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Benutzerbild von cour-i-euse

Weit über ein Jahr hinaus hat mich der Fersenschmerz fest im Griff gehabt. Seit jenem Abend im noch jungen Jahr 2015, an dem ich in Hannover mit jener Laufgruppe gelaufen bin, nicht langsamer als dieser Angeber-Unsymp dort sein wollte und daher für meinen damaligen Trainingszustand viel zu lange viel viel zu schnell auf Asphalt gelaufen bin. So wars passiert. Und ich war auch noch selbst schuld.

Der Fuß tat im sitzen, stehen, liegen W, beim normalen Gehen, beim Schleichen, beim Gehen auf Rasen, Steinen, Sand, barfuß, in Sandalen, in Gummistiefeln, in Schuhen ohne Einlagen und in solchen mit Geleinlagen, Fußbetteinlagen, orthopädische Einlagen. Meist tat er am Morgen die ersten 30-40 Schritte lang ein bisschen weniger W als am Rest des Tages. Ansonsten tat er morgens, mittags, abends W und wenn ich nachts aufwachte. Er tat W wenn ich vom Rad stieg und beim Ausstieg aus dem Schwimmbad wünschte ich mir immer, Krücken dabei zu haben.

Er tat W wenn ich diese berühmten Treppenübungen machte, die fast immer helfen. Der Fuss tat W trotz unendlicher Massagen mit Igelbällen. Er tat W nachdem der erste Arzt zu dem ich ging, mir einen Tape Verband gebastelt hat, der fast immer hilft. Und auch, nachdem ich mehrere Orthopäden und damit verbunden verschiedene Einlagen ausprobiert hatte - Einlagen halfen bei meinen Orthopäden fast immer, daher führte, auch nach Orthopädenwechsel kein Weg dran vorbei. Er tat vor und nach allen Stoßwellenbehandlungen gleich W, und dabei helfen die ja fast immer. Er tat W nach den zahlreichen Einheiten manueller Therapie. Er tat W trotz Hekla Lava und trotz 800 Tabletten Wobenzym. Meine Kollegin empfahl mir "saure Bäder". Dieser Ratschlag muss DER EINE Tip gewesen sein, den ich verworfen habe ohne ihn zu befolgen.

Wir fuhren im Sommer 2015 an die Ostsee und ich konnte nicht gehen. Keine Strandspaziergang, nicht zum Eismann, zumindest nicht ohne in der folgenden Nacht und den kommenden Tagen die Quittung zu bekommen. Der Fuß tat W bevor, während und nachdem ich meinem Chef in Hannover zum Ende 2015 deutlich beschrieben habe was ich von ihm halte und ich von dem Tag an tagsüber frei hatte ;-).

Er tat beim Vorstellungsgespräch in meiner neuen Firma im Süden der Republik W und während meines Urlaubs in Hongkong, wo ich eigentlich zum Halbmarathon angemeldet gewesen war. Er tat weh wenn ich glücklich war und wenn ich mich ärgerte.

Und ich ärgerte mich mehr und mehr. Inzwischen wohnte ich im Süden, das erste lauffreie Jahr war um und ich konnte noch nicht einmal halbwegs die 500m zum Einkaufen gehen, ohne dass mich der Fuß die ganze folgende Nacht anbrüllte. Und nicht nur der Fuß, nein: Da geht ein Nerv an der Rückseite des Knies hinauf, der richtig was zu sagen hat. Das ganze Bein war ein einziger Schrotthaufen. Ich hätte wunderschöne Wanderungen in den Bergen und vor der Haustür machen können - für mich beschränkte sich der Ausflug darauf, die Beschreibung der Tour in meinem Wanderbuch zu lesen, und wenn ich Glück hatte, auf einen 1 km Spaziergang rund um die Bergstation. Letzteres nur dann, wenn ich die Schmerztabletten auf dem Nachttisch liegend wusste.

Erst ziemlich genau vor einem Jahr begann sich der Knoten langsam - sehr langsam! - zu lösen. Ein Spaziergang Mitte Mai 2016 war reichlich aus dem Ruder gelaufen. Das hatte es zwischendurch immer mal gegeben, aber oh Wunder, diesmal verhielt der Fuß in der folgenden Nacht längst nicht so beeindruckt wie ich es gewohnt war. War das die Wende (das W-Ende)? In den folgenden Monaten spazierte ich zweimal in der Woche eine kleine 1 km Runde. Ich brauchte fast eine halbe Stunde dafür. An manchen Tagen fühlte es sich der Fuß auch am Ende noch gut an, an anderen Tagen muckerte der Fuß wieder stärker. Jemand postetete einen Link von Fersenspornübungen von Liebscher/Bracht. Dabei wurde auch auf die Zehenstreckern im Fußrist Rücksicht genommen. Ab hier änderte sich vieles. Im August machten wir eine Radtour am Neusiedler See - der Fuß bockte gerade wieder stärker und an Gehen war mal wieder nicht zu denken. Aber irgendwie war auch hier das Gefühl, dass es früher viel weher getan hatte. Wieder zuhause, konnte ich meine kleine Runde bald täglich gehen. Ich verlängerte mein Ründchen auf 2 km, später auf dreieinhalb.

Veränderungen zeigten sich nicht von einem Tag auf den nächsten, auch nicht von einer Woche auf die andere, sondern vielleicht von einem Monat auf den nächsten. Im Herbst war die 3 km Runde endlich problemlos möglich. Manchmal, wenn keiner geguckt hat, bin ich heimlich ein paar Meter gejoggt. Endlich konnte ich auch in den Bergen spazieren gehen. Zunächst begnügte ich mich mit 5 km, zum Jahresende waren 2-3 Stunden möglich.

Anfang 2017 wagte ich die ersten Laufschritte, nach einem alten Marquart Plan. 10 Mal eine Minute laufen, eine Minute gehen. Zuerst nur zweimal in der Woche. Das reichte dem Fuß völlig. Die dadurch getriggerten Schmerzphasen wurden bald kürzer. Und die schmerzarmen Zeiten länger und vor allem immer schmerzärmer.

Inzwischen sind weitere Monate vergangen. Die Beule unter dem Fersenbein ist nicht mehr so groß wie eine halbierte Pflaume sondern nur noch wie ein längs-halbierter Pflaumenkern. Oft vergesse ich das W völlig. Ich kann zweimal in der Woche 3-5 km am Stück langsam joggen und bereite mich nun, auch wieder mit Marquart, darauf vor, im Spätsommer 10 km am Stück laufen zu können. Der Fuß ist nun nicht mehr das eigentliche Problem sondern alles, was auf der andren Seite viel zu lange viel zu viel zu tun hatte und durch die noch immer vorhandene Schonhaltung noch immer tut. Mein Bewegungsapperat rüttelt sich langsam zurecht: Mal klappert es hier, mal reißt es da. Auch das werde ich in den Griff bekommen. Nicht heute. Nicht morgen. Aber zum Firmenlauf im Juli werde ich die 6-komma-irgendwas km am Stück verdammt nochmal laufen können, ohne mich dabei zu schrotten. Und das ist im Moment alles was zählt.

Von Marathon träume ich nicht.

Cour-i-euse

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

So viel W

Oh Mann! Das braucht doch wirklich kein Mensch.
Ich wünsche Dir, dass es weiter stetig aufwärts geht und Du irgendwann das W wieder vergessen kannst. Ob Du danach Marathon läufst oder nicht, ist doch völlig egal.

Viele Grüße WWConny

Zwischen Lachen und Weinen

Lachen, weil es so schön ist wieder von dir zu lesen und zu hören, dass es langsam wieder aufwärts geht
Weinen, weil es beim Lesen weh tut und ich dir so sehr anderes gewünscht hätte.

Sch.. auf Marathon. Wer braucht den? Ultras sprechen von "Babyschritten", und genau das schaffst du, und das ist unendlich wichtig! Und dass der Rest jetzt zickt: ja, das kenne ich auch. Heute noch ist mein Bein, an dem ich mir 2009 den Knöchel brach, stärker als das andere, dass ab immer die Arbeit leisten musste...

Ach, und übrigens: Chefs die Meinung sagen ist super!

Alle guten Wünsche aus dem Südwesten der Republik!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Das Ende des Wehs

da freut mich sehr, dass es aufwärts geht bei dir.
Habe deinen Blog gespannt gelesen, da ich auch mehrere Wehs habe.
Hast du einen Link zu den Liebscher Übungen?

Auch mit kleinen Schritten kommt man dem Ziel näher. Wünsche dir eine w-freie Zukunft.

LG,
Anja

Oh W

Was du beschreibst, wünscht man nicht dem ärgsten Feind.
Ich jedenfalls wünsche dir weiterhin viel Ausdauer und Zuversicht im Umgang mit deinem W - und vor allem, dass du weiterhin und Schritt für Schritt deinen Radius wieder ausdehnen kannst, soweit du willst.
Dass mit Willen und Rücksicht auf sich selbst vieles möglich ist, hat mir mein Freund gezeigt. Er läuft seit seiner Jugend täglich. Dass er vor 7 Jahren wegen Fersensporns über ein Jahr lang keinen Laufschritt tun konnte, war sehr, sehr hart für ihn. Er hat sich wieder zurück gekämpft, Schritt für Schritt, so wie du. Heute läuft er wieder, meistens ohne W. So wie du hoffentlich bald.
LG clarin

Ich drücke die Daumen

Ich drücke dir die Daumen das es die Beschwerden nicht wiederkommen. Nach längerer Pause den Wiedereinstieg zu finden ist nicht einfach. Kenne ich aus eigener Erfahrung, hoffe du kannst am Ball bleiben und das Training stetig ausbauen.

Das liest sich

gut. Wir haben uns ja schon vor einiger Zeit über das mehr oder weniger gemeinsame W unterhalten. Jeder Fuß ist anders und die Behandlung soll gleich helfen. Geht ja nicht. Jeder Physio arbeitet anders und selbst die Stoßwelle kann anders sein, obwohl es das gleiche Gerät war. Jetzt lese ich, dass du schon wieder kurze Läufe regelmäßig laufen kannst. Das hört sich gut an. Ganz so weit bin ich noch nicht. Aber ein Anfängerplan liegt auch schon auf meinem Schreibtisch. Der soll ab nächste Woche in die Tat umgesetzt werden. Mal schauen. Ich drücke dir die Daumen für das, was du dir an Läufen vorgenommen hast. W hatten wir ja nun wirklich genug.

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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Boa - hast Du einen Willen!

Und einen langen Atem!
Und wenn eine W-Odyssee endlich ihr endet findet, dann ist das der Lohn für deine Beharrlichkeit!
Ich wünsche dir (und allen anderen mit kleinem und großem W) fortan verschont zu werden!
Alles Gute auf dem weiteren Weg zurück zum Laufen! Egal wie weit...

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Wozu ...

... auch aktuell vom Marathon träumen?
Bei so nem Dreck verschieben sich janz schnell Prioritäten. Ich wünsche einen rückfallfreien Wiedereinstieg! Auch dann verschieben sich wieder Prioritäten. Aber jetzt sind die Schritte einfach erst mal janz klein. Es ist nicht schade, dass es immer noch so langsam vorwärts geht, sondern schön, dass es schon wieder so vorwärts geht. ;-)
Ein Schalk hat ein neues Ziel - Das Doppel 2017: UTMB+TdG
Training für das Doppel 2017 - UTMB+TdG

Ich zieh den Hut vor soviel

Ich zieh den Hut vor soviel Willensstärke!
Das tat schon beim Lesen weh...Alles Gute für den Einstieg.

Ich bin dann mal weg

THANK

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