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In Vorbereitung auf meinen ersten "kleinen" Ultra in Rodgau hatte ich mir den Kevelaer Marathon einmal als Trainingsmarathon vorgenommen. 7 Runden a´6 km in einem gemäßigten Tempo sind doch schon mal eine gute Vorbereitung. Ich für meine Begriffe hatte mir eine Zeit so zwischen 4:30 und 5:00 Std. vorgenommen. Mit einer 6:30er Pace wollte ich anfangen. Nach meinem 5-Stunden-Auftritt in Athen war das jetzt keine Selbstverständlichkeit. So hatte ich nach Athen 14 Tage vollständig pausiert und dann erstmals die Erfahrung eines schmerzenden Knöchels machen müssen. So lief ich dann die letzten 6 Wochen stets in einer Pace zwischen 6:25 und 7:00 durch die Gegend. Immer beide Knöchel bandagiert. Mit meiner Gesamtlaufleistung für Dezember war ich zufrieden, mein längster Lauf war aber nur 26 Kilometer. Also so ganz selbstverständlich war mein Plan nicht.

Der Kevelaer Marathon findet eigentlich in Twisteden statt, in der Nähe der holländischen Grenze. Nächster bekannter Ort ist in Holland Venlo. Mein Heimatort Mönchengladbach ist knappe 70 Kilometer entfernt. Morgens gegen 7.30 Uhr Richtung Kevelaer bei dichtem Nebel. Gott sei Dank kein Blitzeis wie in anderen Teilen Deutschlands. Start ist für 10:00 Uhr vorgesehen. Tatsächlich zeigt sich das Wetter nicht von der schönsten Seite, aber bei leichten Plusgraden und Nebel läßt sich dennoch gut laufen. Der Kevelaer Marathon fand in diesem Jahr zum 15. mal statt und zieht einige etablierte und bekannte Läufer/Läuferinnen aus der Szene an. So war Sigrid Eichner dabei, aber auch Joe Kelbel von marathon4you, der seinen 350.ten Marathon/Ultra bestritt.Begrüßt wurde ich am Parkplatz in der Art, dass ein Betreuer mich fragte, ob ich wüßte wo der Start wäre. Wenn nicht sollte ich den ganzen Verrückten folgen.Die Betreuer stammten wohl weitestgehend vom ortsansässigen Fussballverein und Fussballer können sich ja bekanntlich solche Distanzen laufend nicht vorstellen, zumindest nicht ohne Ball. Ganz Unrecht mit den Verrückten hatte er aber trotzdem nicht. Noch nie habe ich soviele humpelnde Läufer von Anfang an gesehen.Selbst mit Krücken absolvierte eine Läuferin den Marathon. Und nicht schlecht. Sie wird wohl ihre Gründe gehabt haben.

Um 10:10 Uhr ging es dann mit einer leichten Verspätung los. Der 6 Kilometer Kurs geht ausschließlich über Asphalt und war weitestgehend eisfrei. Ein Versorgungspunkt an der Wendestelle Start/Ziel und einer bei ca. 2,5 Kilometer.Das war schön, da sich so die gesamte Distanz in kleine Teile zerlegen lässt. Landschaftlich eine relativ unspektakuläre im Nebel gelegene Strecke, aber ein tolle Betreuung und immer wieder Superstimmung an der Strecke. So habe ich mir dann die Strecke in 3-Kilometer-Häppchen zerlegt, was mir gut gefiel. Die Versorgung war im üblichen Rahmen, Wasser, Tee, ich glaube ISO, Bananen, Honigkuchen etc. War ok. Bin da aber auch nicht wirklich ein Maßstab. Das Kreiseln hat mir für mein Vorhaben, einen Trainingsmarathon zu laufen, super gefallen.Interessant war auch einmal das Lauftempo des Siegers im direkten Vergleich bei der Überrundung zu sehen.Der Sieger war in 2:36 Std. im Ziel, was einer Pace von 3:43 entspricht. Ich kann ja garnicht 3:43, vielleicht mal in einer Steigerung. Wenn du dann mit einer 6:30er Pace unterwegs bist, dann ist das schon sehr beeindruckend. Und der ist nicht einmal Weltklasse. Naja, ich bin dann meine Runden gelaufen, hier und da ein wenig gequatscht und so ging es dann dahin. Bei 2:15 Std. hatte ich den Halben. Ab so Kilometer 35 wurde es dann ein wenig schwerfälliger und so richtig war dann auch keine Lust mehr da. Am Ende war ich dann in 4:40 Std. im Ziel. War in Ordnung. Ziel dieses Marathons für mich sollte ja auch unter anderem die Erkenntnis sein, ob ich denn bei dem Tempo noch weitere 8 Kilometer hätte laufen können.Können ja, wollen nein.

Ich werde dann wohl Rodgau mal mit einer Zielzeit von 5:25 Std. angehen.Ist eine 6:30er Pace. Ich kenn mich ja: Ab 35 Kilometer rede ich mir dann wieder ein, ob es nun 5:25 Std. oder 5:35 Std. ist doch auch egal.

Etwas Interessantes habe ich aber dann noch mitgenommen: Namentlich erwähnt wurden auch die, die ihre Runden am gleichmäßigsten gelaufen sind. Heißt die, die die geringsten Abweichungen zu ihren Rundenzeiten hatten. Das werde ich mir für Rodgau zusätzlich vornehmen. Ist mal interessant, jede Runde an 31:50 ran.

Ich persönlich kann Kevelaer nur empfehlen. Ein sehr schöner Marathon zum Jahresanfang, auch wenn das Wetter nicht so toll ist. Eine Superbetreuung auf der Strecke, unwahrscheinlich nette Menschen und kann von jedem so gelaufen werden wie er möchte. Interessant war auch noch, dass knappe 400 gemeldet hatten und nur 280 im Ziel waren. Ich weiß aber nicht wie viele gestartet sind. Kann sein, dass einige aufgrund der Witterungsbedingungen zuhause geblieben sind. Es haben aber auch etliche abgebrochen. Naja, wenn man sieben mal am Ziel vorbeikommt. Den Gedanken hatte ich aber ehrlich gesagt überhaupt nicht. Auch ein gutes Zeichen.

Insofern wünsche ich euch ein schönes und erfolgreiches Jahr 2017. Und bleibt gesund.Für die, die gesundheitlich angeschlagen sind, wünsche ich von ganzem Herzen gute Besserung.

Grüße
Stefan

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (4 Wertungen)

sehr fein gemacht!

Wir sehen uns in Rodgau ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Stimmt,

ihr lauft ja auch dort. Da lernen wir uns ja bestimmt mal kennen. Schön.

Da bekomme ich aber Vorsprung! :-)) Und bleibt gesund.

Grüße
Stefan

Guter Start

fürs neue Laufjahr würde ich sagen!
Ich hoffe, dass schmerzende Knöchel Vergangenheit sind, nicht dass Du auch noch mit Gehhilfen antreten musst!
Für den Ultra würde ich mir für die letzten Kilometer jetzt schon mal ein paar gute Argumente einfallen lassen, um die Pace schön gleichmäßig zu halten! Dann klappt's auch bestimmt mit der 5:25!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Argumente................,

gibt es doch gar keine. Ich lese ja momentan schon Mentaltraining für Läufer. So ganz überzeugt mich das aber auch nicht. Aber ehrlich, ich möchte gerne durchkommen. Da brechen ja tatsächlich immer einige Läufer ab.

Und mein Knöchel/Sprunggelenk klappt auch. Bin ja den Marathon ohne Bandage gelaufen. Klappte gut und hatte diesbezüglich keine Probleme.Sobald der Untergrund aber weniger glatt, im Sinne von eben ist, bin ich wohl nicht stabil genug im Fuß.

Wird aber mit der Zeit auch. Insofern bin ich sowieso optimistisch.Da ich dieses Jahr einiges vorhabe, bin ich aber äußerst vorsichtig unterwegs.

Grüße
Stefan

Guter Startt

War ja a guter Start ins Jahr 2017. Alles gute fürs Laufjahr und übernimmm di net. Wir wollen ja in der Wachau maximale Erfolge feiern.

LG

Jan

Selbstverständlich,........

mein einziger geplanter SUB 4 Versuch. Vorher bietet sich aber auch nicht ernsthaft die Gelegenheit.

Wir hören uns. Bis dann und bleib gesund.

Grüße
Stefan

Können ja, wollen nein....

herrlich ehrlich!
Ein Trainingsmarathon ist schon eine Hausnummer, finde ich.
Rodgau steht auch auf meiner Liste ganz oben. Verletzungsbedingt geht es dieses Jahr wieder nicht. Irgendwas kommt immer dazwischen, ist auch weit entfernt von uns. Dir wünsche ich mega viel Spaß und drücke für eine 5:30h die Daumen!

Lieben Gruß
Tame

Oh danke für das Daumendrücken!

Ich werde es mal versuchen! Hauptsache kein Glatteis. Sieht aber ganz gut aus.

Und dann lerne ich ja wahrscheinlich noch "strider" nebst Mann kennen. Die beiden wollen ja auch kreiseln.

Hoffe, dass du deine Verletzung in den Griff bekommst. Alle Leidenschaft hilft nichts, wenn man nicht gesund und verletzungsfrei
bleibt.

In diesem Sinne

LG
Stefan

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