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Benutzerbild von Carla-Santana

Fast zwei Wochen ist es schon her, dass das Pferdchen sich auf den Weg in den Süden
gemacht hat um über die Kraichgauhügel in die Nacht zu galoppieren.

Night52 nennt sich das Ganze, ein kleiner Ultralauf von 52 km mit ca. 800 Hm größtenteils auf Asphalt, der am Samtagabend um 17:45 Uhr startete. Wenn man 52 km nicht grad in 3:39h auf der großen Runde nach Hause läuft, wie der Sieger, sollte man eine Stirnlampe einpacken!

Heiß sollte es sein dort, immer, sagte man mir! Mindestens 35 Grad, jaja! :o)))
Ich mag es warm. Man kann in kurz kurz laufen und friert nicht, auch nicht in der Nacht!
Nöööö, war nicht heiß, war richtig schön angenehm warm! :o))

Vor allem freute ich mich auf ein Wiedersehen mit meiner 100Meilen-Teilzeitbegleiterin in Berlin, für die es die Fortsetzung ihrer Night52-Serie werden sollte. Leider kam kurzfristig etwas dazwischen, so dass sie nicht kommen konnte. :ó(( 2. Versuch ist schon in Planung! :o)

Ein guter Freund von Ihr, aber mir noch nicht persönlich bekannter „FB-Mitstreiter“ ;o) erbarmte sich, mir Geleitschutz durch die wilden Kraichgauhügel anzubieten, was ich dankbar annahm.
Irgendwie ist die Welt gar nicht so groß! Auch wenn ich dort bei dem Lauf bis auf einen ausgewanderten Westfalen ;o) niemanden kannte, haben wir doch jede Menge gemeinsame Lauffreunde, stellten wir fest.

Vorm Start hat der edle Begleiter (nennen wir ihn Grünfrosch) mir gleich mal eben den später Zweitplatzieren vorgestellt.
Ich schlich dann gleich mal durch das für dieses Jahr angeblich große Starterfeld weiter nach hinten durch.
Nach dem Comrades 6 Wochen vorher hatte ich doch lediglich die 63km beim ZUT und die 63km Stubaiultratrail gelaufwandert und so gut wie nix zusätzlich trainiert außer Wandern im Urlaub.
Geht Laufen da überhaupt noch??

Auf Höhe des halben Startblocks schaut der Grünfrosch mit ein paar Fragezeichen in den Augen und ich bleib lieber mal hier stehen und hoffe einfach nur, dass meine Beine sich erinnern, wie es geht…äh…läuft!
Für den Grünfrosch ist die Distanz und mein Tempo nicht wirklich eine Herausforderung und ursprünglich war ja eine ruhige lockere Runde mit meiner Berlinlaufkumpelin geplant.
Damit er keine Langeweile unterwegs bekommt, hat er sich für seinen Laufbericht die Kamera eingepackt.

Dann gings auch schon los bei sehr angenehmen 23 Grad und Sonnenschein.
Der Frosch knipste auf den ersten Kilometern eifrig und ich war erst mal damit beschäftigt, etwas Lauf-Rhythmus zu finden, weil es natürlich nach verlassen des Ortes Bretten direkt das erste Mal bergauf ging auf den ersten schönen Hügelkamm.
Oben konnte ich dann auch wieder laufen ohne Sauerstoffzelt und plötzlich sprach mich ein Läufer an, ob ich denn wohl die Carla-Santana wäre.
Gomeck1 hatte mich tatsächlich identifiziert und wir quasselten erst mal ein bisschen über diesen schönen Lauf, den Comrades und was sonst noch so in letzter Zeit bei ihm und mir lief. Er wollte nur ein Stück des Laufes mitlaufen und dann den Rest nach Hause laufen.
Hat mich sehr gefreut, Gomeck1, Dich dort in Deinem Revier persönlich kennen zu lernen, und dann noch laufend! ;o)

Nach den ersten 5 km lief es dann endlich rund bei mir und ich rollte flott flüssig den ersten Hügel wieder runter zum ersten VP nach 6,6 km in Sprantal.
Der Frosch tauchte locker trabend nach seiner Fotosafari von hinten wieder auf, als ich den nächsten langen Anstieg hoch watschelte.

Wir liefen durch eine wunderschöne Landschaft und durch kleine Örtchen, wo in einem ein traumhafter liebevoll restaurierter grüner T2 stand.
Der musste abgelichtet werden!
Wir hatten gute interessante Gesprächsthemen, so dass der Lauf verging, wie im Flug.

An den VPs gab es alles, was das Läuferherz begehrt. Cola, Wasser, ISO, Bananen, Äpfel, Nüsse, Gummibärchen gab´s immer.
Ab VP3 gab´s auch Malzbier und noch jede Menge mehr an Gurken, Salzstangen, Kuchen, usw..
Gestartet war ich mit Wasser in einer Softflask, die ich im Salomon-3Ltr.-Rucksack verstaute. Die Lampe musste ja mit, daher der kleine Rucksack.

Bei Km 20 liefen wir über einen Damm an einem schönen Angelsee vorbei. Die Angler hatten dort den ruhigeren Job.
Mir wäre das jetzt zu langweilig.

Nach dem VP in Knittlingen (Km 23,7) schlängelten wir uns oberhalb des Weissacher Tals entlang der Mailfelder und unsere Schatten wurden immer länger.
Dann ging es durch einen Weinberg, wo leider die Trauben noch nicht reif waren. Der Frosch erzählte mir von einem 100Meiler, der auch hier durch und drüber und drum herum verlief, den er mit seiner Frau mal gelaufen war.
Diese Geschichten halfen mir über das grade zähe kleine Lauftief bei ca. Km 30 hinweg.

An und für sich lief es ganz gut bis jetzt, besser als erwartet für mich.
Solche Tiefs sind ja meistens nur Minutensache. ;o)
Der Frosch trabte locker neben mir her, außer an den VPs, da war ich tatsächlich jedes mal schneller mit Futtern fertig und wanderte oder lief schon mal vor.

An VP4 in Grossvillars (Km 34) tankte ich erst mal ordentlich Malzbier nach und ein paar Schlucke echtes Bier durften auch mal sein. ;o) So langsam wurde es dämmerig und das Thermometer ließ 2-3 Gräder fallen, was noch immer sehr angenehm zum Laufen war.

Vor Gölshausen VP5 (Km 40) wurde es dann langsam dunkel und wir kramten unsere Hirnlampen raus. Am VP gab´s noch mal einen Becher echtes Bier und Cola-Wasser in die Softflask. Eigentlich liefen wir ja schon von hinten nach Bretten rein, aber sogleich wieder raus Richtung Neibsheim, wo schon 5,6 km später der nächste und letzte VP6 sein sollte.

Ab hier ging es auch häufiger über Schotterwege durch die Wälder, rauf und runter, was mir sehr gefiel. Diese Ruhe und Dunkelheit, hoch strammes wandern, runter immer noch lockeres Rollen ohne Druck.
Ab hier wird es ja meistens zäh auf den letzten Km, aber das Gegenteil war der Fall.
Die Km verliefen wie im Flug und ich hatte das Gefühl, im Flow zu sein und ewig so weiter laufen zu können. Der Frosch erzählte mir, was hier und da noch kommt und es flog vorbei wie ein schöner Film.
Das Ziel kam viel zu früh!
Schon als wir wieder runter in den Ort Bretten rein liefen war es schade, schon auf den letzten 2 km zu sein.
Es lief so schön und wir trabten flott durch die schummerig beleuchtete Fußgängerzone, wo die letzten Café-Besucher noch draußen unter den Sonnenschirmen saßen und uns vereinzelt zuklatschten. Kalt war es nicht, nur angenehm.

Rechts, links und wieder rechts um die Häuserecken durch schmale Gassen ging es Richtung Stadion, wo es eine Einflugschneise gesäumt von Fackeln gab, die uns den Weg auf die bunt beleuchtete Tartanbahn wies.
Einmal ging es noch die fast 400m rund und das Pferdchen konnte nicht aus seiner Haut und erhöhte sanft das Tempo zum 350-Meter-Sprint.
Hihiiii, der Frosch zog mit, cooler Frosch!!! :o))

Drin! Nach 05:50h waren 52 km mit ca. 800Hm im schönen Kraichgau geschafft!
Ultra (meistens) laufen und nicht nur wandern geht also doch noch! :o))

Danke lieber Grünfrosch für Deine wunderbare unterhaltsame interessante Begleitung und Deine Geduld mit dem Westfalen-Pferdchen und Deine Freundschaft!
Es war mir eine Ehre!! :o) Sehr gerne wieder wenn Du mal wieder einen regenerativen Lauf brauchst! ;o))

Der Night52 ist trotz der Höhenmeter sehr gut als Einsteigerultralauf geeignet.
Das Geläuf ist mit größtenteils Asphalt und ein paar Schotter- und Feldwegen recht einfach und die Verpflegung mit den vielen VPs perfekt und super nett!
Im Ziel gab es Erbsensuppe mit Brötchen, Kuchen, alkoholfreies Bier und diverse andere Getränke und vieles mehr und die Duschen waren schön heiß und sauber.
Alles in allem ein sehr zu empfehlender Lauf in einer wunderschönen Gegend!!

Lieben Gruß Carla-Santana

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Hey Carla-Santana!

Da hast du aber einen echt schönen, detaillierten Bericht über meinen Heimat-Einsteiger-Ultra abgeliefert, danke schön!
Dass so ein Pensum für dich wie im Flug vergeht dank quasselnder Begleitung, und dann auch noch "zu früh" endet, ist schon krass. Die 3 Male, die ich dort dabei war: auf Etappe 2 als Staffler, dann als eigenwillige Extrawurst von Bretten nach Knittlingen + Etappe 2 und neulich wieder als eigenwillige Extrawurst auf Etappe 1 + Heimweg, war es mir immer zu warm (OK, diesmal ging es ganz gut), und jedesmal zog es sich gegen Ende hin.
Bisch halt scho e Pferdle, gell!

ER schafft das Wollen und das voll Bringen - mit extrem hohem Bringungsfaktor.

Kann alles unterschreiben

abgesehen davon dass ich damals eine halbe Stunde langsamer war und wir Gewitter vor und Regen zwischendurch und Gewitter danach hatten ;-)

Ein wunderbarer Lauf, den ich mir auch mal wieder vornehmen muss. Ich hatte damals die Stirnlampe in eine der Boxen für die VPs gelegt, das war gut so und ersparte mir für die erste Hälfte den lästigen Rucksack.

Glückwunsch und danke für den schönen Bericht!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Kann alles unterschreiben

abgesehen davon dass ich damals eine halbe Stunde langsamer war und wir Gewitter vor und Regen zwischendurch und Gewitter danach hatten ;-)

Ein wunderbarer Lauf, den ich mir auch mal wieder vornehmen muss. Ich hatte damals die Stirnlampe in eine der Boxen für die VPs gelegt, das war gut so und ersparte mir für die erste Hälfte den lästigen Rucksack.

Glückwunsch und danke für den schönen Bericht!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Cool! Den hab ich auch immer

Cool!
Den hab ich auch immer noch auf'm Zettel!
Maybe next year?
Die Gegend da ist schön, mittlerweile kenne ich mich ja bisschen da aus, wobei ich allerdings in Bretten noch nicht war.
Glückwunsch zum gelungenen Lauf :-))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Danke

Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Klingt nach einem sehr schönen Landschaftslauf und dann noch mit netter Begleitung. Toll.
Originelle Startzeit:-)

Ich bin dann mal weg

Toller Bericht

mit super Ergebnis!

Das nenn ich einen gelungenen Trainingslauf - mit froschiger Begleitung!

Haha, nett gehüpft

über die Kraichgauhügel.
Im nächsten Leben will ich das auch mal können, klingt nett.

LG,
Anja

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