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Es ist geschafft, aber eigentlich auch schade, dass er schon wieder vorbei ist.

Die Vorbereitung: In diesem Jahr lief es richtig gut. Noch nie habe ich so verletzungsfrei und kontinuierlich trainieren können. Gerade die langen Bergläufe haben eine Menge gebracht. Wenn nur nicht immer diese blöde Fahrerei (bei den Spritpreisen) wäre. Ich beneide alle, die am Fuße des Teutos wohnen. Die höchste Erhöhung in Gütersloh ist die Fußgängerbrücke. Wenn ich die als Bergtrainingersatz 25mal rauf und runter liefe, würde ich wohl erstens für bekloppt gehalten werden und zweitens schnell die Lust am Laufen verlieren. Dieses Jahr habe ich seit Januar durchschnittlich 40 Kilometer gemacht. In den letzten 4 Wochen waren es sogar über 50 Wochenkilometer. Vielleicht kann ich ja meinen Trainingsaufwand im nächsten Jahr noch etwas steigern. Zwischen 50 und 70 Wochenkilometer wären schon ideal. Größtes Problem ist – die Familie muss da mitspielen.

Die Woche vor dem Start: Die ist immer die schlimmste. Jeden Morgen habe ich in meinen Körper hineingehört. Was zwackt heute? Ist da nicht so ein leichtes ziehen im Knie? Kribbelt nicht die Nase Und tatsächlich – erst schmerzt die rechte Ferse, weil ich am Wochenende ein Paar Pflastersteine mit dem rechten Fuß im Boden festgetreten habe. (Ja ich war doof, weil zu faul den Gummihammer aus dem Keller zu holen) Allerdings war ich mir sicher, dass das bis zum Sonntag vergessen ist. Am Freitag dann das Schlimmste. Plötzlich fing bei der Arbeit die Nase an zu kribbeln, meine Hände fühlten sich kalt an und ich hatte ein Kratzen im Hals. HILFE ich bekomme eine Erkältung. Und diese wurde mit allen Hausmittelchen, die ich kannte, bekämpft. Und ich habe gewonnen. Schon am Samstag war ich die Symptome los und fühlte mich nur noch etwas matschig im Kopf, von den vielen Stunden, die ich geschlafen habe. Für das nächste Jahr nehme ich mir hier und heute vor – MACH DICH NICHT SO VERRÜCKT!
Fieber hatte ich erst dann, als ich meine Startunterlagen abholte – Lampenfieber.

Der Lauf: Ich fand es waren super äußere Bedingungen. Vielleicht im ersten Streckenabschnitt etwas zu warm. Aber man musste nicht durch Matsch laufen. Und je schöner es ist, desto mehr Zuschauer stehen auch am Rand. Und die waren Spitze – wo man auch herlief, immer waren da welche, die einen anfeuerten und beklatschten. Die Straßen in Oerlinghausen, Lämmershagen und auch anderswo waren voll mit Menschen. Die super Stimmung und originellen Schilder zauberten mir ein Dauergrinsen ins Gesicht und machten mich noch schneller. Am tollsten war es natürlich, als ich an meiner Familie vorbei kam, die erst an der Panzerbrücke und zum Schluss kurz vor dem Ziel stand.
Konditionell hat mir der Lauf in diesem Jahr keine Probleme gemacht. Ich habe mir die Kraft hervorragend eingeteilt. Bergauf hatte ich immer einen guten Rhythmus. Die ersten 10 Kilometer mit Ehberg bin ich in 43 Minuten gelaufen. Das war etwas schneller als geplant. Am schwierigsten auf diesem Teilstück waren die frisch geschotterten Wege. Da musste man besonders wenn es schnell bergab ging höllisch aufpassen. Nächstes Jahr sollte ich auch auf diesem Stück in meiner Vorbereitung mal laufen. Das 2. Drittel habe ich dann in knapp 47 Minuten zurückgelegt. Auf dem Teilstück runter nach Oerlinghausen hatte ich erstmals Probleme mit der Wade. Die fühlte sich verkrampft an. Darum habe ich ein bisschen Tempo rausgenommen und versucht den Schritt sauberer abzurollen, wenn es bergab ging. Die letzten elf Kilometer bin ich dann in ca. 51 Minuten gelaufen. Auf diesem Teilstück kenne ich mittlerweile jede Baumwurzel. Hier hatte ich im letzten Jahr zwischen Treppen und Gaststätte Eiserner Anton einen Einbruch. Diesmal lief es rund. Auf den letzten Metern konnte ich noch einmal Tempo machen und trotzdem die Anfeuerungen meiner Familie und der anderen Zuschauer genießen.

Fazit: Es war einfach nur Geil. Zeit 2:21 Std. passt. Ich bin einfach nur stolz und glücklich. Und mein Motto heute, einen Tag danach: „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“. Ich grüße alle Hermannsläufer, wir sehen uns im nächsten Jahr. Und den laufenden Lesern meines Blogs, die den Hermannslauf noch nicht erlebt haben, kann ich nur empfehlen: Gönnt euch diesen Lauf - jedes Jahr am letzten Sonntag im April! Er gibt euch einfach alles!

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Glückwunsch

Glückwunsch durchstarter für diese Superzeit.
Beim nächsten Mal ziehst du an Elias Sansar vorbei ;-)

Für mich war's der erste Hermannslauf und ich kann durchstarter nur beipflichten: Ihr, die ihr den Hermannslauf noch nicht mitgelaufen seid - gönnt euch diesen Lauf.

Die Strecke ist zwar sehr anspruchsvoll - mit tierischen Steigungen und teilweise brenzligen Gefällen, aber wenn man ans Ziel kommt, hat man ein sehr sehr sehr sehr gutes Gefühl.

Mir persönlich waren aber die gestrigen Temperaturen von knapp über 20°C schon zuviel. Ich mußte an jeder Verpflegungsstation, von denen es zum Glück einige gab, erst mal immer wieder in Ruhe trinken und kleine Häppchen essen.

Meine Vorbereitung auf den Hermannslauf war nicht mit ganz so vielen Wochenkilometern versehen, bei mir waren es ca. 35. Aber im Gegensatz zu durchstarter gibt es in meiner Ecke, im Kreis Paderborn, genug Berge, äh nee Anhöhen, um an Steigungen trainieren zu können.

Auch ich möchte jetzt auch noch alle Hermannslaüfer grüßen - wir sehen uns im nächsten Jahr.

PoVo

PS: Wer sich für meine Zeit interessiert, kann ja in meinem Profil nachschauen ;-)

Super!

Hallo ihr beiden.

Gratuliere.
Bin gestern das erste Mal beim Hermann gestartet und es wird wohl nicht mein letztes Mal bleiben.
Es war einfach klasse. War zwar auch für mich Flachländer ziemlich anstregend (bei uns gibt es ja keine Berge (höchste Erhebung die A1 Autobahnbrücke) aber egal, nächstes Jahr bestimmt wieder. Ach ja und mit 2:37 kann ich mich auch nicht beklagen!

Gruß

theoden

Auch meinen herzlichen...

...zum tollen Lauf. Und Dein Bericht weckt meine Lust: Den könnte ich mir für kommendes Jahr gut vorstellen - bei uns kann man im steilen Blankenese sehr gut Bergtraining imitieren, nur für den losen Untergrund muss ich mir noch ein Training ausdenken...

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de nihilo nihil

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