Jetzt will ich mich hier auch mal vorstellen und kurz beschreiben, was mich zum Laufen gebracht hat und wie es mir bis jetzt ergangen ist. Ich bin m, 29 Jahre alt und 1,82m lang.

Seit der Schule habe ich nicht mehr richtig Sport gemacht (wenn man von eSports mal absieht ;) Das hat sich natürlich bemerkbar gemacht, nicht zuletzt dadurch, dass ich langsam aber sicher immer mehr Gewicht zugelegt habe. Der Höhepunkt war erreicht, als ich was bei 109-110kg gewogen habe. Ich hatte im letzten Jahr durch eine zeitweise Ernährungsumstellung schonmal etwas Gewicht verloren, aber dann irgendwann den Faden verloren und bin wieder in den alten Trott zurückgefallen. Im Februar hat meine Schwägerin mich dann zu Kieser geschleift, wo ich mich nach einem Probetraining angemeldet habe und seitdem 2-3 Mal die Woche trainiere. Das war schonmal ein Anfang, aber nicht wirklich zum Abnehmen geeignet. Außerdem brauchte ich auch noch etwas um meine Ausdauer zu verbessern. Ich habe es mit Schwimmen versucht, bin aber nur einmal hin gegangen, das war nix für mich. Dann wollte ich eigentlich Radfahren, aber irgendwann gab es bei Plus Laufklamotten, in schickem Silber-Grau (ich bin der silberne Kugelblitz *g*). Ohne groß nachzudenken, habe ich mir spontan eine Garnitur gekauft, einen Tag später Laufschuhe besorgt und war nun fest entschlossen mit dem Laufen anzufangen. Ich habe mich über mich selbst gewundert (und wundere mich heute noch), früher habe ich Ausdauerläufe immer gehaßt wie die Pest. In der Schule war ich grundsätzlich der Letzte, und ich war überzeugt, dass dies nicht mein Sport sei. Wie ich jetzt auf die Idee kam, es trotzdem zu probieren, weiß ich bis heute nicht genau.

Also los. Eines schönen Abends, vor ca. 6 Wochen, hab ich mich in meine Montur gepellt, Mp3-Player geschnappt und bin (im Schutze der Dunkelheit) losgelaufen. Es war eine mittlere Katastrophe. Ich hatte mir keine Gedanken um Intervalle oder irgendwas gemacht, sondern wollte einfach mal laufen bis ich nicht mehr kann und dann weitersehen. Durch die Musik war ich total abgelenkt und viel zu schnell. Also Stöpsel raus und weiter. Irgendwie habe ich mich einmal um den Krähenteich geschleppt und war nach 1,6km fix und fertig. Ich konnte nicht mehr schlucken, weil mein Mund und Hals total ausgetrocknet waren und musste mich fast übergeben. Als ich dann zu hause unter der Dusche stand, fühlte ich mich komischerweise richtig GUT! Ich war stolz, dass ich mich aufgerafft und alles gegeben hatte. Aber mir war auch klar, dass ich es strukturierter angehen musste, wenn ich nicht gleich wieder den Spaß verlieren wollte.

Also hab ich mich schlau gemacht, hier und da gelesen, meine Pulsuhr rausgekramt (die ich seit 2 Jahren besaß, aber noch nie benutzt hatte *g*) und bin ein paar Tage später wieder losgestiefelt. 1 Minute laufen, 1 Minute gehen. Nach zwei Intervallen mußte ich die Laufzeiten auf 40sek reduzieren, weil mein Puls durch die Decke geschossen ist. Aber ich habe ca. 20 Minuten durchgehalten und es ging mir bedeutend besser als beim ersten Mal. Nur der trockene Mund hat mich immer noch tierisch genervt. Seitdem laufe ich *immer* mit Kaugummi im Mund (natürlich zuckerfrei) und hatte nie wieder Probleme damit.

Die Tage und Wochen vergingen und ich keuchte tapfer weiter über die Piste. Bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Ich schaffte es immer besser meinen Puls unter Kontrolle zu halten, und (damit verbunden) ich lernte, *langsam* zu laufen. Das ist mir am Anfang echt schwer gefallen. Ich konnte meine Laufintervalle stetig verlängern (anfangs war 1,5 Minuten schon ein Erfolg). Auch die Strecken und die gesamte "Unterwegs-Zeit" wurden immer länger. Im Moment bin ich bei 6 (bzw. 7) Minuten Laufen, 1 Minute gehen. Meine aktuelle Strecke ist 4 km lang, für die ich heute als persönliche Bestzeit 31:32 gebraucht habe. Ich gehe 4-5 Mal pro Woche laufen, manchmal auch öfter.

Mein momentanes Ziel ist es, 30 Minuten durchzulaufen. Als nächstes peile ich den Lübeck-City-Lauf (11,8km) im Oktober an =) Ich denke, das ist ganz realistisch, mache mir aber keinen Streß damit.

Seit letzter Woche wiege ich zum ersten Mal nach einigen Jahren wieder unter 100kg! Ich hab seit Ostern ca. 7 kg abgenommen, obwohl ich auch gut Muskeln aufgebaut habe. Das macht Lust auf mehr =)

Das ist jetzt doch etwas länglicher geworden, als erwartet. Aber vielleicht konnte ich ja dem einen oder anderen Laufanfänger etwas Mut machen. Hier gibt es nicht nur Leute, die sich auf einen (Halb)Marathon vorbereiten, sondern auch ganz kleine Lichter. Nur Mut, Zähne zusammenbeißen, wohlfühlen...es lohnt sich ;) Man muss nur anfangen.

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Auch hallo.......

Hallo tk2001,

meinen herzlichen Glückwunsch!
Mir gehts ähnlich wie dir, auch ich kam zum Laufen, nachdem laufende Freunde lang genug genervt haben, um dann festzustellen, das das, was ich meinte zu schaffen, wohl nur in meinen Träumen geht.

Warum ich dann weitergelaufen bin, anfangs in der Dämmerung, immer bedacht, das mich keiner sieht, weiß ich auch nicht.
Auch heute hab ich noch Tage, an denen ich mehr gehe als laufe, neuerdings walke ich mehr, aber aufgeben ist nicht. Seit einiger Zeit trau ich mich an Strecken über 10 km und freu mich jedes Mal.......über mich. Und ich bin sicher, irgendwann jogg ich auch mal ne halbe Stunde am Stück.

Ich wünsch dir, uns allen noch viel Spaß und Freude an jedem, auch kleinem Erfolg!

LG Ujuma

Wer rastet, der rostet.... ich nicht ;-))) !

Prima, Glückwunsch !!!

Ich habe mit ähnlichem angefangen. 1Min laufen, 1 Min. gehen. Bis ich eine 1/2 Stunde am Stück laufén konnte. Seit November treibt es mich 4 x die Woche raus. 10 KM bin ich jetzt schon öfters gelaufen. Eine Einheit in der Woche (zur Zeit 50 Min.) laufe ich sehr langsam mit Puls < 140. Auch das bringt was. Morgen gehts zum ersten "offiziellen" Lauf: FunRun über 4,2 km beim Karstadt-Marathon. Ich freue mich tierisch, das ich soweit bin, einfach mal solche Dinge mitzumachen und bereue es zu keiner Zeit, der Couch entsprungen zu sein. Also, dranbleiben...

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