Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von clarin

Hamburg lief super! Trotz suboptimaler Vorbereitung und widriger Wetterbedingungen am Renntag habe ich den 32. Haspa Marathon Hamburg am 23. April 2017 glücklich und mit einer Nettozeit von 4:25 h beendet. Danke, liebe Wade, dass du durchgehalten hast! 

Doch von vorne.

Vorbereitung:
Nach einem guten Herbstmarathon in Luzern Ende Oktober 2016 und einer kreativen Pause im November stieg ich im Dezember ins Marathontraining ein. Es lief sich gut und regelmässig (180 km insgesamt im Dez.), und so nahm ich mir einen Angriff auf meine Bestzeit (4:14) vor und meldete mich in Hamburg für eine Zielzeit von sub 4:15 an. Das Trainingsprogramm wurde allerdings Mitte Januar jäh unterbrochen, weil ich mir zu Beginn eines Longjogs eine Zerrung zuzog – aber aus Dummheit bei Schnee und Kälte doch noch 12 km weiter lief, bevor ich abbrach. Es dauerte 6 Wochen, bis ich wieder auf die Piste konnte. Von Marathontraining noch keine Spur, nur ein langsames sich Antasten an die Distanzen, ohne Tempo. Die Physiotherapeutin päppelte mich wieder auf, einmal pro Woche war ich in Behandlung.
Gewisse Sicherheit gab dann der Halbmarathon in Freiburg Anfang April, den ich kontrolliert zu Ende brachte. Kurzum: Auf meinem Zähler standen vor Hamburg zwei mal 21 km und einmal 30 km, insgesamt 370 km seit Januar. Das ist selbst für meine Verhältnisse wenig.

Vor Ort in Hamburg:
Wie im Vorjahr reisten wir bereits am Freitag an, bezogen das bereits bekannte Hotel in der Hafencity und begaben uns zur Messe. Dort liess ich meine Wade an einem Physiostand tapen. Am Samstag Besuch des Auswanderermuseums (Ballin-Stadt), das uns begeistert und zugleich nachdenklich gestimmt hat. Dann fing das Unvorhergesehene an: Verzicht auf das Pastaessen am Abend, weil mein Liebster zunehmend unpässlich wurde (Migräne?). Ein geteilter dünner Flammkuchen um 17 Uhr musste genügen. Im Hotel fieberhafte Suche nach dem iPod – er ist noch immer nicht zum Vorschein gekommen. Mist. Und dann die Suche nach den Sicherheitsnadeln für die Startnummer. Die hatte ich zuhause eingepackt, ganz sicher. Dummerweise fehlten sie auch in meinem offiziellen Starterbeutel. Endlich fand ich sie, sie klebten (magnetisch) am USB-Ladekabel der Garmin. Das ist seither defekt, Garmin lädt nicht mehr. Nachts kaum geschlafen, um zwei Uhr noch eins der Frühstücksbrötchen gegessen, schliesslich hatte ich Hunger.

Marathontag:
Der Samstag war wettermässig sehr bescheiden gewesen, der Sonntag sollte bis 16 Uhr trocken sein. Naja. Wir liessen uns von der morgendlichen schwarzen Wolkenwand nicht beirren und fuhren voller Vorfreude und mit gutem Zeitpolster zum Startgelände an der Messe. Dieses Jahr war es schwierig, in die hinteren Startblöcke vorzudringen, man musste sich durch die Zuschauermengen durchdrücken, sehr unklug gelöst (letztes Jahr ging das problemlos, da war die Kleiderabgabe in einer andern Halle).
Pünktlich mit dem Startschuss ging ein erster Hagel- und dann Starkregenschauer nieder, bei 3 Grad Aussentemperatur. Ich lief um 09:12 Uhr über die Startlinie und war froh um meinen alten, dicken Extrapulli, den ich bis Kilometer 14 übergezogen behielt und dann erst an einem Verpflegungsstand 'entsorgte'. Meine Hände waren starr vor Kälte, meine Haare nass. Auf der Reeperbahn trat ich in eine grosse Pfütze, so dass ab dann auch die Socken durchnässt waren. Die Folgen davon verarzte ich noch heute, eine Woche später.

Aber Hamburg rockt auch bei widrigsten Bedingungen, die Helfer, das Publikum, all die vielen Läuferinnen und Läufer sind spitze. Ich kam immer besser ins Rennen, fand mein Tempo und begann, den Lauf zu geniessen, auch wenn immer mal wieder ein Hagelschauer, ein Windstoss oder starker Gegenwind dazwischenkamen. Das ‚Reiseflugtempo‘ hatte ich in Freiburg mit striders Pacemaker-Diensten schon geübt, und was soll ich sagen: Es lief. Meine Wade meldete sich zwar einige Male und stichelte rum, aber ich redete ihr gut zu und lief weiterhin kontrolliert. Halbmarathon bei 2:10. Und zwischen den Kilometern 25 und 35 erlebte ich die Phase, bei der ich unterwegs verwundert feststellte: Das muss er nun sein, der vielbeschworene Flow!

Auf den letzten Kilometern liess ich dann doch noch Zeit liegen, weil mein Magen nicht mehr so richtig mitmachen wollte: Hunger. Zu wenig gegessen. Durcheinander. Die Bananen unterwegs kriegte ich nicht runter, sie waren eisgefroren. Das Wasser war zu kalt. Drei Gels und Cola waren auf die Dauer zu süss. Gut, dass ich noch mein Salzwasser dabeihatte und immer ‚Nachnuckeln‘ konnte. Unvermeidlicher Dixistop bei Km 38. Die Tür ging nicht mehr richtig zu, jemand zog von aussen dran, und das mitten in der Zuschauermenge am Klosterstern. Also leicht verschärfte Bedingungen mit Multitasking im Dixi ;-) So ging das Intervall km 35 bis km 40 km in 34 Minuten weg, die übrigen in 30-32 Minuten. Der Zieleinlauf über den roten Teppich war dann wie immer unbeschreiblich, reines Glücksgefühl. In der Halle traf ich meinen Liebsten, auch er hatte ein gutes Rennen hingelegt, und wir taten uns am reichhaltigen Zielbuffet gütlich, mit Brühe, Salzbrezeln, Wassermelonen und alkoholfreiem Bier. Die lange, heisse, wohlverdiente Dusche folgte dann im Hotel.

Fazit
Mit dem 7. Marathon kommt langsam die Routine zum Tragen. Ich konnte noch keinen meiner Marathons so gleichmässig wie diesen und mit einem Durchschnittspuls von guten 150 bpm (GA2-Bereich) laufen. Hamburg steht trotz weiter Anreise auch für nächstes Jahr wieder auf der Wunschliste. Ein grosses Dankeschön an die Helferinnen und Helfer und die Zuschauer, die in Sturm und Kälte ausgeharrt und uns unterstützt haben!

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Oh wie schön!!!

Da bin aber froh, dass die doofe Wade gehalten hat! Die anderen Widrigkeiten braucht man ja nun auch nicht unbedingt, aber du hast ja alles bravourös gemeistert. Das Problem mit der Dixie Tür, die nicht schließt, hatte ich gestern auch, nur hatten wir nicht die Läufermassen auf der Strecke, das machte es etwas einfacher ;-))

Ich will auch wieder nach Hamburg, vielleicht habe ich ja nächstes Jahr Glück....

Gute Besserung allen "Überbleibseln" (Blasen an den Füßen von den durchnässten Socken?) inklusive dem USB Kabel (wie passiert denn sowas, aber ich bin ja kein Techniker).

Ganz liebe Grüße aus dem Saarland, Ulrike

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Ganz herzlichen

Ganz herzlichen Glückwunsch! Manchmal nehmen die widrigen Bedingungen den Druck und dann läuft es. Konnte ich auch gerade in Hamburg feststellen. Erhol Dich gut!

Ich bin dann mal weg

Herzlichen Glückwunsch!

Ich lese zwischen den Zeilen, dass es nicht nur dein schönster Marathon war, sondern auch, dass noch viele folgen sollen. Blut geleckt;-)
Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass HH einen zu schnellen Beinen und vor allem zu einem gleichmäßigen Lauf verhelfen kann. Sehr abwechselungsreich und die Zuschauermengen an genau den richtigen Stellen.
Genieße deinen Erfolg!

Lieben Gruß
Tame

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links