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Tatsächlich läuft man beim Amsterdam Marathon zeitweise unter dem Meersspiegel. Meine Uhr hat zumindest bei -21 Meter angefangen. Nun liegt Amsterdam nun mal auch teilweise unter dem Meeresspiegel. Nasse Füsse habe ich diesmal aber trotzdem nicht bekommen. Aber von Anfang an.

Am Samstag Morgen mit zwei Freunden von Berlin ab in den Flieger nach Amsterdam. Hotel bezogen und zunächst zur Marathonmesse am Olympiastadion. Startnummer geholt, versucht ein wenig zu shoppen, für mich aber nichts passendes dabei und dann doch noch Sigtseeing. Amsterdam ist wirklich eine schöne Stadt, aber Menschen....., der Wahnsinn. Selten eine so volle Stadt gesehen. Es ist ja bekannt, dass die Holländer gerne Fahrrad fahren, aber hier haben wir gefühlte 10 Millionen Fahrräder gesehen. Gemütliches Schlendern geht nicht, da man Gefahr läuft in einem Fahrradkorb zu landen. Ist man dann dem Fahrrad ausgewischen, dann nimmt ein Motorroller dich auf die Schippe. Tatsächlich haben wir aber den Samstag unter höchster Konzentration überlebt.

Start zum Marathon war am Sonntag morgen um 9:30 Uhr. Der Halbmarathon,an dem meine beiden Mitreisenden teilnahmen, startete um 13:30 Uhr.Start für den Marathon im Olympisch Stadion in Amsterdam. Das Stadion in Amsterdam. Da sich erst spät ergeben hatte, dass wir in Amsterdam laufen, hatte ich leider nur etwas abseits vom Start ein Hotel bekommen. Also morgens gegen 8:00 Uhr mit der Tram und der Metro Richtung Start. Logistisch hatten die Holländer alles ganz gut im Griff. Die einzelnen Startbereiche waren groß genug, sodass sich vor dem Start kein aufgeregtes Gedränge ergab. Das Stadion war auch tatsächlich zum Morgen gut besucht. Pünktlicher Start um 9:30. Ich war dann schließlich um 9:45 Uhr unterwegs. Raus aus dem Stadion und langsam Richtung Vondelpark.Zwischen 16.000 und 18.000 Starter waren beim Marathon unterwegs. Das Gleiche noch einmal beim Halbmarathon.Von Anfang an frenetischer Jubel am Streckenrand.Eigentlich hätte man denken können, dass die Holländer Fußgänger, erst recht Läufer, die dann auch noch dafür sorgen, dass man die ganze Stadt sperrt, nicht mögen,aber da irrt man sich. Offensichtlich hatten die ganzen Radfahrer für einen Tag das Kriegsbeil begraben.

Durch den Vondelpark also hindurch. Dieser Park wird von den Amsterdamern zum Sport machen genutzt und auch zu Dingen für die Amsterdam bekannt ist. Dazu später noch mal was. Auf dem Rückweg müssen sowohl die Marathon- als auch die Halbmarathonläufer noch einmal durch den Park Richtung Stadion.Tolle Atmosphäre.Raus aus dem Park und nach einem weiteren Kilometer geht es dann nach einer Rechtskurve ins Rijksmuseum. Links und rechts Glasfronten und man läuft musikalisch untermalt dadurch in einen Park. Toll.Anschließend ein Schlenker rechts, ein Schlenker links, man muss ja schließlich auf 42 Kilometer kommen, und man hatte Kilometer 14 erreicht. Jetzt kam der für mich schönste Streckenabschnitt, den die Halbmarathonis nicht hatten, nämlich Kilomter 14 bis Kilometer 25, entlang der Amstel. Also einmal in die eine Richtung bis Kilometer 19 und dann über eine Brücke zurück bis Kilometer 25. Entlang der Amstel immer wieder etwas auf dem Wasser zu gucken. Ein paar Leute mit dem Hoverboard auf dem Wasser, natürlich immer wieder Musik am Rande. Volles Entertainment. Sogar ein holländischer Schlagersänger gab auf einem vorbeifahrenden Boot seine Gesangskunst zum Besten. Und alles in Sichtweite.Nach Kilometer 25 geht es dann durch die Randbezirke von Amsterdam wieder zurück.Einige Brücken die immer wieder für einen tollen Ausblick auf die Grachten sorgten.Ab Kilometer 35 war man dann zurück in der Innenstadt, die noch voller war als am Morgen, da zu diesem Zeitpunkt ja die Halbmarathonis unterwegs waren. Schließlich ging es bei Kilometer 39 wieder in den Vondelpark wo ich dann auch von dem führenden Halbmarathonläufer überholt wurde.Da ich mich sportlich an diesem Tag eher im hinteren Drittel bewegt habe, war es natürlich schön, dass obwohl nicht mehr soviele Marathonis unterwegs waren, trotzdem Massen an Zuschauer da waren. Super. Naja und dann, ich hatte bereits erwähnt, dass die Amsterdamer den Vondelpark nicht nur zum Sport machen nutzen, meinte mir später einer meiner Mitreisenden doch zu erzählen, dass der ganze Park nach Marihuana gerochen hat. Also ich hab nichts gerochen, habe aber auch keine Ahnung.Naja, wenn es dann so war, hat es den Zeiten der Spitzenläufer nicht geschadet, da ein neuer Streckenrekord gelaufen wurde und mir hat es nicht geholfen. Anschließend dann unter motivierenden Rufen ab zum Ziel in´s Olympisch Stadion. Das Ding ebenfalls zur Hälfte gefüllt. Passen immerhin 64000 Menschen rein. Vielleicht war es auch nur ein Drittel gefüllt, aber tolle Stimmung.

Insgesamt ein super Marathon den ich nur empfhelen kann. Ganz weit oben in der Liste. Wunderschöne Stadt, tolle Sehenswürdigkeiten, nette Menschen und eine grandiose Stimmung.

Tja und dann gibt es ja auch noch die sportliche Seite. Vorgenommen hatte ich mir vielleicht dieses Jahr mal unter 4:30 zu laufen, eine 4:15 wäre schön gewesen. Also los mit einer 5:50 bis 6:00. Mal sehen was wird. Die Systeme funktionierten eigentlich ganz gut. Das Wetter war wunderschön und es war klar, dass ich seit langer Zeit mal wieder trockenen Fusses in´s Ziel komme.Verpflegung war Isostar, Wasser, ein paar Bananen, Schwämme.......halt das Übliche. War in Ordnung. Das Einzige was von mir hier zu bemängeln war, dass ich zwischen 25 Kilometer und 30 Kilometer ordentlich durstig war. An dem Streckenabschnitt, bei dem Wetter, 5 Kilometer Abstand zwischen zwei Verpflegungsposten zu lassen, war schon unglücklich. Ich für meine Begriffe merkte dann wieder einmal, dass ich so ab Kilometer 19 keine Lust mehr zum Laufen verspürte.Der Kopf sagte dauernd "Wollen wir nicht mal gehen". Naja, bin dann bei 2:10 Std an der Halbmarathondistanz angekommen und habe dann nachgegeben. Schnell war klar, dass die Kombination aus der kontrollierten ersten Hälfte mit den nunmehr folgenden Geheinlagen zu einem wenig berauschenden Ergebnis führen wird. Machen wir es kurz. Am Ende war ich in 5:00:45 im Ziel. Nicht besonders erschöpft, aber nachdenklich darüber, dass ich es momentan nicht mehr schaffe durchzulaufen. Klar kann man jetzt sagen, dass es an der Menge der Wettkämpfe liegt, die ich dieses Jahr gelaufen bin, aber bin ich zum einen nie besonders schnell gewesen und habe ja auch insgesamt weniger Kilometer in 2017 als in 2016.Da hat sich irgendwas im Kopf eingeschlichen, was da wieder raus muss. Denn diese Gehpausen machen natürlich jedes Ergebnis kaputt. Und tatsächlich müßten die nicht sein.

Heute morgen habe ich einen 12er Regenerationslauf in einer 6:45er Pace bei einem 120er Puls gemacht und alles hat sich ok angefühlt. Also weiter geht´s.

In 6 Wochen dann zum Abschluß Florenz.An dieser Stelle Grüße an Jan. Mal sehen was da wird. Ich trainiere weiter.

Abschließend kann ich euch nur Amsterdam empfehlen. Tolle Veranstaltung.Für mich ganz weit oben. Hat echt Spaß gemacht. Vielleicht wollte ich deswegen unbewußt länger auf der Strecke bleiben.Das wird es wohl sein. ;--))

Bis dahin bleibt gesund und einen schönen Herbst.

Grüße
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

länger auf der Strecke bleiben wollen:-))

Das mach ich auch immer so :-))
Ich persönlich fand die Strecke nicht so toll, auch wenn ich die Stadt als solche sehr mag.
Herzlichen Glückwunsch zum finish.

Glückwunsch

zum ...? Finish. Hauptsache es war a schönes Lauferlebnis. Das steht je im Vordergrund. In Florenz mach ma nur kurze Gehpausen bei den VP und ab gehts. Da ziehn ma durch. Sub 4 mit am gleichmäßigem Tempo. Bei mir läufts momentan recht leicht, locker undf fluffig. Aber i hab ja a erst an Marathon dieses Jahr in den Beinen und nur 1600 Trainingskilometer.

Wir sehn uns.

Marihuana

und ein neuer Streckenrekord: Das stimm mich bedenklich ;-) Aber dann weißt du ja auch, was dir klar gefehlt hat ;-)))

He, ein weiteres schönes Erlebnis und in Florenz läufst du durch. Das klappt schon!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Ich hätte den Geruch

auch nicht erkannt - da fehlt mir die Erfahrung.

Hört sich nach einem schönen Lauferlebnis an. Feiern können die Holländer! Das hört man von allen Läufen dort (ich habe es einmal selbst erlebt).

Mental scheint sich da was eingeschlichen zu haben. Wenn's nichts körperliches ist - und Du es weghaben willst - mach was dran!

Vielleicht ist Marathon auch gerade nicht Deins? Horch mal in Dich hinein.

Solange es Gehpausen waren

und keine Rauchpausen, hast Du wahrscheinlich alles richtig gemacht ;-)
Gratulation zum feinen Lauf-Erlebnis!
Da Mariuhana bekanntermaßen entspannende Wirkung hat, und es ja auch wirkt, wenn man es nicht kennt, lässt sich bestimmt so dein Drang erklären, eine Gehpause einzulegen ;-)
Jetzt steht neben Rotterdam also auch Amsterdam auf der Bucket-List - danke für den Bericht!

Für Florenz: falls du nicht dem dolce vita verfällst, wirst du wohl ein bisschen beißen müssen, um in Wunschpace durchzulaufen... Viel Erfolg dabei!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Dolche Vita,.....

daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Und dabei soll der Marathon von der Streckenführung ja wunderschön sein. Und Florenz ist selbstredend. Aber hier sind wir ein paar Tage länger und insofern brauch ich Sightseeing nicht während des Laufes zu machen.

Ich trainiere schon wieder ordentlich und werde dann mal sehen was kommt. Und da ich in diesem Jahr tempomässig ganz kleine Brötchen backe, wäre eine Zeit unter 4:30 Std. für mich sehr versöhnlich. Ob dann noch schneller drin ist, wird man sehen. Ich fühl mich gut. Und das Allerbeste ist, dass es nur an mir liegt. Ich habe es selbst in der Hand. Was will man mehr.

Grüße
Stefan

Du hattest für diesen Marathon

einfach nicht den richtigen Biss, um eine PB rauszuhauen. Man kann sich nicht immer und überall auf Knopfdruck quälen. Da fehlt schon mal die Motivation. Ich denke, mit dem richtigen Biss hättest du das auch wirklich geschafft. Aber zum Ende der Saison ist das schwer. Versuchs nochmal im Frühjahr.
Klasse gelaufen und toll geschrieben! Dein Bericht macht Lust auf Marathon:-)
Ganz herzlichen Glückwunsch!

Lieben Gruß
Tame

Das scheint ein wirklich

Das scheint ein wirklich schöner Marathon gewesen zu sein. :-)
Streckenrekord? Vielleicht lag es ja doch am Vondelpark, hihi ... Amsterdam ist immer eine Reise wert.
Ich wünsch Dir jetzt schon viel Spaß und Erfolg in Florenz. Das wird bestimmt auch toll.
LG Christiane

Unter 4:30

Da bietet sich a 6er Schnitt/km an. I glaub das ma das schaffen des gleichmäßig durchzulaufen und a bissl Stadt zu schauen.

Nein, nein!

Stadt schauen ist vorher. Wir laufen 5:40 an und abgerechnet wird am Ende. Ich bin da guter Dinge. Training läuft wieder ganz gut . Ich muss halt nur ein paar 30er noch hinbekommen, die ich auch wirklich durchlaufe. Aber sind ja noch 5 Wochen.

Also alles wird gut.

Grüße

Lange Läufe

im Training lauf i nie durch. Etwa aller halben Stunden mach i a Trinkgehpause. Wie beim Marathon. Sozusagen um das Gehen und Weiterlaufen zu üben.

Ich auch

alle 5km kurze Pause: trinken, ggf. Buschpause ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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