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Sonntag 04.05.08, 5:00h - Aufstehen, Kaffee aufsetzen - Duschen - Kaffee trinken - 4 Käsetoast essen - Sonntagszeitung, die jemand schon hochgebracht hat, lesen - noch ne Tasse Kaffee - Anziehen - ja was soll ich nur anziehen ????? Ich entscheide mich für das dünnste Laufhemdchen, kürzestes Höschen und die dünnsten Socken - statt Stirnband wähle ich eine leichte Basecap - mit Sonnenstich will ich den bevorstehend Marathon nicht beenden.

Genug rumgepröttelt - um 7:15h lade ich das Fahrrad meiner Mittel-Tochter in ins Auto und tucker los gen D'dorf - Autobahn ist frei - Anfahrt zu den Parkplätzen in D'dorf sind schon gesperrt - finde ein Parkplatz janz weit weg und bin froh, das Fahrrad bei zu haben.

Ich radel gemütlich am Start vorbei - schliess das Fahrrad an und gebe meinen Kleidersack ab. Gemütlich geht es zurück zu Fuß zum Start - um 9:15h begebe ich mich in die schwarze Box - bin fast noch alleine - kein Vergleich zu Frankfurt oder Köln, da stehen die Massen viel früher rum. 5 Minuten vor dem Start füllt sich die Box dann doch und dann ist es soweit - Kein Anzählen - einfach ein Startschuß und die MAsse Mensch setzt sich in Bewegung - gehenderweise überquere ich die Startlinie aber kurz darauf kann ich laufen und trabe los.

Und ich trabe und trabe und nach dem 1. Km lauf ich auf die 3:30h Zugläufer auf - Wie bitte ???? Nun die überhole ich jetze nicht aber da bleib ich dran - 3:30h ein Traum wird war oder wie - geplant sind eigentlich 3:40h aber das Tempo halte ich locker - Tjo - die ersten 10 km geht das auch gut - selbst auf der Oberkassler-Brücke bleibe ich dran. Die Brücke wird für einen Mitläufer zur Stolperfalle -> auf der rechten Fahrbahnseite sind Katzenaugensteine eingelassen, die ca 1,5 cm aus dem Boden ragen -< der Läufer muss die Steine gesehen haben, aber er hat nicht damit gerechnet, dass man an diesen Steinen hängen bleiben kann - und was ist - er bleibt hängen und rollt sich über die linke Schulter ab - kurzes Zucken - der Reflex zu helfen ist schon da, aber dann siegt das Wissen, dass da Zuschauer direkt am Unfallort stehen, die hoffentlich helfen - (Und so wie ich die Stimmung in D'dorf erlebt habe - haben sie auch bestimmt geholfen) - Also wie war das mit den 3:30h Zugläufern - die entschwinden so langsam, weil ich Tempo rausnehmen muss und meinen geplanten 5:10her Schnitt laufe - laufen muss da ich mittlerweile einsehe, dass ich um 5 bpm zu hoch toure.

Die Stimmung in der Lueg-Allee ist wirklich toll - und dass die Kirche beim Rückweg Schatten spendet und laut läutet mach Gänsehaut - Große Klasse!

Die Steigung auf dem Rückweg über die Brücke macht auch keine Probleme und ich fühl mich noch recht frisch. Dann cruist der Kurs durch D'dorf City und die Stimmung an der Strecke ist sehr gut - Mit 01:47:14 schaffe ich die HM-Distanz (Toll die Samba Gruppe in der Jägerhofstraße und eine super gute Akustik)

ABER - ich fang' an die Hitze zu merken und das ich die ersten 10 km überpaced habe, macht sich auch bemerkbar -> ab km 25 muss ich kämpfen um das Tempo zu halten und ab km 30 geht es nicht mehr und aus dem 5:10 wird ein 5:40er Schnitt der dann in der Königsallee auf über 6 ansteigt - Ich schleppe mich am ADAC-Stand vorbei wo der Moderator grade was von einem 8 Zylinder Motor am erzählen ist - Was das auf einer Marathon-Veranstaltung soll weiß dann wohl nur der ADAC *g.

Sei es wie es sei - die zweite Hälfte laufe ich in 02:03:08 was dann eine Gesamtzeit von 03:50:22 macht - und diese Zeit macht glücklich auch wenn sie 10 Minuten über der geplanten Zeit liegt - Ich habe es probiert und war mir klar, dass es sehr hoch gepokert war, sich an die 3:30h Zugläufer zu klemmen und noch 10 Minuten mehr rauszuholen - es war zu hoch gepokert aber es war es wert.

Und Danke an die vielen Helferinnen und Helfer an den reichlich vorhandenen Getränkestellen -> die kamen zwar immer überraschend da ohne Vorankündigung aber nach 15km hatte selbst ich es begriffen, dass ca. alle 2,5 km eine Wasserstelle kam und von diesen Stellen habe ich viel Gebrauch gemacht. Und Danke an die vielen Zuschauer die wirklich zahlreich den Lauf begleitet haben und eine tollte Stimmung verbreitet haben.

Das die Duschen eiskalt sind macht nüscht - das kühlt den überhitzen Körper ab - und im Nachhinein zaubert die Erinnerung an die quitschenden Männer die das Wasser zuuuu kalt fanden ein Lächeln ins Gesicht - Vier alkoholfreie Weißbier und eine feine Massage später begebe ich mich zu dem Fahrrad - und fahe Richtung Auto - Im Rheinpark mache ich Rast, breite mein Handtuch aus und sonne mich mit den vielen anderen D'dorfern auf der Wiese.

Der Düsseldorf-Marathon 2008 war eine runde Angelegenheit - sehr empfehlenswert!

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(Fast) perfekter Sonntag

Hallo lutzibutz,
das klingt doch nach einem ziemlich perfekten Marathon-Sonntag,
da laßt sich die Kleinigkeit von 10 Min auch sehr gut verschmerzen.
Glückwunsch
Gruß, Marco
You´ll never sun alone

Erst mal Gratulation

aber das coolste finde ich, dass Du Dich nach dem Marathon aufs Radel setzt und zum Auto pedalierst. Ich hätte mich tragen lassen.....
LG
Spindoc
Der mit dem Hund läuft!

..mein lieber Scholli...

... habe gerade mal den Rechner angeschmissen und festgestellt, das der 3:30 Schnitt bedeutet, dass Du die ersten Kilometer unter 5 Minuten gelaufen bist. Einfach beneidenswert, dass Du jetzt da bist, wo ich vor 15 Jahren in Hochform (jedenfalls fühlte ich mich so) gewesen bin. Werde mich mehr an Deinen bisherigen Trainingsläufen orientieren und hoffe, dass ich in etwa einem Jahr auch auf Deinem jetzigen Niveau bin... jedenfalls ohne die Anfahrt mit dem Fahrrad (konnte auch noch nie verstehen, wie sich eine Vielzahl von Läufern vor dem Start warmläuft!). Ganz herzliche Gratulation aus Märkisch-Oderland von Glowi.

hi, super, ich wäre platt

hi, super, ich wäre platt gewesen, wenn ich so viel überpaced hätte. ich habe mich in Staffelstein auch die ersten 5km an einen drangehängt,mich dann zurückfallen lassen, weils mir zu schnell wurde, die Computerauswertung abends gab mir für den Moment nen Puls von 181 an. (183bis 185 sind bei mir Obergrenze) Ich habs auf den letzten km auch gemerkt.
LG Astrid

Ich war die letzen 10

Ich war die letzen 10 Kilometer sowas von platt :-) - Jeden der noch platter war und gegangen ist habe ich neidvoll überholt und mit der Vorstellung gerungen, wie schön es doch wäre, auch zu gehen.

Glockenläuten

Das Gänsehautfeeling an der Kirche hatte ich auch und hab ein Stoßgebet nach "OBEN" geschickt!
Auch ich hatte für mich sehr schnell begonnen, bin in HMbestzeit 2:02:17 durch, aber irgendwie lief es.
Es hat geklappt, obwohl ich auf den letzten 5km nichts mehr riskiert habe, die ganzen Krankenwagen haben mich im Kopf gebremst! Gut so! Bestzeit um 11Min. verbessert auf 4:09:28( 3. Platz W55)und ohne irgendwelche Beschwerden, nicht mal Muskelkater.
Kann es einen schöneren Sonntag geben?
Ich kann mich deinen Erfahrungen über Publikum und Verpflegung nur anschließen.
Was mir etwas fehlte waren die angekündigten Sambabands. Waren die bei uns schon müde!!!und zu Hause???
Hilft nur schneller laufen, damit die Musik noch spielt, wenn ich komme.
In diesem Sinne "jede Menge Kilometer"
lanne

Düsseldorf

Hallo lutzibutz,
herzlichen Glückwunsch zu dem so tapfer bewältigten Lauf! Irgendwie könnte es - mit einer Stunde mehr - auch der Bericht von mir aus Mainz sein, da lief es ähnlich, ich habe auch auf der zweiten Hälfte einiges verloren. Und obwohl ich nichts riskiert habe, sondern langsam angelaufen bin, kam hinten auch nicht mehr raus: Angepeilt und trainiert war 4:20 bis 4:25, am Ende waren es 4:38 und darüber war ich noch froh. Du siehst, verhalten anlaufen nutzt auch nichts, also bleib bei deinem Motto und viel Erfolg beim nächsten Lauf!

Marathontempo

jr Hallo lutzibutz.Herzlichen Glückwunsch zum Durchhalten.Im Gegensatz zu Ihnen hatte ich den Lauf wegen schmerzhafter Druckstellen durch meine Einlagen die ich abkm 15 spürte bei km 17 aufgegeben,bin aber noch bei allmahlichen Abfall von 5:00/km auf 5:15/km noch bis etwa 19,5km gelaufen um schnellstmöglich meine Kleidersack abzuholen und den Ort des Geschehens zu verlassen.Ansonsten schien meine Renneinteilung gelungen,bin mit Pulsmesser gelaufen und hatte mich nach den Pulswerten vom Echternachmarathon(21.10.2007 bei kühlen Temperaturen 3:35:09)gerichtet.Da ich den ersten Kilometer nur 5:11 lief und im schwarzen Block nicht ganz vorne stand waren die 3:30er Ballongs schon etwas entschwunden,bin dann aber trotz meiner Drehzahlbegrenzung bis etwa 20km nicht überP155 zeitweise näher an die Zugläufer gekommmen.Die Versuchung war auch bei mir gross,die Truppe einzuholen(die Luftballongs wirkten wie ein Magnet).Als dann der Pulsmesser plötzlich hinter km 9 auf160 ging wahrte ich Disziplin und schweren Herzens drosselte ich das Tempo etwas.Ohne den Pulsmesser hätte ich jetzt wohl überpaced,denn eine Pulserhöhung um bis zu 10 Schlägen merkt man oft erst wenn es zu spät ist.Auf der 2.Marathonhälfte braucht man die Drehzahl nicht mehr so genau einhalten,der Puls steigt eh an und man strebt ja nicht an bequem durchzukommen.Ein Tipp:lieber im Oktober laufen.Die Zeiten sind bei weniger Anstrengung wesentlich besser.Da ich am16.5 in Rosellen 10km und am 25.5 Halbmarathon inTrier laufen kann ich mir keine Marathonschlacht wie2003 mit vierwöchiger Erholungszeit nicht leisten.

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