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... ist manchmal eine ganz schoene Strafe.

So manch einer mag sich denken: "Ha! Die macht sich's leicht. Die laesst sich vom Hund entlang ziehen." Tatsache ist aber, dass das gar nicht angenehm ist, wenn der Hund zieht.

Der Leinenarm ist fast staendig unter Zug, mal mehr, mal weniger, und kann daher nicht locker schwingen. Also laeuft man dauernd irgendwie "unrund". Ausserdem ist es fast so, als mache man staendig Klimmzuege. Mal mit dem rechten, mal mit dem linken Arm. Das geht ganz schoen auf den Ruecken.

Auch der kleine Rucksack mit der ersten Hilfe fuer den Hund und Wasser fuer uns beide belastet den Ruecken. Zu viele geistige Tiefflieger "verzieren" die Isarauen mit Glasscherben. Da ist schnell eine haessliche Wunde passiert, womoeglich kilometerweit von zu Hause entfernt. :(

Wenn der Hund vom Jagdfieber ueberfallen wird - was etwa alle 5 bis 10 Minuten passiert - und ploetzlich mit aller Kraft lossprintet, dann fuehlt sich das genauso an, als ob man im Dunkeln unversehens in ein Schlagloch tritt. Mit Pech liegt man auf der Nase, mit Glueck tun nur Hueft- und Kniegelenke weh.

Auf sich selbst kann man sich gar nicht konzentrieren, weil man staendig auf den Hund achten muss. Das nennt man wohl "dissoziierendes, nach aussen gerichtetes Laufen". Mentaltraining der besonderen Art. *grins* Ploetzliches Hinhocken des Hunde wegen Pipi erfordert unverzuegliche Vollbremsung meinerseits. Links huscht ein Eichhoernchen den Baum hoch - da muss man sofort die Hacken in den Boden hauen, damit man nicht umgerissen und quer ueber den Weg geschleift wird.

Einen schoenen, gleichmaessigen Laufrhythmus kann man gar nicht entwickeln. Kaum laeuft's mal ein paar Meter stressfrei, schon kreuzt eine Wildspur den Weg. Das war's dann mit locker und entspannt. Nicht zuletzt laeuft man immer ein bisschen schneller als man eigentlich vorhatte, weil der Hund so ein Tempo macht. Und man muss immer nach Badeplaetzen Ausschau halten, damit das Hundi sich zwischendurch abkuehlen kann.

Aber manchmal, wenn wir beide eine gute Viertelstunde geniessen, da laeuft sie entspannt in meinem Tempo, bleibt innerhalb des Leinenradius und dann ist einfach alles gut und schoen. Dann fuehle ich: "Ein Hund kann der beste Laufpartner von allen sein. Quatscht dich nicht voll, wird nicht muede und hat dich trotzdem gern, obwohl du im Vergleich so eine lahme Schnecke bist."

Ja, ich hoer die Kommentare schon: "Dann muss man den Hund halt erziehen. Der muss einfach nur lernen, locker an der Leine zu laufen." Dies moeglichst in vorwurfsvollem Ton.

Frueher, bevor ich einen Hund hatte, dachte ich auch immer, dass man den Hund halt "nur" erziehen muss. Das ist aber viel leichter gesagt als getan.

Sie war schon zwei Jahre alt, als sie zu uns kam. Vorgeschichte unbekannt, aber so wie es aussieht, hatte sie wohl schon mal Jagderfolg. Wir koennen nur hoffen, irgendwann den Jagdtrieb wenigstens ein ganz klein wenig unter Kontrolle zu bekommen. Und wenn ein Hund erst im Erwachsenenalter lernen soll, locker an der Leine zu gehen, gehoert das mit zu den schwierigsten und langwierigsten Aufgaben ueberhaupt.

Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir etliche Trainer verschlissen und viele Stunden, Tage, Wochen mit den verschiedensten Unterrichtsmethoden verbracht. Tatsaechlich ist es jetzt schon viel besser geworden. Letztes Jahr hat sie uns nur durch die Gegend gezerrt. An Joggen war ueberhaupt nicht zu denken. Wir hatten einen Bundeswehrkoppel um den Bauch und haben sie mit einem Kletterkarabiner daran festgebunden weil sie mit blossen Haenden nicht zu halten war.

Also haben wir doch schon Fortschritte gemacht. Und es wird sicher auch weiterhin besser werden. Wenn auch in viel kleineren Schritten als wuenschenswert waere.

Bis dahin versuch ich's gelassen zu sehen und es gibt ja auch Vorteile:

- Sie ist mein Personal Trainer und sorgt dafuer, dass ich jeden Tag mindestens zweimal an die frische Luft komme. Kein innerer Schweinehund kann gegen einen echten Hund anstinken. Und das ist woertlich zu verstehen. Wenn ich nicht mit ihr rausgehe, laufe ich Gefahr, dass sie gezwungenermassen den Haufen auf den Teppich macht. Gegen dieses Argument kommt kein Schweinehund an. (Wohlgemerkt, sie ist 100% stubenrein. Aber sie hat auch die Chance dazu, weil sie oft genug rauskommt).

- Laufen mit Leila ist laufen unter erschwerten Bedingungen, sowohl physisch als auch psychisch. Das macht staerker und belastbarer.

- Durch Zug und Gegenzug an der Leine wird meine Oberkoerper- und Armmuskulatur sowie Baender und Sehnen der Fussgelenke gestaerkt und ein besseres Gleichgewichtsgefuehl entwickelt.

- Ich lerne weiterzulaufen, auch wenn ich nicht meinen Rhythmus finden und halten kann. Durchhalten und weitermachen. Zaehne zusammenbeissen, Ohren anlegen und durch. Das ist nicht nur beim Sport von Vorteil.

- Ich lerne, mein Tempo zu halten, obwohl der andere schneller ist und zieht (nicht nur im uebertragenen Sinne).

- Wenn ich im Dunkeln oder auf einsamen Wegen unterwegs bin fuehle ich mich sicherer. Ein mittelgrosser, schwarzer Hund ist, glaube ich, schon ziemlich abschreckend. :) Und ich bin sicher, dass ein Angreifer nichts zu lachen haette. Sie kann es naemlich gar nicht leiden, wenn mir jemand zu nah auf den Pelz rueckt.

Also, weiterlaufen mit Leila, damit wir beide an die frische Luft kommen. Sich aergern, sich freuen, gemeinsam besser werden, ich ein bisschen schneller, sie ein bisschen langsamer. Irgendwann werden wir uns zusammengerauft haben. Mein Traum: Eines Tages, wenn ich endlich schnell genug bin und sie ruhiger und gelassener geworden ist, einen Volkslauf zusammen machen. Dann kopier ich meine Startnummer und mach sie ihr ans Geschirr. :)

Und ausserdem: Ich hab sie lieb. So wie sie ist, mitsamt ihren Macken und dem Jagdtrieb. Vor einiger Zeit hatte sie sich die Pfote aufgeschnitten und ich musste alleine laufen. Da hatte ich richtig ein schlechtes Gewissen. Ohne sie macht's nicht wirklich Spass. Ohne sie ist es zwar einfacher aber auch langweiliger. Trotz allem: Sie ist mein Schatz. :)

Klar, manchmal aerger ich mich ueber sie, aber es ist noch kein einziger Tag vergangen, an dem sie mir keinen Grund zum Lachen gegeben haette. Wenn wir miteinander spielen oder kuscheln ist das Freude pur. Sie ist einfach ein Kobold. Das Leben und auch das Laufen waer ohne sie nur halb so schoen.

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Kenn ich gut, habe 2 dieser

Kenn ich gut, habe 2 dieser vierbeinigen Laufpartner. Wenn ich mit ihnen laufe kann es passieren, daß ein Fuchs aufgestöbert wird, oder daß beiden einfällt, sie könnten irgendwelche Mäuse ausgraben. Ich habe sie normalerweise am Jogginggurt- beide tragen Geschirre- damit habe ich sie relativ gut unter Kontrolle. Beide können- wenn sie wollen- 30min am Stück traben und entspannende Läufe machen wir über 15km. Allerdings, wenn ich mich auf Wettkämpfe vorbereite, und lange Läufe auch auf Asphalt mache, müssen sie zuhause bleiben. Aber, dann kanns schon mal passieren, daß der Mülleimer ins Wohnzimmer geleert wird oder der Kühlschrank geöffnet wird... ( der eine ist aus dem Straßengraben und meint, es gäbe dann nichts mehr zu Fressen, wenn ich weg bin...)( in Zeil und im Bienwald sind Hunde beim Lauf dabei gewesen)
Teddy und Rue wünschen noch schöne Läufe mit Leila
LG Astrid

Lauf mit Hund

Ich mache mit meinem Hund Turnierhundesport, das beinhaltet auch Geländelauf,es gibt spezielle Bauchgurte,die gepolstert sind,damit sie nicht drücken, eine Leine mit Expanter, wenn der Hund Sätze macht, so fällst Du nicht gleich auf die Nase. Am Bauchgurt selbst befindet sich ein sog. Panikhaken,damit kannst Du notfalls sofort die Leine vom Gurt lösen. Im Fachhandel,muß oft erst bestellt werden.
LG und viel Erfolg
die Rennobst

Ihr werdet's nicht glauben

Ihr werdet's jetzt nicht glauben, aber die Kleine (55cm Schulterhoehe, 21kg) hat mir bereits 2 Leinen und so einen Bauchgurt zerstoert.

--*-- Perverser "Stolz" an --*--

Die letzte Leine war eine dicke Lederleine mit grossen Karabinern. Das Leder hat gehalten, aber der Karabiner ist nach nur 5 Monaten so zermuerbt gewesen, dass er gebrochen ist.

Eine Schleppleine ist direkt gerissen. Darum jetzt Leder.

Beim Bauchgurt hat sie's geschafft, den Befestigungsring aufzubiegen, so dass sie mitsamt Leine abzischen konnte.

Der einzige Bauchgurt der bisher gehalten hat, war ein Mushergurt, aber der ist mir beim Joggen zu warm und zu schwer und beim normalen Gassigehen geht's ja inzwischen auch ganz gut.

--*-- Perverser Stolz aus --*--

Aber trotzdem ganz vielen lieben Dank fuer die Tipps. Und vor allem fuer das Gefuehl, nicht ganz allein zu sein mit dem "Problem".

Welche Bauchgurte verwendet Ihr? Dann koennte ich mal im Internet nach den Marken stoebern. Vielleicht war meiner einfach nicht gut verarbeitet. Gibt es eine Webseite ueber Turnierhundesport? Vielleicht koennte ich sie damit besser auslasten.

Noch bin ich nicht soweit, dass ich fuer Wettkaempfe trainieren muesste oder koennte, aber wenn's mal soweit ist, werde ich die Kleine dann doch wohl auch ab und an zu Hause lassen muessen...

Und gleich mit zwei solchen Energiebolzen unterwegs zu sein... also, ich muss staunen! Alle Achtung! Chapeau.

Wenigstens ist meine zu Hause ein richtiger Engel und hat noch nie was kaputt gemacht. Diese Sorge muesste ich dann unterwegs nicht haben. ;)

Liebe Gruesse und weiterhin viele, schoene Laeufe!
Susanne

Jogginggurt

Hallo Susanne, mein Gurt ist Marke Limex- Teddy, Husky-Mix, 6 Jahre, ca 21kg, Rue, Straßenhund, 5 Jahre, ca 17kg. Wenn die wirklich jagen, greife ich in die Leinen, sonst reißt der Gurt, oder ich werde über den Waldboden geschleift. Das bedeutet für mich, einfach die Umgebung, also mögliche Beute, vor meinen Hunden zu sehen, und dann stehenzubleiben. Im Wald kann es dann schon mal passieren, daß auch Autos als Beute herhalten... Rue mag keine Spaziergänger oder Radfahrer - beide haben Husky Geschirre, wodurch ich sie relativ kurz halten kann. (andere Geschirre haben sie innerhalb kürzester Zeit zerstört) Meine Leinen sind aus Nylon, gerade Rue meint gelegentlich, er müßte darauf rumbeißen, er bräuchte sie nicht. Eine Lederleine wäre mittlerweile schon zerbissen.
Liebe Grüße, auch an Leila, Astrid

Gurt

Auch ich oute mich als der der mit dem Hund läuft,Airedaletrrier,30 kg,Jagdtrieb ohne Ende, mit der Leine in der Hand war mir auch zu mühsam, ich habe einen normalen Flaschengurt(mit Wasser,Handy,etc) um die Hüften und dann wird einfach die Handschlaufe einer Lederleine(1 m lang, dehnt sich unter Zug) über den Gurt gelegt, wir haben jetzt über 2000 km incl. der berühmten langen,langsamen 30er auf dem Tacho, so ab 10 km fängt mein Hund an sich meinem Tempo anzupassen,
ein paar Mal habe ich ihm klarmachen müssen dass
A)ich der Boss bin
B)nicht jedes Eichhörnchen,Ente,Reiher oder sonstwas sofort zu verfolgen ist
C)andere entgegenkommende Hunde nicht automatisch Spielen bedeuten
D) er gefälligst selbst dafür verantwortlich ist,sich nicht die Leine um die Füsse zu wickeln
trotzdem,
jedes Mal wenn ich in Richtung Laufklamotten gehe kontrolliert er ob es endlich losgeht, unglaublich wie sich ein Hund freuen kann

:)

Astrid, Du musst Nerven wie Stahlseile haben. Zwei echte Rabauken. Meine ist da ja direkt ein Waisenmaedchen dagegen. Ich werde mich nie mehr beklagen!

Mir war allerdings auch bisher schon bewusst, wie dankbar ich dafuer sein kann, dass sie sich fuer Jogger, Radler, Walker eigentlich nicht interessiert. Nur andere Hunde und motorisierte Zweiraeder koennen zum Problem werden. Also, geht's bei uns beiden vergleichsweise easy zu.

Vielen Dank fuer die Tipps zur Ausruestung. Da werd ich mich dann mal schlau machen.

Gruesse an Euch drei!
Susanne

:) so bekannt, das alles

Ja, den Jagdtrieb, den "hat da Deifi g'seng". Hab mir schon oft gedacht, wie schoen es waer, wenn man mit Wauwauchen vernuenftig diskutieren koennte. Die machen sich so viel kaputt damit, aber sie koennen halt nicht anders. Wenn St. Hubertus ruft, sind saemtliche anderweitigen Input-Kanaele dicht. Voll auf Droge.

Stimmt schon. Die Freude, wenn's wieder losgeht ist einfach zu ulkig. Meine klebt mir an den Hacken wenn ich mich fertig mache, damit ich nur ja nicht in Versuchung komme sie zu "vergessen". Da kann sie auf scheinbar unaufdringliche Weise ganz schoen aufdringlich sein. "Oeh. Aehm. Ich waer dann auch soweit, naech wah. Laufschuhe hab ich eh immer an." ;) *kicher*

Das wundert mich jetzt aber schon, dass ein normaler Flaschengurt das aushaelt. Aber ich nehme an, dass Du auch immer einen wachsamen Blick auf die Umgebung hast und im Ernstfall in die Leine greifst.

Also, da das bei Euch allen doch so gut funktioniert, werd ich dem System Leine-an-Guertel doch noch mal eine Chance geben. Einen separaten Ruckdaempfer hab ich auch noch irgendwo rumfliegen...

Vielen Dank fuer all die Erfahrungsberichte und Tipps! :)

Gruesse
Susanne

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