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Benutzerbild von WWConny

Begonnen hatte es durchaus verheißungsvoll – mein Laufjahr 2016.
Die Wochenkilometer wurden allmählich wieder mehr und Ende Januar gabs sogar eine unerwartete PB beim Insellauf in Königswinter. Das machte mir Mut und ich begann, doch wiedermal ein paar vorsichtige Pläne zu schmieden: zunächst mal Münster. Sechs-Stunden-Lauf. Das ist ein großartiges Formtest-Format, denn man kann jederzeit aussteigen, wenns nicht mehr läuft.

Zur Steigerung der Motivation und zur Befreiung vom Pulsgurt legte ich mir ein neues Spielzeug zu und bin nach wie vor begeistert davon. Sowohl vom optischen Pulsmesser als auch vom Eintritt ins GPS-Uhren-Zeitalter. Die Musik-Option dieses Meisterwerkes der Technik nutze ich zwar selten, seit ich über den Hund fiel, aber gelegentlich genieße ich es doch sehr, ohne Handy und Strippengedöns mit Musik laufen zu können.
In Münster machte ich nach reichlich vier Stunden Schluss und freute mich über die 32 Kilometer auf dem Zähler. Das war Mitte März und ich beschloss, nochmal in den Harz zu fahren – das war sooo schön dort! Ende April wars so weit, und es wurde ein wunderbares Wochenende mit Lauffreunden, auch wenn die Zeit etwas hinter meinen eigenen Erwartungen zurück blieb. Egal!

Es ging auch danach recht gut weiter, und im Juni im Brexbachtal gabs ebenfalls eine deutliche Verbesserung der Vorjahreszeit und den Entschluss, nochmal das Abenteuer Marathon zu wagen. Ich bastelte einen Trainingsplan und hielt mich – wie gewohnt – eher mittelmäßig genau dran. So befielen mich dann auch Zweifel, ob ich mir nicht doch zuviel vorgenommen hatte. Ich startete dennoch in Monschau, und erlebte mein persönliches Marathon-Fiasko.

Danach war der Ofen aus. Die Enttäuschung war groß und der Frust sitzt so tief, dass mir bis heute die Motivation fehlt, wieder zielgerichtet zu laufen. Die Lungenentzündung, die mich im Herbst ereilte gab mir dann den Rest.

Ich mag nichtmehr.

Aus Tradition lief ich noch beim heimischen Bahndammlauf mit und auch beim Firmenlauf in Bonn. Beides Kurzstecken (5k), beides in brüllender Hitze, beides in bescheidener Zeit. Es war ätzend. Spaß ist anders.

Ein schlauer Freund aus Aachen kommentierte mein Genörgel darüber mit dem Satz „Conny, Du musst irgendwie eine andere Einstellung zum Laufen finden…. eine, mit der Du zufrieden bist.“ Damit traf er den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Und seitdem suche ich. Und suche…. Und suche….
Meine eigene Analyse: „Dieses Streben nach Tempo frustriert mich immer mehr. Ich werde NIE schnell laufen können. Dafür fehlt mir einfach das Talent.“ Kommentierte er mit „Ja, das stimmt.“ Das hat mich sehr getroffen, andererseits ist es nunmal die gnadenlose Wahrheit. Aber wie gehe ich nun damit um? Es gibt eigentlich nur eine sinnvolle Lösung: Das Laufen muss entkopft werden. Hier inspirierte mich happy, der eine Zeitlang ebenfalls bei der Jagd nach Bestzeiten der Spaß abhanden gekommen war.

Im Oktober hatte ich Gelegenheit, eine Woche lang ein Pedelec auszuleihen. Ich fuhr damit zur Arbeit. Das dauerte es pro Tour (nach anfänglichen Wegerkundungsumwegen) anderthalb Stunden – leider nicht alltagstauglich, aber mir wurde wiedermal sehr bewusst, wie gut mir die Bewegung an der frischen Luft tut.
Das war der Moment, in dem ein klitzekleines Bisschen Motivation zurückkehrte. Dann kam der November und ich wurde krank. Vier komplett lauffreie Wochen. Und das ausgerechnet in der dunkelsten Zeit des Jahres, wo es mich ohnehin schon extreme Überwindung kostet, abends nochmal vor die Tür zu gehen. So gabs auch im Dezember wenig Laufkilometer, denn ich lief nur am Wochenende und im Urlaub.

Und jetzt ist das Jahr rum und es stehen 1005 km auf der Uhr. Zwei Drittel davon im ersten Halbjahr.
Was mache ich jetzt damit in 2017? Momentan habe ich ehrlich gesagt noch keinen blassen Schimmer, geschweige denn einen Plan.

So erkläre ich für dieses Jahr Artikel 2 des Rheinischen Grundgesetzes zu meinem Laufmotto:

Et kütt wie et kütt.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Motivationslöcher

Ach ja, die Motivation ...
Ich habe da auch immer wieder meine Schwierigkeiten. Eine optimale Lösung habe ich für mich selbst auch noch nicht gefunden. Tempojägerin bin ich nicht - dafür habe ich viel zu spät mit Sport angefangen. ... und außerdem laufe ich in meiner Freizeit als Hobby: Streß und Frustration habe ich auf der Arbeit genug!

Warum laufe ich? Zum einen um Kalorien zu verbrennen (ich liebe Süßigkeiten, Zucker und Fett), zum anderen um dem "körperlichen Verfall" ein bischen entgegenzuwirken.
Wenn dann noch der eine oder andere Urlaub mit Lauferlebnis und Finisher-Medaille herausspringt, dann ist das Optimum erreicht.
Wenn ich mir eine Laufveranstaltung auf Biegen-und-Brechen vornehme, dann schaffe ich es auch, mich darauf vorzubereiten (naja, auch nicht immer optimal, aber wenigstens mehr als ohne festen Termin). Die Zielzeit spielt dabei dann wiederum keine Rolle, Ankommen ist das Ziel.

Letztendlich versuche ich nach-und-nach dahin zu kommen, das Laufen als solches zu genießen. Das Vorankommen mit der eigenen Muskelkraft, das Spüren des Wetters, das Sehen, Hören und Riechen der Umgebung.
Indem ich mir dieses Ziel (auch durch alte Fotos) wieder in Erinnerung rufe, hoffe ich, die Motivationslöcher immer öfter umlaufen zu können.

Ich hoffe, du findest für dich einen Weg, Spaß an der Bewegung zu haben und zu erhalten. Ob beim Laufen oder anders ist dabei eigentlich egal. Der Spaß ist das Ziel!
die_alternative

Der Spaß ist das Ziel

Das ist gut! Ich nehme es mit auf in meine Selbstmotivations-Sprüche-Sammlung.
Heute startete ich ins neue Jahr (das hier sonnig, aber sehr kalt begann) mit einer schönen, gemütlichen Nordic-Walking-Runde gemeinsam mit meinem Mann.
Hat Spaß gemacht. Tagesziel erreicht. ;-)

Gegen Motivationslöcher

helfen mal komplett andere Beschäftigungen wie Radfahren etc.
Hat mir schon oft übern Berg geholfen.
Ich wünsche Dir ein gesundes und fröhliches neues Jahr mit jeder Menge Motivation, egal wofür.

LG,
Anja

wie Anja

manchmal hilft gegen Motivationslöcher etwas ganz anderes tun.

Aber wieso quälen? Wenn du nicht laufen magst: das ist doch ok? Irgendwann kommt die Freude wieder oder eben nicht, dann vielleicht ein anderes Hobby? Ist doch Spaß, nicht Arbeit. Davon haben wir genug.

Ich wünsche dir ein schönes motiviertes (wofür auch immer) 2017!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Das Rheinische Grundgesetz

gefällt mir sehr. Daran solltest du festhalten. Ich will nicht behaupten, dass mir das Laufen immer Spaß macht. Aber es sollte zumindestens so sein, dass man hinterher mit sich und der Welt im Reinen ist. Dazu gehört für mich mittlerweile der Anblick eines Sonnenauf- oder Untergangs genauso dazu wie eine hübsches Landschaftsbild oder das Gefühl, dass es heute mal locker läuft oder einfach, dass 5, 7 oder 9 km mehr auf dem Tacho stehen. Früher sollte es immer schneller und weiter sein. Doch irgendwann ist man an der Fahnenstange angelangt. Da fehlt der Kick, es nochmal besser schaffen zu können und man muss ich neue Motivation suchen. Die kann auch durchaus so aussehen, "ich habe heute 30 Minuten etwas für meine Gesundheit gemacht". :-)

Lieben Gruß
Tame

WWConny, ich kann das alles nachvollziehen

und weiß dass es vorbei geht. Lauf einfach, weil die Sterne so schön am Himmel stehen, der Mond so hell scheint das man die Schatten der Bäume sieht (jetzt in dieser Jahreszeit) oder die überfrorenen Strecken das Ganze zu einem motorisch fordernden Eiertanz machen.

Lauf einfach, weil es den Kopf frei macht und den Körper entspannt. Einfach, weil man danach gut schlafen kann.

Oder lauf um Die eine Tüte Gummibärchen "gönnen" zu können oder was Du sonst gerne magst.

Wer sagt denn, dass du höher, schneller, weiter musst? Meine Tochter erzählte mir von einem Buch das sinngemäß "Einen Scheißdreck muss ich" heißt.

Es gibt zwei Dinge die man muss als Mensch: irgendwann sterben - und auf's Klo. Alles andere ist freiwillich :grins:.

Hat Spaß gemacht

ist ein sehr gutes Tagesziel, das merke ich mir! Danke!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

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