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Ich hatte es ja vorher gewusst, dass es hart werden würde. Der erste Lauf länger als 20 km seit August letzten Jahres. Und dann gleich ein Wettkampf! Ich wollte es ja nicht anders haben. Der Termin fällt wunderbar in die erste Gräserpollenwoche. Die Temperaturen waren auch jenseits der 25 Grad, also beste Voraussetzungen für ein weiteres "Highlight" in meiner Läuferkarriere. Da ich bei den Läufen der letzten Zeit wegen meines Heupschnupfens schon ziemlich schlapp unterwegs war, habe ich mir keine großen Illusionen gemacht. Ziel war durchkommen, wenn möglich besser als letztes Jahr, wo ich die letzten Kilometer wg. Krämpfen in den Waden nur noch gehend zurücklegen konnte. Damals stand eine Zeit von 2:19.
Um es kurz zu machen, die Zeit habe ich zwar dieses Jahr um 7 Minuten unterboten, aber so richtig toll war es nicht. Zu warm und zu viel Pollen unterwegs. Hatte mir mal einen Schnitt von 6:00 Minuten vorgenommen, aber den habe ich nur auf den ersten drei Kilometern einigermaßen halten können. Die Fehler des vergangenen Jahres wollte ich nicht wiederholen und hab an allen vier Verpflegungsständen brav meine zwei Becher Wasser getrunken, stets im Stehen oder Gehen, was sich natürlich auch auf die Zeit ausgewirkt hat. Jedenfalls habe ich so bis zum bitteren Ende durchgehalten.
Zu den tierisch schmerzenden Waden, die ich trotzdem im Ziel hatte, kamen wundgescheuerte Achseln, da ich erstmalig im neuen Trägershirt vom Verein gelaufen bin. Sah nicht schön aus und hat sich auch nicht schön angefühlt. Dazu kam eine nicht zu kleine Blase am rechten Großzeh, ein blauer Nagel am linken Großzeh und die ständig in meinem Kopf rotierende Frage: "WARUM TU ICH MIR DAS EIGENTLICH AN?".
Weil Laufen trotz Allem Spaß macht. Weil es mir eine tiefe Zufriedenheit verschafft, trotzdem durchgestanden zu haben, und weil ich mir vorstelle, dass mich auch solche Scheißläufe irgendwann mal besser machen. Das Knacken meiner HM-Bestzeit von 1:59:30 verlege ich aber in den Spätsommer/Herbst, wenn weniger Pollen unterwegs sind und ich ein paar lange Läufe mehr in den Beinen habe.
Bis dahin heißt es leider: Qualität kommt von Qual!

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