Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von flykobold

eine Woche zuvor....

Es ist... weiß gar nicht wie ich es sagen soll...
Jetzt sind es noch drei Tage. Wochenlange, monatelange Vorbereitung. drei Wochen krank dadurch zwei Testläufe ausfallen lassen müssen.
Ich bin trotzdem fit. Fit für eine Gute Zeit. Trotz Unterbrechung gut drauf, genug lange Läufe. Eigentlich alles im grünen Bereich.

Und letzten Sonntag ruhiger regenerativer Lauf und hinten raus ein paar Kilometer noch mal einen Reiz im MRT nicht schneller.

Und dann ... linke Wade fest und die letzten 1,5 km nur noch gehen möglich. :o

Jetzt heißt es Notfallversorgung mit Tigerbalm, Massagen, Wärme und Dehnung...
Ich weiß noch nicht ob ich Sonntag laufen kann.
Bitte nicht noch einen (Total)- Ausfall

und so ging es weiter...

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!",
und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!

Wer kennt diesen Ausspruch nicht.
Vernünftig wäre es gewesen, wenn ich unter den gegebenen Umständen nicht gestartet wäre.
Aber ehrlich wer hätte das auf sich genommen, nicht zu wissen ob da vielleicht doch eine gute Platzierung drin ist; hätte, könnte, würde, wäre...
Hinterher ist man immer schlauer.
Wobei - habe mich die Woche über geschont. Habe gesalbt, gewärmt, massiert und wieder gesalbt. Meinen Laufversuch am Dienstag musste ich nach
500 Metern abbrechen. Bin dann Fahrrad gefahren. Gelaufen bin ich bis zum Start keinen Schritt mehr. Hatte sich dann aber wieder gut angefühlt.
Keine Schmerzen mehr. Richtig locker war die Wade noch nicht aber ich kann ja zurück gehen, wenn ich merke das es doch nicht geht.
Also am Start nur ein ganz kurzes Warmlaufen. Es war ja warm genug - auch schon vor. Aber mich mehr auf das dehnen konzentriert,
was mich dann beim Lauf auch noch weiter begleiten sollte.
Meine ursprünglichen Befürchtungen waren erst nur über lange Strecken allein laufen zu müssen und das es zu warm werden würde.
Es war schon um 09.00. Uhr am Start zu warm. Es ging pünktlich, gut und locker los. Es lief - erst mal. Einige sind wie immer zu schnell los.
Ich dachte noch, gerade so ein Marathon (egal wie warm) wird auf den letzten und nicht auf den ersten fünf Kilometern entschieden.
Für mich sollte das ohnehin keine Rolle spielen. Ich wollte nur durchkommen. Und wie gesagt, ging es zunächst ganz gut.
Ja die Wade zwickte etwas. Naja war ja letzten Sonntag noch knallhart - muss ja ein bisschen arbeiten, wieder dran gewöhnen.
Man ist natürlich von Anfang an nicht frei, hat das immer im Hinterkopf. Man ist ständig darauf bedacht schön locker zu bleiben.
Es läuft nicht 100%ig rund. Nach fünf Kilomtern geht es nicht mehr anders - ich muß die Wade dehnen. Und weiter - wieder ran laufen.
Aber schön locker bleiben. Gleichmäßiges Tempo. Etwa alle 5 Kilometer gibt es auch Verpflegung. Auch gut bei dem Wetter ausreichend zu trinken.
Habe auch Salz dabei. Und es wird noch wärmer. Puh . Dann geht es ein paar 100 Meter durch kühlen schattigen Wald - und wieder in die Sonne.
Ich muß wieder dehnen. Diesmal gieße ich mir bei Kilometer 15 etwas Wasser über meine Wade. Der nasse Kompressionsstrumpf kühlt erst mal.
Dann schon fast die Hälfte geschafft, von Rechlin endlich in Röbel. Am Hafen der Wendepunkt. Wir sind zu dritt und verpassen eine Abbiegung.
An der Hauptstraße endschließen wir uns rechts zu laufen - und kommen ja mit 200-300 Metern mehr wieder auf die Strecke. Toll. Die ersten drei kommen uns schon wieder entgegen. Boah ej, wir waren doch auch nicht soo langsam. Wendepunkt - Halbmarathondistanz bei etwa 01:37, also gut in der Zeit.
Erst mal trinken, wieder dehnen und kühlen. Langsam merke ich doch dieses ständige "locker bleiben", dass ich immer ausgleiche und die Oberschenkel langsam
anspannen. Die Wade selber geht - aber alles andere ist angespannt. Und dann es sind jetzt inzwischen 26° im Schatten. Die Strecke aber verläuft fast nur in der Sonne. Zum größten Teil über Asphalt aber auch Wald und Feldweg. Auch hier muß man immer etwas aufpassen. Noch mal motivieren - Tchakka - geht jetzt schon zurück. Jetzt laufe ich den noch kommenden schon entgegen. Durch das Dehnen und kühlen habe ich länger gebraucht, meine kleine Gruppe ist schon weg.
Ab jetzt wird es hart, ab jetzt allein, die Wärme, die Muskulatur... Ich suche einen Stein um noch mal zu dehnen. Ich merke die Muskulatur wird immer fester, bis in den Rücken rein. Kilometer 26 - noch mal was trinken, dann geht es weiter... Nein geht es nicht!!! Waaas. Noch mal versuchen. Nein! Es geht nicht mehr. Von Jetzt auf Gleich. Ich komme nicht mehr in Gang. Der Körper blockiert. Was nun. Wir sind Kämpfer. Gott lass mich nicht im Stich. Bitte. Also - weiter gehen. Ja gehen. Ej es sind noch 16 Kilometer?! Jeder weitere Versuch ins laufen zu kommen wird von nun an vom Körper schmerzhaft abgelehnt. Bitter. Aber ich war mir des Risikos bewußt. Also das die Wade krampft aber doch nicht so. Ich wollte es so. Von nun an gehen, gehen, gehen... Kommt hier irgendwo ein Bus? Oder per Anhalter...
Nein weiter. Werde nun immer wieder überholt. Werde gefragt ob es geht - oder auch ob ich einen Arzt brauche. NEIN. Ich kann nur nicht mehr laufen. *schnief*
Sieht das so schlimm aus, naja ich humple , vielleicht stärker als mir bewußt ist. Immer wieder trinken, jetzt kann ich auch schon etwas schneller gehen... Nein
laufen geht immer noch nicht- habe es versucht. Zwei Kilometer vor dem Ziel und über eine Stunde nach der geplanten Zeit werde ich abgeholt und ins Ziel begleitet.
Jetzt kommen nochmals mehrere Läufer, die sich zum Ziel hin noch mal aufraffen. Das kratzt an meinem Selbstbewusstsein. Ich versuche es auch noch mal.
NEIN. Der Körper sagt NEIN. Spätestens jetzt tut es im innersten weh. Mehr als Wade oder Schenkel. Ich werde sogar noch mal angefeuert.
Und ehrlich ich gehe durch das Ziel, wehmütig und nur das man mich nicht auf der Strecke suchen geht. Die Zeit spielt keine Rolle mehr.
Aber - ich bin dennoch bei weitem nicht der letzte?
Und jetzt tut alles weh, habe einen dicken Fuß und Sonnenbrand. Toll.
Aber - ich bin sonst gesund und im Ziel angekommen.
Mein nächster Marathon ist am 30.04.2017. So weißte bescheid, Schatzilein.
Aber jetzt mache ich erst mal Pause.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Tapfer gekämpft

und du bist angekommen! Glückwunsch! Der Rest heilt und bis zum nächsten Ziel ist Zeit!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Genau - ins Ziel gekämpft

Wade wird wieder - denke ich. Unter den Bedingungen sind dann Zeiten egal. In der Karenzzeit angekommen - Medaille verdient.

Bis zum nächsten Mal ist noch Zeit. Das wird.

Der Sport, das Laufen ist

Der Sport, das Laufen ist ein "kleines" Leben in unserem "großen" Leben. Und wie es im Leben so ist, machen uns Rückschläge und Niederlagen stark und lassen uns wachsen.
Daß Du überhaupt so gekämpft hast, zeugt von mentaler Stärke. Und dieser Marathon wird Dich für kommende Wettkämpfe stark machen.
Gutes Besserung für Körper und Sportlerseele. LG Christiane

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links