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... Dienstag. Aber was für einer!
18Uhr erst aus der Firma - war aber Früh mit der S-Bahn in Laufsachen dort. Wieder S-Bahn war keine Option! Also mußte Heim laufen.
Die Laufuhr muß Früh im Rucksack angegangen sein. Akku war also alle.
Dann eben vor der Tür auf dem Telefon Endomondo gestartet, Telefon in den Rucksack und los.
Irgendwie mag ich die Läufe von Arbeit nach Hause nicht. Ich habe keine Ahnung warum, aber es ist einfach so. Die Strecke ist ganz ordentlich. Köpenicker hoch bis Treptower Park und dann immer an der Spree bis Baumschulenstraße, weiter das kurze Stück Schnellerstraße bis zur nächsten Spreebrücke und dann durchs FEZ an die Wuhle und von da ist es nicht mehr weit. Ist viel Park, wenig Autos und doch ätzend. Egal. Heulen gilt nicht. Also los.
Laufuhr war ja leer, Telefon im Rucksack, also Dembo justieren ausschließlich über das Gefühl. Tolle Sache. Schon auf dem ersten km war das anstrengend. Und doch justierte ich nicht nach. ‚Irgendwie überlebe ich das schon!‘ Sind ja nur 20km. Die gehen vorbei. Km5. Es lief. Es wurde aber nicht besser. Plänterwald flog ich an ein paar Läufern vorbei. Hey, mal auch andere Läufer. Toll. Kenne ich sonst irgendwie auf meiner Strecke kaum.
Eingang FEZ, km10. Nicht besser. Jetzt beginnt es richtig anstrengend zu werden. Ich kann die Schrittfrequenz nicht mehr ganz halten, versuche mit Schrittlänge zu kompensieren. Ob das funktioniert, werde ich daheim sehen, wenn ich auf Telefon schaue. Gefühlt verliere ich nicht viel. Erst später werde ich sehen, dass km12 der Schnellste des Laufes war. ;-) Jetzt arbeitet der Kopf auf Hochtouren. Bloß die Frequenz hoch halten, bloß locker bleiben, bloß nicht zu viel Kraft verballern, locker und leicht durch die Matsche gleiten. Rund laufen. Wird es holprig, kostet es Kraft und dann kommt doch ein Einbruch. Ich will das hier jetzt gleichmäßig durchlaufen. Ich visiere gedanklich schon den nächsten Asphalt an, überlege wo vorher Matsche kommen könnte, um im Kopf vorbereitet zu sein. Einfach drüber fliegen.
Die Brücke am S-Bahnhof Wuhlheide. Sachte hoch. Nicht drücken. Das kann ich runter. Dann wieder Dembo aufnehmen. Es geht. Nicht leicht, aber es geht. Jetzt noch reichlich 5km! Die gehen jetzt auch noch. Gedanklich teile ich mir den Weg in immer kürzere Abschnitte, die die Landschaft mir vorgibt. Dann „plötzlich“ schon Herrstraße. Jetzt noch 3.
Die ganze Zeit habe ich mich gewehrt das Telefon aus dem Rucksack zu fummeln und zu schauen wie schnell ich eigentlich bin. Nun auch nicht mehr.
Auf den letzten 3km Straße muß ich ständig drücken, um die Frequenz einigermaßen zu halten. Nein, es ist nicht mehr der Trommelwirbel der ersten km. Nein, das geht nicht mehr. Später werde ich sehen, dass mir das auf dem ersten der 3km noch gelang. Die anderen beiden stimmte das Gefühl wieder. Da wurde jeder etwa 10s langsamer als der Vorherige.
Egal. Es war Dienstag. Es war sch... anstrengend. Ich hab das Durchgezogen, bin angekommen und die Zeit war für den Trainingszustand immer noch akzeptabel. Ok, das ging auch schon 30s/km schneller. Aber es ist ja gerade erst wieder Trainingsanfang. Da paßt das noch...
... meint jedenfalls ein ganz zufriedener Schalk.
;-)

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Heimlaufen an Dienstagen

Wow, tüchtig gerannt und angestrengt! Du hast den Vorteil, dass die Strecke einfach so lang ist, wie sie ist - wenn ich keine Lust auf Heimlaufen habe (weil es vielleicht nieselt oder so), kann ich beliebig abkürzen. Damit das nicht passiert muss ich gleich am Anfang nach Westen abbiegen. Irgendwann ist es dann einfach auch so weit, wie es halt ist. Wobei ich vermutlich für die Hälfte der Strecke so lange brauche, wie Du für die ganze. Oder so.

Liebe Grüße und viele frohe Dienstage
yazi

Heimfahren

geht mir mit dem Rad genauso. Ich glaube, der Körper will einfach nicht nach langem Arbeitstag noch was leisten....

Obwohl ich befürchte, du brauchst für dein Heimlaufen nur etwa genauso lange wie ich für meine paar Kilometerchen Bergwertung per Rad ;-))))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Mit leichtem Nachdruck

Klasse den Dienstag ausgetrickst, indem du schon gleich morgens Tatsachen geschaffen hast!
Schon beim Lesen merkt man, dass Du ein flottes Tempo angeschlagen hast - ich wäre wahrscheinlich einen von denen, an denen Du vorbeigeflogen bist...

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
"Du kannst was Du willst. Ende der Durchsage."
(beides von fazerBS)
<

Solange nur der Akku deiner Uhr leer ist,

ist doch alles schick! Für nen Dienstag nach Dienstschluss nochmal Trainig im Dienste der BC ist perfekt! Ich glaube, gerade diese Läufe, die einem mental alles abverlangen, bringen uns weiter.

Lieben Gruß
Tame

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