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Benutzerbild von strider

Coach startet in Roth. Und schon der Vorlauf ging schief. Denn irgendwie hatten wir vieles geplant nur nicht die Anfahrt zum Schwimmstart und einen Platz im Shuttlebus hätte man beim Abholen der Startunterlagen angeben müssen. Und irgendwie geriet das Thema Parken und Roth zum Dauerbrenner. Erfahrene Rothstarter wie das Pferdchen rüsten natürlich mit Womo und Roller auf, soweit sind wir (noch?) nicht. Ergo geriet schon der Samstag zum Dauerstress und die Stimmung war abends nicht die beste. Es kann nur noch besser werden.

Sonntag früh in Nürnberg gestartet. Ich liefere Coach nach langem Anfahrtstau am Schwimmstart ab und will den Parkplatz sofort wieder verlassen, aber genau das ist im Plan natürlich nicht vorgesehen. Also dürfen wir trotzdem 3 Euro löhnen und ich muss mir die Ausfahrt mit einer rallyreifen Einlage erfahren. Die Fahrt nach Roth wird auch nicht besser, denn dem langen Stau entkommen die Shuttlebusse (und einige Starter mit ausländischen Kennzeichen....) durch die Benutzung der Gegenspur. Endlich in Roth stelle ich einmal mehr fest, dass die ausgeschriebenen Parkplätze nicht existieren. Ins Gewerbegebiet fahren und den Shuttlebus zum Ziel nutzen will ich nicht, denn erstens fährt der noch nicht und zweitens brauche ich das Auto im Verlauf des Tages zum Nachtanken, Essen, Umziehen... Endlich habe ich einen gefunden und geentert. Warum da noch niemand sonst steht wird mir mittags klar: ich parke bei km 39 der Laufstrecke und bin von selbiger eingeschlossen.
Erstmal rasch ein Rosinenbrötchen einwerfen (Frühstück), die Trinkflasche füllen und ab die Post. Ich will zum Schwimmstart laufen. Gute Idee, es gibt allerdings nur die spätere Radstrecke. Die Polizei meint allerdings im breitesten Fränkisch, das sei kein Problem, da sie bereits gesperrt sei, ich könne da ruhig laufen. Ok, die etwa 30 Autos, die mich so nach und nach überholen scheinen von der Sperrung nichts zu wissen oder kein Fränkisch zu können. Zum Schluss muss ich dann sowieso mein Heil im Acker suchen, denn die ersten Radler kommen mir entgegen, an der Spitze "unser" Frodo und da wird er auch bleiben.
Zum Schwimmstart schaffe ich es nicht mehr und positioniere mich am Ausgang der Wechselzone. Da muss ich lange warten und habe genug Zeit die mangelnde Rücksichtnahme der Zuschauer zu bewundern, die die abgesperrte Strecke mit Rädern queren. Ein Triathlet kommt bei einem Ausweichmanöver zu Fall, den Täter juckt es wenig, der fährt einfach weiter. Schließlich sehe ich Tanja (aber die ist im Wettkampfmodus ;-) und endlich auch den Coach, aber da machte gerade meine Kamera schlapp und so sehe ich ihn erst spät und von hinten. Hm, mit der Schwimmzeit wird er nicht zufrieden sein. Aber jetzt kommt Rad und das kann er und macht er gerne und hat er gerade aufgerüstet.
Weiter nach Hilpoltstein. Solarer Berg von der anderen Seite rauf und runter. Unten schießt wieder Frodeno an mir vorbei. Meine Herren, hat der ein Tempo. Hinter ihm kommt lange nichts. Ich ziehe mal die Karte zu Rate und rechne. Hier kann ich lange warten, also beschließe ich nach Laffenau zu laufen über Hofstetten. Gute Idee, hinter Hofstetten führt ein Schild in den Wald und da ist Ende. Dafür sind da viele Mücken und Bremsen... Mein Handy hat nur mageren Empfang. Mist. Irgendwann treffe ich einen Angler, der mich weiter weist. Und endlich bin ich in Laffenau. Als ich auf die Radstrecke treffe schießt gerade ein Athlet aus der Kurve, brüllt "sch....", reist sein Rad hoch und fährt über den Bordstein in die Wiese. Fährt weiter, auf der anderen Seite wieder raus und weiter. Aha. Und so eine Einlage mit einer Zeitfahrmaschine... ich stehe da eine gute halbe Stunde. Alles sehr spannend, aber so langsam dämmert mir, dass Coach wohl schon durch sein muss. Also beschließe ich nächstes Ziel ist Wallesau. Ich trabe einfach gegen die Radstrecke, schön auf dem Bürgersteig oder im Acker. Aber irgendwann ist Ende. Und ich frage die Feuerwehr, wie ich am besten dahin komme. Ich soll einfach der Radstrecke folgen... Also laufe ich weiter. Es geht ziemlich hoch. Die Athleten sind reichlich überrascht und einer brüllt: "Meine Fresse, wenn du die ganze Radstrecke abläufst hänge ich mein Rad an den Nagel!" Braucht er ja zum Glück nicht.
Walserau. Wieder sehe ich Pferdchen (und sie mich nicht...) aber kein Coach. So langsam werde ich unruhig. Entweder er fährt einen satten Schnitt von 40km/h oder er hängt irgendwo. Beides wäre nicht gut. Ich warte 45min, dann bin ich gebraten und muss aus der Sonne. Inzwischen habe ich in die Heimat geschrieben und um Auskunft gebeten, da mein Handy wohl zu langsam ist und ich nicht in den Liveticker komme. Ich drehe mich um und will der Ausschilderung folgen und nach Roth, denn mittlerweile ist es Mittag und ich habe nichts zu trinken mehr dabei. Die Polizei klärt mich freundlich auf, dass ich nicht über die B 2 laufen darf. Ich sollte einfach der Radstrecke folgen. Na gut...
In Eckersmühlen steppt der Bär, aber vor allem gibt es endlich Gastronomie für Zuschauer. Ich bestelle Wasser und Cola, kippe das Wasser auf Ex und fülle die Cola in die Flasche. Und weiter geht's. Nach 28km bin ich in Roth und am Auto. Trinken, Trinken, Trinken. Und Netz checken. Oh sch... Coach ist weiter zurück, vor km 37 muss er hängen geblieben sein. Da bleibt nur Unfall oder Panne. Unruhig tigere ich ums Auto herum. Immerhin sehe ich dadurch Frodeno bei km 39. Der sieht immer noch locker aus und rennt zum Weltrekord. Und der lauttönende "Ami" mir gegenüber entpuppt sich als der berühmte Chris McCormack. Ups.
Irgendwann schlafe ich kurz ein. Frodeno ist längst im Ziel. Als mir Handy Coach bei km 172 meldet trabe ich wieder los zur zweiten Wechselzone. Da kann ich ihn auch endlich abpassen. Leider sieht er mich nicht, aber ich sehe, dass er wohlbehalten ist. Nur sein Hinterrad sieht irgendwie anders aus... Ich passe ihn nochmal ab, als er auf die Laufstrecke geht. Er sieht mich wieder nicht. Himmel, ich stehe dir direkt gegenüber!! Also nehme ich die müden Beine in die Hand und renne parallel zur Laufstrecke mit. Da ich dafür über Leitplanken klettern und Kinder springen muss verliere ich das Duell und Coach entschwindet. Ok, scheint ihm gut zu gehen. Ich trabe dann mal runter zum Kanal (immer hübsch im Seitengras und Schotter...) bis ich etwa bei km 20 ein Plätzchen finde, wo ich den Coach mir entgegen laufend wähne. Und so klatsche ich allen Athleten Beifall. Und das eine Stunde lang. Denn wer nicht kommt... Dafür sehe ich Herrn Dietzrun. Hut ab!!! Und ich sehe - ein JM Urgestein. Emkay!!!! Eine kurze Umarmung muss sein. War schön dich zu sehen!!!
Als dann endlich mein Mann kommt rutscht mir das Herz in die Hose. Coach wandernd kenne ich eigentlich nicht. Und er sieht auch nicht wirklich gut aus. Und die Zeit wird ihm nicht gefallen. Immerhin sieht er mich jetzt. Ich wandere mit ihm, fülle ihn mit Cola ab und höre mir sein Raddrama an. Soviel verstehe ich: zwei Radpannen, dann endgültig Felge kaputt, gewandert - barfuß auf dem Asphalt - bis er zum Service Point kam und von Buchstaller eine neue Felge bekam, die er einbaute. 1,5 Stunden verloren, mindestens. Und nun macht der Körper schlapp: Magen, Kreislauf, es geht nicht mehr. Wir wandern und traben und wandern. Irgendwann muss ich zurück um noch mal Cola zu kaufen, denn es wird Abend und ich habe nichts gegessen und wenig getrunken. Und die VPs gelten ja nun mal nicht für mich. Cola gekauft und umgefüllt. Das Pferchen noch mal getroffen: du sahst noch so locker aus, liebe Tanja! Und zurücktraben. Nun schauen einige sehr erstaunt, hatte ich ihnen doch zuvor zugewunken und nun laufe ich im Pulk mit. Ok, der Pulk ist nun sehr übersichtlich und ich behindere niemand. Nur Emkay staunt nicht, der grüßt einfach ;-) Abklatschen und weiter. Bei km 28 sehe ich dann den Coach. Er hängt im Gebüsch und gibt endgültig alles an Flüssigkeit von sich, was noch im Magen war. Wir umwandern den Wendepunkt. Die Zuschauer feuern ihn an, aber mich beschleichen arge Zweifel. Trotz der Hitze hat er eiskalte Hände und ist unter all der Bräune grau im Gesicht. Etwa bei km 30 steht ein Rettungswagen. Die legen ihn gleich flach, ich darf mitfahren, es geht nach Roth. Mit RTW ins Ziel, die Variante hatten wir auch noch nicht. Unterwegs gabeln wir noch einen aufgeregten werdenden Vater auf, der zu seiner Frau ins Krankenhaus will. Kommentar des Fahrers: "Das ist das denkbar schlechteste Wochenende um in Roth ein Kind zu kriegen!" Na, vielleicht wird es ein Triathlet ;-))
Coach kriegt Infusionen, ich muss auf die Wartebank, eine Stunde später dürfen wir gehen. Holen Rad ab, lotsen das Auto durch die letzten Finisher und fahren ins Hotel. Hat nicht sollen sein. Es tut mir so leid!!!

Unser Verein hat den Weltrekord, ich habe 38,67km zusammen gelaufen (mit immerhin 228 Höhenmetern; die Wanderkilometer habe ich weggedrückt) und tierischen Sonnenbrand, dem Mann geht es wieder gut - außer einem zutiefst wunden Herzen. Ich bin so stolz auf dich, vor allem dass du rechtzeitig aufgehört hast. Gegönnt hätte ich es dir natürlich trotzdem.

Ein Staffelschwimmer ist kurz nach dem Start gestorben. Ich habe in der einen Stunde im MVZ gebrochene Finger, Zehen und Handgelenke gesehen, einen Bandscheibenvorfall und mehrere Kreislaufzusammenbrüche bzw. Dehydrierungen. Ein Finisher war quittengelb im Gesicht, einer Zuschauerin bei einem Sturz die Kniescheibe zu Bruch gegangen. Triathlon scheint gefährlich zu sein. Da ist ein kaputtes Rad das wenigste.

Allen Finishern herzlichen Glückwunsch!!!

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

boah ey...

...was´n schiet! ne Portion Trost an den Coach! So´n "Finish" braucht kein Mensch.
Alles andere läuft ja wohl unter Strider-Label. Frau, deine Power möcht ich haben...so zehn Prozent davon würden schon reichen *kicher*
____________________
laufend weiß schon, warum sie es bei der einen tria-sprintdistanz bewenden lässt: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Das war sehr interessant.

Coach, alles Gute!

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Oh man..... Das tut mir auch

Oh man.....
Das tut mir auch sehr leid! Das hat er nicht verdient.
Was soll ich sagen, tapfer gekämpft, aber wenn der Kreislauf schlapp macht, machte nichts.
Lieber Frank, erhole dich gut!!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Man fiebert mit

Wieder einer der atmosphärischen strider-Berichte. Danke dafür.

Triathleten/Ultrasportler ticken vermutlich etwas anders. Wenn ich zwischen den Zeilen lese, war der Ausstieg keine Sekunde zu früh.

LG Christof.

Das ist

sooo sooo ungerecht:( Ach Menno, wie schade! Bei soviel Pech wundert es mich nicht, dass der Kreislauf letztendlich versagt. Ein Coach ist auch nur ein Mensch! Alles Gute, sieh nach vorn und nicht zurück! Jetzt erstmal gute Regeneration! Das war nicht dein letztes großes Ziel, Coach! Viel Spaß beim Verwöhntwerden von der lieben strider;-) Und auch dir gute Erholung, liebe Freundin! Der Lohn für solch Support wäre für dich, deinen Schatz glücklich und zufrieden zu sehen. Es tut mir sehr leid für euch zwei!

Lieben Gruß und alles Gute!
Tame

Oh menno!

Ich finde, dieses Mal habt ihr es mit dem strider-Label aber echt übertrieben!
Gute Besserung dem wunden Herzen!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Nach der Vorbereitung

so im Rennen abgestraft zu werden, ist bitter.
Aber auch hier gilt natürlich, dass es (noch) schlimmer hätte kommen können... Also Kopf hoch!
Beste Entscheidung: aufhören, bevor es zu spät ist!

Liebe strider - deine Support-Aktion ist unglaublich und das beste ist: du warst zur rechten Zeit bei ihm!
Macht ihr eigentlich mal Pause, jetzt?

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Pause

Fast ;-) Am 13.8. ist ja Mauerweglauf ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Durch ne Panne 1,5h Zeitverlust? ...

... Ich hätte ja schon gedacht, dass das etwas besser organisiert ist. Puh! Das ist bitter.
Das dauert, bis man das im Kopf klar hat.
Janz liebe Grüße an den Coach!
;-(
Ein Schalk läuft die Tortourderuhr!

Ach menno,

das ist mega-ärgerlich.

Meine ist beim ersten Triathlon-Versuch auch mit RTW von der Laufstrecke gekratzt worden - war nicht mehr ansprechbar, völlig unterzuckert.

So ein übler Raddefekt - oder deren gleich mehrere - das wünscht man niemandem. Vor allem nicht, wenn er gerade noch aufgerüstet hat und extra mit Trainingsplan und Trainingslager, usw. darauf vorbereitet hat. Das ist einfach nur - SCHeixx.

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