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Am Samstag fand der erste Hamburger-Kost-Nix Ultra statt. Start war an der Elbphilharmonie, Ziel in Meiendorf, die meiste Zeit dem Alsterlauf folgend. Wie der Name schon sagte, war er für umme. Mit der Anmeldung musste man 20€ an den Veranstalter überweisen, die es bei Startantritt zurück gab. So sollte Anmeldungen verhindert werden, nur weil es nichts kostet. Es war natürlich ein Lauf mit Selbstverpflegung, was mir sehr entgegen kam und bei nur 50 Kilometern auch nicht schwierig war.
17 Läufer und Läuferinnen waren gemeldet, zu zwölft standen wir am Start.
Für jeden Starter gab es eine selbstgenähte, individuell bestickte Startnummer.
Es bildeten sich gleich zu Anfang zwei Gruppen mit sehr unterschiedlichem Tempo.
Die langsamen waren mir zu langsam, also hängte ich mich erstmal an die schnellen Jungs. Nach 8 Kilometern lies ich sie ziehen und lief allein weiter. Ich muss mein Tempo laufen, anders funktioniert es nicht.
Die Strecke war zunächst meistens selbsterklärend, nur ab und zu musste ich aufs Handy schauen. Alles war prima, bis der Weg bei Km 18 einfach im Wasser endete, weil die Alster reichlich übers Ufer getreten war und sich zu einem See ausgebreitet hatte. Ja, auch in Hamburg hat es ein wenig geregnet in den letzten Wochen :-)
Die nächsten 9 Kilometer musste ich auf die Straße ausweichen, lief immer wieder an die Strecke heran, nur um festzustellen, das die Wege im Wasser verschwanden. Einmal kletterte ich einfach paralel einen Hang entlang.
Bei KM 29 konnte ich endlich auf die Strecke zurück und traf auf einen Mitläufer, mit dem ich die nächsten 15 Kilometer immer mal wieder zusammen lief. Irgendwann wollte er sich dann Gehpausen gönnen und fiel wieder zurück.
Dafür traf ich dann kurz darauf auf vier der Läufer, die ich an der Aussenalster hatte ziehen lassen. 3 Läufer hatten sich abgesetzt, aber die vier liefen die ganze Zeit zusammen. Gelegentlich mussten sie Gehpausen machen, weil ein Mitläufer mit Krämpfen zu kämpfen hatte. Ihn zurückzulassen war keine Option, zumal die Zeit durch das viele hin und her sowieso irrelevant war. Mein Mitläufer schloss auch wieder zu uns auf und so blieben wir bis zum Ziel mehr oder weniger zusammen.
Einen kurzen Stop gab es noch an einem Bahnübergang. Die Schranke ist dort grundsätzlich geschlossen und man muss uber eine Gegensprechanlage den Schrankenwärter bitten die Schranke zu öffnen und nach dem Überqueren Bescheid geben, dass er sie wieder schließen kann. Kannte ich so auch noch nicht.
Weiter ging es durch tiefe Pfützen und knöcheltiefen Matsch.
Die letzten 4 Kilometer war mir das Tempo eigentlich ein bißchen zu zügig, ich hatte aber auch keine Lust allein zu laufen und ständig aufs Handy zu gucken um auf der Strecke zu bleiben. Also biss ich die Zähne zusammen und hängte mich dran.
Obwohl wir zeitgleich zu fünft ins Ziel kamen, wurde mir großzügig der 4. Platz überlassen und ich durfte zuerst unter die Dusche:-)
Statt Medaillen gab es Holzherzen, beschriftet mit Namen und Zielzeit.
Ziel war ein Hotel, in dem ein Zimmer gemietet war, das wir zum duschen nutzen konnten.
Ein schöner, liebevoll organisierter Lauf, ein toller Tag, wie immer bei Ultraläufen mit einem Haufen netter Menschen.

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Herzlichen Glückwunsch

zu diesem tollen Erlebnis! Hart aber herzlich, würd ich sagen;-)


Lieben Gruß
Tame

Gratuliere

zu diesem schönen und abwechslungsreichen "Gezeitenlauf".
Ich finde auch, dass Ultras viel entspannter sind, gibt immer was interessantes zu erzählen.

LG

aloahe

Das sollten die anderen

Veranstalter auch mal so machen: Erst bezahlen lassen und Geld zurück beim Start. ;o)
Interessant, dass es trotzdem nix geholfen hat. Bei so ner Regenflut aber auch wieder verständlich.
Die haben sich ja echt Mühe gemacht: handgenähte-bestickte Startnummern, Holzherzen, Hotelzimmer.
Starke Sache, danke fürs Berichten.

Der Spruch "bei nur 50 Kilometern" ist auch klasse. :o)

ER schafft das Wollen und das voll Bringen - mit extrem hohem Bringungsfaktor.

@tame

So hart war es nicht, viel Wasser, viel Matsch, die Schuhe warten immer noch auf Reinigung. Herzlich war es unbedingt!

Ich bin dann mal weg

@aloahe

Der Erlebnisfaktor ist auf jeden Fall meistens hoch und man trifft viele nette Menschen.
Gibt es was Schöneres?

Ich bin dann mal weg

@gomeck1

Zwölf von siebzehn ist für diese Jahreszeit und das derzeitige Wetter gar nicht so schlecht.
Das "nur 50" bezog sich in diesem Fall vor allem auf die Verpflegung. Ich laufe im Training häufiger mal 50 und weiß, was ich brauche. Da schlepp ich dann nicht unnütz Essen mit mir herum.

Ich bin dann mal weg

Aquajogging

kann ganz schön anstrengend sein ;o)

Wie immer super gelaufen, der erste Ultra des Jahres.

Bleibt frei, verrückt und glücklich.

LG,
Anja

@Anja

Hätten sie ihn als Swim and Run ausgeschrieben, wäre ich besser vorbereitet gewesen :-)

Ich bin dann mal weg

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