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Benutzerbild von cnijogmap

Ich weiß. 100 Prozent vernünftig ist es sicher nicht, wenn ich nach dem Karlsruhe Marathon mit PB eine Woche später gleich noch diesen 33,3km Lauf durch den hügeligen Kraichgau mit 600 Höhenmetern dranhänge und damit meine Fitness für Chicago in 14 Tagen gefährde.

Das Risiko scheint jedoch überschaubar. Ich bin die Strecke 2013 und 2016 schon gelaufen und mein Körper hat die Dauerbelastung des Marathontrainingsplans mit 50 bis 60 Wochenkilometer bisher gut weggesteckt. Je mehr ich laufe, desto weniger Probleme mit der Orthopädie habe ich. Und wenn ich einen langen Trainingslauf gegen einen Wettkampf eintauschen kann, zögere ich nicht lange.

Dieser Lauf hat es eigentlich verdient, dass für ihn ein wenig die Werbetrommel gerührt wird. Das Gesamtpaket überzeugt: Man hat die Wahl zwischen 5, 10.6, 21.4, 33.3 und 50 km durch die Kraichgauer Hügellandschaft. Und wer nicht rennen möchte, kann 5 oder 10 km walken. Die Startgebühren sind moderat (den 50km-Lauf gibt es für vergleichsweise günstige 26 € bei Voranmeldung). Dazu eine rührig routinierte Organisation sowie eine sehr informative, gut strukturierte Internetseite und eigentlich immer perfektes Wetter.

Ich gehe die Sache ganz locker und entspannt an. Heute muss ich niemandem etwas beweisen. Den Karlsruhe Marathon habe ich gut verdaut, das merke ich schon auf den ersten Metern. Wer ist heute mein Gesprächspartner unterwegs? Bisher kommt niemand in Betracht.

Ahh. Wieder so eine attraktive W40 im neonfarbenen grünen schulterfreien Shirt. So wie Schultern und Waden aussehen, macht die viel Sport. Da sollte man sich dranhängen. Aber am ersten längeren Anstieg geht sie an mir vorbei. Ich seh‘ sie zwar hin und wieder in der Ferne laufen, komme aber während des ganzen Rennens nicht mehr an sie ran. Am Ende gewinnt sie ihre Altersklasse.

Es geht in den Wald. An einer Ecke steht eine Alphornbläserin, nette Idee. Insgesamt ist es mir fast ein wenig zu frisch und deshalb freue ich mich auch, dass es bei Km 7 wieder aufs freie Feld in die Sonne herausgeht. Wie schon im letzten Jahr meldet sich mein linker Oberschenkel. Nach der gleichen Distanz, kaum zu glauben, wie geht das? Vermutlich liegt es an der langen Bergabpassage, die eine bestimmte Stelle zu stark reizt? Und genauso wie damals vergeht das Ziehen wenig später.

Und wieder bergab und wieder in den Wald, um eine Schleife und die gleiche Strecke zurück den Berg hoch zu laufen. Und schon stehen weitere 5 Kilometer auf der Uhr.
Der traditionelle Wind, der einem auf der Anhöhe normalerweise entgegen bläst, bleibt heute völlig aus. Ich laufe nicht am Maximum und schaue auch, dass ich bergab kontrolliert laufe.

Bei einem Anstieg bei Kilometer 22 kommt es zu einer netten Unterhaltung mit einem 50km-Läufer. Er geht die Anstiege, holt mich aber im Flachen und bergab immer wieder ein. Er hatte eine etwas längere Anreise und findet viele lobende Worte für die Strecke. Ist ja auch schön hier.

Ein Ziel habe ich doch, nämlich abgesehen von den Versorgungsstellen den Lauf ohne Gehpausen zu absolvieren. Und bisher klappt das auch gut. Bei Kilometer 28 gibt es nochmals eine wüste Steigung, aber ich verfalle nicht ins Walken. Es folgt die lange Strecke zurück im Wald Richtung Ziel. Meine 50km-Bekanntschaft ist zurück geblieben, es ist wieder einsam jetzt. Den Läufer 100 Meter vor mir kann ich nicht erreichen bzw. er vergrößert die Lücke zu mir noch.

Wenigstens macht die letzte steile Bergabpassage heute nicht so vieleProbleme wie letztes Jahr, als ich wegen Schwäche in den Oberschenkeln die Füße quer zur Laufrichtung stellen musste.
Die restlichen 2 Kilometer Richtung Ziel fällt die Strecke leicht ab und man kann es nochmals rollen lassen. Da die Läufer in großen Abständen einlaufen, wird man im Ziel mit Namen begrüßt und persönlichem Beifall bedacht.

Ich habe die Strecke komplett ohne Gehpausen geschafft. Das alkoholfreie Weizen mundet und sollte Standard bei jedem Lauf sein. Mit meiner Zielzeit von knapp unter 3:12 kann ich die kleine Scharte vom letzten Jahr auswetzen, als ich fast eine Viertelstunde langsamer war.

Die lange Vorbereitung für den Chicago-Marathon sollte damit abgeschlossen sein. Ab sofort wird getapert. Darin integriert der Bridge-2-Bridge-Lauf über 12 Meilen in San Francisco bereits am nächsten Sonntag. Ich freu mich.

LG Christof

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Wir sehen uns in Chicago

sehr schöner Vorbereitungslauf!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Hört sich gut an! Muss ich

Hört sich gut an!
Muss ich mir mal merken. Ich bin auch Karlsruhe gelaufen, bist du aus der Gegend?
Und so einen kleinen Ultra im Kraichgau.....könnte mir gut in den Kram passen :-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Kraichgau 100plus

Für passionierte Ultraläufer vielleicht auch noch eine Überlegung wert: Wer Kraichgaulauf und "night52" in Bretten (findet im Juli statt) absolviert, landet in einer eigenen Wertung "Kraichgau 100plus".

muss ich mir merken

ist notiert, danke!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

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