Hallo,

weil ich meine Pulswerte manchmal ein bisschen hoch finde, war ich letztlich bei meiner Ärztin und wollte ein Belastungs-EKG machen lassen. Sie empfiehlt mir jedoch dringend ein Bel.-EKG mit Laktattest, Kostenpunkt 100 Euro.

Ich frage mich, ob das nicht übers Ziel hinausgeschossen ist und würde gerne wissen, ob und welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

Mein Laufpensum ist eher gering, ca 2-3 mal pro Woche ca. 5km. Dabei fühle ich mich eigentlich fit, habe keine Atemprobleme oder ähnliches. Ich würde halt gerne einordnen können, ob die Pulswerte ok sind. Was Wettkämpfe angeht, habe ich keine grösseren Ambitionen, wichtig ist mir, die Zeit für diese Läufe zu finden.

Eine weitere Frage ist, wie übertragbar Testergebnisse sind, die auf dem Fahrradergometer gewonnen wurden, da in der Praxis kein Laufband vorhanden ist. Wenn ich Informationen fürs Laufen gewinnen will, sollte ich diese Tests dann nicht besser auch beim Laufen statt beim Radfahren machen?

Viele Grüsse und vielen Dank schonmal im Voraus für Eure Beiträge!

P04

Tests

Hallo,

alle Empfehlungen, die ich kenne, gehen davon aus, dass der Test sportartspezifisch gemacht werden sollte, d. h. für Läufer/-innen auf dem Laufband. Wenn das deine Ärztin nicht hat, würde ich anderswohin gehen.

Zum Laktat-Test: Halte ich für überflüssig, wenn du nicht deinen Maximalpuls herausfinden und dann pulsgesteuert trainieren willst.
Es kann sein, dass du zu den "Hochpulsern" gehörst, dann ist dein P eben etwas höher als beim Durchschnitt, dafür müßtest du aber nicht einmal ein EKG machen, das ist nur sinnvoll, wenn du herausfinden willst, ob alles ok ist.

Viele Grüße
dadarun

Leben ist Bewegung

Das Belastungs-EKG...

...gibt Dir Aufschluss über den Gesundheitszustand Deines Herzens. Das ist schon mal sehr klug.

Ob Deine Herzfrequenz beim Laufen zu hoch oder sehr niedrig ist, findest Du damit allein nicht raus. Deswegen hat vermutlich Deine Ärztin den Laktattest vorgeschlagen - danach weißt Du präzise, bei welcher Herzfrequenz Deine aerob-anaerobe Schwelle liegt und kannst Deine Lauferei darauf abstimmen.

Ich will das mal bald machen, aber ich laufe auch ein bisschen mehr. Vielleicht wäre folgendes ganz gut: Beim Belastungs-EKG lässt Du Dir das Okay dafür geben, Deine HFmax auszutesten. Dann machst Du so'n Selbsttest mit Einlaufen, Tempo, Steigerung, hartem Sprint und weißt anschließend Deine HFmax.

Bei vielen Menschen lassen sich mit Prozentwerten davon näherungsweise die richtigen Trainingsbereiche bestimmen - der Marathoni trainiert z. B. besonders viel im "grünen Bereich" unter 80% der maximalen Herzfrequenz zwecks Grundlagenausdauer, während die Mittelstreckler auch häufiger mal Tempo machen und relativ hohe Laktatwerte produzieren.

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de nihilo nihil

Laufband

Das stimmt, sorry, nicht. Unsere Sportmediziner am Olympiastützpunkt schicken Läufer und Schwimmer (auch Hochleistungssportler) aufs Fahrrad zwecks BelastungsEKG, alle anderen Sportler aufs Laufband. Sie hatten auch irgendeine kluge Begründung dafür.
Ansonsten würde ich das Geld investieren. Der Laktattest zeigt dir, in welchen Bereichen du sinnvoll trainierst. Einmal gemacht ändert sich da auch so schnell nichts.

EKG UND LAKTAT

Meiner Meinung nach ist es nicht ganz unerheblich.
Wenn ich einem Kardiologen glauben schenken sollte dann könnte ich mich bei meinem Puls direkt einliefern lassen.
Ein Kombinierter Test zeigte mir dann das Wahre Bild.
Bei meinem Max Puls laut Kardiologe hatte ich einen Laktatwert von 1mmol/l.
Lachhaft.....
Also noch weiter Ausbelastet bis 4mmol/l und siehe da>
Da hatte ich meinen realen Max Puls und fühlte mich endlich auch mal so richtig am ENDE....
Ich schwöre auf den Kombinierten TEST.
Andere Meinungen werden natürlich auch akzeptiert. Gruss deejott

Hat alles seinen Stellenwert

Hallo P04,

als Arzt und Läufer kann ich auf Deine Fragen folgendes Antworten (was z. T. auch in anderen Antworten schon angeklungen ist):

Das Belastungs-EKG zeigt, wie sich dein Puls, den Blutdruck, dein Herzrhythmus und die Erregunsleitung im Herzen verhalten, wenn Du Deinen Körper einer physischen Belastung aussetzt. Das ist grundsätzlich für jeden Sportler sinnvoll, der entweder ein ambitioniertes Training beginnen will (oder schon begonnen hat), der längere Zeit körperlich eher wenig aktiv gewesen ist, der älter als 40 Jahre ist oder der mit gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, Übergewicht oder anderen Erkrankungen zu tun hat. Gehörst Du zu einer dieser Gruppen,ist ein Belastungs-EKG ganz unabhängig von Deiner Herzfrequenz sinnvoll.

Solange Du Dich fit fühlst, keinerlei Beschwerden hast, Du Dich auch dann, wenn der Puls hoch geht, noch leistungsfähig fühlst und vor allem wenn Dein Puls nach Trainingsende rasch wieder sinkt, z. B. (rein fiktives Beispiel, bitte nicht 1:1 auf Dich übertragen) innerhalb von 3 Minuten nach dem Laufen von 160 auf 100, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die hohe Herzfrequenz (über welche Bereiche reden wir überhaupt?) Ausdruck eines gesundheitlichen Problems darstellt.

Der Laktattest ist ein wichtiges Instrument zur Trainigssteuerung - eigentlich vorwiegend für Leistungssportler, er wird aber zunehmend auch von ambitionierten (oder interessierten) Freizeitsportlern genutzt. Notwendig ist er in Deinem Leistungsbereich sicher nicht, wenn es Dir das Geld wert ist, kann er aber sehr interessante Aufschlüsse über Deine wahre Leistungsfähigkeit und die tatsächliche individuelle Intensität Deines Trainings erbringen. Mögliche Ergebnisse wären z. B., dass Du einfach zu hohen Herzfrequenzen neigst (wie hoch ist denn Dein Ruhepuls?), Dir keine Gedanken zu machen brauchst und vielleicht sogar noch schneller könntest. Der Test könnte aber auch ergeben, Dass Du tatsächlich permanent an der maximalen Herzfrequenz kratzt und es nicht merkst (s. u.).

Es ist wichtig, beim Laufen in sich hinenzuhören und -zufühlen. Wer das gut kann, der kann auf viel medizinische Diagnostik verzichten. Dennoch ist es für viele Läufer schön, ein Testergebnis schwarz auf weiß zu bekommen. Und es gibt leider auch sehr viele Sportler (nicht nur Läufer), die so gar kein Gefühl für ihre eigene Leistungsfähigkeit haben und sich permanent über- oder unterfordern, ohne sich dessen bewußt zu sein. Gerade für diese ist ein Laktattest auch ohne Wettkampfziele interessant, weil er einem zeigt, in welchem Maß der Körper angestrengt ist, wenn man sich wie fühlt.

Sich für die Ergometrie als Läufer aufs Rad zu setzen, ist durchaus sinnvoll. Je mehr man läuft, desto ökonomischer läuft man und desto mehr kann man unter Umständen vorhandene Defizite in der Kondition z. B. durch das vorhandene Training der spezifischen Muskelgruppen, durch den Laufstil usw. wettmachen. Die geleistete Wattzahl auf dem Fahrradergometer ist aber unbestechlich, die Kreislaufbelastung ist die gleiche, egal ob man das Treten auf dem Fahrrad gewohnt ist oder nicht.

Weiter viel Spaß beim Laufen (und bei den anstehenden Tests) wünscht Dir

fbpr179

Jeder sagt was anderes!

Hallo p04,

Ich hatte mich vor meinem HH-Marathon auch abchecken lassen und der Arzt, den ich zuerst gefragt hatte, meinte, das mache nur Sinn, wenn man sich im Vorfeld ein großes Blutbild machen lässt und schließlich sprach er sich für die Kombination Laktattest und Belastungs-EKG aus. Alles andere würde keinen Sinn machen! Dieser Arzt läuft übrigens nicht.

Außerdem wurde mir noch in meinen Läuferkreisen ein Sportarzt (der auch Läufer ist) empfohlen, der meinte, in meinem Fall sei das Belastungs-EKG und das große Blutbild ausreichend, zumal die Belastungstests bei ihm auf dem Trimmdichrad und nicht auf dem Laufband durchgeführt werden. Wenn ich natürlich mein Training optimieren möchte, sähe das etwas anders aus, doch auf Grund meines Alltags kann ich mich eh nie strikt an irgendwelche Pläne halten. Übrigens gibt es wohl Formeln, mit denen man die Daten des Trimmdichrads auf das Laufband übertragen lassen, doch so wie ich es herausgehört habe, sind die Resultate nicht ganz exakt. Daher konnte ich mir also das Geld für den Laktattest sparen. Dieser Arzt hatte mir sogar im Vorfeld noch einige Infos gefaxt, so dass ich mich etwas darauf einstellen konnte. Bei diesem Sportarzt hatte ich mich letztendlich auch checken lassen.

Wie so oft ist das eigene Gefühl der beste Ratgeber! ;-))

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

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