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Nun ist er also vorbei! Mein erster Marathon bei einer wirklichen Großveranstaltung, und! Ging gleich in die Hose...
Es geht um den Hamburg Marathon und das unvergleichliche Publikum.
Zunächst einmal muß ich sagen daß ich nur für den Halbmarathon in Berlin trainiert habe, der lief auch gut, mit einer 1:16:30 kam ich ins Ziel und war zufrieden. Spontan dachte ich "gut, läufst du noch einen Marathon, so groß kann der Unterschied ja nicht sein und so viele km wie dieses Jahr hatte ich auch noch nie gemacht bis auf die langen Läufe also ran an den Speck".
Viel Zeit für lange Läufe war nicht mehr nach einer so kurzfristigen Endscheidung, Regeneration war angesagt und schwupps stand auch schon der große Tag bevor.
In Berlin waren es noch 6 Grad nun Sagenhafte 23!!!
In einer der 50m Schlangen vor den 100000 Dixis stand ich und hinter mir ein sehr armer Läufer der eine lange Tight trug, ich hatte noch überlegt ihm meine zweite kurze Hose anzubieten aber die hätte ich nie wieder gesehen und so habe ich ihm geraten möglichst langsam zu laufen.

Start:
In den ersten kmtern versuchte ich ein Tempo zu finden, nach meinen winterlichen Berechnungen ohne zusätzliche Sonne wären ein 3:50ger Tempo Pro km ideal gewesen.

km 1: 3:52 PERFEKT, klasse alles im Lot
km 2: 4.03 ??????? was ist denn hier los
km 3: 3:43 ????????????????????????????????????????????

Um es kurz zu machen, es ging rauf und runter und das in Hamburg! Das hatte ich nicht erwartet und dazu die Hitze. Alles sehr schlecht einzuschätzen denn trainiert hatte ich bei anderen Verhältnissen. Pulsmesser lag zu Hause....also auch keine Herzfrequenz. Wär heute sicher ganz sinnvoll gewesen.
Langsam kristallisierten sich ein paar Läufer heraus mit denen ich gut laufen konnte. Ein paar verschärften das tempo andere sah ich nie wieder.... wie das halt so ist.
Mit der neu gefundenen 10er Gruppe wurde dann das Tempo konstanter und als wir in den langen Tunnel kamen (Elbtunnel?) da war es auf einmal mucksmäuschen still und ich hörte nur noch Schritte und das gleichmäßige atmen der Läufer. Toll:)
In der Ferne sah ich das Licht des Tunnels und Schwupps, hatte uns die Zivilisation wieder. Das Publikum schrieh und grölte. Sie riefen unsere Namen um uns anzufeuern. Ich erschrak und dachte eine Bekannte würde am Straßenrand stehen um mich anzufeuern, das passierte noch einige male bis mir klar wurde das sie alle wirklich wunderbar lesen konnten (die Namen standen nämlich auf der Startnr.)

Halbzeit: 1:20:51 das lief auf eine 2:42 raus meine Bestzeit bis dato war 2:56:34!!! Ich fühlte mich gut, die Gruppe war gefunden aber dann!
Ab km 25 kam eine Dänin zu uns. Alle Männer aus der Gruppe waren begeistert und wollten natürlich dran bleiben. Der Platz hinter ihr war hart umkämpft. Ich muß sagen, sie war wirklich sexy aber leider zu schnell für mich und für viele andere auch. Und so mußte ich die Gruppe schweren Herzens verlassen :(
Ab km 30 kam der Hammer Mann, der wenn man ordentlich trainiert hatt und brav die langen Läufe gemacht hat erst bei km 35-37 kommen sollte. Gut, jedenfalls war ich platt die km Zeiten wurden schlechter so daß ich vor der Option stand aufgeben oder die restlichen km zu genießen. Ich habe mich für letzteres entschieden und bin die letzten 12km im 5min Tempo gejoggt und habe die unglaubliche Atmosphäre des Hamburger Publikums genossen und voller Enthusiasmus Kinderhände abgeklatscht.Wie viele? Keine Ahnung.
Einem Läufer aus Tübingen bin ich noch begegnet der leider übelste Krämpfe hatte. Wir sind ein Stück gemeinsam gegangen aber es hatte keinen Sinn (übrigens das erste Mal das ich bei einem Marathon gegangen bin, mein Motto war immer laufen, laufen, laufen)
So bin ich weiter gejoggt und siehe da Papa Greif hat mich angefeuert! "Arne du schaffst es" hat er gesagt, ist das nicht nett! Das ich es schaffen würde war eigentlich nicht die Frage aber nun wußte ich von offizieller Seite und das beruhigte mich ungemein ;)
Dann kam die völlig überflüssige letzte endlos lange Steigung und das in Hamburg!!! Ich kann mich nur wiederholen. Ich hätte nie gedacht das Hamburg so fiese Steigungen hat. Gebraucht hätteich sie nicht.
Gedanklich war ich da eh schon bei der Massage die ich für den Nächsten Tag im Aqua Laatzium reserviert hatte (bei dem Masseur war ich übrigens schon der dritte vom HH Marathon!)
Finale: Ziel in Sicht! Das Publikum dreht nochmal auf. Die Atmosphäre ist einzigartig und nur durch meinen Endschluss mich ab km 30 fürs joggen zu entscheiden kann ich das Finale richtig aufsaugen. Dieser Marathon war für mich ein einmaligen Erlebnis trotz sportlicher Pannen. Und immerhin habe ich eine neue Bestzeit von 2:56:02 stehen und das mit 12km joggen, wer kann das schon von sich behaupten? ;)

Gute Nacht Arne

Steigungen

Schön zu lesen das es auch anderen so ging wie mir.Wußte zwar schon das es ein wenig wellig werden würde, aber mit soviel "Bergauf" hätte ich dann doch nicht gerechnet ;o)!Vor allem der letzte "Anstieg" hat mich den letzen Nerv gekostet!!! Zumindest habe ich es geschafft ohne Gehpausen auszukommen, nur mein gestecktes Ziel unter 4h zu laufen das hab ich um 5Minuten verfehlt ;o(....jede Trinkstation war meine..das kostet Zeit...
Auf jeden Fall bleibe ich in Zukunft wohl eher Hannover treu, so ein Event wie Hamburg ist mir dann doch eine Nummer zu groß, so Ellbogen an Ellbogen laufen und ständig Schlangenlinien und Bremsmanöver..ich glaube das brauche ich nicht noch einmal ,dann lieber etwas kleiner und familiärer!
In diesem Sinne...gut Lauf!
Gruß
Silke

Hamburg 2008

Hallo Arne,
der Bericht hätte ja fast von mir kommen können. Ich war auf 2:54 unterwegs, habe mein "Zeitlaufen" bei 34 km abgebrochen. Es war wohl zu heiß, um optimal zu laufen. Ich wollte aber trotzdem das Risiko des "Einbrechens" eingehen, was dann auch erfolgte. Habe dann auch nur noch mit dem tollen Puplikum "gespielt" und immer wieder Geh- /Stehpausen eingelegt und alles aufgesaugt. So verrannen die Sekunden und Minuten. Auch Peter Greif feuerte mich noch mal an. Wollte fast stehen bleiben und ein Schwätzchen mit ihm halten. Er: "weiter, weiter Schritt sieht noch gut aus." Klar, bei 30 sec. über Limit-Tempo. So erreichte ich bei 3:01:53 das Ziel. Meine Frau ärgerte sich allerdings, weil ich auf der Zielgeraden noch so viel Faxen mit dem Puplikum machte. Sie wußte ja nicht, dass das schon 8km so ging.
Den Hammer setzte ich allerdings eine Woche später drauf. Nach noch zwei Tagen HH, auf dem Heimweg überlegten wir uns doch noch in Düsseldorf zu bleiben. Ab Freitag taten die Muskeln nicht mehr weh,...ich dort nachgemeldet, ein langsameres Anfangstempo gewählt und noch mal einen Hitzelauf absolviert (war noch heißer)und bei klasse Stimmung in 3:02:42 im Ziel!!
So was ist aber nicht weiter zu empfehlen, ist verdammt hart für die Muskeln. Aber ich brauchte das noch mal und es war trotzdem sehr sehr schön.

Gruß Klaus (findus)

Hallo Klaus, also von

Hallo Klaus,

also von Hamburg habe ich mich ziemlich schnell erholt. (hatte eine gute Massage)Ich habe ebenfalls kurz überlegt eine Woche später in meiner Heimatstadt Hannover den ganzen Marathon zu laufen. Auf der Messe hörte ich sogar wie ein Läufe von seiner Hitzeschlacht in HH erzähte und nun hier laufen wollte um seine Bestzeit zu knacken. Aber als ich gesehen habe das das Wetter knacke heiß wird da bin ich locker mit einem Freund den halben gelaufen. Habe für ihn die Pace gemacht. 1:26:00 (ziel war 1:26 :))
Habe mich nun für Berlin und Frankfurt angemeldet. Falls es in Berlin wieder so heiß sein sollte ist die Chance groß das das Wetter ende November Marathonfreundlicher ist. Sind im Vergleich zu Hamburg auch sehr schnelle Strecken.
Respekt das du es nochmal probiert hast. Nun eine schöne Regeneration

Gruß Arne

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