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Benutzerbild von Etu58

Die 1 steht für 1. Wettkampf nach meiner Verletzung im Frühjahr dieses Jahres.

Die 2, die für eine zweifache Fraktur im Mittelfuss steht, einem Ermüdungsbruch, den ich mir im Frühjahr dieses Jahres zugezogen habe. Gerade auf dem Höhepunkt meiner Trainingsleistung angekommen, so gut wie noch niemals vorher, verspürte ich Schmerz
auf dem Fussrücken meines rechten Fusses. Zuerst dachte ich, mein Schuhband sei zu fest geschnürt und lockerte. Aber die Schmerzen wurden nicht besser und die folgenden 3 Trainingseinheiten verhiessen nichts Gutes. Schon mit schlechter Vorahnung begab ich mich zum Vertreter meines Sportarztes, weil dieser gerade im Urlaub war. Dort wurde eine Röntgenaufnahme veranlasst, die keine sichtbare Darstellung einer Fraktur zeigte. Aber man konnte sie nicht ausschliessen. Hatte vor 3,5 Jahren an gleicher Stelle schon mal einen Ermüdungsbruch.
Ich verordnete mir selbst eine Pause und trug den damals erforderlichen Stabilschuh für zwei Wochen und konnte dann endlich zum Sportarzt meines Vertrauens. Der vermutete erst mal eine Reizung der Nerven zwischen Zeige- und Mittelzeh, ein sogenanntes Morton Neurom. Da ich allerdings eine Berglaufserie plante, wollte er mich nicht so ziehen lassen und veranlasste am gleichen Tag noch ein MRT. Das Morton Neurom bestätigte sich nicht, dafür aber eine zweifache Bruchstelle am Zeigezeh. Nun hiess es für 6 Wochen still halten und möglichst wenig belasten. OK, Ihr kennt das ja, man dreht am Rad. Wohin mit der ganzen Energie und wie nicht die Form verlieren. Also fing ich an zu schwimmen. Die Distanzen variierten von 1km bis 4,2 km pro Einheit, möglichst dreimal die Woche. Damit war der Tiger erstmal beruhigt.
Danach durfte ich wieder ganz langsam anfangen mit auftrainieren. 200 m gehen, 100 m laufen und je nach Befinden und evtl. Nachwehen langsam steigern. Das ging so den ganzen Mai bis Ende Juni. Dann konnte ich erstmals 12 km wieder am Stück durchlaufen.
Warum ich das so ausführlich schreibe, erklärt sich dadurch, dass ich mal etwas sensibel für den Ermüdungsbruch machen möchte. Nicht ignorieren, sondern abklären, wenn Schmerzen immer wieder auftauchen.

Ja und die 3 steht für ganze 3 erfolgte Trainingseinheiten in Wettkampfdistanz vor dem Wettkampf.

Und der war am 16.07.2017 in Cutigliano in der Toscana. Diesen Wettkampf haben wir, mein Schatz und ich, schon so oft angedacht. Und daher

die 4, die für 4 Jahre steht, bis es endlich mit dem Wettkampfdatum und unserer Urlaubsplanung zusammen gepasst hat.

Cutigliano, ein kleines Dorf in den pistoiesischen Bergen, nahe Abetone veranstaltet diesen Berglauf nun zum 13. Mal.

Wir mussten früh aus unserem Urlaubsquartier in der Nähe von Montecatini Therme starten, da wir uns noch einschreiben mussten. 1:20 Std ging die Fahrt, bis wir endlich auf der Piazza Catalina standen und uns in die Reihe der Wartenden stellten, die noch eine Startnummer brauchten. Trotz recht guter Italienischkenntnisse ging die Anmeldung nur schleppend. Die Startgebühr war horrend hoch. Ganze 2 Euro pro Nase wurden uns abgeknöpft. Und oh Wunder, es gab sogar einen Fusstransponder zur Zeitmessung.
Um 9:30 Uhr ging es los. Zum Glück war der Start an einem schattigen Ort, denn die Sonne drückte schon ganz schön.

Erst ein Stück durch das Dorf, hinauf in den Wald. KM 1 113 Höhenmeter, KM 2 102 Höhenmeter, KM 3 80 Höhenmeter, KM 4 88 Höhenmeter, diese allerdings auf knapp 400 m Aufstieg. Bei KM 2,5 der erste Verpflegungsposten mit Wasser. Das meiste Volk ging, ich allerdings auch. Der steile, schmale Trail auf dem Pass und die vorherigen Höhenmeter liessen mich meinen Kreislauf spüren. Und links neben mir der Abgrund. Da rannte ich lieber nicht. Beim Ablauf ab KM 4 war auch nicht an Laufen zu denken. Dieser ging gerade so steil runter, wie rauf. Es ging weiter hoch und runter und langsam wich die Vorsicht und Angst der Freude, endlich die Passstrasse runter jagen zu können. Das Vergnügen hatte ich für 4 Kilometer, dann ging es doch noch mal in recht rauhes Gelände durch den Wald, mit viel lockerem Belag und dicken Steinen. Oben noch ein weiterer Verpflegungposten mit Tee, Wasser und Melonenstücken.
Die letzten zwei Kilometer waren noch mal toll auf der Passstrasse. Nicht immer konnte ich die engen Innenkurven nehmen, denn leider kam hier und da mal ein Auto, was man vorher nicht sehen konnte. Endlich Einlauf ins Dorf, mitten durch die Einkaufstrassen, gesäumt von vielen Touristen und Ladenbesitzern, die einem zujubelten. Endspurt ins Ziel. Und Freude, meinen ersten WK nach der Verletzung geschafft zu haben. Endlich mal Hände hoch gerissen im Ziel. Es war ein harter Hund, dieser Weg der Kapitäne. 13,4 km mit 746 Höhenmetern, die gleich zu Anfang schon mal schön gefordert hatten.

Ich hatte dafür 2:01 Std gebraucht, aber das Vergnügen, es geschafft zu haben, stand im Vordergrund. Somit konnte ich es auch verschmerzen, dass es nur noch zwei einsame Zwiebackstücke mit Nutella im Ziel gab und etwas Wasser und Cola.

Wir suchten die Dusche. Endlich gefunden kam der Hammer. 1 einzige Dusche im Tennisclub für über 200 Läuferinnen und Läufer. Und da stand eine rechte Schlange davor. Also entschieden wir uns für Katzenwäsche und gingen anschliessend im Dorf noch mal schön Cappucchino trinken und dolce geniessen.

Ein Wettkampf, der mich sehr beeindruckt hat und den wir gerne noch mal wiederholen möchten.

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Schön...

..das es wieder läuft bei Dir. Da musstest Du ja wircklich Durchhaltevermögen zeigen. Wechselst Du jetzt zum Triathlon nach all den Schwimmeinheiten?
Laufen in der Toscana, toll. Ich war früher öfter mal dort und mag die Ecke sehr!
Auf dass es weiter aufwärts geht!

Ich bin dann mal weg

Merci,

ja mega schön dort. Auch das Gebiet um Pescia, wo wir diesmal waren bietet dem Bergläufer oder der Bergläuferin viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren.

Nein, Schwimmen geht zwar gut, aber Fahrrad ist für mich absolut unmöglich.
Dir auch alles Gute.

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Also bei den horrenden Startgebühren

kann man die fehlenden Duschen schon verschmerzen!

Hört sich nach einer netten Geschichte an. Schön, dass es wieder läuft (und nicht nur schwimmt) bei Dir!

Wieso ist Rad "unmöglich" für Dich?

Seit ihr auf der Straße gelaufen? So ganz ohne Sperrung? Ui, abenteuerlich.

Danke für den Bericht!

Allein die Ortsnamen klingen schon so nach Urlaub! (auch wenn der Lauf sicher alles andere als Entspannung war...)
Weiterhin viele verletzungsfreie Kilometer!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Vielen Dank

für die Wünsche.

Trotz der Anstrengung war es schon wie Urlaub. Habe gut 100 km in der Zeit laufen können und 2600 Höhenmeter.

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

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