Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von benbohne

Es begann wie so häufig. Mein Zug wurde gestrichen. Das sind die Momente, in denen ich über ein Auto nachdenke. Tatsächlich hat die Fahrt durch Verspätungen und verpasste Züge 6 Stunden gedauert.
Zelt aufgebaut, Startunterlagen geholt, Hamburger Läufer begüßt, Nudeln gegessen, gequatscht...Sehr sympatische Menschen die Fröttstädter.
Relativ früh bin ich ins Zelt gekrochen, in der Hoffnung schlafen zu können. Zelten ist nicht so meins. Es war hart, es war laut und an Schlaf war nicht zu denken. Mal ne halbe Stunde gedöst, das wars. Um 2:00 gab ich auf und ging duschen.
Um 3:00 frühstücken ist ebenfalls nicht so meins..Ein Brötchen musste trotzdem rein.
Da ich keine Ahnung hatte wie sich die Strecke gestalten würde und was ich mir unter 2200 Höhenmetern vorstellen muss, stellte ich mich so auf 14 Stunden laufen ein.
Pünktlich um 4:00 war Start. Noch war es dunkel, aber Fackeln, Lichter und die Lampen der Fahradbegleiter spendeten ausreichend Licht.
Irgendwann wechselte schwarz zu grau. In der Dämmerung liefen wir in den Wald. Schwierig zu laufen bei den Lichtverhältnissen und meinem Talent mich hinzulegen.
Vorsichtig lief ich über Steine und Wurzeln.
Wo es ging bin ich die Steigungen gelaufen, oft aber auch gegangen.
Ab Km 25 fing es an zu regnen, bei Km 30 sinnflutartig zu giessen. Das sollte bis zum Ziel auch so bleiben. Mal regnete es, mal goss es und zwischendurch kam mal kurz die Sonne raus. Leider immer nur so lange, bis ich meine Regenjacke aushatte.
Die Wege, z.T. nur schmale Pfade verwandelten sich in Matschpfützen. Zu Anfang versuchte ich noch trockenen Fußes daran vorbei zu kommen. Irgenwann waren die Schuhe durch und die Füße nass. Also versuchte ich gar nicht mehr den Schlamm zu umrunden und ab da begann es Spaß zu machen.
Steigungen wechselten mit Abstiegen und flachen Passagen.
Die VPs waren hervorragend und die Helfer verbreiteten trotz des miesen Wetters gute Laune.
Bei KM 70 rechnete ich mal kurz rum (das ist die einzige Denkleistung, die ich bei langen Läufen noch zuverlässig ausführen kann) und kam zu dem Schluß, daß ich knapp unter 12 Stunden bleiben könnte, wenn die Abstiege gut zu laufen wären und ich da Zeit gutmachen könnte. Die Beine waren zwar schwer, aber eigentlich lief es noch.
Bei KM 75 fing das linke Knie bei den Abstiegen an zu schmerzen und kurz darauf konnte ich die etwas steileren nur noch langsam gehen. Also nix mit Zeit rauslaufen.
Ebene Passagen, leichte An- und Abstiege konnte ich vorsichtig laufen, die steileren Passagen musste ich gehen.
So arbeitete ich mich etwas mühsam voran. Aber es lief ja noch, also kein Grund zum Jammern. Am Ende gab es sogar noch eine kurze Regenpause.
Nach 12:31:44 lief ich sehr zufrieden ins Ziel.
Da saß Schalk schon seit 3 Stunden beim Bier ;-) (Hammer Zeit bist Du da gelaufen, herzlichen Glückwunsch nochmal!)
Geduscht, zu Hause Bericht erstattet und einen sehr schönen Abend mit sehr netten Menschen, anfangs mit gutem Rotwein, später mit mäßigem Rotwein verbracht.
Nach einer weitern schlaflosen Nacht wegen Adrenalin, Endorphinen und hibbeligen Beinen machte ich mich am nächsten Morgen auf dem Weg nach Hause. Müde, fetter Muskelkater, breites Grinsen, Wolke 7.
Dazu ein Schaffner, der mir mein Ticket(das schon völlig unleserlich war wegen all der Stempel und Änderungen) für umsonst um zwei Stationen verlängerte mit den Worten: "nachdem was Sie schon alles mit uns durchgemacht haben".

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

Wenn man normalerweise Berichte vom Thüringen Ultra liest, ...

... sind das Hitzeschlachten. Letztes Jahr hatten wir dann schon mal sehr angenehme Temperaturen, na und diesmal war die Klimatisierung über die Wasserkühlung aber so was von perfekt. Zu warm war es wirklich nie.
Und unter den Bedingungen haste dich aber sehr gut durchgekämpft. Schade, dass das Knie noch anfing zu zicken. Die ständige Belastung des Trails in Querkontraktionen kann die Musklulatur wohl noch nicht ausreichend ab. Das kannst du aber auch bei dir trainieren, wenn du Flaches, aber Wurzliges in ausreichender Länge findest. Die Harburger Berge fallen mir da doch spontan ein. Da kannst du auch wunderbar kreiseln, Höhenmeter machen und über Stock und Stein laufen. Warum ist mir das Vorgestern nicht eingefallen? Egal.
Auf jeden Fall war es mal total toll, dass wir uns getroffen haben. War lustig zu Schnacken. Und bestimmt sehen wir uns auf einem dieser Trails mal wieder.
;-)

Wahnsinn!

Ok, ich meine zu wissen, was du kannst. Liest man ja ständig. Aber bei Dauerregen über Waldwurzelwege mit mehr als 2000 Höhenmetern 100km in 12:31h zu schaffen, das ist echt irre. Und dann noch ohne Schlaf im Zelt... Ich bin doch ein Weichei... (Schalk zählt nicht, der fliegt über solchen Untergrund und braucht keine Füße ;-)))

Nach meinem 2. 100er in Leipzig habe ich die Nacht auf einem Stuhl sitzend verbracht, weil ich mich nicht mehr auf die Isomatte getraut habe aus lauter Angst morgens nicht mehr hochzukommen...

Hut ab! Wahnsinnsleistung! Und tröste dich: Auto ist auch nicht besser, siehe unsere Fahrt nach Berlin....

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Und ob ich die Brauche! ...

... damit setze auch ich immer mal kurz auf, um vorwärts zu kommen. Und beim TU waren das mal einem 98.175Mal. Von wegen gar nicht aufsetzen! ;-D
;-)
PS: Sehr interessant fand ich übrigens dann doch mal den Vergleich Steich-TU (der TU in Klammern):
Beim diesjährigen Steich lag die Schrittfrequenz bei 168SPM (175SPM), mit einer Schrittlänge von 1,05m (1,02m)und einer Durchschnittspace von 5:47min/km (5:34) - aber die Durchschnittspace in Bewegung lag bei 5:32min/km (5:33). Die Zahlen fehlen mir allerdings vom Steich 2015. Das Gelände ist ja ähnlich. Also sollte man auch vergleichbar laufen. Da war aber die Durchschnittspace bei 4:51min/km. Es muß also entweder die Frequenz höher, oder die Schrittlänge größer gewesen sein. Ich denke mal Letzteres. Rauskriegen werde ich es nie - es sei denn ich lauf da noch mal so schnell. Das hab ich aber gar nicht vor. ;-) Aufsetzen und abdrücken beim Laufen werde ich mich nach wie vor. Ist gar nicht so schlecht.

wenn strider ein Weichei ist

dann bin ich Quecksilber...
Boah was eine Quälerei, 100 km bei Regen, für mich nicht vorstellbar.
Gratulation zur Hammerzeit, und gute Besserung dem Knie.

LG,
Anja

So schlimm war das mit dem Regen ...

... doch gar nicht! ;-)

@schalk

Harburger Berge bieten sich eigentlich an. Nur brauche ich erstmal 2 Stunden um dort hin zu kommen. Das ist nicht sehr alltagstauglich.

Ich bin dann mal weg

@strider

Morgens wieder hoch zu kommen war tatsächlich eine Herausforderung. Als ich endlich aus dem Zelt gekrochen kam musste ich doch grinsen. Der Platz glich einem Versehrtenheim. Läufer schleppten sich mit gequältem Gesichtsausdruck voran.
Schalk hat ja sehr eindrücklich mit Zahlen und Fakten versucht zu belegen, dass er sich auch nur auf zwei Füßen vorwärtsbewegt. Ich habe mir gerade die Fotos vom Lauf angeschaut. Scheint zu stimmen. Aber vielleicht war das auch nur für den Fotografen?

Ich bin dann mal weg

@anja

Eine Quälerei war es wircklich nicht. Überhaupt wird Regen doch überbewertet. Eigentlich ist es doch nur Wasser, das vom Himmel fällt. Leider auf mich drauf.
Ich scheine in diesem Jahr Regenläufe gebucht zu haben. Syltlauf: Regen und Sturm, Hamburg: Regen und Hagel, Thüringen: Regen, Regen, Regen.
Im August laufe ich an der Müritz, ich bin gespannt.

Ich bin dann mal weg

Gegen Wasser an sich hab ich ja nichts,

aber 100 km Aqua-Jogging verbinde ich mit irgendwann ausgekühlt und aufgequollenen Füßen.
Ein halber im Regen kein Problem, aber das 5fache - nööö, nichts für Memmen wie mich ;o)

LG,
Anja

Bei mir gingen die Füße echt.

... Ich hatte zwar die Sealskinz-Socken beim Support im Auto. Aber eigentlich trockneten die Schuhe irgendwie immer wieder leicht ab. Das Quatschen in den Schuhen war immer nur kurz. Danach war dann "gefühlt" trocken.
Kälte war vor allem oben bis zum kleinen Inselsberg - danach ging es eigentlich - fand ich jedenfalls.
Aber das erlebt jeder anders. Sicherlich in Funktion der Klamotten, die man an hat und der Belastung (ich schreibe bewußt nicht Geschwindigkeit, denn das ist relativ.), die man laufen kann.
;-)

Fette Gratulation

Die Zeit finde ich ja für eine Flachländerin beim ersten TU sehr beeindruckend!!! Und das Ambiente in Fröttstätt gehört zum Gesamtpaket einfach dazu ;-)

Mich hat der Regen nicht gestört. Da ich kein Freund von wasserdicht bin, hab ich mir Socken mit Merinowolle zugelegt. Seitdem hab ich auch keine Probleme mehr mit den Füßen. Selbst wenn sie nass sind, fühlen sie sich noch einigermaßen warm an.

Gute Regeneration wünscht die dusselliese

das kommt drauf an

beim ZST vor zwei Jahren war ich froh um die sealskinz Socken. Schnee und Regen und Kälte ist eine Kombi, die ich nicht so mag, jedenfalls nicht auf den langen Kanten.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Ok, ich bekenne mich zu einer Teilschuld! ;o)

Zumindest hatten wir nur zu Anfang und zum Schluss Regen und mitten drin viel Sonne da am Wochenende! :o) Starkregen, so, wie Ihr, hatten wir zum Glück nicht.
Da hast Du aber ein ganz schickes Läufchen dort aufs Wurzleparkett gelegt, mein lieber Scholli!!
Gratuliere Dir ganz herzlich zu dieser top Leistung! :o)
Gute Besserung fürs angesäuerte Knie!
Bin gespannt, was als nächstes kommt.

Liebe Grüße Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Abgeliefert!

Mensch Maren - da hast du aber einen ganz feinen Lauf hingelegt: Wetter, Höhenmeter, Geläuf - alles top gemeistert und somit völlig zurecht die Wolke 7 erklommen! Ich hoffe dein Knie verzeiht dir heute schon wieder und du kannst noch lange von dieser genialen Leistung zehren!
Diese Zähigkeit - "kein Grund zum Jammern" - dieser Biss (den ja auch andere hier immer wieder beschreiben): davor habe ich allergrößten Respekt!
Regenerier gut! (so wie ich dich kenne, sicher bald wieder aktiv!)

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Hammer!

Zelten ist ja auch nicht meins, aber frühstücken könnte ich Rund um die Uhr;-)

Was für ein harter Ultra, was natürlich NICHT nur dem Wetter geschuldet ist. Donnerschlag! Ganz herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung!

Ein Engel als Schaffner verkleidet, den gibts nicht oft;-) Schöner Ausklang!


Lieben Gruß
Tame

Hört sich nach einem runden Wochenende an

Gratulation zur Leistung und gute Erholung!

Danke!

Vielen Dank für Eure Glückwünsche!
Bei diesen Temperaturen finde ich nasse Füße auch wenig störend. Bei Kälte sieht das natürlich anders aus.
Das Knie fühlt sich schon wieder ganz ok an, nur Treppen runter schmerzt noch. Da ziehe ich gerade Rolltreppen vor.
@Carla Santana: als nächstes laufe ich um die Müritz. Wird bestimmt auch nett. da war ich vor zwei Jahren schonmal. Sehr flach und "nur" 75 Kilometer.
@Dominik: aktiv regeneriert wird seit Sonntag :-)) Allerdings sehr gemütlich.
@Tame: Engel kommen tatsächlich manchmal ganz unverhofft. Ich hatte mich im Geiste schon auf eine ebenso katastrophale Rückfahrt eingestellt.

Ich bin dann mal weg

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links