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Benutzerbild von Linzgaurunner

Ich weiß ich war dieses Jahr nicht sehr oft im Clubhaus. Ich gelobe Besserung:-) Lauftrechnisch verlief dieses Jahr eher bescheiden. Aber machmal gibt es einfach die Dinge die wichtiger sind als neue Bestzeiten.
Veränderung war das Thema im letzten Jahr. Beruflich na ja sagen wir mal so ich hatte einen Plan, aber der Plan war Sch….e. Gesundheitlich ging es mir auch schon mal besser. Nichts Schlimmes aber es knirschte und ruckelte doch ganz schön im Fahrgestell und Motor.
Was gibt es positives? Nun ja da wären da meine Jungs vom Fürstenhof, einem ehemaligen Hotel das als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge dient. Begonnen hat es im Oktober 2015, als ich mit der Cartitas beauftragten von Tür zu Tür ging und einfach gefragt habe wär mitlaufen will. So wares auch der große Lamin der mir Samstag darauf buchstäblich vor die Füße viel. Mit der Bratpfanne in der Hand  Natürlich hatten die meisten den Termin vergessen. Er trommelte dann gleich mal drei Freunde zusammen und los ging zum Lauftreff. Beim Lauftreff habe ich dann die Jungs gleich mal bei der schnellen Gruppe abgegeben. Die Ausstattung der Jungs war eine wahre Katastrophe. Espandrillos, Sneakers, kurze Hose, Wollpullover, schnell war uns klar wir müssen Laufklamotten und Schuhe zusammen suchen. Das größte Problem war es Kleidung für den großen Lamin zu finden, waren wir doch alle gute 20cm kleiner. Nach und nach wuchs die Anzahl der Läufer aus dem Fürstenhof. Beim Silvesterlauf hat ich neun Läufer aus Gambia, Togo, Irak, Syrien, Start. Gelaufen wurde eine fünf und zehn Kilometer lange Strecke um die Doanu in Sigmaringen. Für alle war es der erste Wettkampf. Schon eine Woche später liefen sie in Winterlingen ihren zweiten Wettkampf. Besonders schnell waren die Jungs aus Gambia und Togo.
Im Januar kamen dann noch weitere Läufer dazu. Schon eine ganze Weile mussten wir die Jungs schon mit zwei Autos abholen. Zeitweise waren es dann zwischen neun und fünfzehn Läufern. Mittlerweile waren die Flüchtlinge in allen drei Laufgruppen des Lauftreffs verteilt. Vom langsamen Einsteiger bis zu den schnellen Läufern. Sprachlich war es am Anfang Zeitweise noch etwas Kompliziert. Mit den Afrikanern, einige Syrer und einem irakischen Rockmusiker konnten wir uns in Englisch verständigen. Spaß beim laufen hatten wir trotzdem jede Menge. Als im Januar Schnee fiel war die Freude riesen groß, besonders für die Afrikaner war es der erste Schnee ihres Lebens. Schneebälle waren den meisten unbekannt. Wie eine Schneeballschlacht funktioniert haben sie recht schnell kapiert.
Im Laufe des Jahres wurden die Läufer immer schneller und einige Altersplatzierungen wurden gewonnen. Mit der Zeit bemerkte man bei vielen, dass sie immer mehr deutsch verstanden und auch sprachen. WhatsApp Nachrichten wurden immer mehr auf Deutsch geschrieben. Aus Mitläufern wurden Freunde. Was mit laufen Anfing entwickelte sich, bei einigen von uns zur Betreuung: Arztermine, Behördengänge, Geburtstage zusammen feiern ist inzwischen für uns alle normal geworden.
Bei dem ganzen Spaß den wir im laufe des Jahres zusammen hatten gab es auch traurige Momente. Nachrichten die aus Syrien kamen waren meistens nie gut. Freunde, und auch Verwandte starben.
Die Gruppe der Läufer veränderte sich, ab Mai liefen die ersten Frauen bei uns mit. Einige Läufer bekamen ihre Anerkennung und wurden verlegt. Im August musten ausgerechnet drei meiner vier Frauen zurück in ihr Heimatland. Drei meiner Läufer sind freiwillig zurück. Neue Läufer kamen dazu. Inzwischen kamen meine Läufer auch aus, Guinea, Nigeria und Afghanistan.
Nach dem für einige der Jungs im September die Ausbildung begonnen hat, ist unsere Gruppe ziemlich geschrumpft. Im Oktober erzählte mir Blessy dann das sie nicht mehr mitlaufen könne da sie schwanger sei.
Ich bin nicht nur sehr stolz auf meine schnellen Jungs, sondern auch auf solche Läufer wie zum Beispiel Abbas. Anfangs mit der ganz langsamen Gruppe unterwegs, wurde er immer schneller, Ab und zu ist er inzwischen auch mal mit der schnellen Gruppe unterwegs. Aber meisten heißt es zu mir Eli komm schneller. Somit holt mich dann auch ausgerecht ein Syrischer Kettenraucher aus meinem Formtief. 
Immer wieder erstaunt bin ich wie schnell meine Jungs Deutsch gelernt haben. Inzwischen verstehen sie alles, auch in schwäbisch. Die meisten haben demnächst in Deutsch das B1 Niveau. Und aus Freunden wurden sehr gute Freunde. Der Fürstenhof ist inzwischen auch bei mir inzwischen ein fester Punkt in meinem Leben geworden. Kaum öffne ich die Eingangstür werde ich in ein Gespräch verwickelt, muß ein Kind auf den Arm nehmen oder werde zum Essen eingeladen. Die meisten wissen das ich meinen Tee schwarz mit zwei Zucker trinke, und entweder viel Zeit habe oder eigentlich schon wieder weg bin. Ich liebe es mit den Kindern zu spielen.
Aus laufen mit Flüchtlingen, wurde viel mehr als ich je gedacht habe. Auch mir hat das laufen mit den Flüchtlingen gut getan. Als es mir beruflich nicht so gut ging hatten sie, trotz ihrer eigenen Probleme, immer ein offenes Ohr für mich. Mir wird auch immer wieder klar, dass es mir eigentlich richtig gut geht. Ein Dach über dem Kopf, sauberes Trinkwasser, genug zu essen, keine Bomben angriffe, gesund zu sein, und auch seine Meinung frei äußern zu können, ist keine Selbstverständlichkeit.
Und noch etwas habe ich gelernt. Das eine ist Gelassenheit, nicht immer alles so hundertfünfzigprozentig genau zu machen, und ein gewisses Gott vertrauen. Meine Syrischen Freunde sagen dazu Inshalla. Heißt so viel wie wenn Gott es will wird er deinen Wunsch erfüllen. Oder einfach wenn es das Schicksal es dir vorausbestimmt hat. Nun ich bin meinem Schicksal dankbar für meine Freunde aus dem Fürstenhof. Dankbar bin ich auch meinen Lauffreunden vom Lauftreff ohne deren Hilfe, meine Idee nicht umzusetzen gewesen wäre. Danke auch an Peter der die Jungs auf viele Läufe mitgenommen hat.
Ganz besonderen Dank möchte ich den vielen Keider- und Schuhspendern sagen. Ohne diese Schuhe und Kleiderspenden wäre dies alles nicht möglich gewesen.
In zwei Tagen heißt es wieder Silvesterlauf. Einige der Flüchtlinge werden auch dieses Jahr wieder laufen, einige werden bei der Organisation mit helfen.
Hab ich euch schon gesagt dass ich Arabisches Essen liebe? Besonders diese syrische Süßigkeit deren Namen ich nicht aussprechen kann?
So nun wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und vor allem viel Gesundheit und viel Spaß, wo immer ihr auch gerade seid, bei allem was ihr auch immer gerade auch tut.

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Gesamtwertung: 4.6 (9 Wertungen)

Silverster run

ich wünsche Dir und Deinen Läufern und Helfern ein gesundes, ein sehr erfreuliches 2017
Hut ab für Deinen Einsatz!
Herzlichst
Rennobst

Ja, so ist das Leben

Muss gerade ein paar Fliegen verscheuchen.

Ich habe das auch schon früher bei Tamilen, Russland-Deutschen (was ein Ausdruck!) und anderen Nationalitäten erlebt wie viel gemeinsames Tun zur Verständigung beiträgt.

Laufen hilft - egal wobei.

Und - Inshallah - ein gutes 2017 wünscht Dir und "Deinen" Jungs und Mädels
fazerbs

Ganz großen Respekt

vor Deinem Tun. Von dir müsste es viel mehr Leute geben!
Danke dafür und danke für den schönen Blog.

Dir für 2017 alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit.

LG,
Anja

Liebe Linzi,

ich bewundere dich für dein Engagement und wünsche dir von Herzen, dass du auch das zurückbekommst, was du an Herzblut da hineinsteckst!
Du bist ein großes Vorbild! Mögest du 2017 von Zipperlein verschont bleiben, damit du unbeschwert die Laufschuhe für dich und deine Jungs schnüren kannst!

Ein glückliches und gesundes 2017 wünscht dir und deiner Familie
die Tame

Hey Linzi, hier wie versprochen....

die Bilder zu Deinem wunderbaren Engagement und Blog!
Wie schon woanders geschrieben bin ich begeistert und gerührt!
Du bist ein Goldschatz, nicht nur für die Menschen, denen Du hilfst!

Ganz liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017
Carla

















"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Danke liebes Pferdchen,

Danke liebes Pferdchen, mögen dich deine Hufe immer schnell ins Zieltragen.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Wow

toller Blog, tolle Bilder, tolle Frau. Ich bewundere dich!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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