Benutzerbild von Forrest120

Tja, nach der für mich doch eher enttäuschenden Leistung am Rennsteig habe ich erst mal zwei geplante Läufe gestrichen bzw. abgesagt. Darüberhinaus meine Trainigsleistung runtergefahren.So was um die monatlichen 150 Kilometer. Immer wieder versucht in´s Training zu kommen, aber war eher mäßig.

Dann war mir auch noch ein Hund zugelaufen. Ein Schweinehund. Den hatte ich noch nie, tatsächlich. Also Juni wenig Training, Juli wenig Training, in den 14 Tagen Urlaub 10 Tage ohne laufen. Fühlte sich alles saublöd an. Nun kenne ich meine geplanten Läufe ab August 2017 und habe dann ab so Ende Juli langsam aber sicher wieder mal ein kontinuierliches Training aufgenommen.Der Schweinehund schaffte es aber immer wieder mit so Argumenten wie zu heiß, zu kalt, zu früh, zu spät, zu weit zu was weiß ich......, mich vom Laufen abzuhalten. Ab August kam dann aber doch eine gewisse Kontinuität rein. Lediglich bei den langen Läufen zog der Schweinehund bei 16 Kilometern Richtung 24 und nicht Richtung 33. Aber es wird.So langsam aber sicher entsteht wieder ein System.

Nun hatte ich den Helsinki Marathon geplant, noch nie in Helsinki gewesen, Flüge und Hotel waren gebucht, also hin und laufen. Was soll schon passieren. Erneuten Frustzustand aufbauen. Andererseits konnte ich ausprobieren, wo ich stehe. Freitags also auf nach Helsinki. Schon da wußte ich, dass sich die Reise gelohnt hatte. Helsinki ist eine wunderschöne Stadt mit ganz netten Menschen. Traumhaft schönes Wetter und wunderschöne Ecken.Das allerdings ein Marathon am Samstag stattfinden sollte, war nicht wirklich zu erkennen. Da geht ein Marathon mit immerhin 2.500 Teilnehmern durch Finnland´s Hauptstadt, aber keiner teilt es mit. Naja immerhin gab es die Startnummer auf der Marathonmesse Nähe Olympiastadion. Insofern Marathon findet statt.

Am Samstag um 15:00 Uhr dann Start. Die Finnen sind sowas von "gechillt", ich glaube die haben 2 Stunden vor Beginn erst angefangen ein wenig abzusperren. Hat aber geklappt.

Meine Strategie war, mal sehen was geht.Wenn alles gut geht, dann würde ich mich über eine 4:30 Std. schon mal freuen. Allein der Glaube fehlte. Dann Startschuß und los ging es. Temperatur 24 Grad und sowas von schwül. Wahnsinn. Die ersten 5 Kilometer in 30:42. Passt. War aber auch nicht viel mehr drin. Ich hatte ja schon vorher in Erfahrung bringen können, dass die Strecke profiliert ist und das bewahrheitete sich auch. Am Ende zeigt die Uhr 300 HM für einen Stadtmarathon, der auch in der Stadt stattfand. Insofern an einigen Steigungen sicherheitshalber in den Gehmodus übergegangen. Hat mich zwar am Ende geärgert, dass ich es nicht versucht habe, mal wieder komplett durchzulaufen, aber ich hatte ja auch noch Schweinehund mit. Und der meinte immer wieder mal eine Gehpause einzulegen. 10 Kilometer dann in 1:02:26 und den Halben in 2:15:31. Bis dahin ja eigentlich in Ordnung. Nun war die Streckenführung so, dass es eine Runde mit so 26 Kilometern gab und eine weitere Runde mit 16 Kilometern. Heißt ab 26 Kilometer kannte man die Reststrecke. So nach der ersten Runde, also Kilometer 26, ließ dann die Motivation merklich nach.Ich weiß nicht wo das herkommt, aber plötzlich habe ich dann keine Lust mehr zu laufen.Es muss ja weitergehen, aber ich schlendere dann mit einem 125er Puls durch die Gegend und frage mich ob ich jemals ankomme.Da ich weit entfernt war von einem kontinuierlichen Laufen, habe ich dann nach Art eines Intervalltrainings Abschnittsweise Tempo gemacht. Bei 30 Kilometer hatte ich dann 3:21 Std auf der Uhr. Zu dem Zeitpunkt war die 4:30 Std. weg. Die 35 Kilometer hatte ich bei 4:00 Std. Extrem langsamer Abschnitt.Und dann kam auch noch ein Unwetter welches ich in der Art und Weise auch noch nicht erlebt hatte. Als hätte jemand das Licht ausgemacht wurde es dunkel, ein Sturm zog auf und innerhalb von 10 Sekunden war man vollständig nass und die Strecke war geflutet. Aber nix abbrechen, weiterlaufen. Wasser in den Schuhen und sonst auch überall und noch 7 Kilometer. Na dann. Am nächsten Tag hat man dann gesehen, dass etliche Bäume entwurzelt waren, aber laut meinem Kenntnisstand ist niemand persönlich zu Schaden gekommen. Die Betreuer hielten in ihren Regenmänteln aus,und die Veranstaltung wurde einfach fortgesetzt. Nach 30 Minuten war dann auch etwas Ruhe eingekehrt. Naja die letzten 7 Kilometer dann mit quatschenden Schuhen durch etliche Pfützen Richtung Ziel. Schöner Zielainlauf bei 4:53 Std. dann im Olympiastadion.

Zusammenfassend war die Zeit im Hinblick auf die Höhenmeter und die Wetterverhältnisse ganz in Ordnung. Nur meine zwischenzeitliche Motivation ist zum Heulen. Der Marathon in Helsinki ist in jeder Hinsicht empfehlenswert. Eine wunderschöne Strecke -teilweise zwar auch an Hauptverkehrsstraßen- aber auch sehr viel am Wasser. Wünderschöne Aussichten. Aber profiliert. Bestzeiten sollte man eher anderswo laufen. Die Verpflegung an der Strecke war eher bescheiden, ausschließlich Wasser und Iso, ein paar Rosinen, Bananen und Gurken. Stört mich jetzt nicht so, aber manch einer benötigt mehr. Die Nachversorgung kam dann eher einem Präsentkorb gleich. Alkohlfreier Sekt, alkoholfreies Bier, Kakao,Wasse, Bananen Roseinen, Müsli, Riegel etc. Alles in eine Tasche gepackt. Zum Mitnehmen.

Also Finnland Marathon lohnt sich.

Ich für meine Begriffe habe schon wieder mit dem Training weitergemacht. Versuche jetzt nach und nach meinen Zustand und besonders meine Motivation zu verbessern, damit ich in einem sehr guten Zustand im September den Wachaumarathon laufen kann.

Immer weitermachen und nicht aufgeben.

In diesem Sinne

Grüße
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

schönes Motto

"immer weitermachen, nicht aufgeben", sehr schön!

He, das ist doch alles in allem gut gelaufen! Für Schweinhund und Trainingszustand geradezu super. Ich meine, nicht jeder läuft so aus dem Nichttraining einen Marathon???

Helsinki steht nächstes Jahr auf dem Zettel, allerdings nicht der Marathon, da ist wieder Schule, sondern der Ironman 70.3 in Lathi. Ein paar Tage Hauptstadt sollen da auch drin sein. Ich frag dich dann mal wegen Hotel ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Hört sich sehr empfehlenswert an

Bis auf das Unwetter. Braucht kein Mensch. Und wer will schon in so einer netten Umgebung Bestzeiten laufen?

Jedenfalls würde ich sagen der Schweinehund kriegt langsam Bammel, dass er sich ein neues Herrchen suchen muss :kicher:

Wird, dranbleiben! Die Motivation findet sich dann vielleicht auf dem Weg.

Ohh, Helsinki!

Mit dem Helsinki-Marathon liebäugele ich schon lange - danke für den Bericht! Und super, dass du trotz Wetterkapriolen und Motivationsproblemen durchgezogen hast. Das ist echter sisu :-)

Leider hat der Hki-Marathon bisher noch nie in meine Agenda gepasst. Aber auch dieses Jahr (vor zwei Wochen) konnte ich mich davon überzeugen, dass Helsinki mit Wasser und Grünflächen ein Paradies für Läufer/innen ist.

Lg clarin

Danke für den Bericht, ich

Danke für den Bericht, ich war letzte Woche auch in Helsinki, allerdings im Messezentrum für die Worldcon75! Stimmt, von Marathonwochenende hat man die Tage vorher nicht viel mitbekommen.

Wegen Unterkunft: Ich hatte über AirBnB ein sehr nettes Appartment gebucht, ist bei den Hotelpreisen in Helsinki eine gute Alternative. Eine komplette Woche Hotel hätte mein Budget komplett gesprengt, selbst mit Buchung ein halbes Jahr im Voraus.

Die fehlende Motivation zwischendurch

kann ich sehr gut nachvollziehen! Mir geht es auch immer so, dass es öde wird, wenn ich die Strecke kenne. Die Spannung, was wohl hinter der nächsten Kurve lauert, ist einfach größer.
Du bist den Marathon sehr gut gelaufen! Ohne wirliche Vorbereitung ist ein Marathon eben hart. Hier passt mal wieder der Satz, Marathon ist kein Kindergeburtstag. Nein, ist er wirklich nicht! Manchmal ist es gut, wieder einmal daran erinnert zu werden;-)
Das mit den Gehpausen hast du richtig gemacht! Wenn die Strecke profiliert ist, hat man sonst hintenraus zu große Probleme!
Gewitter auf der Strecke sind mein Albtraum!!! Ich hatte seinerzeit in Biel die Hosen voll. Die Tage zuvor war es ätzend schwül, die Nacht der Nächte dann total schwül warm aber zum Aushalten, da es Nacht war und die Sonne ja fehlte. Die Nacht nach dem Lauf gabs ganz schwere Gewitter, ICH hätte auf jeden Fall aufgegeben, hätte niemals die 100km geschafft. Da bin ich Bangebüxweichei;-)

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM HELSINKI-MARATHON! ICH FINDE,KLASSE GEROCKT!!!

Du bist deutlich unter 5 Stunden geblieben, das schaffe ich nur bei vernünftiger Vorbereitung und es muss Pott eben sein.


Lieben Gruß
Tame

Schweinehunde..

..können sowas von mies sein! Tapfer durgezogen trotz mangelnder Vorbereitung, Motivationsloch und Unwetter.
Ich finde, Du kannst sehr zufrieden sein! Herzlichen Glückwunsch zum Finish!

Ich bin dann mal weg

Vielen Dank...........

für die aufmunternden Worte. Das ist das schöne an Jogmap. Läuft es mal nicht so wie man es sich gerne vorstellt, dann findet doch hier immer jemand ein paar nette Worte.

Man sieht, dass man nicht alleine mit dem Problem rumrennt und das manches Problem kleiner ist und oft auch selbst gemacht. Zweifel an der eigenen Leistung sind nicht besonders förderlich, tauchen aber auf.

Man redet von einem subjektiv empfundenen Makel, wie z.b. in meinem Fall Motivationsschwäche und falschen Erwartungshaltungen. Gerne wird geschildert, dass man etwas nicht so gut gemacht hat.

In meinem jetzt konkreten Fall hätte ich auch schön schreiben können, dass ich bei 2.500 Teilnehmern den 1.500ten Platz belegt habe. Immerhin besser als 1.000 andere und als weitere Millionen, die das erst gar nicht schaffen.

Offensichtlich muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass das was man hier macht nur eine kleine Menge Menschen überhaupt schafft. Ein klein wenig jammern sei ja erlaubt, aber eigentlich sollte der Jubel überwiegen.

Und um das nicht zu vergessen, ist es schön hier immer wieder mal drauf hingewiesen zu werden, dass manches was einem selber schlecht erscheint ganz schön gut ist.

In diesem Sinne noch einmal Danke an euch und helft weiter beim Erkennen von Erfolgen. Manche sind eben nicht so offensichtlich.

Grüße
Stefan

Marathon am und IM Wasser

Gut, dass du trotz Trainingsrückstand es gewagt hast, dort anzutreten - dir wäre sonst eine nachhaltige Erinnerung entgangen!
Danke für den Bericht!

Deinen zugelaufenen Schweinehund hast du ja mittlerweile ganz gut im Griff - Erziehungssache halt!
(Bei der Gelegenheit fällt mir eine tolle Geschäftsidee für Couchpotatoes ein: Hundehotel für Schweinehunde! Wo sich einer dieser Spezies wohl fühlt ist doch bestimmt auch Platz für mehr! ...und wir müssten uns nicht immer mit ihnen herumschlagen...)

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Also ich finde ...

... für den Trainingszustand war das doch ganz anständig.
Die Motivation für mehr Training könnte natürlich sein das nächste Mal im Trockenen anzukommen. Wenn ich das richtig gelesen habe, hätte ne halbe Stunde schneller dafür gereicht. Also! Haste nen Ziel? ;-))
Ein Schalk hat ein neues Ziel - Das Doppel 2017: UTMB+TdG
Training für das Doppel 2017 - UTMB+TdG

Amüsant


Sehr nett und amüsant geschrieben! Lässt dich anscheinend nicht so schnell unterkriegen!! Klasse Leistung..find ich..gut gelaufen :))

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