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Benutzerbild von Forrest120

Lange geplant war der Wachaumarathon. Bereits letztes Jahr nach Athen hatte ich mit Jan (jamatt) den gemeinsamen Start ausgemacht. Außerdem wollten wir gemeinsam einen SUB 4 Versuch starten.Für mich sah es allerdings in diesem jahr hinsichtlich Geschwindigkeit eher etwas dürftig aus. Den letzten in Helsinki mit 4:53 beendet und meine Bestleistung 2017 aktuell bei irgendwas um die 4:40 aus dem Januar in Kevelaer. Insgesamt war meine Geschwindigkeitsverfassung also nicht wirklich berauschend.

Allerdings muss ich nun erwähnen, dass die letzten 4 Wochen Training eine wirklich aufsteigende Kurve zeigten. Die Umfänge stiegen, Intervalle in 3 x 4.000 in 5:30er Pace problemlos und einen Langen mit 22 Kilometer in 6:19 und abschließend 10 x 1.000 m in bis zu 5.20er Pace liefen problemlos. Selbst der letzte Lauf vor dem Wachaumarathon mit 13 Kilometern davon 11 km in 5:40 liefen prima. Allerdings hätte ich bei aller neu gewonnenen Euphorie vielleicht ein wenig das Gehirn einschalten sollen. 4 Wochen sind eben nur 4 Wochen. Und damit kann man nun mal ein fast 8-monatiges Geschleiche nicht kompensieren. Aber egal. Zum Marathon.

Samstag angereist und gleich festgestellt, dass das Wetter nicht besonders prickelnd werden wird. Jan nebst Frau getroffen und ab zur Messe und Startnummer geholt. Da Salomon Hauptsponsor der Veranstaltung ist und ich eigentlich Salomon Fan bin, dachte ich, dass ich ein paar Schnäppchen ergattern konnte. Denkste. Wir waren ja in Österreich und da ist das Laufzeugs eh etwas teurer als in Deutschland. Auf der Messe war die Auswahl aber auch mehr als bescheiden. Ebenfalls egal. Für den Nachmittag Kulturprogram im Stift Melk. Gleichzeitig auf dem Rückweg Streckenbesichtigung. Das Stift Melk ist schon beeindruckend. Alleine die Bibliothek ist sowas von schön. Hat was von "Hogwards" oder auch "Die schöne und das Biest". Phantastisch.Die Stiftskirche sehr prunkvoll. Kommt mir allerdings immer wieder das Bild der "armen Kirche" in den Sinn. Meine Güte hängen dort Werte. Aber trotzdem einen Besuch wert. In der Altstadt von Melk ein paar wunderbare Köstlichkeiten nebst Kaffee eingenommen und ab auf den Rückweg. Streckenbesichtigung.

Tja die Strecke ist tatsächlich äußerst flach. Start ist in Emmersdorf, gegenüber von Melk, dann 3,5 km Richtung Wien, 3,5 km wieder zurück zum Start und dann den Rest an der Donau entlang bis Krems. Komplette asphaltierte Strecke, die sich aber sehr gut laufen ließ. 1000 Starter und eine komplette Bundesstraße gesperrt. Da war ausreichend Platz für jeden.Hin und wieder ein wenig Steigung, dann wieder leicht bergab. Meine Garmin zeigte am Ende 51 Meter Anstieg und 54 Meter Abstieg. Insofern sicherlich zu vernachlässigen.Landschaftlich eine sehr schöne Strecke, auch wenn man nun nicht zwingend auf Aspahalt steht. Eine äußerst beeindruckende Kulisse. Naja halt Weltkulturerbe.

Nun zu den sportlichen Aspekten. Am Sonntag ging es dann ab 8:00 Uhr mit dem Bus von Krems Richtung Emmersdorf zum Start. Es regnete zunächst was das Zeug hielt. Konnte uns egal sein, da wir ja im Bus saßen. Gegen 9:00 Uhr erreichten wir den Start. Regen.Um 10:00 Uhr war Start und das war doch dann auch einer der wenigen Punkte wo das "Himmelswasser" mal etwas weniger wurde.Der von Jan vorgeschlagene Plan war nach dem Start erst mal dem 3:59:59 Pacer zu folgen. Wenn möglich bis zum Ziel.Ich bin ja ehrlich überhaupt kein Pacemaker-Freund, hatte aber ja eh eher die Hopp oder Top Strategie.Wir waren zu SUB 4 angetreten, also wurde der Versuch gestartet. Abgerechnet wird am Ende. Oh ja!

10:00 Uhr Start. Da habe ich mich ordnungsgemäß hinter den Pacemaker geklemmt und dann mal los.1. Kilometer irgendwas um die 5:32. Mein Puls von Null auf 142.Wahrscheinlich wird es jetzt bestimmt etwas langsamer.2. Kilometer 5:30. Puls tendenziell Richtung 150. Zu diesem Zeitpunkt hätte man sein Gehirn einschalten können und gleich mal ordentlich Tempo rausnehmen können, aber sicher wird es jetzt langsamer. Mein Freund Jan hatte sein Gehirn wohl mit und hatte direkt mal am Anfang die Bremse eingeworfen und sich etwas langsamer eingependelt. Ich kann es an dieser Stelle ja einmal vorwegnehmen,dass er eine absolute brilliante Leistung mit 3:59:14 gelaufen ist. Fast gleichmäßig durch. 1:59:... 1. Hälfte und etwas über 2:00:... 2. Hälfte. Perfekt und an dieser Stelle noch einmal Herzlichen Glückwunsch. Wenn er möchte dann wird er sicher seine Glanztat hier selber schildern.

Nun zurück zu mir. Weiter geht´s 3. Kilometer 5:32. Ich gebe zu, dass ich überlegt habe die Bremse einzuwerfen und ich mir auch nicht wirklich vorstellen konnte, wie das den enden sollte, aber ich bin mal weiter mit. Die 10 Kilometer hatten wir dann in 55:00 Minuten erreicht. 5:30er Schnitt. Zwischenzeitlich auch mal ne´5:15 auf der Uhr gehabt. Egal. Ich habe bis Kilometer 15 das Spielchen dann noch mitgemacht.1:23 bei 15 Kilometern.Puls über 150. Jetzt Tempo raus. Kann ich vorweg nehmen: "Zu spät"! Den Halben bei 2:00:25. War ja noch ok. Aber der Ofen war zwar noch nicht ganz aus,bei schließlich rund 25 KM dann aber.In Gedanken hatte ich mir noch eine 4:15 Std. erhofft. Aber auch das war nicht mehr möglich. Im Nachhinein habe ich bei der Auswertung meiner Garmin gesehen, dass ich tatsächlich die ersten 16 Kilometer komplett im roten Bereich gelaufen bin.Im Folgenden ging der Puls nicht mal mehr gehender Weise unter 125. Am Ende hatte ich das Ziel in 4:38:07 erreicht.Wenigstens noch persönliche Bestzeit 2017.Mir ist natürlich klar, dass meine Vorgehensweise Wahnsinn war, aber ich habe hieraus nun das für mich Positive rausgesucht.

Ich bin zum jetzigen Zeitpunkt in der Lage 10 Kilometer in mindestens 55:00 zu laufen und schaffe einen Halben in wenigstens 2:00 Std. Das sind die Voraussetzungen für 4:15 Std. auf einen Marathon. Nun bin ich tatsächlich erneut in einen 10-Wochen 3:59 Std.-Plan eingestiegen. Heute morgen einen 12er mit einer 6:45er Pace und die Systeme funktionieren. In genau 10 Wochen laufe ich den Firenze Marathon und da könnte man bei nunmehr erneuter Vorbereitung mal einen ordnugsgemäßen Versuch starten. Und zwischendurch nehme ich noch Amsterdam mit und versuche dort eine 4:15 Std.So machen wir das.

Insgesamt kann ich den Wachaumarathon durchaus empfehlen. Aufgrund des extrem schlechten Wetters -hatte mal wieder ohne Ende Wasser in den Schuhen- läßt sich die Stimmung an der Strecke nur schwer beurteilen. Es gibt sicherlich Marathon´s wo mehr los ist, aber bei Sonnenschein sind natürlich auch viel mehr Menschen unterwegs.Wer eine hüsche Kulisse mag, Asphalt nicht scheut und seine persönliche Bestzeit verbessern will, sollte den Wachaumarathon auf jeden Fall einmal versuchen.

Und dann gibt es ja auch noch die wunderbaren Köstlichkeiten Österreichs in Krems. Die Gastronomie in und um Krems ist klasse.

In diesem Sinne wünsche ich euch viele Erfolge, Gesundheit und einen schönen Herbst.

Grüße
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Ich beneide dich

um Melk, wollte ich schon immer mal hin, hat nie geklappt.

Ansonsten: wer nicht wagt nicht gewinnt. Vielleicht war es Wahnsinn. Ich weiß noch wie lange ich der sub4 hinterhergelaufen bin. Es klappte dann als ich eigentlich untrainiert war auf einer nicht gerade flachen Strecke. Und ich dachte von Anfang an: Das halte ich nie durch. Ging aber. Aber ich habe auch jede Menge Läufe, die ich ganz anders geplant hatte... Hannover 2017 war das letzte Beispiel dieser Art. Von daher: Du bist Jahresbestzeit gelaufen, hattest ein schönes Wochenende und einen Marathon mehr auf der Liste. Der Rest wird kommen. Andere blieben gleich auf dem Sofa sitzen ;-)

Also von mir: Glückwunsch ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Gratuliere ebenfalls

Hauptsache durchgekommen! Das finde ich das Wichtigste!
Klar probiert man mal, zumal Du es ja auch schon geschafft hast sub 4h zu bleiben.
4 Wochen reichen allerdings nicht, es sei denn Du bist Ausnahmetalent. ;)

Neuer Mara, neues Glück! Ich drück Dir die Daumen!

chiun

Glückwunsch..

..zum Finish!
Eine gute Erfahrung war dieser Lauf bestimmt. Du nimmst auf jeden Fall was mit und hast einen Plan für die nächsten Läufe. Auf zu neuen Ufern. Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Vorbereitung!
Das Beste daran finde ich, daß Du Deine Wunschzeit nicht erreicht hast, hier trotzdem nicht frustriert berichtest, sondern die positiven Dinge siehst, die Dir der Lauf gebracht hast! Einschließlich der österreichischen Köstlichkeiten :-))

Ich bin dann mal weg

Wien???

Kein Wunder wenns´d Du so lang brauchst wenn Du erst Richtung Wien rennst. I bin nach dem Start Richtung Linz gelaufen. Aber wahrscheinlich haben die vielen Schmankerl Deinen Blick getrübt. hihi.

Das war aber auch köstlich.

Hätte das 1000g Steak vielleicht doch nehmen sollen.Und dann haben die Österreicher ja so wunderbare Konditoren.Also wenn ich den Marathon nicht gelaufen wäre, dann hätte ich schon einiges an Gewicht zugenommen.

Also dieses Weitenegg oder wie das heißt -sprich diese anfängliche Ehrenrunde- geht ja tatsächlich Richtung Linz. Aber ganz ehrlich war ich der festen Überzeugung, dass wir zunächst Richtung Wien laufen. Hab doch gesagt, dass ich 6 Kilometer mehr hatte, zumindest gefühlt. :-)))Und ich hatte mal Geographie Leistung. Oh oh. Und das trotz Streckenbesichtigung.

Aber egal, war tatsächlich eine neue Erfahrung. Es macht Spaß, ich bin gesund, nix tut weh, laufen geht schon wieder und ich habe auch ein wenig neue Motivation gewonnen. Insofern ist 2017 noch nicht zu Ende.

Und nicht nur, dass ich weiter an meiner Geschwindigkeit arbeite, möchte ich dieses Jahr auch einen Marathon bei schönem Wetter laufen.Sonst muss ich mir wirklich noch einen Neo zulegen.

Bis dahin.

Grüße
Stefan

Jahresbestzeit

dafür schon mal herzlichen Glückwunsch!
Und den Mumm es einfach mal zu probieren, den hätte ich gerne!

Neuer Plan - mit neuem Selbstvertrauen und dann noch Florenz: das sind doch perfekte Vorzeichen!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Wer nicht wagt,

der nicht gewinnt!
PB in 2017, herzlichen Glückwunsch!!!
Klar hättest du langsamer beginnen können und wärst sehr wahrscheinlich viel früher ins Ziel gekommen. Hätte, hätte... Manchmal muss man auch mal was riskieren oder probieren um zu sehen, wie der Körper drauf reagiert. Ist der Lauf nicht dein Freund, ist er dein Lehrer. Bei Mistwetter läuft sowieso alles anders, da ist eine Einteilung von Kraft und Strecke schwer hinzubekommen, wenn man nicht schon x Marathons unter den Bedingungen gelaufen hat.
Dieser Marathon und das gute Training im Vorfeld haben dich auf jeden Fall weiter gebracht.


Lieben Gruß
Tame

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