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So, jetzt bin ich 37, und seit meinem einzigen Marathon - völlig ohne Trainingsvorbereitung, mehr dazu später in einem separaten Blog-Eintrag - vor sechs Jahren bin ich so gut wie gar nicht mehr gelaufen, weil ich mich ein paar Monate später verletzt habe: Muskelfaserriß in der Wade, brach ständig wieder auf, egal ob lange oder kurze Laufpause. Früher war ich mal "Quartalsläufer": monatelang nichts gemacht, dann mal wieder ein paar Wochen zwei 13-km-Läufe pro Woche auf meiner immer gleichen Strecke - ich bin Strecken-Langweiler, könnte man sagen. Ich mag es, genau zu wissen, was noch vor mir liegt, auch wenn das trainingstechnisch idiotisch ist. Die Strecke habe ich immer irgendwie geschafft, auch nach langen Laufpausen. Der "langsame Aufbautyp" war ich noch nie, ich lief immer, so schnell ich gemäß Form gerade konnte, um mich auszupowern.

Wieso ich früher gelaufen bin? Nicht wegen der Gesundheit oder für irgendwelche sportlichen Ziele, sondern einzig, um nicht zuzunehmen und um nackt gut auszusehen. Das Motiv ist heute im Grunde noch dasselbe. Paradoxerweise lief ich aber immer am Limit - eine Stunde bei Durchschnittspuls 174 war normal. Abnehmen kann man so ja nicht, da verbrennt man nur Kohlehydrate, kein Fett mehr. Das "Talent" zum langsamen Laufen hatte ich nie, schon gar nicht länger als eine Stunde am Stück. Ich langweile mich schnell bei jeglicher Ausdauersport-Aktivität, die länger als 60-90 min dauert.

Früher lag ich bei meinen 160 cm Körpergröße meistens um die 56 kg, im Winter bei 58. Das war okay, auch wenn mir 54 kg lieber gewesen wären - oder von mir aus 56 mit mehr Muskeln. Fürs sommerliche Waschbrett hat es jedenfalls immer gereicht, davon bin ich momentan ein ganzes Stück entfernt. Ich habe sogar kleine Love Handles an der Taille. Wieviel ich jetzt wiege, weiß ich nicht genau, wohl knapp 60. Ich wiege mich seit Jahren nicht mehr. Mein Motto: Der Spiegel lügt nicht, stell Dich einfach nackt davor! Ich habe nämlich schon bemerkt, daß ich im Winter bei gleichem Gewicht wie im Sommer schlechter aussah, weil ich Fett zugelegt und Muskeln verloren hatte. Damals war ich noch ab und zu im Fitness-Studio, das mache ich ja inzwischen auch nicht mehr.

Inzwischen habe ich nicht nur Probleme mit den wiederkehrenden Wadenverletzungen - Fahrradfahren geht ja, aber das macht mir keinen großen Spaß - sondern wegen meiner O-Beine auch ab und zu Schmerzen in den Knien und seit Monaten Probleme mit der linken Achillessehne, die ständig gereizt ist - ohne sportliche Belastung, wohlgemerkt.

Kurzum: Mein Körper wird empfindlicher und schwächer, weil ich nichts mehr für ihn tue. Jünger werde ich auch nicht, das kommt noch dazu, ist aber normal. Ich stelle mir vor, daß ich auf Dauer weniger Beschwerden, mehr Lebensfreude und einen schöneren Körper haben werde, wenn ich wieder anfange, Sport zu treiben. Ganz zu schweigen von verbesserter Fitness. Ich will es nochmal mit dem Laufen versuchen, nachdem ich inzwischen relativ teure Schuhe habe (früher immer die billigsten) und orthopädische Einlagen. Vielleicht hilft das. Zusätzlich möchte ich ein bißchen Muskelaufbau-Training machen, denn das Skelett und die Bänder brauchen Muskeln, von denen sie gestützt werden, alles andere endet doch wieder in Verletzungen.

Mal sehen, ob ich mir irgendwie angewöhnen kann, auch extensive, längere Läufe über 20 bis 35 km zu machen, evtl. mit MP3-Player bewaffnet gegen die Langeweile. Und dann irgendwann nochmal einen zweiten Marathon, zumindest mit ein bißchen Vorbereitung und Grundlagenausdauer, so daß ich einen nennenswerten Fettstoffwechsel beim Laufen habe.

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läufer werden

Aufgeben ist keine Option

Kommt mir irgendwie bekannt vor...

Kommt mir alles irgendwie bekannt vor! Vor 14 Jahren bin ich sehr intensiv Rennrad gefahren. 50-60 km - das war meine Abendrunde, an Wochenenden gings dann meistens an die 100 km. dazu trainierte ich noch in einem Kraftsportverein und hab hart körperlic gearbeitet. Das alles im bergigen Siegerland! Meine Radleidenschaft erlosch als ich nach Dortmund gezogen bin. Das fahren ist hier nicht dasselbe, der Verkehr ist viel dichter. So schlaffte ich immer weiter ab.
Es gab immer aufs und abs, so habe ich eigentlich immer etwas gemacht - im fitnessstudio, dann ein bisschen gelaufen, aber das Laufen war nie besonders intensiv: 3-4 Mal gings ganz gut, dann wieder für Wochen und Monate Pause. Vom Oktober07 bis März 08 pausierte ich komplett mit dem Sport, hab mich sogar aus dem Fittnessstudio abgemeldet.
Was war die Folge von der Sportabstinenz? Die Hosen wurden immer enger, die Waage schlug immer mehr aus und wäre beinahe dreistellig geworden! Ich konnte mich aber auch nicht aufraffen etwas zu tun, immer zwickte irgendwo etwas, immer hatte man irgendetwas was einen vom Training abhielt, kleine Zipperlein halt! Bis ich dann im März08 mich wieder in einem fitnessstudio anmeldete: Ab da gings wieder bergauf! ich bewegte mich wieder regelmässig und was ging weg? Genau: die Zipperlein! Dann begann ich wieder zu laufen, nach dem laufen fragte ich mich, wie ich es so lange Zeit aushalten konnte, wie ich so lange Zeit abstinent sein konnte! Das Gefühl nach dem lauf, diese körperliche erschöpftheit aber Geistige Klarheit, fernab von jeder trägen Müdigkeit: Das war es was mich damals am Rennradfahren faszinierte und mich jeden Nachmittag nach der Arbeit auf den Sattel zwang. Ich brauchte und brauche es halt! Diese herrliche zufriedenheit die sich nach körperlicher und sportlicher Betätigung einstellt ist mit keiner Droge dieser Welt imitierbar! Man muss sich quälen um danach das gute Gefühl etwas geschafft zu haben genissen zu können! Ich mag Krafttraining und Laufen, beides hat seine spezifischen Reize, ich möchte auf keines davon verzichten!
Allerdings: Man muss sich ein Ziel setzen! Marathon lautet mein Fernziel, vielleicht auch erst ein Halbmarathon, so irgendwann im Oktober - mal sehen!
Meine Sportzeit ist abends. Ich kann nicht verstehen, wie man sich um 6Uhr morgens durch die Gegend quälen kann! Das ist gar nichts für mich. Abends ist der Tag nicht mehr so lang, da kann ich mich am besten quälen, weil es geht in absehbarer Zeit ins Bett, und schlafen ist die beste entspannung!
Morgen wird wieder gelaufen! Morgen abend, nach der Arbeit! Versprochen!

Gruss, heiko

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