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Benutzerbild von waldboden

Hallo,

bei der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)wurde über den plötzlichen Herztod bei Sport diskutiert.

a) kommt sehr selten vor: 1,2 bis 1,5 Todesfälle auf 1 Million Einwohner
b) betrifft fast nur Männer (97 Prozent) im mittleren Lebensalter (Durchschnittsalter 47 Jahre).

Es wurde auf das seit 2012 bestehende landesweite Register in Deutschland verwiesen: Sports-related sudden cardiac deaths in Germany. Dort werden alle plötzlichen Herztodesfälle bei Sport (Wettkampf und Freizeit) aufgenommen, um mehr Informationen bzgl. Inzidenz und Ätiologie zu erhalten. Nach 2,5 Jahren sind 144 Fälle erfasst, was der geringen Auftretenswahrscheinlichkeit von 1,2 bis 1,5 pro 1 Million Einwohner pro Jahr entspricht. Von diesen 144 Herzstillständen konnten 38 erfolgreich reanimiert werden.

Die Ursachen waren altersabhängig: Bei den bis zu 35-Jährigen war überwiegend eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels (Myokarditis) die Ursache.
Ältere Sportler hatten meist eine Koronararterienerkrankung ("Verkalkung") mit Infarkt.

Die meisten plötzlichen Herztodesfälle traten beim Freizeitsport auf und betrafen Männer im Alter zwischen 50 und 59 Jahren.

Diskutiert wurde, dass es derzeit keine klare medizinische Aussage gibt, wie lange man nach (schweren) Erkrankunen (Grippe, Erkältung mit _Fieber_) warten soll, bis man wieder mit dem Sport beginnt, um eine Myokarditis zu verhindern.

Alle Experten sind sich einig: Bei akuten Erkrankungen unbedingt pausieren!
Aber sie wissen nicht, wie lange pausiert werden soll.

Die Vorschläge variierten von Pause von insgesamt (inklusive Fieber und Symptomen bis Symptom-Freiheit) 2-3 Wochen. Man sollte auf jeden Fall völlig ohne Symptome sein, bevor man wieder mit Sport beginnt, lieber nocht etwas länger warten.

Die Experten meinten, dass es schwierig sein könnte, Patienten von so langer Pause zu überzeugen: „Die haben vielleicht ein Jahr auf einen Marathon oder Triathlon hin trainiert und dann bekommen sie kurz vorher eine Erkältung …“, Was dann? Ein Blutbild und eine CRP-Bestimmung wurden zur Abklärung empfohlen – und zusätzlich ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG.

Und es wurde deutlich betont, dass plötzliche Herztodesfälle beim Sport natürlich auch durch Doping begünstigt werden können – und dass zunehmend auch im Breitensport, etwa bei (Hobby)-Triathleten, zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen wird, die jedoch z.B. zu Herzklappenschädigungen, zu QT-Zeitverlängerungen und Rhythmusstörungen beitragen können.

Grüße,
waldboden

4.6
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Von Nichtsportlern

wird man ja immer mal wieder damit konfrontiert, dass ja "andauernd" Leute beim Marathon tot umfallen... 1,5 zu 1 Million ist doch mal eine entwaffnende Aussage!

Bei/nach Krankheit zu pausieren bis (mindestens) alle Symptome verschwunden sind, halte ich für absolut angebracht.
Aber was ist krank? Reicht Fieber als Indikator? ...oder schon ein erhöhter Ruhepuls?
Ich pausiere ja schon gerne, wenn ich mich einfach schlapp und ausgebrannt fühle...

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

und was heißt pausieren

wohl jedem erkälteten Menschen wird empfohlen sich warm eingepackt an der frischen Luft zu bewegen und nicht in gut geheizten Räumen zu verharren. Ob ich nun langsam trabe oder andere spazieren gehen, da sehe ich keinen Unterschied. Mit Fieber laufe ich definitiv nicht, und scharfe Tempoläufe oder gar Intervalle auch nicht, wenn ich nicht fit bin (die laufen dann aber eh nicht...).

Was die Neigung zu Hobbysportlern zu "Doping" betrifft kann ich das leider nur bestätigen. Ich kenne zuviele Läufer, die schon mal VOR einem Ultra oder Marathon prophylaktisch Ibn schlucken, damit es erst gar nicht weh tut... Kapiere ich nicht, die Einstellung, aber muss jeder selbst wissen.

Ich selbst habe einen einzigen Fall von plötzlichem Herztod erlebt. Der Läufer war Trainer, gut trainiert und nebenbei bemerkt selbst Arzt, ich glaube sogar, Internist. Die Obduktion ergab einen (sehr seltenen) Hinterwandinfarkt, von seiner Vorschädigung dürfte er selbst nichts gewusst haben, mit einem normalen EKG war das wohl auch nicht zu erkennen. Oder wie es andere aus seinem Umfeld formulierten: Er wäre an dem Tag auch beim Zeitunglesen am heimischen Frühstückstisch gestorben. Mit dem Sport hatte der Tod nichts zu tun. So war aber schnelle Rettung da - denn der Rettungswagen stand nur 150m weiter im Ziel und eine Mitläuferin leistete sofort Erste Hilfe. Er war aber schon tot, bevor er auf dem Boden aufschlug, vermutlich hat er selbst gar nichts mehr davon mitbekommen. Traurig, aber das Leben.

Hat man mal statistisch dagegen gehalten, wie viele Menschen im Bett sterben???

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

pausieren

Sobald eine Erkältung im Anmarsch ist , bleiben die Laufschuhe stehen und es wird sich vernünftig angezogen und an die frische Luft gegangen . Und ist die Erkältung ausgestanden , noch einmal 3-4 Tage Ruhe und dann 3-4 Einheiten ruhiges Traben.

Kammerflimmern

Einer meiner besten Freunde hat vor zwei Jahren bei einem 5km Lauf Kammerflimmern gehabt. Er ist quasi aus dem Lauf heraus Tod umgefallen. Sein Glück war, dass er bei diesem Lauf teilgenommen hat und nicht zu Hause im Bett lag, dort wäre er wohl heute nicht mehr unter uns. So aber ist er einem Arzt in die Arme gefallen, der sofort mit den Rea-Massnahmen begonnen hat und ein Defi, die einzige Hilfe in so einem Fall war ja nicht weit und kam sehr schnell zum Einsatz.

So lang kein Fieber vorhanden ist, würde ich sagen, ist gemässigtes Training durch aus hilfreich und nicht schädlich. D.H. kein Tempotraining, keine langen Läufe, nur langsame Dauerläufe um die 30min. Das hat einen ähnlichen Effekt, wie ein Überwärmungsbad oder ein Saunagang, es steigert die Körperkerntemperatur und führt somit zu einer Steigerung der Körpereigene Immunaktivität. Wenn man sich dabei schlecht fühlt sollte man es allerdings sein lassen.

Auch nach einer schweren Erkrankung mit Fieber sollte man nicht sofort mit dem Tempotraining und den langen Läufen beginnen. Sondern eben nur kurz und langsam Laufen. Ich denke 1-3 Wochen sind hier tatsächlich angemessen. Die meisten spüren wann es wieder mit härterem Training los gehen kann. Und dies ist absolut individuell.
Wenn man zu früh mit dem harten Training beginnt, wird einem der Körper dies so oder so 1:1 zurückmelden. Ich schaffe dann z.B. die geplanten Zeiten nicht, oder die geplante Distanz wird eine echte Quälerei. Falscher Ergeiz bringt einen mit sowas nur vorzeitig ins Grab.

Auch ist klar das Wettkämpfe auf Anschlag gelaufen nicht gesund sind. Und trotzdem hat man heute schon herausgefunden, dass z.B. die Nachteile eines Marathons durch eine gute Vorbereitung deutlich in den Hintergrund tretten. Ich nehme den Leistungsport hiervon aus.

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