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Benutzerbild von benbohne

Nach einer verregneten Nacht standen wir um 8:00 in der Morgensonne am Start.
Da ich dem Wetter nicht mehr so recht traue, hatte ich mir trotzdem die Regenjacke in den Rucksack gepackt. Man weiß nie...
Ich hatte mir die Strecke in Drittel eingeteilt. Das erste Drittel wollte ich in etwa einen 6er Schnitt laufen, dann 6:15 und die letzten 25 Kilometer einen 6:30er.
Die ersten 18 Kilometer ging es durch den Müritzer Nationalpark. Mein Tempo hatte ich schnell gefunden, aber die Beine fühlten sich erstmal schwer an. Nach der ersten Stunde lief es dann rund.
Die Verpflegung war schon beim letzten Mal nicht meins und diesmal nicht besser.
Fast ausschließlich süßes Zeug. Schokolade, Traubenzucker...Kann ich gar nicht. Nach spätestens 2 Stunden wäre mir übel. Zumal mein Gel auch süß ist. Aber es gab gesalzenen Haferschleim. Zusammen mit dem Gel musste das dann eben reichen. Sollte ich nochmal an die Müritz fahren, würde ich besser vorsorgen.
Wasserstellen gab es nach den ersten 20 Kilometern allerdings reichlich. Bestimmt alle 2-3 Kilometer. Da es unverhofft ab mittags sehr warm wurde, war das ein Segen.
Die ersten 25 Kilometer lief ich ganz nach Plan knapp unterm 6er Schnitt.Da es immer noch rund lief, beschloss ich das Tempo beizubehalten.
Die Stimmung an den VPs und Wechselstellen war super. Die Helfer hatte ich schon vom letzten Lauf als unglaublich freundlich in Erinnerung. Schon von Weitem wurde ich nach meinen Wünschen gefragt. Mir wurden nasse Schwämme gereicht, mein Cap wurde in kaltes Wasser getaucht...Relativ am Ende freute ich mich darauf, an einem VP kurz stehen zu bleiben um in Ruhe etwas zu trinken. Denkste, ich wurde gleich weitergeschickt: "Lauf nur weiter, wir sammeln Deinen Becher wieder ein".
Wissen die eigentlich, wie unglaublich hilfreich so viel Freundlichkeit und Fürsorge ist?
Die ungewohnte Wärme machte mir ziemlich zu schaffen. Das konnte ich in Hamburg in diesem Sommer wircklich nicht trainieren.Der einzige Hitzelauf, an den ich mich erinnere, war der Aussenalsterultra im Mai. Mein Kreislauf ging immer wieder mächtig in den Keller. Kamphertropfen brachten ihn dann wieder in Schwung. Das ich zuwenig aß, machte es nicht besser, war aber grad nicht zu ändern.
Aber tempomäßig lief es immer noch gut. Also beschloß ich die ersten 50 knapp unter 5 Stunden zu bleiben, auch wenn es nach hinten raus dann wahrscheinlich weh tun würde.
Ab Km 40 wurde es recht windig. Wir liefen über freies Feld und der Wind kam schräg von vorn. Inzwischen quälte ich mich ein bißchen damit, das Tempo zu halten, aber jetzt war ich angefixt. Ich lief an eine Frau ran, die genau mein Tempo hatte und hängte mich bis Röbel an sie ran. Dann musste ich sie ziehen lassen.
Kurz darauf machte ich die 50 in 4:57:36 voll.
Danach wurde es mühsam, auch mental. Zeitweise lief ich einen 7er Schnitt, konnte mich da aber auch immer wieder raustreten.
Bei Kilometer 60 lief ich vorsichtig an der Stelle vorbei, an der ich vor zwei Jahre gestürzt bin.
Etwa eine Stunde später lief ich ziemlich dissoziativ vor mich hin, achtete nicht auf den Weg, übersah den Stein und bevor ich überhaupt denken konnte flog ich schon durch die Luft und...konnte mich gerade noch fangen :-))
Das war ein großartiger Adrenalinschub! Ich war wieder wach und genoß die letzten Kilometer.
Kurz vor dem Ziel standen die Jungs von der Feuerwehr und warteten auf ihren letzten Staffelläufer. Die waren in voller Montur inklusive Helm und Sauerstofflasche gelaufen!
Nach 7:44:41 lief ich ins Ziel. 55 Minuten schneller als vor zwei Jahren :-)))
Die vielen Laifkilometer, das frühe Aufstehen am Wochenende, die Regenläufe...auch wenn vielleicht nicht jeder Kilometer Spaß macht, lohnt sich doch jeder einzelne für diese Momente!
Wolke 7 ist mal wieder meine :-)

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (8 Wertungen)

Hervorragend!

Kleine Mißgeschicke als Wachmacher - das ist ja auch mal was Neues (Schönes!).
Klasse gemeistert, gut taktiert und durchgezogen. :)
Beine dürfen durchaus mal schwer werden - das Endergebnis zählt.

Enorm was Du so abspulst. Wolke 7 ist hoch verdient! Halt sie fest, damit sie bei Wind nicht so schnell von dannen schwebt.

Herzlichen Glückwunsch und gute Erholung!

chiun

Die heimische Spionage

hatte dich ja schon entdeckt ;-) Wow, was für eine Leistung! Und wenn du dabei noch einschlafen kannst warst du eindeutig zu langsam ;-)))))

Ganz großen Glückwunsch!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Glückwunsch

zu deiner Leistung!!

Das mit der Müdigkeit kenne ich auch. Beim Rennsteig bin ich auch mal gestolpert,
weil ich fast eingeschlafen wäre ;-)

Jetzt in Monschau liefen wir bzw. gingen wir grad ne bergige Straße hoch, als ich so müde wurde.
Da habe ich mal für kurze Augenblicke die Äuglein geschlossen ;-)

Ansonsten steht der Müritz-Lauf auf meinem Plan für 2018 :-)

Laufen solange es geht - gehen bis es wieder läuft :-)

Viel hilft viel!

Tolle Leistung. Da läufst du mal eben 50 Kilometer in unter 5 Stunden mit dem Wissen, dass du dann noch nicht im Ziel bist. Das du bei deinem Trainingspensum überhaupt noch "Wettkämpfe" laufen kannst, ist schon ein Phänomen. Kommt denn da überhaupt nicht mal ein Punkt an dem du sagst,"Jetzt kann und will ich nicht mehr". Du läufst ja nicht erst seit gestern so ein Pensum.

Und wenn du dabei gesund bleibst und den Spaß nicht verlierst, dann hilft viel eben und sorgt für solch wunderbare Momente. Da hast du wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Ganz großer Respekt.

Bleib gesund.

Grüße
Stefan

@chiun

Wenn außer einem Schreck nichts passiert, kann so ein Kick ungemein hilfreich sein!

Ich bin dann mal weg

@strider

Vielen Dank für Deine Glückwünsche an den unterschiedlichsten Stellen :-)
Ich bin nicht eingeschlafen! Ich war nur ein bißchen zu dösig um aufzupassen... Kennst Du jawohl...

Ich bin dann mal weg

@Jerun

Ich kann die Müritz nur empfehlen.
Schöne Strecke und abgesehen von der Verpflegung sehr gut organisiert.

Ich bin dann mal weg

@Forrest120

Laufen macht mich glücklich! Viel und lange laufen macht mich lange glücklich. So einfach ist das :-)

Ich bin dann mal weg

Beeindruckend,

erstmal 50 km im 6er Schnitt warmlaufen und dann nur noch 25 km zum auslaufen.

Bisschen verrückt biste ja schon ;o)

Glückwunsch zu dieser Wahnsinnleistung, ich würde es gerade mal mit dem Rad schaffen.

LG,
Anja

Fantastisch!

55 Minuten schneller....Hammer! Ganz herzlichen Glückwunsch zur sensationellen Zielzeit!
Stolpern und Fliegen kann ich auch gut. Beim letzten Ultra dann auch mit Veilchen und klaffender Wunde überm Auge. Jetzt kann ich der Enkelin stolz meine Narbe zeigen;-)
Das gibt wirklich einen Adrenalinschub. Kann man den nicht auch künstlich herbeirufen? Muss ja nicht gleich ein Sturz oder Faststurz sein;-)
Du hast dir die Strecke toll eingeteilt und schreibst, dass du vorhattest schnell anzufangen, um nach hintenraus Luft zu haben. Ich mache das ja auch immer so, aber alle Welt sagt, das sei falsch!? Man solle langsam beginnen und nach hintenraus schneller werden???

Lieben Gruß
Tame

@tame

Beim Marathon laufe ich einen Negativ-Split, das kann ich gut und hat sich auch immer als richtig erwiesen.
Bei Ultra-Läufen so ab 60 Kilometer oder mehr, werde ich am Ende langsamer. Irgendwann sind die Beine schwer,egal wie langsam ich gestartet bin. Also kann ich nur vorne Zeit rausholen. Die Kunst ist glaube ich, zu wissen, wie schnell die erste Hälfte sein darf, ohne dass die Qual am Ende zu groß ist.

Ich bin dann mal weg

@Anja

Bißchen verrückt gehört dazu :-))
Wenn ich mal eine Fahradbegleitung brauche, sage ich Bescheid!

Ich bin dann mal weg

Respektvolle Gratulation auch hier!

Nicht nur, dass Du diesen Lauf in einer klasse Zeit gefinisht hast, auch die Steigerung von 55 min (ca. 45sec/km!!!) auf deine Zeit vor zwei Jahren finde ich großartig! Dein Pensum und deine Beharrlichkeit haben sich da voll ausgezahlt!
Laufpause wird bei dir ja wohl nicht anstehen, aber fröhliches "aktives regenerieren" auf Wolke 7 wünsche ich dir!!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

@nicksdyanymics

Am Sonntag ist Blankeneser Heldenlauf. Nur ein Halbmarathon und auch eher gemütlich.
Trotzdem will ich natürlich nicht auf null regeneriert am Start stehen :-))

Ich bin dann mal weg

Souverän...

hast Du die Umrundung gerockt, eine tolle, souveräne Leistung, zu der ich Dir ganz herzlich gratuliere!

Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Toll! Bewundernswert!

Herzliche Grüße und tolles Schweben auf der Wolke!!

Sicher, dass das so ist? ...

... Wenn die Strecke reale 75km hat und die Zwischenkm stimmen, bist du bis km50 ne Pace von 5:57 gelaufen und auf den letzten 25km (in 2:47:05h) ne 6:41er Pace. Im Gesamtdurchschnitt macht das eine 6:12min/km.
Sicher, dass du ne 6:05 nicht durchlaufen kannst? Den Leistungsabfall ab km60 würde ich eher der Verpflegung und dem Anfangsdembo zuordnen, als es als Gesetzmäßigkeit anzusehen. Vergleichst du das z.B. mit dem TU hinkt der Vergleich, da man da natürlich nicht pacekonstant, sondern nur belastungskonstant laufen kann. Letzteres kannst du aber nur als Gefühl definieren und nicht in Zahlen messen. Selbst die Pulsmessung taugt bei stetigem Auf und Ab da nicht für.
Bei Trainingsläufen könnte ich das nicht vergleichen, da ich da z.B. nur Wasser trinke und nichts esse.
OK, jeder Tickt eh anders. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass man beim richtigen Anfangsdembo für die jeweilige Tagesform und vernünftiger Verpflegung auch einen Ultra in konstantem Dembo schneller laufen kann, als mit nem vorne Rauslaufen.
;-)

Sehr schick abgeliefert! ...

... Das freut mich richtig, wie sich die Umfänge und sicher auch immer mehr die Erfahrung im Umgang mit den längeren Distanzen auszahlen!
Ne knappe Stunde besser als im Vorjahr ist schon mal ne Ansage.
Genieß die Wolke sieben!
;-)
PS: Zur Renneinteilung habe ich weiter oben bereits was geschrieben. Aber das ist "nur" ne Anmerkung. Der Lauf war klasse.

@schalk

Vielen Dank für die Anmerkung :-) Ist immer hilfreich!
Was ist schon sicher? In Stein gemeißelt ist diese Taktik bestimmt nicht.
Wenn ich mir andere Läufe ansehe, finde ich die Taktik mal bestätigt und mal nicht und immer spielt die Tagesform, auch die mentale, eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Beim Röntgenlauf war das letzte Drittel das Schnellste. Der ist aber auch nur 63 Kilometer lang,ich bin sehr verhalten gestartet, weil ich die Höhenmeter nicht einschätzen konnte und es war einfach ein perfekter Tag.
In Leipzig hatte ich trotz langsamen Anfangstempo hintenraus Probleme, da hätte ich die ersten Runden auch zügiger laufen können. Die Probleme wären die gleichen gewesen.
Es gab mal einen 70er an den Teichwiesen, da waren die letzten 4 Runden (10 Km) die schnellsten. War auch einer von diesen guten Tagen.
Aussenalsterultra (59Km) bin ich hinten raus langsamer geworden, war der erste heiße Tag des Jahres.
Wäre ich mit einer anderen Taktik im Kopf gestartet, wäre es ein anderer Lauf geworden. Sehr spannend und es ist interessant herumzuprobieren was passt.
Inzwischen traue ich mir auch zu rumzuprobieren, anstatt immer auf Nummer sicher zu laufen.
War übrigens eine Stunde schneller als vor zwei Jahren. Seitdem hat sich viel getan :-))

Ich bin dann mal weg

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