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Benutzerbild von Schalk

km0,2 Es ist kalt! Ich hab zwar die Regenjacke doch angezogen, aber irgendwie ist es zwischen Hose und Socken kalt. Hmm, zu weit hochgezogen vorhin. Sch... jetzt dann doch schon so 'n alter Mann, der sich die Buchsen bis unter die Achseln ziehen muß? Kurz angehalten und erst mal die Hose wieder auf die richtige Höhe gebracht. Hmm, vielleicht doch bissl Hochwasser. Egal. Ging die letzten zwei Jahre. Größer geworden bin ich nicht, also hör auf mit Heuln!
km1. Es fühlt sich ätzend an. Der Körper ist leer, irgendwie kraftlos. Nicht schlimm. Sind ja nur noch 34 geplante km. Auf Arbeit war den ganzen Tag Alarm. Früh auf nen Kaffee und Mittags mal janz kurz zum Futtern hab ich auch mal gesessen. Ansonsten nur zwischen Labor und Büro hin und her. Logisch, dass sich dann alles etwas gebraucht anfühlt.
Was soll das noch werden?
Lag es am Wochenendpensum? Waren ja auch da ein paar km. Aber soo schlimm war das nun auch wieder nicht und außerdem hatte ich schließlich Montag zum Erholen.
Egal woran es lag. Die Rechnerei geht los: Wenn ich bei km17 abbiege, bin ich 3km später daheim. Für Morgen und Übermorgen hatte ich ja noch mal je 35km geplant. Wenn ich jetzt schon schwächle, was soll das dann die nächsten beiden Tage werden? Und Freitag hab ich keine Zeit zum Laufen und Samstag sehr wenig, bliebe Sonntag, um die Wo-km in einen einigermaßen passablen Bereich zu hiefen. Klingt doof. Nein! Das ist die letzte Trainingswoche einer eh schon leicht verkorksten Vorbereitung. Wenigstens die muß werden. Am Ende werden 150km stehen. Wie auch immer die zusammen kommen. Es wird passend gemacht. Ne anständige Basis heute gehört da einfach hin. Wird schon irgendwie gehen. Erst mal einlaufen.
km2. Es fängt an zu Regnen. Na, sagen wir mal Sprühnebel. Die Brille reduziert recht bald das Blickfeld auf das Wesentliche. ;-) Wenigstens ist es nicht mehr kalt. Der Regen stört nicht. Es geht die Köpenicker entlang Richtung Treptower Park. Hier muß man etwas aufmerksam laufen. Leute, Radler, Autos - einfach zu viel Trubel. Ich sehne den Treptower Park herbei. Ab da bin ich weitgehend allein.
km7. Plänterwald. Es ist sehr ruhig geworden. Schön! Hier kann ich für mich allein leiden. Nein, wirklich leiden ist es noch gar nicht. Es läuft. Irgendwie. Der Körper fühlt sich zwar recht kraftlos an. Aber Laufen geht. Man muß ja nur einfach ein Bein vor das andere setzen und schon wird das was.
Aber will ich heute wirklich noch so weit? Es regnet mittlerweile. Ekliger Sprühregen. Es ist windig. Es ist bestimmt auch kalt, wenn man sich nicht bewegt oder die falschen Klamotten an hat. Hmm, der letzte Punkt zieht nicht. Doof. Den streichen als Ausrede für's Aufhören. Aber die anderen langen für ne ganze Lauftruppe. Aber jetzt brauch ich das noch gar nicht. Es ist noch zu weit bis daheim.
km13. FEZ. Ich genieße die Ruhe. So wie anderen das Wetter wahrscheinlich auf den Zünder geht, selbst Leute mit Hund kaum zu sehen sind, stört es mich heute irgendwie kein Stück. Ich sehe den Herbstwald im Lichtkegel der Stirnlampe, gehe die Strecke des "Saintelyon" durch. Auch da werde ich (fast?) die ganze Zeit im Dunkeln Laufen. Der Unterschied liegt allerdings in den Höhenmetern. Während ich diesmal einfach nicht dazu komme irgendwo zu kreiseln, meine ganzen km flach in der City laufen muß, schon von Arbeit heim laufen, weil es sonst gar nix wird, gibt es auf der Strecke so gut wie keinen flachen Meter. Entweder es geht hoch, oder eben runter. Egal. Dann wenigstens Ausdauer trainieren. Der Rest findet sich.
km15. Wuhle. Es wird schon gehen. Die restlichen 20km kann man jetzt auch noch laufen. Es wird zwar immer unwirtlicher. Aber wenn man sich nur einredet, dass das nicht stört, ist es irgendwann auch so. Wenn etwas limitiert, dann ist das heute der Kopf und sind es nicht die Beine. Eigentlich war das ja bei km1 fast schon klar. Nur während im Laufe des laufens manche Dinge etwas schwerer werden bzgl. des Nachdenkens, findet sich hier oder da doch auch manche Klarheit, die vorher nicht so da war.
km16,7. Nur noch ein paar Meter bis zum Abzweig. Prompt meldet sich der rechte Schnekel und das linke Knie. Kann doch jetzt wohl nicht wahr sein. Alles Kopfsache! Ich laufe gerade über die Heerstraße weiter an der Wuhle entlang und Ruck Zuck zieht da auch nix mehr. Schon komisch!
Und seit ich nun auf meiner altbekannten 20km-Runde bin, ist es plötzlich auch nicht mehr so weit. Nur noch 7km die Wuhle hoch und dann noch nen 10er Heim. Das geht!
Die letzten km bis zur Wende ziehen sich dann aber doch noch mal etwas. Aber dann ist es geschafft. Wenden. Heimweg! Und im selben Moment pfiff mir der Wind um die Ohren: Sch...! Ok, dann also für die letzten 10km Gegenwind. Auch das werde ich überleben.
Hab ich auch. Am Ende standen die 35km.
Daheim angekommen, Dehnen, fix im Keller die Lauflumpen für morgen früh zusammensuchen, die nassen ALuflumpen neben die Waschmaschine, Duschen, Essen, kurz hier was Schreiben und dann ab in die Federn.
Morgen wird es die selbe Runde werden.
Bin mir noch nicht sicher, ob ick mir freu.
;-)

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Liest sich, als hättest du

Liest sich, als hättest du definitiv deine Hausaufgaben gemacht.
Mir wird bei der Vorstellung von 150 Wochenkilometer ja ganz schwummrig. Und du bist mein ganz persönlicher Held, was schweinehundbezwingen angeht. Meiner hat mich aktuell fest im Griff. Es schüttet bei lauschigen 3grad plus....örgs.
Für dich offensichtlich kein Problem.
Ich sollte mir deinen Namen als Mantra vorbeten :-))
Ich wünsche dir für die letzten zwei Wochen gutes Tapering, bleib gesund, hörst du!!
Und im stillen sende ich einen Gruß an deine Frau...ich mag mir nicht vorstellen, welche ESSENSBERGE sie täglich ranschleppt ;-))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Schön ungemütlich!

Als ehemalige Regenfetischistin liebe ich ja solche Blogs!
Und daß Du auch solche Gedanken kennst, vielleicht doch vorher abzubiegen ... Oder doch nicht. ... Und sich die Wehwehcchen prompt melden .... Und dann sind die gefälligst wieder weg!? Kaum zu glauben! Du hältst den inneren Schweinehund irgendwie immer auf Distanz, das bewundere ich an Dir!
Von Strecke und Wochenpensum mal ganz abgesehen!
Ich kann ähnliche Situationen auch genießen, vor allem, wenn ich mir vorstelle, wie andere auf dem Sofa lümmeln. Aber nicht über soo viele Kilometer!

Alles Kopfsache

wenn auch auf ganz anderem Niveau so ging es mir gestern früh doch exakt genauso. Zwar waren nur 12km auf dem Plan (Intervalle) aber mit müden Beinen (wenn auch nur vom Schwimmen und nicht von 150 Wochenkilometern) war es bei Temperaturen rund um 0 Grad und Nieseldauerregen genauso wie von dir beschrieben.

Saint Lyon wird laufen. Wie immer ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Naja, so wirklich ...

... sind die Hausaufgaben nicht erledigt. Wie im letzten Jahr fehlen die Bergläufe. Hab nach dem TAR doch etwas lange die Füße hoch genommen und bin dann auch nicht richtig in Tritt gekommen. Die letzte Woche ging. Alles vorher war mehr oder weniger Krampf, um irgendwie in den dreistelligen Wo-km-Bereich zu kommen. Da kann man beim Saintelyon mit überleben, aber nix wirklich reißen. Aber dann ist das so.
Das mit dem Schweinehund ist wirklich nicht das Problem. Die Zeit neben der Arbeit und manchmal auch Familie muß einfach auch da sein - und da klemmte es einfach.
Und ja, ich bleib gesund!
;-)
PS: So viel ist das gar nicht. Aktuell geht allerdings doch wieder jeden Abend ne Tafel Schalkolade drauf. Hatte ich wochenlang nicht. Aber grad gehts nicht ohne. ;-)
Ein Schalk lief die Tortourderuhr!

Na klar geht mir auch so was ...

... durch den Kopf. Aber irgendwie wählen die Beine an den entscheidenden Stellen dann immer die längere "Alternativroute". Keine Ahnung warum. ;-)
Die km sind auch nicht so wichtig. Hatte ja auch nix von ner Pace geschrieben. Aber die Gedanken, das sind die gleichen. Genau das wollte ich einfach mal wieder aufschreiben.
;-)
Ein Schalk lief die Tortourderuhr!

Niveau hin, Niveau her ...

... Hey, wir waren draußen bei dem Dreckswetter! Und das Bescheuertste war, dass ich das Wetter gar nicht schlimm fand. Klamottenwahl war einfach richtig.
;-)
Ein Schalk lief die Tortourderuhr!

War das gestern ...

... nur einfach ein gebrauchter Tag?
Heute flutschte es ab dem ersten km. Bei km13 war der Lauf längst im Sack. Da hab ich schon gar nicht mehr über die letzten 22km nachgedacht. Lief einfach.
OK, klar wurde es hintenraus dann noch mal anstrengender. Der letzte 10er war schon wieder mit ordentlich Gegenwind und auch die 3km vorher waren schon etwas anstengender, um die Pace zu halten. Am Ende waren die Beine ähnlich kaputt, wie gestern. Aber die ersten 23km waren deutlich leichter und in Summe war ich auch noch knapp 6min schneller, als gestern.. Also. Geht doch!
In so ner Triologie war eigentlich immer der zweite Lauf der schwerste und der letzte der beste. Mal schauen, wie es morgen läuft.
;-)
Ein Schalk lief die Tortourderuhr!

Trilogie

eigentlich kenne ich auch nur die Reihenfolge, in der der zweite der schwerste ist. Gut zu lesen, dass es auch anders geht!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Mittlerweile

hast du dieselbe Runde nochmal geschafft und kannst dich jetzt freuen;-)
Mir fällt immer auf, dass, egal ob ich mich auf einen Marathon vorbereiet oder auf einen Ultra, gerade die letzte richtige Trainigswoche vom Kopf her die schwerste ist. Ich kann es nicht erwarten, die Kilometer endlich runterfahren zu dürfen. Und genau wie du, bin ich dann über leere Laufpisten sehr dankbar. Hier habe ich ja fast immer leere Strecken, da wurmt es mich schon wenn ab und an ein Gassigeher zu überholen ist;-) Aber auch diese letzte harte Woche gehört zu deinem Training und macht dich nur härter, gibt dir den nötigen Biss!
Ich wünsche dir für den Saintelyon nur das Beste! Wetter super, Kopf frei, Kraft voll da! Passieren kann immer was. Aber du bist ja schon groß, du packst das! Ich glaube, richtig vorbereitet ist man nie. Rückblickend fehlt es hier und da doch ständig an dem richtigen Training. Aber wer hat schon arbeits- und familientechnisch wirklich die Zeit, sich 100% auf solch Unterfangen vorzubereiten? Ich bin sicher, du wirst am Tag X 100% geben und 100% bekommen. Meine Daumen sind gedrückt!

Lieben Gruß
Tame

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