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Benutzerbild von Kaiserstädter

Am ersten Sonntag im September war ich in Robertville in Belgien. Um sechs Uhr bin ich losgefahren, um mir den BelMan – eine Langdistanz 46 km entfernt von Aachen – anzugucken. Und ich nehme es vorweg: Ich bin total froh, dass ich das gemacht habe.

Der BelMan wirbt für sich mit sehr schönen Bildern in einem guten Internet-Auftritt. Also war ich neugierig. Eine Langdistanz so nah an Aachen, das wäre ja etwas für meine Langdistanz in 2017. Sie findet am selben Wochenende statt wie Cologne 226, für mich somit an einem guten Termin.

Für den BelMan spricht nicht nur die Nähe zu meinem Wohnort, sondern auch die landschaftlich tollen Strecken in der belgischen Eifel. Schwimmen im Lac de Robertville ist ebenfalls landschaftlich ein Traum.

Doch weil Köln eben Köln ist und mir gut gefallen hat, möchte ich mir den BelMan erst ansehen, bevor ich eine Entscheidung treffe: Köln oder BelMan – so dachte ich.

Den Schwimmstart vom BelMan zu erreichen ist nicht einfach. Es findet praktisch keine Ausschilderung statt. Die Informationen von Ordnern, die ich gefragt habe, waren alle falsch.

Der erste Parkplatz, der mir empfohlen wurde, war an Wechselzone 2, noch relativ weit weg vom Schwimmstart. Hier lagen völlig unbewacht in einer nicht abgeschlossen Halle die Laufsachen der Starter. Ich bin dort auf Toilette gegangen. Dabei habe ich keinen Menschen getroffen. Hätte mir einige Laufschuhe oder Ähnliches einstecken können. Oder alles durcheinander werfen können. Oder alle Schnürsenkel miteinander verknoten können. Oder Kleber in die Schuhe gießen können... oder vielleicht sogar etwas Dummes!!!???

Ein unnötiger Halt also und tatsächlich habe ich deshalb den Schwimmstart der LD verpasst – um wenige Minuten. Dafür war ich aber beim Start der Mitteldistanz. Großzügig geschätzt waren da 50 Leute beim Schwimmstart... und einige Staffeln (Staffeln – der größte Kotz im Triathlon überhaupt.

Exkurs: Der größte Kotz im Triathlon überhaupt
Was ist Triathlon eigentlich? Es ist die Abfolge von 3 Sportarten in einem Wettkampf, nämlich schwimmen, radfahren und laufen. Was ist eine Triathlon-Staffel? Ein Schwimmer schwimmt und macht somit keinen Triathlon, ein Radfahrer fährt Rad und macht somit keinen Triathlon, ein Läufer läuft und macht auch keinen Triathlon. Also – drei Menschen, die keinen Triathlon machen dödeln irgendwie zwischen Triathleten herum und gehen mir auf den Zeiger. Will ich nicht.

Der Start der Mitteldistanz lief gesittet ab und kurz danach kam auch schon der erste der LD wieder am Start an, wo er nach einem kurzen Landgang zur zweiten Runde startete. Der Wettkampfweg war nicht richtig mit Bändern angezeigt, so dass viele der Landistanzler über einen kleinen Spielplatz mit Gefahr auf Bänderdehnung im Sprunggelenk irrlichterten.

Was mir total auffiel, waren die vielen Kameraleute, die ziemlich professionell die wenigen Teilnehmer filmten. Und es waren wirklich sehr wenige. Tröpfchenweise trudelten die Landistanzler ein und liefen zur (sehr positiv) überdachten Wechselzone. Die schönen Zeitfahrräder standen im Trockenen.

Auch die Mitteldistanzler trudelten ein. Am Ausgang der Wechselzone 1 stand kein Wettkampfrichter. Die Motorräder für die Wettkampfrichter, an denen ich zum Start vorbeigegangen war, standen alle 5 noch da, obwohl die Spitze von LD und MD längst auf der Radstrecke war. Ein Aufsteigen auf das Rad in der Wechselzone wurde nicht bestraft.

Als ich ankam, war so gut wie nichts von der Radstrecke fertig. Alles wirkte sehr improvisiert und zufällig. Außer den Filmaufnahmen: Radfahrer wurden mit dem Auto begleitet und aus dem Kofferraum der Kombis gefilmt – immer schön Windschatten spendend.

Und dann habe ich da noch einen Kaffee getrunken und bin um 9 Uhr wieder Heim gefahren. Toll fand ich es nicht.

Meine Gedanken sind folgende:

Es gab so wenig Teilnehmer, dass man bereits beim Schwimmen völlig alleine in dem See paddelte. Wenn man diese Teilnehmer auf die Radstrecke verteilt, dann ist man wahrscheinlich über 180 km ebenfalls völlig alleine. Was beim Laufen passiert kann ich nicht sagen, bis dahin bin ich ja nicht geblieben.

Aber: Die ersten beiden Disziplinen völlig alleine zu machen (ohne sichtbare Konkurrenz) und das bei nahezu gar keinen Zuschauern – da habe ich einfach keinen Bock drauf. Es soll ja doch ein Wettkampf sein und kein Selbstfindungstrip nach dem Motto „Erkenne Dein wahres Ich in der Einsamkeit – Bildungsurlaub in der belgischen Eifel“.

Lieber BelMan, es tut mir leid, aber Du und ich – das wird nichts.
Zwar bin ich sicher, dass es über den BelMan 2016 wieder einen super Film im Internet geben wird, aber ich bin mir sicher, dass ich dort keine Freude im Wettkampf haben werde.

Wahrscheinlich wird es also Cologne 226, aber ich lasse mir mit dere Entscheidung Zeit bis Silvester. Dass es der BelMan aber nicht wird, das steht seit gestern fest.

P. S.: Ich habe gerade die Zieleinlaufliste gestalked. Langdistanz 40 Starter (34 Finisher, 6 x DNF), Mitteldistanz 62 Starter (59 Finischer, 3 x DNF).

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

bereits entschieden

und angemeldet in Köln sind wir. Göga für LD, ich für die OD. Nicht dass der BelMan je zur Debatte gestanden hätte, wie du weißt, bin ich Eupen geschädigt ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Ich fasse zusammen,

die Belgier können besser Pralinen und Fritten als Triathlon.

LG,
Anja

Pralinen ja, Fritten die Holländer... ;-)

"Ceterum censeo Berlinem esse delendam."

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