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Benutzerbild von waldboden

Liebe Jogmapler,

die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat heute online einen Leitartikel von gestern veröffentlicht, der eine Studie (England/Schottland) vorstellt, die zeigt, dass kürzere intensive Sport-Workouts am Wochenende ähnlich gesund seien, wie regelmäßige körperliche Aktivität. Das wird die Wochenend-Sportaktiven freuen ;-)
Ebenso sei regelmäßiger Sport, der unter den WHO-Vorgaben von 150 Minuten moderate wöchentliche körperliche Aktivität liegt, auch eindeutig gesundheitsfördernd. Das wird alle freuen, die 1-2 Mal die Woche Laufen/Walken, etc.

Artikel aus der Süddeutschen Zeitung

Die SZ verwendet hier den mir neuen Begriff der "Wochenend-Krieger": "Längst hat sich daher der neue Sozialtypus des "Weekend Warriors" entwickelt: Heroisch strebt der Freizeitkrieger am Wochenende sportliche Höchstleistungen an, absolviert zum Beispiel einen Halbmarathon, setzt sich drei Stunden aufs Rennrad oder durchquert den See mit kräftigen Kraulzügen."

Die SZ berichtet von den Ergebnissen einer Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine vorgestellt wurde, Quelle sh. unten.

63 591 Erwachsene ab Alter 40 Jahre (Durchschnittsalter ca. 58 Jahre) wurden über 14 Jahre von 1994 bis 2012 bezüglich ihres Freizeitverhaltens und ihrer Gesundheit untersucht. 8.800 Todesfälle traten in dem Beobachtungszeitraum von 14 Jahren auf. Weitere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, schwere Begleiterkrankungen, Beruf, Gewicht, Blutdruck, Blutfettwerte, Ethnie etc. wurden kontrolliert.

Diejenigen, die regelmäßig sportlich aktiv waren, konnten ihre Gesundheitsrisiken (bezogen auf den Studienzeitraum von 14 Jahren) um 30-40 Prozent reduzieren: Sie erkrankten seltener an Herz-Infarkt, Krebs oder Schlaganfall.

Als regelmäßig sportlich galten:
a) “weekend warrior”, die an 1-2 Tagen (Wochenende) entweder 150 Minuten moderate körperliche Aktivität _oder_ 75 Minuten intensive körperliche Aktivität hatten
b) regelmäßig Sport Treibende, die 3 Mal oder öfter die Woche Sport machten und die die von der WHO empfohlenen 150 Minuten Sport oder mehr erreichten
c) "insufficiently active respondents", also nicht ausreichend sportlich Aktive, die regelmäßige körperliche Aktivität angaben, aber weniger als die 150 Minuten moderaten bzw. weniger als die 75 Minuten intensiven Sport, ein bis zwei Mal pro Woche.

a) - c) wurden verglichen mit Menschen, die keine regelmäßige körperliche Aktivität angaben.

Dennoch gilt:
"Sich ein- oder zweimal pro Woche körperlich zu belasten, ist besser als gar nichts. Je höher die Intensität, desto besser ... Für die Blutgefäße und Anpassungsleistungen des Stoffwechsels wären zwar vier- bis fünfmal Sport pro Woche noch besser, aber das schafft ja kaum jemand." So wird Martin Halle, Chef der Sportmedizin an der Technischen Universität München zitiert.

Die Autoren benennen u.a. folgende Einschränkungen auf die Aussage ihrer Studie:
- über 90 % der Teilnehmer waren weiß, so dass die Ergebnisse nicht über andere ethnische Gruppen generalisiert werden können
- der Umfang der körperlichen Aktivität war nur bei der Anfangs-Erhebung erfasst worden, somit sind Änderungen bzgl. der körperlichen Aktivität im Untersuchungszeitraum nicht berücksichtigt worden.
- die Erhebung der körperlichen Aktivität beruht auf Selbstaussagen der Probanden

Die Unterschiede bzgl. des Auftretens eines gefährlichen gesundheitlichen Ereignisses im Untersuchungszeitraum von 14 Jahren waren zwischen den drei Bewegungsgruppen ziemlich gering, was mich verblüfft hat (sh. dazu im Original-Artikel den Abschnitt "Results").

Herzliche Grüße,
waldboden

Quelle:
Association of “Weekend Warrior” and Other Leisure Time Physical Activity Patterns With Risks for All-Cause, Cardiovascular Disease, and Cancer Mortality Gary O’Donovan, PhD; I-Min Lee, ScD; Mark Hamer, PhD; et al Emmanuel Stamatakis, PhD, JAMA Intern Med. Published online January 9, 2017. doi:10.1001/jamainternmed.2016.8014

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Bewegung nur am Anfang ...

Hallo,
erst einmal danke für das Teilen und Zusammenfassen des Artikels. Dich verblüfft, dass "die Unterschiede ... zwischen den drei Bewegungsgruppen ziemlich gering..." waren.
Na ja, es wäre zu fragen ob die Unterschiede überhaupt signifikant waren, wenn doch "Änderungen bzgl. der körperlichen Aktivität im Untersuchungszeitraum nicht berücksichtigt" wurden.

Wenn ich von mir mal aus gehe: Vor 14 Jahren (tiefes Rechnen....) waren meine Kinder kleiner, ich versuchte gerade das erste Mal mit dem Laufen an zu fangen. Gewichtsmäßig.... war ich im oberen Bereich des Normalgewichts, gesundheitlich ging es mir prima.

Nur 1,5 Jahre später hatte ich einen Bandscheibenvorfall, habe mit dem Sport nicht nur kurzfristig aufgehört und war vollauf damit beschäftigt Job, Haus und Kinder alleine unter dem Hut zu bekommen. Und habe einen Zweitjob angenommen und gleichzeitig meine Arbeitszeit sukzessive im Hauptjob erhöht.

An Sport war lange nicht zu denken.
Der Bandscheibenvorfall hatte seine Ursache nicht im Sport oder zu lange vorher keinen Sport sondern eher darin dass ich in zwei Tagen mit drei Leuten ein komplettes Haus leer räumen durfte... Hals über Kopf halt....

Vor fünf Jahren hat mir mein Arzt vertrauensvoll gesagt ich müsste mich mal um eine Cholesterinwerte kümmern... Die wären im Grenzbereich, aber wir würden engmaschig kontrollieren.

Ich habe dann versucht mein Gewicht mit Kalorienzählen zu reduzieren.
Habe ich aber nicht geschafft. Irgendwann einmal habe ich es aufgegeben und habe gedacht: Nicht zunehmen ist auch ein Erfolg...

Seit nunmehr fünf Jahren (mein Gott, doch schon so lange...) habe ich erneut angefangen zu laufen. Am Anfang selten öfter als einmal die Woche. (200 km in einem Jahr....) Zwei Jahre später konnte ich meine Laufleistung zwar steigern, beim Gewicht tat sich aber insgesamt wenig...

Letztes Jahr: Laufen macht (meist) wieder Spaß - vor allen Dingen in der Rückschau, und ich habe durch Erhöhung der Laufleistung und Umstellung der Ernährung und weniger Stress endlich mein Gewicht reduziert. Jetzt bin ich im mittleren normalen Bereich.

Und endlich (!) sind auch die Cholesterinwerte (neben den Eisenwerten) in Ordnung.

Was ich damit sagen will: In 14 Jahren kann sich so viel ändern: Hin und Her, weniger oder mehr, gar nicht oder ultra-viel Bewegung. Wie will ich etwas aussagen wenn ich nicht gleichzeitig kontinuierlich fragen wie sich die Bewegung in den 14 Jahren geändert hat? Oder geblieben ist?

Wie war das nochmal: Glaube keiner Statistik....

Ich persönlich glaube ja auch ganz fest, dass Bewegung das A und O zur Gesundheit ist. Und sei es weil es (meist) zur erhöhten Zufriedenheit beiträgt.

Deshalb: Ich gehe jetzt mal laufen...

cmag16

"nur am Wochenende"

ist wahrscheinlich immer noch besser als mein Sportzustand vor 10 Jahren, bis dahin hatte ich nämlich gar keinen Sport getrieben.... Die Folgen: Übergewicht, ständige "Hexenschüsse", Hörstürze, häufige Erkältungskrankheiten und ein großes Diabetesrisiko.

Inzwischen geht es dem Körper bestens, alle Blutwerte super (obwohl ich nach wie vor gerne süß esse), Gewicht normal und bis auf zwei chronische Krankheiten, die eine medikamentöse Einstellung erforderten, gehören Krankheiten (weitgehend) der Vergangenheit an; und das mit Job und Großfamilie.

Laufen ist gut und erhöht die Lebensqualität. Meine Meinung. Und nebenbei bemerkt: führt den besten Ehemann der Welt an meine Seite ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

DAnke

Hallo strider, hallo cmag16,
danke für Eure schönen Beispiele für beste gesundheitliche Auswirkungen, denen ich mich auch nur anschließen kann.

Zu cmag16:
Klar ist nur die anfängliche Erfassung der körperlichen Aktivität, aber nicht die der Veränderung, eine von den Autoren ja selbst benannte Schwäche des Vergleichs.

Verblüffend aber ist, dass - wenn auch der Unterschied zwischen den Bewegungsgruppen gering ist - der von den Bewegungsgruppen zu den körperlich Inaktiven sehr ausgeprägt ist (bei allen bis ca. 40 % weniger Gesundheitsrisiken/Todesfälle). Und das, obwohl sicher von den anfangs körperlich Aktiven einige inaktiv wurden und vielleicht auch einige der anfangs inaktiven mit Sport begonnen haben, die diesen hohen positiven Effekt nochmals maskieren.

Grüße,
waldboden

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