Hallo :-)

Ein paar Dinge zu mir:
Ich bin 15 und laufe seit ~10 Monaten. Angefangen habe ich mit kurzen Strecken (2-3km) und habe mich jetzt auf längere Strecken gesteigert. Meistens laufe ich meine Standart-Strecke mit 7.3km in unter 40 Minuten, ich laufe aber auch hin und wieder >10km. Pro Woche laufe ich etwa 35-40km.

Nun zu meiner Frage.
Ich habe im Internet etwas recherchiert. Mein Ziel ist es einen Halbmarathon zu laufen, bei egal welcher Zeit. Ich bin nun in einem anderen Forum auf folgende Aussage gestoßen:

"Beim Laufen sollten Kinder nicht mehr als 10 km Laufstrecke zurücklegen, so lange sie unter 18 Jahre sind. Konsequenz daher die Heraufsetzung des Alters von 16 auf 18 Jahre für die Teilnahme am Boston-Marathon."

Jetzt bin ich mir allerdings auch nicht mehr sicher wie weit ich ohne etwas zu riskieren gehen kann. Kann ich einen Halbmarathon laufen, ohne etwas zu riskieren? Und kann ich auch mehrmals pro Woche mehr als 10km laufen?

Laut dieser Aussage darf ich das ja nicht, wobei ich nicht so recht glaube dass sie stimmt. Ich würde mich über eure Stellungnahmen zu dieser Aussage freuen!

Grüße, Patrick

Viel Spass beim Laufen

Hallo grundsätzlich erst mal viel Spass beim Laufen. Die ganze Schinderei scheint Dir ja erst mal Spass zu bereiten.

Bei größeren HMs sind zumindest immer ein paar Jugendliche MJA oder MJB dabei.

Normalerweise würde ich sagen, dass ein HM gehen könnte, wenn Du mehr oder weniger ausgewachsen bist. Von der Trainingsleistung her sollte der HM bei 35-40 Wochenkm kein Problem sein. Aber auch kein muss. Die Regelung 10 km bis 18 und ab 18 Marathon ist sicher schwachsinnig. Wenn dann ist es eher ein Steigerungsprozess - der leider auch immer etwas individuell ist. Eher 10 km bis 15/16 dann HM bis 20 darüber Marathon - oder eben so ähnlich. Man könnte sich auch nach Lebensalter richten - max. die strecke in km wie das Alter.

Mein Vorschlag: Warum nicht dieses Jahr (und vielleicht nächstes Jahr) auf einen guten 10 km Lauf trainieren. Da hast Du sicher noch Steigerungspotential. Wenn Du dann damit gut zurecht kommst, kannst Du immer noch den HM machen.

Vom Training - da junge Menschen noch mehr die Tendenz haben zu schnell zu laufen, würde ich derzeit eine Einheit mit 12-15 km pro Woche als Maximum ansehen. Mach lieber eine kürzere Einheit mehr pro Woche - würde Dir mehr bringen. Mach schön unterschiedliches Training - Steigerungen, Tempodauerlauf, langsamer langer Lauf sind immer wichtige Bestandteile...

hi, ich bin selber erst 18

hi,
ich bin selber erst 18 und laufe seit einem jahr, ab ca. nem halbem jahr mehrmals die woche etwa 10 km. ich trainiere im moment auch für nen halbmarathon(sonntag ist es so weit!!"!)
bei mir in der laufgruppe ist ein mädchen, fast elf, das läuft ohne probleme schnelle 10km mit(etwa 55 min. im training), ihr macht das ncihts aus.

ich denk, du musst selber wissen, wieviel dein körper verträgt; probiers einfach mal zwei wochen oder so aus, und schau, wie es dir dabei/ danach geht; vergiß nur die freien tage nicht.

Jugendliches Laufen

Also dann mache ich den Miesmacher: ich wäre vorsichtig! Halbmarathon ist, soweit ich weiß, in Deutschland erst mit 16 erlaubt, und das hat seinen Grund. Natürlich können viele Kinder problemlos 10km und mehr laufen (auch schnell), aber die Folgen für die noch weichen Knochen, Gelenke usw. merkt man halt erst viel später! Ich selbst kenne einen Fall, wo das "problemlose Laufen" von 20 bis 30km in der Woche zu einer Knochenhautentzündung geführt hat, hinzu kamen massive Essstörungen. Muss alles nicht so kommen.
Kannst du dich nicht einem Verein / einem erfahrenen Trainer anschließen? Die wissen besser, was man Heranwachsenden zumuten kann und darf, und können dich notfalls auch bremsen. In jedem Fall sagt man, dass bei Kindern und Jugendlichen erst die Grundschnelligkeit ausgebildet sein soll, bevor man auf die langen Strecken geht.
Unser Vereinstrainer lässt unsere 14 jährige Tochter die 10km maximal zweimal im Jahr laufen und längere Strecken noch gar nicht, und das hängt nicht von ihrem Können ab!
Meine Meinung

Sone Sache

Die alten Laufhasen (Steffny, van Aaken) wussten zu berichten, daß auch in Deutschland Kinder Marathon (Volldistanz!)ohne Probleme oder bleibende Schäden mit teilweise beachtlichen Zeiten gelaufen sind. Das war, ehe die Altersbegrenzung beim Marathon eingeführt wurde. Sportmedizinisch ist dies dadurch erklärbar, daß Kinder Erwachsenen gegenüber physiologisch teilweise im Vorteil sind, insbesondere was das niedrige Gewicht betrifft. Und Mordsmuckis braucht es nicht für die Langstrecke, im Gegenteil: Gute Marathonläufer sind meist klein und leicht. Ein entsprechend trainiertes Kind mit 10 Jahren ist also von den Grundlagen her einem erwachsenen Laufanfänger mit Bauchansatz auf jeden Fall überlegen. Anders sieht´s mit der psychischen Neigung von Kindern aus: Es entspricht eher nicht der kindlichen Mentalität, stundenlang stier gradeaus zu rennen...

Steffny berichtet in "Marathon-Training", wie er als Kind oder Jugendlicher (weiß grad nicht mehr so genau) quasi "illegal" an Volksläufen teilnahm und sich dabei schon fragte, warum er eigentlich nicht starten gedurft hätte, im Gegensatz zu "den schnaufenden Läufern mit Bauch" um ihn herum ;-)

Der Ausschluß von Kindern und Jugendlichen von den Langstrecken hat was mit dem zu tun, was schon van Aaken als übertriebene "Schonmentalität" geisselte. Andererseits muss man hier etwas differenzieren: Sahen Steffny und van Aaken keine Probleme für Kinder beim Marathon, so warnt Steffny diesbezüglich was JUGENDLICHE betrifft. Während der Pubertät sei der Organismus durch die zahlreichen Umstrukturierungen (Stoffwechsel, Wachstum, Hormonhaushalt etc.) zu anfällig für ein intentensives Ausdauertraining mit seiner monotonen Belastung. Jugendliche sollten lieber Spielsportarten betreiben, Schwimmen und halt kürzere Strecken laufen. Aber o.k., ich würde sagen, ein Halber dürfte auch fürnen Jugendlichen immer drin sein, entsprechende Vorbereitung vorausgesetzt. Dafür müssen ja nicht endlos Kilometer geschrubbt werden. Es reicht, wenn du dein Pensum in den drei Monaten vor dem Lauf auf 40-max.50km pro Woche ausdehnst bei 3-4 Läufen pro Woche, einer sollte so um die 20km lang sein, die anderen so sieben-15km, je nach belieben. Im Netz gibt´s genug Trainingspläne/Tips etc. Und wenn´s halt mal zwickt und zwackt: Einfach kürzer treten, da gilt das Gleiche wie für Erwachsene. Warum soll ein trainierter Jugendlicher keinen Halbmarthon laufen dürfen, während sich vierzigjährige, beleibte Späteinsteiger mit zwei Monaten Lauferfahrung nach Herzenslust über die Strecke schleppen dürfen? Ich mein, es gibt wahrlich gesundheitsschädlichere Betätigungen, denen leider viel zuviele Jugendliche frönen. Allerdings solltest du die Altersbegrenzungen bei den veranstaltungen schon beachten (ich will dich nicht zum Gesetzesbruch ermuntern), aber du schreibst ja nicht, wann der Lauf sein wird...;-)

Freundliche Grüße

ich schliess micht an

Ich schliess mich der Miesmacher Meinung an.
Frag mal ein paar 40+ läufer was denen alles weh macht! Die Belastung ist nicht zu unterschätzen auch wenn momentan alles wunderbar ist!
Ich würde sowieso raten in deinem Alter, vielseitig zu trainieren. d.h auch Radfahren, Schwimmen, Kraft und was dir sonst noch Spass macht.
Das hilft dir später alles bei deiner Laufkarriere (ohne Beschwerden).

Gruss !

Hallo! Vielen Dank euch

Hallo!
Vielen Dank euch allen für die zahlreichen Antworten.
Ich werde eure Antworten beherzigen und mit dem Laufen in Zukunft etwas kürzer treten, dafür mehr andere Sportarten ausüben. Und mein Ziel einen HM zu laufen wird durch einen 10km-Lauf ersetzt ;-)

Danke und Grüße, Patrick

Weiß nicht...

Hallo Patrick,

Glückwunsch zuerst mal zu deiner Entscheidung zum Laufen. Ich wünsche dir, daß deine Begeisterung anhält und du noch sehr viele Glücksmomente bei deinem Hobby genießen wirst.

Das mit den starren Altersgrenzen halte ich für sachlichen Blödsinn. Wohl aber kann ich mir schon vorstellen, daß es für Kinder und Jugendliche spezielle Gefährdungen bei besonders langen Ausdauerbelastungen gibt. Gründe sehe ich im noch in Entwicklung befindlichen Körperbau und der Tendenz, in jugendlicher Unbekümmertheit körperlichen Warnsignalen nicht unbedingt besonders viel Beachtung zu schenken.

Bin selber mit 16 den "kurzen" Rennsteiglauf 1982 (damals noch 45km, war ab 16 erlaubt)na ja, nicht wirklich durchgelaufen, aber auch ohne besondere Vorbereitung angegangen und gefinisht. Nachahmung nicht empfohlen! Immerhin entfachte diese unbeschreibliche Erfahrung eine Begeisterung in mir, die zunächst zu regelmäßigem Training und der jährlichen Teilnahme bis zu meinem 4. 75er anhielt - den ich dann dank Meniskuseinklemmung nach 20 km beenden mußte.

Sehe in einem Halbmarathon kein größeres Risiko für dich, der Trainingsumfang deiner derzeitigen Vorbereitung ist meines Erachtens überreichlich. Du solltest dir allerdings für deinen ersten HM kein ehrgeiziges Zeitlimit setzen, sondern versuchen locker durchzulaufen und dich freuen, solltest du dich am Ende noch recht fit fühlen im Gegensatz zu den vielen abgekämpften älteren Herren meines Kalibers um dich herum .

Unbedingt empfehlen würde ich dir, Schmerzen in Training und Wettkampf sehr ernst zu nehmen und bei Verletzungen kompromißlos zu pausieren. Wäre doch schade, wenn eine hoffnungsvolle Läuferkarriere wegen beispielsweise einer Gelenksarthrose viel zu früh enden müßte...

Läuferische Grüße,
Tornalf

Mein Neffe ist auch 15...

und gerade einen HM in 2:26 gelaufen! Wollte es einfach mal ausprobieren und hat einen Startplatz eines anderen Läufers übernommen, denn wie schon oft gesagt, HM erst ab 16.

Grundsätzlich war es für meinen Neffen kein Problem, aber er hat die Tage danach doch die Anstrengung deutlich gespürt. 21,1Km sind halt trotz Training anders als 10 oder 15, gerade hintenraus.
Ich denke, Du solltest den Rat befolgen und auf alle Fälle pausieren, wenn Du Probleme wie Knieschmerzen oder sonstiges spürst. Auch der Rat, Dich einem Verein mit Trainer anzuschließen, ist absolut richtig und empfehlenswert.
Auf alle Fälle sollst Du immer Spaß am Laufen haben und nichts überstürzen. Du hast ja noch jede Menge Zeit Marathon-Oympiasieger zu werden. :-)

Sprich vielleicht auch mit Deinen Eltern, ich denke Sie kennen Dich und werden Dir entsprechend gute Ratschläge geben können. Bei Deiner wöchentlichen Laufleistung wirst Du von einem HM sicherlich keinen langanhaltenden Schaden nehmen. Mein Sohn ist mit 9 (und danach haben alle mit mir gemeckert) 12KM gelaufen, weil er es wollte. Zum Schluß hat er mich in Grund und Boden gerannt und ich war am Ende. :-)
Jetzt ist er 12, Supersportler (letztens in der Schule erst 2km unter 6min gelaufen) und ich laufe nicht mehr mit ihm, das ist zu frustig. :-)

Es geht Alles, aber wie gesagt nichts überstürzen und immer ein wenig auf den Körper hören, was er sagt, dann wirst Du schon das Richtige machen.

Also viel Spaß und Erfolg weiterhin und Alles Gute,

Andreas

P.S.: Als mein Neffe den HM geschafft hatte, war er superstolz auch wenn es anstrengend war!

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