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Benutzerbild von jo_beef

Am Samstag den Swiss Alpin S42 (42,9 km, 1450 Höhenmeter) in 6 h 38 min gefinisht. Die ersten 12 km waren easy. Aber dann ging es ordentlich den Berg hoch und zwar überwiegend auf schmalen steinigen Trails. Nach 5-6 km tendierte mein Gleichgewicht gegen Null (mein Gleichgewichtssinn ist ja seit meiner HirnOP stark reduziert und ich muss das über die Augen machen, die zudem durch einen Nystagmus beeinträchtigt sind). Bin dann 10 km mehr getorkelt als gelaufen. Wenn ich mich hinsetzte brauchte ich jeweils mehrere Versuche um wieder aufzustehen. Auf den 10 km haben mich gefühlt 500 Läuferinnen und Läufer überholt. Oft mit den Worten "gehts noch" oder "hast du Kreislaufprobleme". Am höchsten Punkt wurde ich dann an der Verpflegungsstelle ins Sani-Zelt geschickt. Habe mich daran vorbeigemogelt und bin dem Sani quasi entflohen. so etwa bei km 28 war der Spuk vorbei. Der Weg wurde breiter und ich konnte auf ebener bzw. abschüssiger Strecke mit einer pace von 5:15 bis 5:30 wieder einiges aufholen.

Für mich war das eine Konzentrationsleistung auf höchstem Niveau. Die körperliche Anstrengung hielt sich dagegen in Grenzen (die durchschnittliche HF lag bei 145, die maximale bei 164, also deutlich unter meinem Maxialpuls von 185).
Insgesamt eine tolle Erfahrung. Und ich weiß jetzt wo ich stehe, also wie weit meine Genesung fortgeschritten ist. Ich denke, mit etwas mehr Übung kann ich auch lernen, solche Situationen besser zu meistern.
Schade ist, dass ich auf dem schönsten Streckenabschnitt so mit mir selbst beschäftigt war, dass ich das Bergpanorama nicht wirklich genießen konnte.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Gratulation!

Hoppla, der S42 ist nicht ohne, und gestern war es selbst in Davos so heiss, dass viele wohl auch ohne deine Vorgeschichte in (Kreislauf-)Schwierigkeiten geraten sind. Chapeau für deine Leistung, tolle Zeit!

Es gibt einige Stimmen, die meinen, der K42 sei trotz der zusätzlichen Höhenmeter einfacher zu bewältigen als der S42, weil die Wege breiter sind. Mein berglaufgewohnter Kollege ist letztes Jahr auf dem Panoramatrail 2x gestürzt...

Ich habe die alpinen Teile des S42 von Dürrboden bis Sertig diese Woche erwandert, die Aussicht genossen und Murmeltiere beobachtet - es lohnt sich also auch gemütlich ;)

Gruss aus der Schweiz
clarin

Starke Leistung, gratuliere!!

Trotzdem wünsche ich Dir, dass Du hoffentlich nicht noch mal ganz oben in den Bergen so eine schwache Phase bekommst, wo es wirklich gefährlich werden kann ohne guten Gleichgewichtssinn!
Auch wenn ich Dir von Herzen Dein Finish gönne, finde ich es nicht gut, solch hohes Risiko einzugehen (für Dich ist das Deine Entscheidung) und sich bei schlechtem Befinden an den Helfern vorbei zu schleichen, auch wenn Du weißt, dass es Dir später wieder besser gehen wird.
Du hast nun mal leider diese Einschränkung.
Die sitzen dort, um Unfälle oder Schlimmeres zu verhindern, denn der Veranstalter steht in einer Verantwortung, aus der Du Dich nicht einfach davon stehlen solltest.
Rettungseinsätze, die danach erfolgen, können dann verdammt teuer für Dich werden, wenn rauskommt, dass Du trotz gebotener Pause weiter bist.

Wenn ich an Dir (torkelnd) vorbei gelaufen wäre oder gesehen hätte, dass Du nicht aufstehen kannst, hätte ich auch gefragt und auch wenn Du auch gesagt hättest, dass alles ok ist, hätte ich dem nächsten Helfer Bescheid gesagt, dass die auf Dich achten bzw. nach Dir schauen sollen.

Wäre denn ein Begleiter, der ggf. Dir hilft bzw. auf Dich aufpasst nicht sinnvoller, um einen solchen Lauf mit etwas mehr Sicherheit in Angriff nehmen zu können? Ich verstehe absolut, dass Du Dir solche Laufträume erfüllen möchtest und wünsche Dir noch ganz viele davon, aber bitte mit mehr Vernunft!

Liebe Grüße Carla-Santana
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Ich mußte erst mal schauen, ...

... wo es beim S42 langgeht. Früher ging der K78 von der Keschhütte zum Scalettapaß und über Dürrboden runter. Insofern kenne ich die Strecke andersrum. Breiter wird der Panoramaweg (Für euch vom Scalettapaß bis zum Abzweig zum Sertigpaß; dort wo die K42er und K78 auf eure Strecke kamen) davon allerdings nicht. Ja, wie du es beschreibst war dein Kopf klar und der Körper lange nicht ausgepowert. Die Limitierende war der Gleichgewichtssinn. Das ist schon mal ne gute Basis, sollte dir da oben doch was passieren.
War das Problem die Höhe oder der schmale Pfad. 2.700üNN können einem auch schon den Stecker ziehen.
Für einen Außenstehenden, der die Gegend kennt und auch bei Bergläufen unterwegs ist, klingt das trotzdem komisch - kannst du dir sicher vorstellen. Dort oben würde ich dir wirklich empfehlen erst mal mit einem Begleiter, der um dein Handicap weiß, zu üben.
Wie auch immer. Geschafft hast du es; bist mit dem Handicap aus deiner Warte gesehen gut umgegangen! Daumen hoch für den Willen wieder Anschluß an das zu finden, was du vorher (vielleicht?) schon gemacht hast. Das finde ich klasse!
Bezüglich des Risikos, dem du dich (ggf. auch bei anderen Wetterbedingungen) ausgesetzt hättest, geh noch einmal in dich. Betrachte es auch aus einem anderen Blickwinkel - z.B. unter dem des Veranstalters oder eines Wetterumschwungs, bei dem es da schnell hundekalt wird und man zügig runter muß. (so einen Umschwung hatten wir da oben schon wärend des swiss alpin. Strider und MC fanden das damals nicht witzig, während ich noch ganz gut runter kam.)
Bei der kritischen Anmerkung meinerseits, genieße doch den Erfolg diesen S42 unter den Bedinungen beendet zu haben, wieder gut in Davos angekommen zu sein!
;-)
Ein Schalk läuft die Tortourderuhr!

Swiss Alpine

Ich kenne nur den K 78, damals noch ohne Herrn Meniere, aber der hat mir klar die Grenzen aufgezeigt. Heute würde ich mich das ohne Begleiter (trotz der Tabletten und der Tatsache, dass ich noch einen Gleichgewichtssinn habe, wenn er auch schwindet) nicht mehr trauen. Insofern sehe ich es wie Schalk: Hut ab vor deiner Leistung, Glückwunsch zu einem Schritt mehr in Richtung "normales" Leben, aber bitte überlegen, ob zukünftig nicht ein Begleiter besser wäre.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Lieben Dank für eure

Lieben Dank für eure ehrlichen Rückmeldungen. Ich weiß, dass der Lauf für mich sehr grenzwertig war, bin aber nicht ganz so blauäugig unterwegs gewesen, wie dies vielleicht den Anschein hat.
Bei meinem ersten Traillauf (~ 50 km, ~ 1000 m Anstieg) nach meiner Operation hatte ich einen Laufpartner, der mich an einer Stelle an die Hand nehmen musste. In der Folge bin ich dann mit einem anderen Laufpartner sehr viele Trails gelaufen, überwiegend durch den Wald, teilweise auf Mountainbike-Trails. Bei diesen Strecken hatte ich anfangs gewaltig mit dem Gleichgewicht zu kämpfen, zuletzt ging es jedoch so gut, dass ich dort auch alleine unterwegs war. Dieser Laufpartner, der sehr trailerfahren ist, hätte mir sogar zugetraut, mit ihm den Zugspitz-Lauf zu machen (er ist dieses Jahr dort und in Verbier gelaufen). Dann kam der Rennsteig im Mai und die 72 km bin ich gänzlich ohne Probleme durchgelaufen. Erst hinterher habe ich dann die endgültige Entscheidung hinsichtlich des Swiss alpin getroffen. Auch hier war ich mit einem Laufpartner unterwegs. Dieser hatte mich gefragt ob ich da mit gehe. Wir waren dann bis zum Dürrboden gemeinsam unterwegs. Auf dem Weg zum Scalettapass bin ich zurück gefallen und er hat dort auf mich gewartet. Ich sagte dann, dass ich wegen des Gleichgewichtes langsam tun muss und er hat das nicht so drastisch eingeschätzt, wie es wirklich war. Mein Fehler war, dass ich versuchte an ihm dran zu bleiben anstatt hier schon eine längere Pause zu machen. Daher war dann auch der Weg zum Sertigpass das schlimmste Teilstück. Nachdem ich dort von dem Sani angesprochen worden war, habe ich natürlich in Erwägung gezogen abzubrechen. Nach einer längeren Pause, bei der ich mit geschlossenen Augen auf einem Felsbrocken saß, merkte ich, dass es deutlich besser wird und entschloss mich weiter zu machen. Der Weg vom Sertigpass runter bis Chüealp ging dann auch um vieles besser, wenngleich sehr langsam. Und ab dort konnte ich meine Beine wieder laufen lassen.
Hatte mir schon vor der Anmeldung Bilder von der Strecke angeschaut, aber so drastisch hatten sie weder ich noch mein Laufpartner eingeschätzt.

Ich wollte schon schreiben, ...

... dass beim Lesen des von dir Geschriebenen vielleicht noch das eine oder andere nicht erkennbar wird. Jup, klingt so etwas anders. Und jetzt verstehe ich auch warum du dir so sicher bist, dass das wieder besser wird.
Paßt! Dnake für den Nachtrag!
;-)
Ein Schalk läuft die Tortourderuhr!

dem ist nichts hinzuzufügen

sehe es wie Schalk! Auch von mir danke! Und gutes Laufend weiterhin!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Jo, unter den Gesichtspunken...

klingt das alles deutlich besser und vernünftiger! Alles Gute weiterhin bei der Erfüllung Deiner Traumläufe! :)

Liebe Grüße Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

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