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Noch im Flieger von Hamburg nach Stuttgart hatten meine Lauffreunde Manti, Günti und ich uns entschlossen, im Herbst den Marathon in Karlsruhe zu laufen, wobei Gerdi den Halben laufen wird. Der Mensch braucht neue Ziele!

Der Alltag hat uns alle schon längst wieder eingeholt, doch die Endorphinausschüttung ist bei uns nach wie vor in vollem Gange, was sich auch in unseren gegenseitigen E-Mails äußert, mit denen sich die (Arbeits-)Woche sehr kurzweilig gestaltet!

Eines schönen Tages schickte Manti eine Rundmail an alle Marathonis, mit schockierendem Inhalt: langer Lauf am Sonntag (Muttertag!!!), um 5:00 Uhr am gewohnten Treffpunkt, wobei man speziell mir zuliebe auch um 6:00 Uhr starten könnte! Er wüsste ja, dass frühes Aufstehen ja nicht so mein Ding ist! Wie rührend! Bei dem Gedanken am noch früheren Aufstehen als unter der Woche, gefror mir das Blut in den Adern. Schlafentzug verstößt doch gegen die Genfer Menschenrechtskonvention! Meine Diagnose als Hobby-Ärztin war somit klar: die senile Bettflucht hat nun also auch meine Lauffreunde erfasst! Entsprechend angesäuert mailte ich wieder zurück und bat in einem moderateren Tonfall um eine Verschiebung auf 7 Uhr, also so wie immer! Doch dieses Mal war Schluss mit Lustig, postwendend kam die Mail von Gerdi mit dem netten Sprüchlein "Early to bed and early to rise, makes a man/woman healthy, wealthy and wise!!" Ob ich denn das nicht im Englischunterricht gelernt hätte? Nein, denn an diesem Tag muss ich krank gewesen sein! Nachdem ich mich von meinem Lachanfall erholt hatte, schrieb ich zurück, o.k., ich nehme die Herausforderung an! Im Zweifel müssen sie mich eben wecken, falls ich beim Laufen einschlafen sollte! Außerdem brauche ich den Muttertag genauso wenig wie den Internationen Frauentag! Ich bin einfach ein Mensch der Taten und nicht nur der Worte! ;-))

Ich schaffte es tatsächlich, mich pünktlich um 6 Uhr am Treffpunkt einzufinden. Dieser Nachtlauf hat natürlich auch Vorteile: Um 9:00 Uhr war die erwartete Ankunftszeit, sprich, man konnte ohne schlechten Gewissens der Familie gegenüber laufen. Außerdem vermied man die Mittagshitze (und fror sich stattdessen den Hintern ab). Dennoch - wenn man endlich in die Gänge gekommen ist, ist so ein morgendlicher Lauf was ganz Tolles, vor allem, wenn man auf einen sonnigen Weg kommt und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages genießen kann! Oh Augenblick, verweile! Doch der nächste kühle Waldweg kam prompt, allerdings garniert mit einer fiesen Steigung, die immerhin für eine gewisse Betriebstemperatur sorgte. Wir waren knapp 3 Stunden in meinem Hamburg-Marathon-Tempo unterwegs. Kurz vor 9 Uhr ging's nochmals die obligatorische Steigung zu mir nach Hause hoch, wo die Sonne doch schon kräftig brutzelte.

Daheim gab's erst mal das 2. Frühstück und ein/zwei Stunden später konnte ich nicht anders und musste eine spanische Siesta machen! ;-)

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