Benutzerbild von benbohne

Die Harburger Berge sind am anderen Ende der Stadt. Deshalb bin ich da nie unterwegs. Nun wollte sich meine Frau dort am Donnerstag mit einer Freundin zu einer Hundewanderung treffen. Für mich hatte sie eine 30 Kilometer Strecke rausgesucht, auf mein Handy geladen und mich meinem Schicksal überlassen. Der Plan war, dass wir relativ zeitgleich wieder am Startpunkt sein würden.
Das man hier so trailig unterwegs sein konnte wusste ich nicht. Oft war Laufen unmöglich. Die Wege standen teilweise unter Wasser oder ich versank im Matsch. Ich kletterte über etliche umgestürzte Bäume.
Die Strecke war zu keiner Zeit selbsterklärend, so dass ich ständig aufs Handy gucken musste, was ziemlich zeitraubend war.
Irgendwann wusste ich in etwa wie der Typ tickte, der die Strecke ins Netz gestellt hatte. Wenn verschiedene Wege zur Auswahl standen, war meiner ziemlich sicher der schmalste, unebenste und matschigste Pfad. Einmal gab es gar keinen Weg, die Strecke führte einfach quer durch den Wald. Nach 20 Kilometern, ich war schon eine ganze Weile unterwegs, zeigte mein Akku 12% und ich würde noch deutlich über eine Stunde unterwegs sein. Die zweite Hälfte der Strecke war zwar besser zu laufen als die erste, aber schnell war ich auch hier nicht und einige Male musste ich kehrt machen, weil ich den falschen Weg genommen hatte.
Bei Km 27 hatte ich noch 2% und noch vier unwegsame Kilometer zu laufen. Ich befand mich gerade am Rande der Zivilisation, konnte Straßen und Häuser sehen.
In der Dämmerung mitten im Wald zu stehen und nicht zu wissen wo ich lang muss fand ich wenig verlockend und so entschied ich, die letzten Kilometer an der Straße zu laufen.
Nach 4:18 war ich wieder am Startpunkt, 10 Minuten später kamen die Wanderer, perfektes Timing.
Das hat riesig Spaß gemacht, obwohl ein bißchen besser laufbar auch schön gewesen wäre.
Gestern gab es dann 20 Kilometer ganz entspannt auf meiner üblichen Runde.
Eigentlich sollte das Ganze mit einem 30er heute ein Triple werden.
Die Arbeit machte mir, wie häufig gerade, einen Strich durch den Plan. Statt gestern Abend war ich erst heute am Vormittag wieder zu Hause. Zu spät für einen langen Lauf. Planänderung. Heute eine kurze Runde nach der Arbeit. Dafür, dass ich kaum Schlaf gehabt hatte lief es sich sehr fluffig. Morgen die übliche 20er Runde.
Dann werde ich aber ein bißchen die Beine ausruhen für den Kost-Nix-Ultra nächsten Samstag.

4
Gesamtwertung: 4 (3 Wertungen)

mit 2 % Akku

und noch 4 Km von der Zivilisation entfernt, Du scheinst ja das Risiko Gen zu haben.;-)
Ich bin mal mit 'nem Lauftreff in unbekanntem Gebiet gelaufen, konnte damals noch nicht mithalten, und bin zurück gefallen.
Am Ende wurde es ein "Suchlauf" alleine, dass hat mir damals gereicht, bin nie wieder mit DEM Lauftreff mitgelaufen, habe wohl kein Risiko Gen...
Ich wünsch Dir und allen JM'lern einen guten Rutsch und ein verletzungsfreies Jahr.

aloahe

sehr cool

meine Höhepunkte solcher Streckensuchen waren

a) ich verlaufe mich im deutsch-französischen Grenzgebiet im Wald (mitten in einer Brombeerhecke) und habe weder Netzempfang noch GPS, was mir den Weg anzeigen könnte. Nach dem Durchbruch der Hecke bin ich nach Sonnenstand Richtung Saar gelaufen und dann an der heimwärts...

b) die anvisierte Rennradstrecke führt uns durch ein Flussbett (die Donau...), welches wir mit Radschuhen - die Renner auf der Schulter - queren. Da haben wir dann auch retour die Bundesstraße genommen...

Das sind doch die wahren Höhepunkte eines Sportlerlebens :-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Hihi....könnte von mir

Hihi....könnte von mir sein.
Ich bin mal, ist schon viele Jahre her, mit dem Auto, Rad hinten drin, bis zu einem Bahnhof gefahren und von da aus mit dem Rad einen Radweg Richtung große Stadt. So war jedenfalls der Plan. ...
Lange Rede kurzer Sinn: ich habe auch nach ständigem Handy gegucke die Stadt erreicht (sehr schön :-)) Kicher) und hab mich auf den Rückweg gemacht. Nun ja, der schxxx....Bahnhof war irgendwie nicht mehr da ;-)
Ende vom Lied: handyakku auch bis auf 2% runter, kurz vor dunkel, ich alleine auf weiter Flur, Bahnhof dann mehr durch Zufall doch noch gefunden, fast geheult vor Erleichterung :-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Abenteuerland

Im Dunkeln ohne Navi/Handy auf unbekannten Pfaden. Super gemeistert.

Bleibt frei, verrückt und glücklich.

LG,
Anja

@aloahe

Solche Lauftreffs braucht tatsächlich kein Mensch!
Euch auch ein schönes Laufjahr!

Ich bin dann mal weg

@strider

Du hast Dich nicht ernsthaft in einer Brombeerhecke verlaufen?? Wie muss man sich das bitte vorstellen, also wie bist Du in die Hecke geraten? Wenn wir nicht so verdorben wären, könnten wir uns alle am Stand der Sonne orientieren (außer im Dunkeln), dazu ein Kompass und fertig ist die Laube.

Ich bin dann mal weg

@brihoha

So ganz allein auf fremden Terrain, mit der Option die Nacht im Freien zu verbringen kann man schonmal kurz die Krise kriegen :-)

Ich bin dann mal weg

@ Anja

Handy hat dann ja zum Glück grad so gehalten!
Aber es war knapp:-)

Ich bin dann mal weg

Der Weg

führte in die Hecke rein und endete dort, d.h. war teilweise überwuchert. Da er auf der anderen Seite weitergehen sollte habe ich mich weiter durchgeschlagen bis nichts mehr ging. Die Frage war, ob zurück mich mehr zerkratzen würde als weiter...
Der Stand der Sonne war wegen dicker Wolken, zunehmender Dämmerung und Blätterdach nicht erkennbar. Ich weiß nicht, ob ein Kompass geholfen hätte, da meine Garmin"Nadel" sich auch nur wild im Kreis drehte.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

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