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Topangebot der Woche

Benutzerbild von Anja Bongard

Anfang des Jahres erzählten Bekannte von der Tour de Tirol, 3 Tage – 3 Läufe, also quasi Transalpin für Anfänger ;o)
GöGa wollte schon immer mal in den Bergen laufen, also war das doch gleich schon ein prima Geburtstagsgeschenk. Unterkunft war auch schnell klar, da nehmen wir wieder die nette Pension, wo wir schon mal beim Skifahren übernachtet haben. Zwar nicht direkt am Ort des Geschehens, aber nur 10 Auto-Minuten entfernt.
Nun sollte natürlich auch entsprechend auf so ein Event hin trainiert werden, was mir aber irgendwie nicht richtig gelingen wollte. Zum einen war der Terminkalender recht gut mit Tria- und Laufveranstaltungen gefüllt, zum anderen bin ich keiner, der nach Plan läuft.
Monschau-Marathon vergeigt, Panoramalauf in Altenahr war auch bescheiden, beim Panoramalauf in Buchenberg wurde ich drittletzte – das kann ja heiter werden….
Also die letzten Hoffnungen in den September-Urlaub gesetzt, aber selbst da waren es gefühlt viel zu wenig Höhenmeter. Wenn ich hörte, was andere so alles trainierten – puh.
Von daher war mein persönliches Ziel von vorneherein „ankommen innerhalb der cut-off-Zeiten“.
GöGa versprach mit mir zu laufen, obwohl er deutlich schneller kann. Aber er wollte, dass ich auch gut durchkomme. Ganz schön nett, oder?
Nach einer recht geschmeidigen Anreise ging es also auf zu meinem schwersten Laufwochenende.

Söller Zehner (300 HM):
Es kursieren jede Menge unterschiedliche Höhenangaben zu diesem Lauf, der 3 Runden durch Söll und über den Sunnleitweg geht. Irgendwo zwischen 84 und 106 HM je Runde liegt die Wahrheit.
Start war um 18 Uhr, es fisselte und war mit 8° nicht sonderlich warm. Da wir jeweils den halben Kleiderschrank eingepackt hatten, hatten wir aber genug Auswahl und ich entschied mich für ¾-Hose, Shirt und dünne Jacke. Die erste Runde ging zäh, 650 km Autofahrt steckten in den Beinen. Oder war es, weil ich die ganze Woche nichts mehr getan hatte? Ich habe immer das Gefühl, ein bisschen laufen im Schneckentempo ist für mich alte Frau besser als Pause. Zweite Runde war etwas besser, im Waldstück immer heftiges Blitzlichtgewitter, was allerdings nicht an meinem Tempo lag ;o). Da es schnell dunkel wurde, waren an den Wendepunkten beleuchtete Pylonen aufgestellt, was im Wald witzig aussah. Die dritte Runde brachten wir auch noch zu Ende und waren nach 57:47 im Ziel. Eigentlich ein bisschen schneller, als ich wollte, hatte ich doch gehörigen Respekt vor dem nächsten Tag.

Beute des Tages: ein paar knatschblaue Laufsocken

Kaisermarathon (2350 HM):
Start um 8:30, das Wetter war nix. Nebel, Nieselregen und kalt, auch keine Besserung in Sicht. Tolle Wurst. Trotzdem beließ ich es bei der ¾-Hose, Unterhemd, Langarmshirt und Regenjacke, sowie Käppi. Technisch war die Strecke nicht so anspruchsvoll, also lief ich mit den Ghost, da die zumindest langstreckentauglich sind. Kontrolliert wurde an allen 3 Tagen weder Pflichtausrüstung noch Schuhwerk. Auch Becher sollte man mitnehmen, brauchte man aber angesichts der massenhaften Pappbecher nicht. Das könnte man m.E. noch verbessern.
Zunächst ging es relativ flach Richtung Scheffau und Ellmau, der erste cut-off war bei 7,7 km und 1 h. Durch waren wir nach ca. 47 Minuten. Langsam rollte ich mich ein, nächster cut-off nach 19,5 km und 3 h, auch hier hatten wir etwa 15 Minuten Vorsprung. Ich dachte an die Tipps, die das Pferdchen mir gegeben hatte, möglichst nah am cut-off zu laufen. Es ging nun stetig bergan, die Läufer 10 Meter vor uns konnten wir nur erkennen, wenn sie neonfarbige Uschisocken anhatten, der Rest verschwand im Nebel. In einem Laufbericht habe ich gelesen, dass wir an 4 Seen vorbei sind, gesehen habe ich lediglich einen!?! Mit Aussicht und Fotos war also nichts. So zwischen km 22 und 24 kamen die Axxxxlochkilometer, wir waren auf ca. 1600 Meter, es schneegrieselte und ich fror. Trotz doppelten Handschuhen konnte ich mit den eiskalten Händen nach einer Buschpause kaum die Hose hochziehen… Wieso tue ich das hier eigentlich? GöGa war aber zur Stelle und pushte mich, trieb mich ein wenig an, damit es mir wieder warm wurde.
Das war auch gut so, nach ca. 2 km kam langsam wieder Leben in die kalten Knochen, wir liefen mitten durch eine Skihütte und konnten uns bergab ein wenig erholen und warmlaufen. Nächster cut-off war bei 34,3 km und 5:15 h. Da es wieder ordentlich bergauf ging, schmolz der Vorsprung auf nur noch 8 Minuten und danach sollte es erst richtig knackig werden – 700 HM fehlten uns noch. Die feuchte Wiese hoch war blöd, ein Schritt vor und einen halben wieder zurück gerutscht. Mittlerweile gab es an den VP heiße Brühe – eine Wohltat. Erst Cola und dann Brühe drauf, kein kulinarisches Highlight, aber es tat gut.
Stur gegen den Berg treten kann ich, so holte ich noch etliche Männer ein.
Der letzte VP war in einem (leeren) Kuhstall – kuhl ;o)
Auf die Uhr geschielt, dass sollte gut unter dem cut-off zu schaffen sein. Wider Erwarten kam noch mal ein kleines Stück bergab, wo ich rollen konnte. Ich freute mich. Nicht, weil die Schinderei in 2 km vorbei wäre, sondern weil ich besser als erwartet durch meinen härtesten Marathon kommen würde. Als Schmankerl kamen auf dem letzten km nochmals 200 HM, ins Ziel laufen konnte ich das leider nicht, aber wir gingen nach 6:39:50 Hand in Hand über die Ziellinie auf der hohen Salve. Das erste Mal in 15 Laufjahren war ich stolz, das Gefühl hatte ich bisher immer vermisst. Bisschen gegessen und getrunken und im Depot der Gondel umgezogen. Trotzdem klapperte ich beim Abgondeln mit den Zähnen. Also schnell in die Pension, heiß duschen, später Sauna und Ironman gucken.

Beute des Tages: Türkisfarbenes Shirt und Medaille

Pölventrail (1250 HM):
Der dritte Tag, ich kam vorwärts die Treppe runter, was mich fast wunderte. Auch gingen die ersten km auf dem Trail erstaunlich gut. Heute durften die Hokas dran, ansonsten lange Hose, langes Shirt und dickere Jacke. So frieren wie gestern wollte ich nicht wieder. Dafür wurde es relativ schnell warm, spätestens als ein Schild verkündete: Jetzt wird es steil. Gut, dass das da stand, wäre mir beim hochkrabbeln sonst nicht aufgefallen ;o) Wir querten mehrere Brücken und Bächlein, liefen über Wiesen, die Sonne bemühte sich, den Nebel zu vertreiben, was ihr später auch gelang. Die Strecke gefiel mir am besten von den dreien. Cut-off war angegeben mit 13 km und 2:30 h. Tatsächlich war er ca. 500 Meter früher. Zwischen zwei Radladern hatten sie im Steinbruch noch mal extra einen Hügel aufgeschüttet, was zusätzliche 1,8 HM bedeutete. Direkt dahinter war die Zeitmessung. Einer unserer Mitläufer, der die Strecke kannte, sagte: Jetzt wird’s noch mal heftig. Ein Blick nach oben entlockte mir nur noch ein „ach du Schxxxe“. Schon wieder gegen den Berg drücken. Langsam taten mir die Oberschenkel weh und ich tat mich schwer. Aber auch hier tat GöGa sein Bestes und pushte mich. Nach ca. 1 km war auch alles wieder gut, das Jiffinger Jöchl war erreicht und ab da ging es fast nur noch bergab und meine Laune bergauf. Runter machte ich über die Wurzeln etwas langsam, weil die Beine brannten, aber wo es einigermaßen eben war, wurde gerollt. Nervend war nur ein Tscheche, der die ganze Zeit in eine Lautstärke palaverte… Meine Güte, wenn der so viel Luft hat, wieso rennt er nicht einfach was schneller? Und er benutzte Stöcke, die lt. Ausschreibung verboten waren. Fand ich auch doof. Jetzt ging es nur noch ca. 3 km wellig Richtung Ziel, wir genossen die letzten Meter, wurden nochmals angefeuert und waren nach 3:43:20 glücklich im Ziel der letzten Etappe. Schon wieder stolz – ein tolles Gemeinschaftserlebnis mit dem besten GöGa der Welt.
Wir duschten und aßen erst mal was, dann gab es Siegerehrung, wo eine Bekannte 2. in ihrer AK gesamt und 1. beim heutigen Trail wurde.

Beute des Tages: ein giftgrünes Stirnband und für die Gesamtteilnahme ein Buff und noch eine Medaille

Das Leben ist schön und ich bin froh, dass ich laufen darf und kann.
Montag hatte ich schon einen leichten Kater, daher waren wir ein bisschen locker schwimmen im Rentnertempo. Aber inzwischen ist alles wieder wie immer, ich hätte nicht gedacht, dass ich so geschmeidig da durch komme, 75 km mit ca. 3900 HM.
Ich glaube, das fette Grinsen bleibt noch ne Weile ;o)

LG,
Anja

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Boah ey!

Und ich habe immer noch Muskelkater und kam nicht grinsend ins Ziel, eher das Gegenteil....

Frau, du bist der Wahnsinn! Und eine Tiefstaplerin ;-)) Ich laufe Rursee mit, soweit ich komme; den Rest schaffst du ohne mich besser!

Allerherzlichsten Glückwunsch!!!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Endlich mal zufrieden

das Mädchen!
Glückwunscht, du bist der Hammer!
Ich freue mich sehr mit euch und bin gespannt was ihr sonst noch so zu erzählen habt.
Bis Sonntag und schön nix tun- aber du wolltest ja eh nieeeee mehr laufen ;))
LG, KS

Ja, da darfst Du sehr stolz drauf sein!

Du hast diese Aufgabe super gelöst, Dich passend zurück gehalten und nachher dafür noch die Körner gehabt, mit Kraft, Stolz und Grinsen gemeinsam mit Göga ins Ziel zu laufen!!
Perfekt! Das war die Lösung! :o))
Dir wäre eh nur Dein Kopf im Weg gewesen, denn Du hattest wirklich genug trainiert und zwar auch schön vielseitig, das bringt ne Menge!
Und jetzt haste Blut geleckt für Etappenläufe, gell? ;o)
Das Wetter, so össelig es auch war, war gut für Dich, weil Dein Kreislauf schon oft bei Wärme nicht gut zufrieden war. Passte alles!
Sehr schön, freue mich total mit Dir! :o)
Gratuliere Euch beiden ganz herzlich!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Etappen-Berglauf

kenn ich nicht und kann ich (glaub ich) auch nicht - so diszipliniert eingeteilt: richtig richtig gut!
Überhaupt: was hier in letzter Zeit an Berichten mit Höhenmetern eintrudelt macht mich schon beim Lesen schwindelig! Vielleicht sollte ich mal wieder meine Kindheitserinnerungen (Urlaub in Tirol) auffrischen???

Dir herzlichen Glückwunsch zum tollen Lauferlebnis mit dem besten Mann an deiner Seite! Fette Beute!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Boah, ey, wie kuhl ist das denn!

Und das mit dem besten Göga der Welt, der auch mal zurücksteckt um Dich zu unterstützen. Wie kuhl ist das denn?

Gratuliere zum sauberen Finish, den Abstaubergeschenken und dem unvergesslichen, gemeinsamen Erlebnis!

Und nu erhol Dich gut, alte Frau :duckundwech:

Sie hat es wieder getan

Sie kann es einfach nicht lassen.
Sie macht was sie will.
Und sie hört auch nicht.
Soll ich petzen Anja, oder bist du jetzt lieb? ;)

Hihihiiii :o))))))

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Was ist los, Schnittchen?

Was willst du petzen? Dass ich ne Rentnerrunde gedreht habe?
Habe lediglich gesagt, der Rursee wird mein letzter Marathon ;o)
Streng Dich Sonntag mal ordentlich an, der Kuchen will verdient sein.

LG,
Anja

Herzlichen Glückwunsch!

Hallo und herzlichsten Glückwunsch!

ich kenne die Gegend / Hohe Salve nur vom Skifahren und vom Gondeln/Sessellifteln und das macht meine Verneigung für Deine Leistung, dort hochzurennen und am Tag vorher und am Tag danach nochnal zu laufen, noch viel viel tiefer. Super!!

Herzliche Grüße aus dem flachen Norden :-)

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