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Benutzerbild von AnnaK.

Vorgestern bin ich Halbmarathon gelaufen, nämlich den Wöhlerlauf bei Bad Wünnenberg. Als Training und Test für den Kassel-Marathon. Ich war nicht aufgeregt, nicht weiter vorbereitet, einzig meine Zickerei mit dem Angetrauten kurz vor dem Start war wie immer: "Als Du mich noch geliebt hast, hast Du mich dauernd fotografiert! Jetzt muss ich hier ein Selfie machen!", "Könntest Du bitte etwas schneller gehen; ich habe meine Startnummer noch nicht.", "Oh, halt doch mal meinen Turnbeutel!" Ich bin da ein bisschen wie Joan Collins, bevor sie ihr Snickers bekommen hat, aber der beste Ehemann von allen erträgt mein stressbedingtes Genöhle mit Gelassenheit - und auch, dass ich ihm kurz vor dem Start alles in die Hand drücke, was ich für die nächsten Stunden nicht mehr brauche oder was auf dem Weg zum Start ausgelaufen ist.

Dann ging es los. Und irgendwie fühlte es sich an wie jeden Sonntag, nur dass ich eben nach Zeit lief und in einem Pulk von bunten Menschen, statt einfach so rum.
Keine Sorge, ich langweile Euch jetzt nicht mit Streckenbeschreibungen oder meinem Körpergefühl bei Kilometer 13. Wer selbst läuft, kennt das, allen anderen ist es egal.

Erstaunlich ist, wer mich alles überholt hat. Da rannten Menschen an mir vorbei, die so aussahen, als würden sie es nicht einmal unfallfrei zum nächsten Zigarettenautomaten schaffen! Und die klangen teilweise auch so. Okay, die echt sportlichen aussehenden waren ja auch schon kurz nach den ersten beiden Kilometern weit, weit weg.

So ca. bei Kilometer 16 wurde mir langweilig. Und eigentlich hatte ich auch gar keine Lust mehr. Wer rennt denn auch an einem Sonntagmorgen, wenn andere beim Frühstück sitzen, für nichts durch den Wald? Denn eines ist sicher: Ich werde in diesem Leben weder Startgeld noch irgendwelche Prämien angeboten bekommen!
"Eigentlich könnte ich doch ebensogut jetzt aufhören!" dachte etwas in mir. Was mich hinderte war die Tatsache, dass ich keine Ahnung hatte, wo genau ich mich befand, und deswegen versuchen musste, die leicht humpelnde Frau vor mir im Auge zu behalten, die ich einfach nicht einholen konnte.

Irgendwann unterwegs wurde mir klar, warum mir so langweilig war und ich so gar keine Lust mehr hatte: Seit meinem ersten Marathon nehme ich den Halbmarathon nicht mehr ernst. Ich glaube, dass ist nach gerade zweimal zweiundvierzig Kilometern in diesem Jahr (und zum ersten Mal in meinem ganzen Leben) ziemlich arrogant, zumal man ja auch für 21 Kilometer einen Moment unterwegs ist.

Aber es ist so. Blöd. Da renne ich also durch den Wald, werde von schnaufenden Endfünfzigern überholt und nehme mich nicht ernst. Ich muss das ändern. Vielleicht komme ich dann später unter die ersten zehn der Klasse 70plus. Da gibt es nämlich bei den Frauen meistens niemanden mehr... Der ältere Herr Jahrgang 1938 war übrigens neun Minuten schneller als ich...

http://denkversuche.blogspot.de

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Gesamtwertung: 4.8 (6 Wertungen)

Was heißt denn hier "für nichts"?

Ich laufe für mich - so gut, wie ich kann (und will) und so schnell wie es geht.
Wenn's gut läuft, dann bin ich schneller als ich vor einem Jahr war.

Halbmarathon und gelangweilt bei Kilometer 16? Da hat irgendwas mit deiner selbst gesetzten Zielzeit nicht gepasst...
Du musst dich nicht ernst nehmen, aber wenn du etwas tust, dann tu es richtig (also mit voller Aufmerksamkeit!).
Ansonsten überholen einen die Leute, die eigentlich nur beim Zigarettenholen falsch abgebogen sind...
;-)

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

In Monschau beim Marathon überholte mich eine Dame...

...die mit zwei Geh-Hilfen unterwegs war - und zwar in einem Affenzahn (aus meiner Perspektive).
Und die "Laufzausel" sollte man generell nicht unterschätzen! Manch einer sieht aus (und riecht), als hätte er hinter den Müllcontainern campiert, aber wehe wenn sie losgelassen.... dann sieste nurnoch Staubwolken. ;-)

Langeweile auf nem HM, ...

... weil der nicht ernstnehmbar kurz ist? Das läßt sich ändern! Setz dir ein Zeitziel. Über das Dembo wird jede Distanz seehr anspruchsvoll. Wichtig ist natürlich die Erwartungshaltung. Für den darauffolgenden M oder HM wirst du dann immer noch kein Startgeld angeboten bekommen. Und der Einbeinige könnte dich eventuell immer noch überholen. Er wird es aber deutlich schwerer haben. Und wenn das Ziel richtig gesetzt ist, wirst du bei km 16 keine Gedanken an Langeweile haben. Dann wirst du ständig hochrechnen, ob du doch noch kurz vorher reinkommst, oder es arg eng werden wird. Dann macht auch HM Spaß!
;-)
Ein Schalk läuft die Tortourderuhr!

Ich fand menie letzten HMs auch viel schlimmer

als einen Marathon, das hat halt seine Gründe. Meine waren, dass ich die letzten Marathons ganz entspannt und locker als Vorbereitung für einen Ultra gelaufen bin. Ihn also zu Trainingszwecken nutzte und kein bisschen schneller, damit ich mich nicht zerschieße. Dennoch war hinterher das Gefühl, einen Marathon gelaufen zu sein, JEDESMAL erhabend. Laufe ich einen HM kann ich nicht anders, ich gehe aufs Ganze. D.h. ich renne ihn halt so schnell, wie es zur Zeit geht, will wissen wo ich stehe. Ein HM ist für mich TOTAL anstrengend. Noch schlimmer sind die 10er Wettkämpfe. Die laufe ich an der K-Grenze. Auch da kann ich nicht aus meiner Haut, renne wie doof. 10ner sind also absolut ätzend!;-)
Also nächstesmal einfach bissl Tempo anziehen wenn`s langweilig wird, *kicher!*;-))

Lieben Gruß
Tame

Langeweile kenne ich nur aus

Langeweile kenne ich nur aus dem Training. Als ich mich aus einem sehr tiefen Motivationsloch rauskämpfte, war ich schon froh, wenn 5 km vorbei waren.

Ich weiß also, wie sich das anfühlt. Aber im Wettkampf? Ich glaub der Tipp mit der persönlichen Zielzeit ist da am besten.
LG Christiane

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