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Benutzerbild von brihoha

Heute ist Rennsteig Lauf.
Ich bin in Gedanken bei Iris. Heute morgen werde ich von alleine um 5:40 wach und paar Sekunden später kommt die whatsapp mit einem Foto vom Marktplatz aus Eisenach von ihr...
Ich wäre gern bei ihr.
Ich würde so gerne mit ihr laufen.
Ich denke an meine beiden Läufe dort. Habe sofort wieder diese Emotionen im Kopf, bekomme selbst jetzt beim schreiben Gänsehaut.

Ich habe den Blog von fraggle hier gelesen. Und vor paar Tagen den von Tanja. Sie berühren mich. Im Moment ganz besonders.
Und ich denke an strider, die auch großes vor hat, demnäch. Ich beneide sie, also im positiven Sinn!
Da ich im Moment viel Zeit habe nachzudenken, drängt sich der ein oder andere Gedankengang an die Oberfläche. Gut oder schlecht?

Mir fällt auf, das so ziemlich alle Menschen die ich meine Freunde nenne, Ausdauersportler sind. Ich befinde mich also in guter Gesellschaft mit ganz normalen anderer Bekloppten (diesen Satz hab ich aus dem Buch "Der Wüstenläufer" von Jens Vieler geklaut)
:-)))

Doch ich muss etwas ausholen:
Vor ziemlich genau drei Wochen hatte ich einen Radunfall. Doof gefallen, doofe Verletzung, kompliziert, nach fünf Tagen OP Incl. Ersatzteile, ein wichtiger Nerv, der für die Beweglichkeit der Finger zuständig ist, ist in Mitleidenschaft gezogen, das volle Programm also. Und das am rechten Arm, der nach der OP von den Fingerspitzen bis zur Schulter eingegipst wurde. Heul...
Innerhalb von wenigen Stunden werde ich sehr unsanft aus meinem geordnetem friedlichen Leben katapultiert und befinde mich im freien Fall in ...ja, in was? Chaos? Verderben? Nein, das wäre zu radikal.
Ich weiß, es gibt sehr viel schlimmeres als kaputte Ellenbogen Knochen. Immerhin bin ich nicht lebensbedrohlich verletzt oder krank. Knochen heilen wieder und beleidigte Nerven (hoffentlich!!!) auch!
Aber es bringt mich doch sehr aus der Fassung!
Zeigt es mir doch, das auch ich nicht alles alleine wuppen kann und ab und zu Hilfe von anderen annehmen muss.
Und auch Hilfe bekomme!
Ich bin froh und dankbar, das der Unfall nicht zuhause passiert ist sondern im Urlaub, so das ich die ersten Tage nicht alleine war. Ich weiß nicht wie ich das geschafft hätte, wenn er nicht bei mir gewesen wäre :-*
Das fängt ja schon bei Kleinigkeiten wie Zähneputzen mit links an und hört bei der Frage, wie bekomme ich einen Gürtel mit links geschlossen wieder auf. (Was übrigens für einen sehr irritierten Blick einer anderen Frau in der Damentoilette geführt hat. Ich hab's nämlich nicht hinbekommen und brauchte dazu die Hilfe von meinem Freund)
Naja, und Brot mit links schmieren, an und ausziehen, essen, dann die Dinge, auf die ich nicht näher eingehen will, duschen, .... schwierig. Garnicht geht, wozu man zwei Hände braucht: Schuhe binden, Kontaktlinsen an und ausziehen, Auto fahren, oder auch das benutzen einer Schere. Und schreiben. Meine Emotionen schwanken zwischen Entsetzen, Angst, Wut, Trauer und maximalen genervt sein.

Nach acht Tagen bin ich wieder zuhause und muss alleine zurecht kommen. Geht auch, im großen und ganzen. Die Beine sind ja heile, ich kann zu Fuß alles wichtige erreichen, Zeit genug habe ich ja um zur Not zweimal am Tag einkaufen zu gehen.
Ich muss mich kümmern, Ärzte abklappern, Physiotherapie organisieren, mit Chef und Kollegen reden (alle not amused...), versuchen, die Ruhe zu bewahren, mich mit den immer noch mehr oder weniger vorhandenen Schmerzen arrangieren.
Leichter gesagt als getan! Geduld befindet sich definitiv nicht auf meiner Agenda und ich mache mir auch ernsthaft Sorgen um meine Zukunft. Wie soll ich meinen Lebensunterhalt verdienen, wenn die Finger nicht in Ordnung kommen? Ich weiß, es ist viel zu früh, sich da jetzt schon Gedanken drum zu machen, aber ich bekomme es nicht aus dem Kopf. Ich muss mich ablenken!

Und da sind wir wieder beim Anfangsthema.
An Sport ist im Moment natürlich kaum zu denken. Oder doch? Ja klar, die Beine sind heile :-)
Also gehe ich neun Tage nach der OP ins Studio, mit Gips aufs Spinningrad. Was auch hier für Irritationen sorgt. Aber auch sowas wie Bewunderung. Bisschen Krafttraining für die Beine, Bauch und Po, besser als nichts.
Aber ich will laufen....
Und auch wieder Rad fahren! Auch wenn ich mich fragen lassen musste, ob ich diese Karriere jetzt nicht doch besser an den Nagel hängen will.
Immer wieder bekomme ich zu hören: Sport ist Mord (ja klar....jedesmal ein Euro für den Satz und meine Zukunft ist gesichert)
und: wer weiß, wofür das gut ist. Der Unfall hatte einen Sinn.
Echt jetzt? Mir hat sich der Grund noch nicht so ganz erschlossen... man möge ihn mir sagen, dann kann ich evtl daran arbeiten!

Aber: nie ist mir so klar geworden wie im Moment, WIE SEHR ich das laufen, den Sport, liebe! NATÜRLICH mach ich weiter!
Und ich will (wieder) Ultra! Ich will diesen Ultra mit meinem Freund laufen, den ich absagen musste. Ich will, das er selbst erlebt, was ich bisher vergeblich versucht habe, ihm nahezubringen. Ich will meinen Kopf wieder frei haben. Ich will wieder das Leben spüren, diesen Kampf gegen mich selbst, nein, Kampf ist falsch, Wettkampf, denn ich will mich ja nicht selbst bekämpfen.
Es geht nicht um die "superduper Ultra Bestätigung, Marathon würde doch auch reichen" (diese Diskussion kam gestern auf) .
Ich mach das nicht für Ruhm und Ehre. Ich mach das für mich! Weil ich das will!
Ich lese die Blogs von den anderen und finde mich darin wieder. Und ich bekomme regelmäßige whatsapp von Iris und fühle mich ihr nah, auch weil ich weiß, das ich sie mental unterstütze.
Das finde ich total schön!
Und die Frage, was macht mehr Spaß, laufen oder Rad fahren, stellt sich mir garnicht mehr. Das habe ich schon vor dem Unfall gesehen, gelernt. Dieses reine Glück welches er empfindet, wenn er Rad fährt: es ist in seinem Gesicht zu sehen, es färbt auf mich ab. Es macht Spaß ihm zuzugucken. Noch nie habe ich jemanden gesehen, der so eins ist mit seinem Rad. Er fährt, als hinge sein Leben davon ab. Aber vielleicht ist das ja auch so? Die Emotionen sind doch die gleichen, ganz offensichtlich.

Bin ich also weiterhin von ganz normalen bekloppten umgeben?
Gehöre ich weiter dazu?
Werde ich mich in der Welt der normalen nichtbekloppten zurechtfinden?
Aktuell fühle ich mich da sehr fehl am Platz.

Nun gut, ich werde weiterhin an Iris denken, bis sie im Ziel ist, werde an ihn denken, der heute ne lange Radausfahrt macht, bis er wieder zuhause ist und mich weiterhin in Geduld üben.
Und, da der Gips jetzt ab ist versuchen, schreiben zu trainieren. Schreiben geht nämlich fast garnicht, die Muskulatur jammert, die Finger wollen den Stift nicht halten und das Hirn feuert unaufhörlich Befehle an die Nerven, die diese konsequent verweigern. Allerdings will ich nicht wie ein Erstklässler sinnentleerte Wörter zu Papier bringen, ich habe überlegt, ich schreibe Briefe. Die man hoffentlich dann auch lesen kann. Seufz...anstrengend! Maaaan!! Fühlt sich bisschen an wie die letzten 20 km vom Rennsteig Lauf ...

Ich brauche meine bekloppten Freunde! Ich will keine anderen!
Ich will, das ihr mich bisschen bedauert, aber dann wieder auf den Weg schuppst, weiter auf meinem "Lauf" . Lauft mit mir, oder begleitet mich mit dem Rad. ..

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Liebe Bri :o)

Es berührt mich sehr, dass Du in Deiner schweren Situation mich/uns zum Vergleich ziehst und ja, Du bist nix anders, wie wir alle!!
Du liebst den Sport, die Bewegung, die Herausforderung und das Abenteuer, etwas zu schaffen, was viele andere nicht können oder wollen! Müssen sie ja auch nicht, aber Du musst auch nicht das, was die gerne tun!
Jeder von uns hat immer wieder im Leben schwere Phasen zu durchleben, zu schaffen und zu kämpfen und eben zum Glück auch Phasen, in denen einem das Glück so hold ist, die Phasen, an die man sich soooo gerne erinnert und zurück sehnt. Diese helfen einem, das durch zu stehen und das schaffst Du auch!!
In wenigen Wochen ist die Sicht wieder klarer, die Schmerzen hoffentlich vergangen und alle Funktionen wieder da und Du hast Dich arrangiert mit allem. Sehr gut, dass Du Freund(e) vor Ort und Hilfe hast, das geht ja etwas schwer übers Netz leider.
Wenn ich Dir mit meinem Bericht etwas die Zeit verkürzen konnte, konnte ich wenigstens ein klein wenig tun.
Ja, ich werde es Dir immer wieder sagen, denn es ist einfach so, Du kannst es auch!! Es ist kein großes Geheimnis dahinter, nur Leidenschaft und Durchhaltevermögen, das hast Du und musst es jetzt nur nutzen!
Und übrigens, Deine Gedanken sind völlig normal und was wirklich bekloppt ist, ist nur ne Frage der Definition! Stundenlang Spiele daddln oder vor der Glotze rumhängen, DAS ist bekloppt!! ;o)

Werd schnell wieder heile! Das Glänzen in den Augen erlischt nicht so schnell! ;o)

Lieben Gruß Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Etappenlauf

Sieh es als Etappenlauf.
Etappe 1: die OP. Haste schon lange hinter Dir.
Etappe 2: der Gips ist ab. Haste also auch hinter Dir.
Etappe 3: Schreiben lernen. Etappe soeben gestartet, jetzt einfach "laufen".

wieviele Etappen hat der Lauf? 5? Oder vielleicht auch 6?

Aber dann biste im Ziel. Ziel ist, wenn Du wieder (angst- und schmerzfrei) auf dem Rad sitzt.

DNF ist übrigens nicht vorgesehen.

Liebe Grüße, Conny

Dein Blog berührt mich! Ich

Dein Blog berührt mich!
Ich war zum Glück noch nie in der Situation nicht laufen zu dürfen oder zu können.
Ich möchte es mir eigentlich auch nicht vorstellen. Trotzdem kommen diese Gedanken beim Lesen deines Berichtes...

Du bist Ultra und hast bewiesen, dass du einen starken Willen hast.
Sei weiterhin tapfer und trainiere deine Finger, geh zum Spinning und Bauch Beine Po hat noch keinem geschadet.
Und dann kommst du in ein paar Wochen wieder und schnürst deine Laufschuhe!
Wir normalen Bekloppten halten die Stellung und warten auf deine Rückkehr!
Sei gedrückt!

Du gehörst weiter sowas von dazu!

Und ich lese auch unleserliche Briefe (bin Schülerhandschriften gewohnt...).

Liebe Bri, ich kenne wenige, die mit Gips auf dem Spinningrad sitzen! Ich bewundere dich grenzenlos. Du bist sowas von tapfer - und heulen gehört dazu. Wenn alles immer leicht wäre, könnte man ja nicht zeigen, wie tapfer man ist ;-) Ja, ich weiß, darauf könntest du im Moment gern verzichten, und ich kann es absolut nachvollziehen.

Fühl dich virtuell ganz fest gedrückt! Nach meiner Sprunggelenksfraktur (und dem davor, du weißt, wovon ich rede) schien auch alles aus. Ich hatte ganz liebe Menschen, die mir geholfen haben. Ich hoffe, ich kann es irgendwann zurückgeben. Also lass dir helfen, schreib, wie es dir geht (trainiert die Finger ;-))) und es wird wieder aufwärts gehen!!!

Dicke Umarmung, Ulrike

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Liebe Bri,

halte durch, damit du bald wieder mit den anderen normal Bekloppten durch die Gegend rennen und radeln kannst. Das geht schneller als du denkst.
Genieße doch einfach ein bißchen die Zeit ohne Schichtdienst und WE-Arbeit. Lesen, Freunde treffen, mal Dinge tun, zu denen man sonst nicht kommt. Und der Vorteil, mit so nem Arm braucht man nicht Stunden im Garten buddeln ;o)
Und die Nerven kommen wieder, kann aber etwas dauern.

Fühl Dich gedrückt, und wenn Du wieder kannst, dann radeln wir mal wieder zusammen.

LG,
Anja

Nur nicht die Nerven verlieren!

haha - blödes Wortspiel, aber ich darf das, da ich dir damit nur sagen möchte: Nerven haben echt gute Regenerationsfähigkeiten, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann (dank meiner damaligen Handchirurgen, die die richtigen Leitungen wieder zusammengefriemelt haben!).

Wahrscheinlich ist dieser Unfall dazu gut, dass Geduld auf deine Agenda kommt - und positives Denken! Nimm deine Erfahrung aus deinen bisherigen (langen) Läufen und übertrag sie auf die Situation jetzt. Du wirst erfolgreich finishen! (... und manchmal muss man auf dem Weg auch mal quengeln, schimpfen und nörgeln - ist erlaubt!)
Alles Gute auf dem Weg!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Vitamin B-Komplex

für die Nervenregeneration, hochdosiert.
Und der Psyche hilft es auch gleich noch.
Und dann schick ich dir hier noch ein Riesenpaket Geduld. Du hast allerbeste Chancen wieder gesund zu werden. Es dauert halt nur ein bisschen. Ich erahne, wie es dir geht, auch mir würde der Sport extrem fehlen. Aber kommt Zeit, kommen Laufe und Radfahren, ganz gewiss! Ich drück dich!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Liebe Bri

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem, dass du schnell wieder gesund wirst!!
Und Geduld!

Mir würde es genauso ergehen....ich habe auch keine Geduld und will, dass alles schnell wieder gut ist.
Abhängig von anderen zu sein....für mich auch ein schlimmer Gedanke...Zukunftsangst hätte ich auch....
Solche Gedanken kann man nicht verhindern und sind normal.
Aber ich denke die Geduld kommt mit der Zeit und der Mensch gewöhnt sich an vieles...

Nun ist es ja auch so, dass Ausdauersportler einen ausgeprägten Kampfgeist haben und auch Tiefen besser überwinden als der Normalbürger :-)

GUTE BESSERUNG !!!!

Laufen solange es geht - gehen bis es wieder läuft :-)

Liebe Bri,

natürlich gehörst du weiterhin zum Kreis der Bekloppten, bist ein Glied dieser Kette, ohne das es diesen bekloppten Haufen gar nicht geben tät!
Ich wünsche dir Geduld, Geduld, Geduld und möge alles ganz schnell verheilen!

Lieben Gruß
Tame

Das schaffst du mit links

... um bei den Wortspielen zu bleiben. Zumal hier sogar eine Läuferin vom Fach gute Heilungschancen sieht. Das lässt schon mal hoffen. In der Welt der vermeintlichen Normalos haste nämlich wahrhaftig nix verloren. :-)

Weiterhin viel Mut und Kraft in dieser momentanen schwierigen Zeit.
Sei feste gedrückt.

Nachtrag:
@strider: speziell für dich noch ein Buchtipp für deinen Flug:
"Nenne drei Nadelbäume: Tanne, Fichte, Oberkiefer: Die witzigsten Schülerantworten"
Zumindest der Titel macht Lust auf den Rennsteig...
;-))

Mit Stil ins Ziel!

Das tut mir leid

Liebe Bri,
wozu so etwas gut ist, kann ich dir nicht sagen. Auf jeden Fall weiß ich, dass wir auch weiterhin dazu gehören, ob wir laufen können, oder nicht. Wir sind Ausdauersportler. Aber es ist schon schwer zuzusehen, wenn andere Sport treiben und ihren Spaß haben. Da arbeite ich auch noch dran, dass besser wegzustecken. Geduld Bei, es wird wieder.
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

*schnüff*...

... das ist echt hart - ich bedauere dich aufrichtig und kann sehr gut verstehen, dass die Sache mit der Geduld eine echte Herausforderung ist. Schubsen ist überhaupt gar nicht nötig. Die Bekloppten wollen dich sowieso dabei behalten, und sobald Du darfst, wirst du dich durch nichts aufhalten lassen!

Alles Gute, schnelle Besserung und bis dahin wirksames Geduldstraining (hilft bestimmt auch in anderen Lebenslagen, wenn's schon für sonst nix gut ist)
yazi

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