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Lust und hohe Ehr ist vollbracht von alln, getreu und fair, tapfer, friedvoll!
Und mit Fug und Recht seid nun Ritter Ihr, niemandes Knecht:
Dafür diesen Schlag und keinen mehr!

Mit diesen Worten und dem Ritterschlag endete ein wunderschönes Laufwochenende – der Huy- Burgen- Lauf.
Dieser Lauf findet jährlich am ersten Mai-Wochenende statt. Hier steht weniger die Jagd nach Rekorden im Mittelpunkt, sondern in erster Linie der Spaß an der Bewegung, am Laufen oder Walken verbunden mit vielfältigen Erlebnissen und Überraschungen an der Strecke und in den Etappenorten. Es gibt keine offizielle Zeitmessung und keine Platzierung. Wer die drei Etappen an zwei Tagen durchhält, wird zum Ritter geschlagen.
Ein Lauf, den ich allen Laufbegeisterten nur empfehlen kann. Super Organisation, wunderschöne Strecke: Sanft geschwungene Höhenzüge, zwischen ihnen eingebettet schmucke Ansiedlungen; blühende Rapsfelder auf der einen Seite; auf der anderen blühende Apfel -und Kirschbäume, am Horizont die blaue Kette der Harzberge, viel Wald und touristische Sehenswürdigkeiten.
Für unsere Laufgruppe begann dieses Wochenende schon am Freitag mit der Besichtigung der Burg Schlanstedt, dem Startpunkt, dem In-Beschlagnehmen der Turnhalle als zünftiges Schlafquartier und einer Nudelparty am Abend.
Nach einem liebevoll ausgerichteten Frühstücksbuffet, das manches Hotel in den Schatten stellt, mit selbstgemachten Marmeladen und Wurstspezialitäten und vielen anderen leckeren Sachen; einem kleinen Kulturprogramm und dem Begrüßungswort von Ritter Bodo, ging es am Samstag auf zur ersten Etappe: Von der Burg Schlanstedt zur Huys–Burg; 24,5 km mit etlichen doch beachtlichen Anstiegen.

Meine Freundin und ich hatten unseren Laufgruppenleiter, einen erfahrenen Ultra-Marathon-Läufer, als Tempomacher an unserer Seite. Er wollte dafür sorgen, dass der Lauf für uns zu einem wirklich unvergessenem Erlebnis wird, d.h. dass wir im richtigen Tempo ohne Probleme das Ziel erreichen.
Da er aus dieser Gegend stammt, unterhielt er uns mit geschichtlichen Fakten, Sagen und Geschichten, machte zwischendurch auch viele Fotos. Und so vergingen die ersten 2 Stunden wie im Fluge. Unterwegs gab es etwa alle 5 km einen Verpflegungsstützpunkt und eine Stempelstelle, an der wir begeistert von den Dorfbewohnern empfangen wurden. In der letzten Stunde mussten wir unseren Atem dann etwas aufsparen, denn nun ging es, für uns Flachländer, doch mitunter ganz schön hoch.
Pünktlich zum Mittagessen, Nudeln oder Kartoffelsuppe mit Bockwurst, erreichten wir die Hys-Burg, unser 1. Etappenziel. Hier gab es Musik, eine Burgbesichtigung und ein Baum wurde gepflanzt.

Um 14:30 Uhr fiel der Startschuss durch die Burgwächter für die zweite Etappe dieses Tages. Nun ging es über 9,5 km zum Schachdorf Ströbeck. Diese Etappe kam mir sehr kurz vor, da es etwa die Hälfte der Strecke Berg ab ging. Auf den letzten zwei Kilometern kam dann der „Stalltrieb“ zum Vorschein und wir zogen unbeabsichtigt das Tempo so an, dass wir sogar eine halbe Minute pro Kilometer schneller als am Vormittag waren ;-). Zieleinlauf war auf dem als Schachbrett gestalteten Marktplatz. Hier erwartete uns ein riesiges Kuchenbuffet mit Selbstgebackenem und wieder ein kleines Kulturprogramm. Anschließend wurden wir mit Bussen zum Startpunkt zurückgefahren.

Damit war der Tag aber noch nicht vorbei. Abends gab es einen Sportlerball im Partyzelt, mit Essen aus der Gulaschkanone, einer Rock-Band und einem Lagerfeuer. Erstaunlich, wie schnell ich mich regeneriert hatte: ich konnte sogar noch eine flotte Sohle aufs Parkett legen ;-)

Auch am Sonntagfrüh kein Muskelkater und so ging es vom Zielpunkt des ersten Tages 21 km zum Wasserschloss Westerburg. Die Strecke war hier noch schöner als am ersten Tag. Auch hier ging es vorbei an riesigen Rapsfeldern, blühenden Bäumen, Butterblumenwiesen; mehr oder weniger sanft bergauf, bergab. Da es uns ja recht gut ging, war unser Hase der Meinung, wir könnten ruhig noch eine halbe Minute zum gestrigen Tag drauflegen und laufen dann immer noch gemütlich ;-)

Tja und dann kam nach dem Mittagessen der heiß ersehnte Ritterschlag durch Ritter Bodo; vom Burgfräulein bekamen wir eine Urkunde und einen Pokal.

Ach ja, es war schon ergreifend und schön.

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Vielen Dank für den

Vielen Dank für den wunderschönen Bericht, mit dem Burgenlauf hab ich auch schon geliebäugelt, gestern war -leider - Konfirmation von meinem Patenkind und nächstes Jahr von meiner Tochter. Aber, ich werde ihn noch machen.
LG Astrid

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