Benutzerbild von hoffi-2

Endlich komme ich mal dazu meinen Wettkampfbericht über den TUI-fly Hannover Marathon vom 4. Mai 2008 zu schreiben. Ist zwar schon eine Weile her, aber in meinem Kopf immer noch als tolles Lauf-Erlebnis präsent.

Mein Mann, hoffi-1 hatte sich für den Halbmarathon angemeldet. Es sollte sein Halbmarathon-Debüt werden. Ich hatte mich für den 10 km DIADORA Lauf gemeldet.

Am Sonntag, den 4. Mai machten wir uns früh auf den Weg in Richtung neues Rathaus/Trammplatz, den „Kern“ des hannoverschen Marathon Spektakels.
Hoffi-1 nahm das Ganze locker, trotz Debüt, aber ich war doch ganz schön aufgeregt.
Es war zwar nicht mein erster 10er Wettkampf, aber meine erste so richtige Lauf-Großveranstaltung.
Als wir um kurz vor 9 Uhr am Rathaus ankamen wurden gerade die Marathonis auf die Strecke geschickt. Gänsehautfeeling machte sich in mir breit.
Der Halbmarathon startete um 11 Uhr und der 10 km DIADORA-Lauf erst um 12 Uhr.
Und das Thermometer stieg bereits stündlich. Na das kann ja ein „heißer“ Lauf werden…
Nachdem wir unsere Startunterlagen im großen Messezelt abgeholt haben, hatten wir noch ein wenig Zeit zum entspannen und umsehen. Ups, schon 10.30 Uhr, wie doch die Zeit vergeht…
Jetzt aber schnell die Klamotten abgeben und dann zum Start der Halbmarathonis.
Punkt 11 Uhr ging hoffi-1 dann auf die Strecke. Alles Gute Schatz. Ich hoffe Du kommst gut durch bei der Wärme. Er hatte sich vorgenommen die Strecke unter zwei Stunden zu schaffen…

Nun musste ich, als letzte unseres wochenspiegel-Lauf-Teams, noch die letzte Stunde bis zum Start totschlagen. Das war nicht schwierig, denn es lief bereits die Spitzengruppe der Marathonis im Ziel ein. Ich mischte mich unter die Zuschauermenge und jubelte den Athleten zu. Nur noch 30 Minuten bis zum Start. Aufregung machte sich breit… Ich muss aufs Klo…
Die Dixi-Klos sind ja echt nur was für ganz harte… Boah, bin ich froh, das ich nur wenig gefrühstückt hatte… Egal… Es drückt… also, Augen zu und durch.
Nur noch 15 Minuten bis zum Start. Ich mache mich langsam auf den Weg.

Im Startblock treffe ich tatsächlich eine jogmaperin. Iris, was für eine Freude. Wir hatten uns das erste Mal beim HDI Silvesterlauf am Maschsee letztes Jahr getroffen. Ich wusste zwar, das sie auch den 10 km Lauf mit läuft, habe aber bei über 2.000 Startern nicht damit gerechnet sie zu treffen. Wir haben ein paar kurze Worte gewechselt, dann ging es auch schon los.
Iris zog gleich davon  Klar, sie läuft in einer anderen Liga als ich. Ich schraubte mir mein Techno ins Ohr und versuchte einen Rhythmus zu finden.

Im Training bin ich das letzte Mal die 10 km in 1:28:29 h gelaufen. Für heute hatte ich mir 1:25:00 vorgenommen. Hoffentlich nicht zu viel…

Es war ganz schön heiß auf der Strecke.
Der schwarze Asphalt glühte förmlich unter meinen Laufschuhen und die Sonne reflektierte die Wärme nach oben. Der schönste Teil der Strecke war das Teilstück hinten um den Maschsee. Da war es einigermaßen schattig und auch windig. Wie angenehm…
Nach 4 km der erste lang ersehnte Erfrischungspunkt. Ich kippte mir das Wasser in den Nacken, ins Gesicht und die Beine runter. Das tat gut und ich hoffe, das erfrischende Gefühl würde bis zur nächsten Wasserstation bei Kilometer acht, anhalten. Dem war aber nicht so. Nach ca. einem Kilometer war alles verdampft… Ein Schluck Iso aus der Trinkflasche… Bäh… piwarm….
Dann ging es vom Maschsee durch eine Seitenstraße auf die Hildesheimer Straße.
Das war der schlimmste Teil der Strecke. Asphalt, der glühte, keine Baum, der ein wenig Schatten spenden könnte, NIX. Gefühlte Temperatur lag bei 35 Grad.
Ich näherte mich dem nächsten Erfrischungspunkt. Ich griff so viele Becher wie ich konnte und kippte mir das Wasser ins Gesicht und über die Beine.
Nur noch zwei Kilometer…. Das Ziel kam langsam in Sichtweite. Die Zuschauer an der Strecke wurden zahlreicher und auch lauter. Die Stimmung war klasse!
Zwischendurch habe ICH sogar noch ein paar Läufer überholt. Also ist mein Klassenziel, NICHT letzte zu werden, bereits erreicht. Juhu…

Direkt vor mir eine ältere Dame (später habe ich in der Finisher Liste gesehen, das die Dame bereits 80!!! Jahre alt war), die sich strikt weigerte von mir überholt zu werden.
Na warte, auf den letzten Meter kriege ich Dich doch…

Das Ziel kam näher nur noch wenige hundert Meter. Die Zuschauermenge jubelte, ich fühlte mich wie ein Superstar, drehte nochmal richtig auf. Endspurt, ja…, ich habe die 80jähre überholt. Dann hörte ich auf der Zielgeraden jemanden meinen Namen schreien… Ich drehte mich um und erblickte meine Mutter, meine Schwägerin und ihren Mann. Was für eine Überraschung, mit denen hatte ich so gar nicht gerechnet. Nun aber schnell ins Ziel. Aber was war das?! Kurz vor der Zielzeitmatte wurde ich doch wieder von der 80jährigen „kassiert“. Es sei ihr gegönnt  Ich stoppte meinen Garmin, sah die Zeit und war hoch zufrieden mit mir. 1:24:26 h, ich bin unter meiner Zeit geblieben, die ich mir vorgenommen hatte. Und wäre es nicht so heiß gewesen, hätte ich vielleicht die 1:20:00 h geschafft. Egal, nächstes Mal wird es besser.

Im Zielbereich tummelten sich die Läufer wie in einem großen Armeisenhaufen. Alles stürmte auf die Erdinger Stände zu. Ich schnappte mir meine Medaille und sah zu, das ich schnell zu meinen Leuten komme. Wieder auf dem Rathausplatz angekommen haben sie mich tatsächlich in der Menge gefunden. Jubel, Gratulationen, danke danke …, aber wo ist mein Mann? Er müsste auch schon durchs Ziels sein. Habe von meinen Leuten gehört, das er ca. 30 Minuten vor mir rein gekommen ist. Ich habe ihn gleich auf dem Handy angerufen und nach einigen suchen haben wir uns dann in der Menschenmenge gefunden.

Mann, der sieht aber geknickt aus…
Ich gratulierte ihm und sagte: „Jetzt bist Du ein echter Halber Marathoni“.
Er lächelte nur gequält und erwiderte: „Es war ein Sch….. Lauf. So schlecht war ich noch nie…“ Was war passiert? Er hatte sich am Start einfach einen „falschen Hasen“ ausgesucht…
Er versuchte sich an Volkmar aus unserer Laufgruppe (er läuft schon etwas länger als wir) zu halten. Der hatte aber ein ganz anderes Tempo drauf und war viel zu schnell für meinen Mann. So hat er sich in der ersten Hälfte des Halbmarathons etwas verausgabt und ist dann voll eingebrochen, musste in der zweiten Hälfte mehrere Gehpausen einlegen und hat das Ziel somit in 2:13:25 h erreicht. Er ist von sich voll enttäuscht.
Ich bin trotzdem stolz auf ihn und auch auf mich. Nächstes Jahr möchte ich auch ein halber Marathoni werden.

0

Glückwunsch!!!

Hey, toll! Und wie man sieht (liest) ist eben nicht die absolute Zeit entscheidend, um ein Held zu sein, sondern dass man das Beste für sich an diesem Tag draus macht! Und wenn es dann noch eine PB wird, grandios!!! Auch nochmal Grüße an hoffi-1 - beim Debut geht's ums Ankommen, und es trotz Einbruch durchzuziehen ist ein Mega Erfolg!

Muss das sein:

Immer brav den Namen des Sponsors mit anzuführen: "Tui-Fly ..." ?!

Ihr werdet doch nicht dafür bezahlt, oder?

Reicht nicht einfach: "Hannover-Marathon"?

Andererseits: Lauter wohldressierte Konsumenten. Auch niedlich ;-)

Muss das sein

dein Ton??? ohne die letzte Zeile hätte man deine Kritik auch verstanden!

An die hoffis:

Gratulation, vor allem wenn es - obwohl es nicht so lief, wie geplant - zum Durchhalten gereicht hat!!!

Weißt Du...

hier wird so viel "Schleichwerbung" gemacht...
Viele sprechen ja auch nicht vor ihrer Pulsuhr, sondern von ihrem Garmin forerunner 305, gelle?
Ich habe mir wirklich nix dabei gedacht TUI zu nennen.
Der Marathon heißt nunmal so.
Bezahlt werde ich LEIDER nicht dafür ;-)

Trotzdem lieben Gruß
Hoffi-2

Mein Laufmotto: Dabei ist alles!
Meine Homepage: www.hoffi-2.de.tl

Abgesehen davon...

Abgesehen davon wären solche Stadtmarathons ohne Sponsoren kaum möglich. mach' dich also locker...

An beide hoffis

Herzlichen Glückwunsch für eure Leistungen,
keiner braucht hier enttäuscht sein,
nächstes Jahr könnt ihr euch dann gegenseitig zu (neuen) HM-Höchstleistungen anstacheln.
Und lass Dir von der Meckerecke (Pfadschleicher) den Erfolg nicht vermiesen.
Gruß, Marco
You´ll never seistolz alone

@Pfadschleicher: Im Kern hast Du mit Deiner Kritik vielleicht recht, aber mit einem freundlicheren Unterton wäre sie sicherlich besser zu ertragen. Und Dein letzter Satz wird mit Smiley auch nicht lustiger.

Ach weißt du,

meine Kritik wurde auch so verstanden, denk´ich mal.

Die letzte Zeile war allgemein gehalten und richtete sich nicht persönlich gegen den Blogger.

Ich bin mit mir da völlig im Reinen...

Ja!!

TUI-Fly, Dresdner Kleinwort, real,- oder wie sie alle heißen dürfen/sollen ruhig genannt werden. Ohne sie gäbe es viele Marathonveranstaltungen gar nicht und schon gar keine mit hochklassiger Läuferbeteiligung. Irgendwo muss die Kohle für die Siegprämien, Antrittsprämien und anderes ja herkommen.

Und ja, wir alle werden (indirekt) dafür bezahlt, dass wir den Sponsor kennen und nennen. Ohne Sponsoren wären die Startgebühren wahrscheinlich astronomisch hoch und für die meisten von uns unerschwinglich.

Dressierte Konsumenten wären wir nur dann, wenn wir nur noch Sponsoren-Produkte konsumieren würden.

Niedlich sind wir trotzdem ;-))

Gruß
Dirk

Von mir auch herzlichen Glückwunsch!

Hallo liebe Hoffis,

die Zeit ist doch zweitrangig, Hauptsache, ihr habt's durchgezogen und das beste aus euren jeweiligen Situationen gemacht! Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein!

Zum Glück gibt's ja immer wieder Wettkämpfe, so dass sich vor allem dein Mann ein neues Ziel setzen kann und es jederzeit wieder versuchen kann!

LG

MC

laufend fit und gut drauf!

>Abgesehen davon wären

>Abgesehen davon wären solche Stadtmarathons ohne Sponsoren kaum möglich.

Genau. Deshalb müssen sie auch immer schön beim Namen genannt werden! Brav.

Z.b.: "Dresdner-Kleinwort-Frankfurt-Marathon" - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Hmmmjah...

>mach' dich also locker...

Bin ich sowieso. Einer muss halt einfach den Spielverderber geben, sonst wird das gegenseitige Schulterklopfen doch ein bisserl fad auf Dauer. Da könntet ihr ruhig etwas mehr Dankbarkeit zeigen!

MfG

Hallo Silke,

Gratulation an dich zur Erreichung des "Klassenzieles" und an deinen Mann zum ersten HM. Von seiner Zeit träumen andere - ich zum Beispiel! Und beim nächsten Mal wird ihm die Erfahrung helfen, sein Zeitziel zu erreichen.

Mit meinem ersten 10er bin ich auch völlig zufrieden. Ich wollte unter 70 Minuten bleiben, was mir mit 1:05:41 ja auch gelungen ist. Nach dem Zieleinlauf habe ich noch versucht, dich abzupassen, aber in dem Gewühl war es nahezu unmöglich, jemanden wiederzufinden. Ich denke aber, daß wir uns demnächst sicher bei einem Lauf wieder treffen werden. Vielleicht beim KKH-Lauf?

LG Iris

Isch freu misch!

Endlich mal ein Läuferlein mit (für mich) normalen Zeiten! ;)

Und ich bin auch stolz auf Euch...hoffe, ich kann das demnächst von meinem ersten 10-km-Debut auch sagen...

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links