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Benutzerbild von Forrest120

Nachdem ja die Veranstalter des Santander Marathon Mönchengladbach meine Jahresplanung durcheinander geschmissen haben, mußte ich mir irgendwie im Juni noch einen Lauf aussuchen. Da bin ich dann auf den Himmelswegelauf gestossen. Beworben wird mit einem Landschaftslauf in einer wuderschönen Gegend. Dazu eine Medaille für die sich alleine das Laufen lohnen soll.Die Medaille stellt die vor 3600 Jahren in der Nähe von Nebra gefundene Himmelsscheibe dar. Wer Näheres über die Himmelsscheibe erfahren möchte, dem sei Wikipedia empfohlen. Ob man die Medaille schön findet, bleibt wohl eher Geschmacksache.

Also kurzerhand angemeldet und mal ein wenig recherchiert. Naja auf der Web-Site eigentlich spärliche Informationen. Die Strecke sollte ursprünglich von Goseck in der Nähe von Naumburg entlang der Saale und Unstrut Richtung Nebra gehen.Nach Beendigung des Laufes konnte man dann mit der Burgenlandbahn zurück nach Naumburg fahren um irgendwie wieder zu seinem Gefährt zu kommen. Alles sehr zeitintensiv.

Aufgrund der Wetterlage wurde dann auch noch einen Tag vor dem Lauf mitgeteilt, dass der Startort aufgrund der Unpassierbarkeit der ersten 5 Kilometer verlegt wurde. Juchu, wenigstens nicht abgesagt. Irgendwie sympathisch.

Also Samstag um 5:00 Uhr aufgestanden. Das Übliche erledigt und gegen 6:30 Richtung Goseck Sonnenobservatotium -die Startnummernausgabe verblieb,warum auch immer, am ursprünglichen Startort- aufgebrochen. 60 Kilometer mit dem Auto und nach einer knappen Stunde den Zielort erreicht. Da parkst du dann dein Auto, gehst ca. 300 Meter zum Sonnenobservatorium wo du dir dann an zwei Festzeltgarnituren deine Startnummer mitten im Feld holen kannst. Kann man so machen, muss man aber nicht. Völlig unsinnig. Warum man die Startnummernausgabe nicht an den neuen Startort verlegt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Von der Startnummernausgabe dann mit dem Auto ca. 7 Kilometer Richtung Startort. Auch Shuttlebusse waren unterwegs. Machte aber keinen Sinn das Auto stehen zu lassen, da man nach dem Lauf nur noch zu Fuß nach Goseck kam. Wären dann von Naumburg HbF ca. weitere 8 Kilometer. Wer´s mag. Egal.

Also Richtung Hallescher Anger und dort geparkt. Um 9:00 Uhr war Start und ich war so gegen 7:45 am Startort. Wie immer großzügig geplant. Gepäckabgabe gab es noch keine. Klärte sich aber dann. Alles wirkte irgendwie recht orientierungslos und trotzdem funktionierte auch die Gepäckaufgabe am Ende.

Angeblich sollten rd. 200 Läufer den Marathon unter die Füsse nehmen. Gewertet wurden am Ende 120. Keine Ahnung wo die restlichen gut 100 Läufer abgeblieben sind. Kurz nach 9:00 Uhr startete dann Mitorganisator Waldemar Cierpinski, seines Zeichens Olympiasieger im Marathon 1976 und 1980, den Marathon, nachdem auch der Landrat des Burgenlandkreises noch viel Glück gewünscht hatte.

Man ließ uns zunächst 2,5 Kilometer die Saale entlang laufen, dann an einem Wendepunkt zurück zum Start um uns dann schließlich auf die ursprüngliche Strecke zu schicken. Problem in meinen Augen gut gelöst.

Nun was hatte ich mir denn sportlich vorgenommen. Ehrlich gesagt nicht wirklich was. Da ich ja 2 Wochen vor Mönchengladbach vergeblich kürzer getreten war (Tapering), hatte ich ja 2 Wochen vor dem Himmelswegelauf auch getapert. Irgendwie hatte ich nicht ganz soviel in den letzten 4 Wochen trainiert. Mußte ja tapern ohne einen Wettkampf zu laufen.

Was ich über die Strecke herausfinden konnte war, dass es hauptsächlich über Asphalt, also Radwege oder Landwirtschaftswege, ging. Also kleiner Plan den Halbmarathon in 2:00 Stunden und dann sehen wir weiter. Was mich im Vorfeld stutzig gemacht hatte, war der Zustand, dass im letzten Jahr der schnellste Läufer irgendwas um die 3:20 Std. und du mit 4:00 Std. so um Platz 25 lagst. Bei ca. 100 Gewerteten. Wahrscheinlich überwiegend gechillte Landschaftsläufer?!.

Also der Lauf geht los und ich pendele mich ordnungsgemäß bei 5:42/min ein. Wenn da 200 gestartet sind, war ich höchsten Platz 175. Also auch hier nix chillen. Egal abgerechnet wird am Ende. Beim 2,5 Kilometer Wendepunkt befand ich mich im letzten Viertel der Läufer, bei Kilometer 5 ebenso. Ich war immer noch mit 5:42 unterwegs.Mir fiel zu diesem Zeitpunkt auf, dass das Wetter extrem drückend war und wir die ganze Zeit flussaufwärts laufen. Sollte sich auch nicht mehr ändern.

Bei Kilometer 7 gab es dann den ersten Versorgungspunkt. Bei dem Wetter sehr spät. Ich hatte im Vorfeld des Laufes eine Mail an die Organisation geschickt, um genau die Frage der Verpflegungspunkte erläutert zu bekommen. Habe bis heute keine Antwort. Am Verpflegungspunkt habe ich dann noch gefragt wann denn der Nächste kommt. In Freyburg, so bei Kilometer 14. Die hatten Recht. Danach wurde es aber hinsichtlich der Verpflegung deutlich besser.

Aufgrund dessen, dass wir immer flussaufwärts laufen, hatte ich den Eindruck, das ich einen leichten Berglauf erwischt hatte. Es war nie so wirklich steil, aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass der Lauf landschaftlich ein Traum ist. Ausgehend von dem wunderbaren Städtchen Naumburg mit einem beeindruckenden Dom enlang der Saale an Weinbergen vorbei. Hier ein Schloß da ein Schloß. Wunderschöne kleine Orte wie Freyburg (Unstrut) mit ihren herrlichen Häusern und Gasthöfen.Was man so mitbekam, war, dass die Mehrheit der Läufer von der wunderschönen Landschaft schwärmte.

Allerdings war man dann auch weitestgehend alleine unterwegs. Unterstellt man mal, dass wirklich 200 Läufer unterwegs waren, dann verteilt sich das doch. Bis Kilometer 18 ging es bei mir ganz gut. Planmäßig die 5:42 auf der Uhr. Alles gut. Und von nun an ging´s bergab. Keine Ahnung was da los war. Eine junge Frau, die ich noch vor einem Kilometer überholt hatte, kommt von hinten und fragt mich ob ich denn konsequent nach Puls laufe. Darauf konnte ich nur antworten, dass ich momentan nirgendwo nach laufe. Puls 155, Geschwindigkeit wurde sukzessive langsamer. Ich Salz getankt, Gele eingeworfen, ordnungsgemäß getrunken. Keine Ahnung. Eine mir zurecht gebastelte Erklärung war dann, dass die Strecke möglicherweise doch mehr Höhenmeter hatte und ich für meine Verhältnisse schlicht und ergreifend zu schnell war.Wenn am Ende dann doch 500 Höhenmeter rauskommen, dann sind meine 5:42 zu schnell. Entäuschenderweise meinte meine Garmin aber, dass es nur 215 Höhenmeter bergauf waren.Seltsam.

Ich hatte aber ab diesem Zeitpunkt eine Leidensgenossin.An einem sonnigen Samstagmorgen mit einer jungen Frau entlang eines schönen Flusses in einer herrlichen Landschaft zu laufen, ist doch mehr als in Ordnung. Schön war dann auch, dass meine Mitläuferin mir von ihrem ersten Rennsteig Supermarathon erzählen konnte und in mir der Entschluß weiter gewachsen ist, sich nächstes Jahr auch einmal zu trauen. Sie hatte in 10 Stunden gefinisht und war begeistert.Trotz netter Begleitung ist jeder Kilometer eine Qual. Ich fühle mich wie ein Schluck Wasser am Straßenrand.Wir kriechen förmlich dahin, aber mein Puls macht keine Anstalten auch mal langsam runter zu gehen. Im März in Antalya hatte ich bei der Geschwindigkeit einen Puls von 125. Jetzt einen von 145. Keine Ahnung. So geht es bis ca. Kilometer 32 dahin.Von hinten kommt ein weiterer Läufer in Begleitung einer weiteren jungen Frau. Der männliche Teil zieht weiter, die junge Frau schließt sich uns an. Sie erzählt dann wie schön der Madeira Marathon war. Kann ich mir gut vorstellen.Die nächsten Kilometer vergehen dann im Smalltalk. Bei Kilometer 36 greifen wir dann noch einen Leidensgenossen auf, der sich uns anschließt. So erreichen wir dann schließlich das Ziel. Meine Zeit 4:35 Std. Den Halbmarathon in 2:03 Std.. Gefühlt war ich die Strecke zweimal gelaufen, aber doppelt so schnell. Der Sieger lief 3:15. Meine beiden Begleiterinnen machten mit der Zeit noch AK 2 und AK 3 in W35. An dieser Stelle danke für die Unterstützung. Werden sie wahrscheinlich nicht lesen, habe mich aber trotzdem über die Unterstützung gefreut.

Ich selbst Platz 71 AK 10 in M45. Wie erwähnt 120 in der Wertung.

Ich weiß es nicht, aber irgendwie war wohl die Kombnation mit dem Wetter in Verbindung mit dem permanent leichten bergauf vielleicht ursächlich. Ach und dann kam teilweise auch noch heftiger Wind. Trotzdem hatte ich es mir gemütlicher vorgestellt.

Als kleines Bonbon hatte der Veranstalter dann zum Ende das Ziel auch noch am Ende einer ca. 300 Meter langen Steigung gelegt. Dort wurde man dann aber von einem Olympiasieger in Empfang genommen.

Das Ende der Veranstaltung war aber noch nicht erreicht. Vom Zieleinlauf nach einer kurzen Stärkung zur Kleiderabgabe und duschen. In Verbindung mit dem Fahrplan der Burgenlandbahn und der Schlange an den Duschen mußten Prioritäten gesetzt werden. Ich wollte zwingend den Zug um 14:24 Uhr erreichen. Also ungeduscht ab zum Bahnhof. Ca. 1 Kilometer. Den Zug erreicht und auf geht es Richtung Naumburg. Fahrt eine knappe Stunde. Am Morgen bei der Startnummernausgabe wurde gesagt, dass es günstiger ist am Bahnhof Naumburg Ost auszusteigen. Das wäre näher zum Startort, sprich dort wo das Auto steht. Nach einer Stunde steige ich dann mit einem weiteren Läufer am Bahnhof Naumburg Ost aus.Gemeinsam suchen wir unsere Fahrzeuge. Während unserer Fahrzeugsuche erfahre ich dann wieder einiges Interessantes.So wußte mein "Mitumherirrender" mit schweizer Nationalität von einigen schönen Läufen zu berichten. Tatsächlich hatten wir dann nach ca. weiteren 3 Kilometern und Google Maps unsere Fahrzeuge gefunden und machten uns auf dem Heimweg.

Nach fast 12 Stunden bin ich dann wieder Zuhause.

Insgesamt ein landschaftlich wunderschöner Lauf.Leichte Abstriche bei der Versorgung auf den ersten 15 Kilometern.Die Vorabinformationen könnten ausführlicher sein, machen die aber nicht. Ich bin ja nicht der Erste, der das moniert.Die Helfer an der Strecke als auch an den Versorgungspunkten sehr freundlich.Ich glaube auf einen Marathoni kamen mindestens zwei Helfer. Wieder einmal ganz besonders nette Menschen kennengelernt. Alles in allem ein tolles Erlebnis gehabt.

Mein schlechter Zustand, als auch die Schmerzen insbesondere in der Hüfte sind weitestgehend weg. Ein paar Tage noch pausieren und dann mal wieder gemütlich laufen. Eine kleine Sommerpause, ab in den Sommerurlaub und ein wenig Strandläufe einwerfen.

Und dann geht es am 06.08.2016 zur Hella Marathon Nacht Rostock.

Euch einen schönen Sommer und viel Gesundheit.

Viele Grüße
Stefan

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Klingt doch ganz interessant!

Ich mag ja diese kleinen Veranstaltungen. Aber natürlich ist das Geschmackssache.
Im Burgenlandkreis stehen jede Menge Schlösser und Burgen herum, und Freyburg ist immer eine Reise wert - schon wegen des Weines!
An der Orga kann man ja noch arbeiten (oder das Chaos mit Gelassenheit ertragen).

Kann ich nur zustimmen!

Tatsächlich eine wunderschöne Gegend. Und richtig, Gelassenheit ist der richtige Ausdruck. Habe mich sicher etwas falsch ausgedrückt. Von Chaos ist die Organisation schon etwas weit entfernt. Ein wenig mehr Information vorab. Z.b. gibt es partout keine Teilnehmerlisten vorab. Ist nicht besonders dramatisch, aber der eine oder andere möchte vielleicht mal schauen, ob man jemanden kennt. Wurde schon mehrfach angesprochen, ohne Erfolg. Geht natürlich auch ohne.

Aufgrund dessen, dass so wenige Teilnehmer da waren, hat man dann auf der Strecke das Gefühl, dass man einen Trainingslauf mit Verpflegung macht. Aber viele mögen ja gerade das. Ich denke so 200 Starter mehr wäre ganz schön. Hätte die Veranstaltung auch verdient.

Grüße
Stefan

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