: Meniskusschaden mit Erguss im Knie. Scheiße!
Und Laufverbot!
Noch mehr Scheiße!
Allerdings darf und soll ich meinen alternativen Sportstreak fortsetzen.
Genaueres gibt es dann nach dem MRT am 24.
Die genaue Diagnose entscheidet dann über die Therapie,
und die muß nicht immer Op heißen, sagte meine Ärztin, das gefällt mit.

Das war jetzt mein Rückblick,
und stelle fest das ich seit 9Jahren und 4Tagen,
seit 18757km hier bei Jog-Map bin.
"Kleine" Unfälle hatte ich immer wieder mal:
Rechts und links die Bänder in den Sprunggelenken gerissen,
am rechten Ellenbogen den halben Schleimbeutel rausoperiert
sowie rechts die Rotatorenmanschette gesprengt.
Und alles gut verheilt.Zumindest läuft's....

Es gab hier auch unheimlich viele Glücksgefühle und riesige Freudenmomente,
und ganz viele Freunde die mich hier immer begleitet, betreut, aufgebaut und bespaßt haben.
Also egal zu welcher Diagnose die am 24. kommt:
Laufen geht immer, irgendwie....irgendwann....

Vorrausschau habe ich jetzt nicht so richtig.

Ein Ziel in 2018 hätte ich schon:
im Oktober den Budapestmarathon, mit einem Freund der dort wohnt.
Er wollte 20 für 20 machen, also 20kg abnehmen und dann dort den HM zu laufen, gibt es aber dort nicht. Nur die Möglichkeit bei km 12,195 einzusteigen und dann 30 zu laufen. Also macht er jetzt 30 für 30, ich beginne beim Start, und ab km 12,195 wollen wir dann zusammen eine dynamische sight-seeing-tour durch Budapest machen. Schau'n wir mal..

Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Donau runter, und beim Lurch hoffentlich wieder das Adrenalin durch die Adern.

Nur das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, ansonsten haste schon verloren!

Viele Grüße vom lahmenden Lurch

Upps, wurde jetzt etwas länger.....

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

Alles wird gut.

Lurchi, wir kennen Dich, Du wirst immer wieder "auferstehen". Warte erstmal in Ruhe die Diagnose ab, dann kommt die Therapie und schon wird aus dem "langsamen Lurch" eine Rennsemmel.
Gib gut acht auf Dich, damit wir irgendwann und irgendwo in neongelber Runde laufen können.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Schon beim Lesen

...keimte bei mir die Verdachtsdiagnose eines Innenmeniskusrisses auf. So ein Mist aber auch! Also jetzt erst mal Warten aufs MRT, dann Therapieentscheidung, dann Therapie. Und dann geht das Laufen wieder los, sollst du sehen! Halt uns mal unbedingt auf dem Laufenden! Gute Besserung!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Gute Besserung!

Das kriegst Du wieder hin.
Ein Ziel hast Du, das klingt auch erstmal realistisch und motiviert durchzuhalten.
Das wird!
Und herzlichen Glückwunach nachträglich :-)

Ich bin dann mal weg

Gute Besserung auch von mir!

Hallo und gute Besserung - Geduld, Geduld, bald sieht alles wieder besser aus. Und bis Oktober ist es eine lange Zeit ;-)
Viele Grüße

Dann drücke ich mal alle Daumen

dass es keine OP sein muss - und wenn dann doch, dass sie gut geht und du bald wieder auf die Füße kommst!

Und noch eine vorsichtige Bemerkung aus eigener Erfahrung: Hat ein Physio mal dein Knieproblem gecheckt? Bei mir war das angebliche Läuferknie (1,5 Jahre!) nämlich tatsächlich eine Blockade des ISGs und konnte schnell behoben werden.

Gute Besserung und toi toi toi!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Gute Besserung, lieber

Gute Besserung, lieber Lurch.
Dieses "Nicht-trainieren-dürfen-oder-können" ist immer auch eine große mentale Herausforderung.
Ich drück Dir kräftig die Daumen, daß alles so glimpflich wie möglich für Dich ausgeht und Du spätestens im Frühjahr wieder loslegen kannst. Die Alternativen haben zum Glück auch ihren Reiz und bringen Dich vorwärts.
Liebe Grüße - Christiane

Auch diese Tal wirst du überstehen ...

... genau so wie du es in der Vergangenheit bisher immer geschafft hast.

Wie immer ( und wir Beide wissen wovon wir sprechen ) ist es nicht einfach sich zu motivieren , nach vorn zu schauen und Kraft für einen Neuanfang zu sammeln. Nun warte erst einmal die Untersuchungen ab, kuriere das Knie und dann wirst du auch bald wieder "läufen(d)" unterwegs sein.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

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