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Benutzerbild von nicksdynamics

Die Trainingskilometer sind vorbei – ich stehe im Startfeld beim Essen-Marathon. Eigentlich müsste jeder um mich herum das große Fragezeichen sehen, das über mir schwebt, denn die Frage, ob das Training der letzten Wochen ausreicht für A) eine Traumzeit (sub3h:20), B) persönliche Bestzeit (mindestens 3:24:30) oder zumindest C) Boston-Quali-Zeit (ca. 3:26) will erst noch beantwortet werden. Dieser Lauf wird die Antwort liefern, aber ich habe Zweifel. Natürlich hab ich mir gebetsmühlenartig Mut zugesprochen: Trainingspace, -puls und -umfänge passten, ich war nicht krank oder verletzt, ich fühlte mich gut. Aber bin ich bereit für einen Lauf haarscharf an meiner Leistungsgrenze? Ich will diese 3:19:xx, weil ich es eigentlich drauf habe, aber ich habe zugleich Zweifel, weil ich nicht mit den Hufen scharre und platze vor Adrenalin, um Großartiges zu leisten. Ich bin merkwürdig emotionslos, positiv formuliert: die Ruhe selbst. Oder einfach noch nicht fokussiert? Nun gut: so ein bisschen Ruhe an der Startlinie hat ja auch was: ich lasse also den Lauf auf mich zukommen...

Ich bin mit meinem Lauffreund Karsten hier. Er steht weiter vorn im Feld bei den 3:00-Pacemakern. Die Unterschiede in der Herangehensweise an einen Marathon sind bei uns grundverschieden: er geht Attacke, will die kleine Chance auf eine 2:59:xx wahrnehmen und falls es so kommen sollte, grandios scheitern. Junger Hund halt! Ich will auch meine Zeit, aber gleichzeitig die BQ-Zeit nicht riskieren. Kontrollierte Offensive – als Otto Rehagel diese Marschrichtung einst bei Werder Bremen vorgab, war er auch schon in die Jahre gekommen...

Die Strecke gibt die Möglichkeit auf der ersten Runde (von zweien) bei Kilometer 15 an einem Wendepunkt die anderen Starter zu sehen: Karsten läuft in der Traube hinter den 3h-Pacemakern – ich wünsche ihm, dass es bis zum Schluss so bleibt! Zu diesem Zeitpunkt sahen wir beide noch gut aus!
Ich bin auf diesem Teilstück schon ziemlich allein unterwegs: das Hauptfeld der Läufer wurde von denen gebildet, die die „Seerunde“ laufen (17km, also einmal rum, ohne Wendepunkt) und damit schon abgebogen sind. Auf den ersten Kilometern ist es voller gewesen, was netter ist, denn ich mag es mit anderen zu laufen. Aber es ist auch etwas nasser gewesen – auch wenn sich jetzt die Sonne zeigt: mit nassen Füssen laufe ich nicht so gerne: eine Blase kündigt sich an, aber harmlos. Sonst geht es mir gut: die Kilometer sind fast alle in Soll-Pace 4:45 rausgegangen, kleine Schwankungen, alles ok. Prima organisierte Verpflegungsstände und aufmunternde Helfer helfen mir weiter, euphorisieren aber nicht. Und ich brauche dringend Aufmunterung: bei Halbmarathon liege ich 30 Sekunden hinter der Sollzeit und der Plan sieht vor, jetzt durchgehend mindestens ein 4:40 zu laufen. Aber jede Bemühung leicht Druck zu machen quittieren die Oberschenkel mit der sofortigen Drohung fest zu werden. Ich variiere noch ein bisschen Haltung und Laufstil, aber schneller werde ich nicht. So darf sich der Lauf eigentlich erst frühestens ab Kilometer 32 anfühlen! Ab und an gelingt mir eine 4:41 oder 4:39, aber der Trend geht zur 4:50. Selbst Eigenverpflegungs-Elektrolyte helfen da nicht: Ich hab Beine, insbesondere Oberschenkel wie Beton! Bei km 36 siegt die Sehnsucht auf ein paar Meter Ruhe und ich nehme mir eine gehende Trinkpause.
Das Anlaufen ist nicht schön. Eigentlich hab ich gewusst, dass 30 Sekunden Gehen einem keine zweite Luft für die letzten 8km bescheren, aber ich frage mich ernsthaft, wie ich wieder auf Touren kommen soll? Was eigentlich immer hilft: über die Frequenz zurückzukommen gelingt auf den letzten Kilometern kaum, die Pace bleibt bei 5:00 – tschüss sub3:20!

Wie gut es ist einen Plan B und C zu haben soll sich jetzt zeigen: während Karsten nur Wohl oder Wehe kennt und keine Alternative im Kopf hatte (bzw. ihm eine andere Zielzeit völlig egal war), klammere ich mich an meine noch ereichbare PB! Es lohnt zu fighten, nochmal zu beißen und sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen! Es lohnt sich die Oberschenkel zu ignorieren und erfreut zur Kenntnis zu nehmen, dass andere noch mehr abbauen. Am Ende verliere ich auf der zweiten Runde insgesamt „nur“ weitere 2min:30 (Karsten nach Kompletteinbruch 15min, erreicht aber dennoch eine sehr gute PB mit 3h:16) und ich komme aufrecht und mit einem gelungenen Zielfoto bei exakt 3:23:00 in Ziel. Fertig. Abgeliefert. Für wen? Für was? Egal... Die Freude es geschafft zu haben ist ähnlich gedämpft wie die Euphorie während des Laufs oder die Anspannung davor. Seit wann schütten die Gefühlshemmer ins Trinkwasser??? Die heiße Dusche versöhnt mich wieder und wir schießen (mit Laufkumpel Nr. 2) zwei Selfies: eins für Facebook und eins dem Zieleinlauf entsprechend: ich lächle auf beiden Bildern! :D

Zwei Tage später sickert endlich die Erkenntnis durch, dass es wohl für Bosten 2019 reichen wird, dank neuer AK50. Ob ich fahren werde? Vielleicht, hoffentlich. Ich wünsche es mir und bin mir sicher, dass dort die Stimmung eine andere ist – nicht so wolkenverhangen wie am Baldeneysee...

Für die Statistik:
Platz 21 von 114 Finishern in der AK45
Platz 84 von 500 Männern im Ziel
1. Hälfte: 1:40:30
2. Hälfte: 1:42:30

4.57143
Gesamtwertung: 4.6 (7 Wertungen)

Herzlichen Glückwunsch zur PB und


hey, Du allen Grund stolz auf Dich zu sein! PB und Boston Qualifikation erreicht, das ist doch klasse! Dass die Eigenmotivation unter diesen Umständen sehr schwierig ist (alleine auf der Strecke, keine anfeuernden Zuschauer) ist ja klar und beim Laufen an der Leistungsgrenze sind Beschwerden auch ganz normal, sonst würde mit Deinem Körper etwas nicht stimmen. Du hattest ein großes Ziel im Kopf, das kannst Du jetzt immer noch erreichen, bei einem anderen Lauf, unter anderen Voraussetzungen. Freu dich einfach über Deinen Erfolg!

(Kein Betreff)


Doppelpost

Hey, du hast ein grandioses

Hey, du hast ein grandioses Rennen geliefert!
Du hast Plan B und C erreicht. Boston kann kommen. Das ist toll!
Und was deine anfangs nicht vorhandene Freude angeht: kenne ich. Ist merkwürdig, stimmt. Vielleicht liegt es daran das der Druck vorher doch stärker war als man wahrhaben wollte. Aber jetzt ist doch alles gut, oder?
Freu dich, ich jedenfalls tue es für dich :-)

Und nebenbei gesagt, ich hatte seinerzeit in Essen mein persönliches Waterloo erlebt.....bin also, was dieses Pflaster angeht, nicht objektiv. Ich finde die Strecke, na sagen wir, suboptimal für Bestzeiten. Auch wenn jede Menge Leute das anders sehen.
Von daher: auch hier nochmal herzlichen Glückwunsch!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Unterschiedliche Herangehensweise

beim Marathon. oh ja. Eigentlich würde ich mich ja eher deiner Fraktion zuzählen, aber in letzter Zeit muss ich mich wohl eher in der Kategorie alles oder nichts wieder finden....

Hm, ich sehe es wie Bri: Auch aus meiner Sicht ist Essen nicht unbedingt PB geeignet. Hast du aber geschafft. Dass es nicht ganz die Traumzeit wurde, dafür mache ich mal mangelnde Unterstützung von der Strecke verantwortlich, aber auch dein "Taktieren": es war sicherlich besser und erfolgsorientierter, die gesicherte Qualizeit anzugehen. Hut ab, dass du das so souverän geschafft hast. Mein Einbruch war deutlich vernichtender ,-)))

Ganz herzlichen Glückwunsch und auf nach Boston!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Zu weit !!!

Du bist zu weit gelaufen. Nach der Gehpause bei Km 36 hätten 6 km gereicht. Wenn du noch 2 km weiterläufst kann das mit der Traumzeit nichts werden. Über deine Bestzeit kannst du dich aber trotzdem und zu Recht freuen. War ein Super-Rennen. Glückwunsch!

Gruß

Sirius
...der nie länger als 42 km rennt.

So, wie du deinen Gemütszustand ...

... am Start beschreibst, ist das immer die Basis für die besten Läufe! Und wenn man "besser" mal mit "schneller" übersetzt, bist du auf jeden Fall vorher keinen besseren Marathon gelaufen. Auch wenn das nicht so schnell im Kopf ankommt. Bestzeit in 3:23h über 42,195km! Du darfst das durchaus genießen. Glückwunsch!
;-)

Und wieder die Zeit!

Man muss hier ja nicht erwähnen, dass du eine mehr als tolle Leistung abgeliefert hast. Du läufst PB mit 3:23. Und komisch, da bricht keine Euphorie aus. Du hast die Quali für Boston geschafft. Auch da klingt Begeisterung anders. Woran liegt das nun? Lediglich weil du 4 Minuten langsamer warst,als du eventuell hättest leisten können.Geht es hier tatsächlich um rd. 6 Sekunden pro Kilometer.Ist schon irgendwie verrückt.Schade eigentlich, dass gegen die Uhr rennen soviel Bedeutung hat.Ich möchte mal etwas kritischer sein. Es ist klar, dass man um eine 3:23 zu laufen schon deutlich Zeit in´s Training investieren muss. Und von heute auf morgen geht das schon garnicht.Da kann man sich schon mal ordentlich freuen, wenn man seine PB verbessert hat. Irgendwo wird es sicherlich eine natürliche Grenze geben, die man dann nicht mehr knacken kann.Ich habe einen Bekannten, der lief den Marathon in 3:11.Das klappte unter einem Wahnsinnstrainingspensum -eigene Aussage- danach lediglich "nur" noch bestenfalls 3:15. Seine aktive Marathon-Tätigkeit hat er eingestellt mit der Begründung, dass der Aufwand seine PB zu verbessern zu groß wäre. Kann man als ausschließlich leistungsorintierter Läufer so machen, aber gleichzeitig wird er niemals das wunderbare Erlebnis haben eine Stadt wie bsp. Chicago laufend zu erleben.Schade in meinen Augen.

Von mir Gratulation zu einer grandiosen PB, die mir sicher im Leben verwährt bleiben wird,und denke daran, dass es nicht immer leicht ist zu erkennen,was man geleistet hat.

In diesem Sinne wünsche ich dir, dass es irgendwann auch noch eine Zeit nach 3:19 gibt.

Grüße
Stefan

Diese innere Ruhe

ist weiß Gott nicht selbstverständlich und ich glaube, du kannst sehr froh darüber sein. Kurz vor dem Ziel, besser gesagt vor dem Start, hat dein Verstand dir vielleicht gesagt, he-he, ich laufe zum Spaß, ich kann nur gewinnen;-)
Du hast dir das Rennen sehr gut eingeteilt, alles gut durchdacht, Respekt schon allein hierfür!
Danke für deinen ehrlichen Bericht! Ich finde, du bist fantastisch gelaufen! Welch eine irre Zielzeit, *träum!*
Ganz herzlichen Glückwunsch zur PB und zur Quali!
Ja, fährst du nun oder nicht? Das wirst du später entscheiden. Manchmal ist allein die Tatsache genug, dass man könnte, wenn man wollte;-)
In dem Jahr, als ich erstmals sub4h in H gelaufen bin, habe ich mich Dank meiner AK und aufgrund der Tatsache, dass ich eine Frau bin, auch für Boston qualifiziert. Fand ich fantastisch, obwohl ich keinesfalls hin wollte;-)

Respektvolle Grüße
Tame

Gratuliere!!!

Ich freu mich mich für Dich, dass vieles so gut gelaufen ist und Du immerhin 2 sagenhafte Ziele erreicht hast!

Ich vermute einfach, das die Ruhe vorher und die nicht ganz so hohe Euphorie mit dem Saisonende zu tun hat. Das muss nicht schlecht sein, ist eher natürlich.
Das Jahr steckt einem in den Knochen und auch im Kopf. Selbst wenn man sich auf irgendetwas freut, kommen die Emotionen manchmal einfach nicht mit und sind nicht so zahlreich vorhanden wie bei den ersten Wettkämpfen.
Überleg mal was Du dieses Jahr schon alles absolviert hast (einschl. der super gelaufenen 1. MD). :)))

Wenn alles "gesackt" ist, kommt die Freude vielleicht auch doch noch mehr durch.

Herzlichen Dank Dir für das aufschreiben Deiner Gedanken- und Gefühlswelt. Ich hab Deinen Bericht interessiert und auch amüsiert gelesen.

Bis zum nächsten Mal grüßt Dich

chiun

Danke, ihr Lieben,

für die Glückwünsche, aber vor allem auch dafür, dass ihr euch Gedanken zu meinen Gedanken, zu meinem Gemütszustand macht! Ich versuch mal ein bisschen zu sortieren, kann aber vorwegnehmen, dass ich heute (wo ich wieder halbwegs normal die Treppen runterkomme) immer deutlicher die Zufriedenheit spüren kann, die mir dieser Lauf beschert hat...

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Auch von mir...

die allerherzlichsten Glückwünsche zur PB und zur wegen-AK-mehr-als-wahrscheinlichen Boston-Quali!!! Freue mich sehr für Dich!!

Du hast alles richtig gemacht, bist toll gelaufen, hast toll gefightet und hattest einen Plan B und C (= mental gut vorbereitet). Vielleicht warst Du zu fokussiert und konzentriert, um viele Emotionen zuzulassen?

Held!! Genieß die PB und erhol Dich gut!!

P.S.: Boston ist alle Mühen wert :-)) Du kennst ja meinen Bericht...

Mehr Nachlese

In meinem Bericht, aber vor allen in euren Antworten steckt sehr viel drin, was über reine Tempoanalysen oder Pulswerte bei diesem Lauf hinausgeht. Das wird mir erst jetzt bewusst und ich nehme gern ein paar Fäden auf – allein schon, um beim nächsten mal mit einer anderen Grundvoraussetzung, vielleicht einer anderen Haltung am Start stehen und vor allem den Zieleinlauf genießen zu können.

Freude über den Erfolg
Ja, ich freue mich über meinen Erfolg. Nach fünf Jahren Laufen sind PBs nicht selbstverständlich. Dies aber unter für mich nicht ganz idealen Bedingungen geschafft zu haben, rechtfertigt auf alle Fälle einen anerkennenden Klopfer auf die eigene Schulter. Auch die Möglichkeit zu haben, in Boston anzutreten, ist ein echter Grund zur Freude! Insofern: rula, brihoha, schalk und chiun: die Freude ist da – ich hab halt irgendwie nur die Konfettikanone erwartet. Was zum nächsten Punkt führt:

Erwartungen
Wahrscheinlich ist es so, dass das Laufen gegen die sub3h:20 und das Verpassen dieses Ziels die Freude über PB und BQ überlagert hat. Den Schuh kann ich mir getrost anziehen, Forrest: das ist tatsächlich schade. Andererseits macht es mir Spaß Nabelschau zu betreiben und mich mit meinem Leistungspotential zu beschäftigen. Im Training füge ich Puzzleteile zusammen und am Wettkampftag will ich den letzten Baustein einsetzen. Ich hatte erwartet, dass sich alles gut zusammenfügt, aber die Erkenntnis, dass dieser Stein nun nicht ganz passt, enttäuscht mich. (Im Hinterstübchen tickert natürlich auch die Angst, ich könnte meinen schnellsten Marathon gelaufen sein, sofern ich nicht meine Trainingszeiten ins Unermesssliche schrauben will. Das allerdings ist nochmal eine andere Geschichte...)
Fazit hieraus: ich muss damit rechnen, dass ein Plan nicht immer 100%ig aufgeht. Ich las neulich: „wenn ein Plan nicht funktioniert, dann ändere den Plan, aber niemals das Ziel.“ Ich darf halt nur nicht die Ziele miteinander vermischen! Wenn ich also die sub3:20 knacken will, dann muss ich mich dem verschreiben, keine Hintertüren offen lassen und keinen Plan B fahren. Dann muss ich die Möglichkeit einkalkulieren grandios zu scheitern, wenn es so sein soll. Können andere auch gut ;-) @ strider!
Wenn ich aber ein Lauf-Erlebnis haben will, dann sollte ich die Zielzeit einfach weglassen.

Motivation
Sirius, du hast mir den besten Grund geliefert, warum ich gedanklich zugemacht habe! Ich bin wohl tatsächlich im Kopf 2km zu weit gelaufen! Hätte ich mir gesagt: hej, nur noch 6 (statt nur noch 8) km, wer weiß, vielleicht wär's doch noch was geworden mit der zweiten Luft? Das wäre eine Erklärung. Ich sollte nicht soviel versuchen zu denken beim Laufen, sondern einfach laufen! ;-)

Die zweite Erklärung (mangelnde Aufmunterung durch Zuschauermassen) macht mich stuzig: für wen laufe ich eigentlich? Bin ich eine Rampensau, die Bestätigung von außen braucht? Nun ja, allein die Tatsache, dass ich darüber öffentlich schreibe wäre ein Beleg dafür... Und auch das (öffentliche) weit aus dem Fenster lehnen spricht dafür, dass es an Motivation von innen heraus mangelt. Ist das schlecht? Wahrscheinlich nicht. Jeder mag wohl die Zuwendung anderer, und sei es nur ein freundliches „Weiter so!“ vom Straßenrand... Ich werde dennoch mal bei den nächsten ruhigen Trainingsläufen darüber nachsinnen, welche Ziele echt sind und von innen heraus kommen.*

Saisonende
Das ist zumindest etwas, was ich mit ziemlicher Sicherheit ausschließen kann: Müdigkeit aufgrund von Saisonende, denn eigentlich geht es ziemlich ungebremst weiter (nur Weihnachten mach ich immer besonders wenig...)

Gruß und Danke, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

* ich korrigiere: es gibt eigentlich nicht viel motivierenderes als von außen durch Familie, Freunde und Mannschaftskollegen angeschrien und gepusht zu werden; so erlebt bei einem Triathlon dieses Jahr... ;-) Ich glaube ich bin doch der Kongettikanonentyp...

edit:
@hamburgschlumpf: das passt ja auch noch zur Motivation: ich werde gleich deinen Boston-Bericht nochmal lesen!!!

Herzlichen Glückwunsch zur PB

bei solchen Zeiten wird es mir ganz schwindelig...
Auch wenn das Ziel A knapp verpasst wurde, die anderen beiden hast du doch souverän gemeistert.
Da kannst du mehr als zufrieden mit dir sein!
Aber ich kenne das auch, dass die Euphorie nach dem Ziel fehlt - für mich einer der Gründe, keinen Marathon mehr zu laufen.

Mittlerweile hast du dir ja selber auf die Schulter geklopft, ich klopf dann mal die andere Seite - nicht, dass du schief wirst ;o)

LG,
Anja

Ich gebe dir in allen Punkten recht

und ich bin eigentlich auch eher der Freund ruhiger Läufe, aber wenn es eine Zeit sein soll ist nichts schlimmer als in der Einsamkeit zu kämpfen. Dann brauche ich Konfetti und Lügen wie "Du siehst gut aus" und Sambabands. Alles ist erlaubt, was vorwärts treibt. Das hat nichts mit "für wen laufe ich eigentlich" zu tun (denke ich) sondern ist einfach natürlich. Auch Profis brauchen Anfeuerung und Klatschen um an die Grenzen (und darüberhinaus zu gehen).

he, und keine Frage: NATÜRLICH FÄHRST DU NACH BOSTON! Warum zum Geier denn eigentlich nicht??? Ich komme auch mit und feuere dich an und bewerfe dich mit Konfetti, versprochen ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Zwei von drei Zielen erreicht - und darunter die Dir wichtigsten

Das allein ist schon aller Ehren wert. Und ein, zwei Schulterklopfer ist das schon wert - so im Nachhinein zumindest.

Für "Grenzwerte" müssen dann leider auch ALLE Bedingungen stimmen. Die Strecke in Essen ist nicht wirklich schnell und leider auch langweilig. Bei Dir kamen halt Regen, Blasenbildung, ...dazu.

Wenn Dir die Anfeuerung Deiner Lieben wichtig ist und Dich pusht: das nächste Mal mit!

PB-geeignete Strecken (von denen andere mir erzählt haben): Rotterdam im Frühjahr (die Holländer können Party!) oder Frankfurt im Herbst (viel weniger los als in Berlin, trotzdem viele Zuschauer und Dein Fanclub kann an verschiedenen Stellen stehen).

Die "Ruhe vor dem Sturm" finde ich nicht bedenklich!

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