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Benutzerbild von Kaiserstädter

Am 29. April schrieb ich eine Notiz an mich: „Will ich völlig eskalieren, muss ich planvoll vorgehen.“

Es handelt sich um ein Paradoxon. Aber ist es denn nicht so? Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen benötigt es doch stets einen Plan. Warum sollte das mit dem Eskalieren anders sein, nur weil es (scheinbar) spontan abgeht?

Der Plan stand dann auch bald: 9 Rennen in 10 Tagen:

05.05. Breinig 10 km
07.05. RTF Breinig 75 km (gut, ist eine RTF und kein Rennen)
08.05 Engel-Lauf Aachen 11 Uhr 10 km
08.05. Mai-Lauf Simmerath 13 Uhr 10 km
11.05. ATG Bahnlaufserie Waldstadion 5 km
12.05. Business-Run Aachen 5,5 km
14.05. Stadtlauf Gemünd 10 km
15.05. Dachser Duathlon Alsdorf 9:30 Uhr 5 – 20 – 2,5 km
15.05. Heideloop Vlekkenkamp (NL) 13:15 Uhr 5 Meilen (ca. 8 km)

Heute bin ich endeskaliert, habe sehr ungesunde Sachen in meine Schnute gestopft und eine leere Flasche Rotwein steht vor mir, eine weitere Flasche Weißwein wartet im Kühlschrank.

Wie kam es dazu? Wie kam es zum Eskalationsplan?

Nun, es ist die Mischung zwischen einer Saisonplanung, die mir vom Verein aufgezwungen wurde, Aktivitäten der Betriebssportgruppe Laufen, der kleinen Rache des ausgetretenen Mitglieds des Radsportvereins und der Notwendigkeit, auf in Summe mindestens 21 Paarläufe in 2016 zu kommen.

Erstens: Breinig 10 km

Bis vor kurzem wohnte ich in Breinig. Kenne da jeden Stein auf den Laufwegen. Es ist ein Lauf der Rureifel-Volkscup-Wertung, also auch der Paarlaufwertung.
Mit dem Bus nach Breinig, bei wunderbarem Vatertagswetter, fast schon etwas zu warm. Auf Wald- und Feldwegen geht es auf und ab in der Voreifel. Top organisiert und mit jede Mengen Anmeldungen, absoluter Volksfestcharakter im Dorfmittelpunkt.

Im 10 km-Lauf startet auch eine 2x5 km Staffel, welche in Massen von meinem Triathlonverein gebucht wurde (und auch in fast allen Altersklassen und Wertungen gewonnen wurde). Aber: Ich war vor einer Damenstaffel aus 2 Regionalliga-Starterinnen. Mit einer PB über 10 km: 0:40:53 – 7. Platz der AK M45 – Phie wurde 3. der W30: 92 Punkte im Paarlauf.
Die Knochen waren fit, ein starker Lauf. Zufrieden.

Zweitens: RTF Breinig über 75 km

Es waren dann mit An- und Rückfahrt 106 km in der belgischen Eifel. Also auch recht hügelig, aber ich war entspannt unterwegs. Letztes Jahr war ich im veranstaltenden Verein Mitglied und durfte nicht mitfahren, weil alle Mitglieder helfen müssen. Ich war letztes Jahr von 6 Uhr bis ca. 18:30 Uhr auf den Füßen und habe die Starter am letzten Verpflegungsposten versorgt. Der Verein wird mit knallharter Vereinsmeierei geführt und der Vorsitzende (ein ehemaliger Unteroffizier der Bundeswehr und Frührentner) hat mir öffentlich in einer Weise kundgetan, dass er mich für ein Arschloch hält (unter anderem, weil ich die Veriensklamotten aus den 80ern scheisse finde und weil ich mit einem Tria-Lenkeraufsatz Rad fahre), dass ich jedes Recht gehabt hätte, ihn auf der Stelle zu töten. Habe ich aber nicht gemacht (Erziehung wirkt dann doch gründlich), sonder ich bin aus dem Verein ausgetreten.

Also war es mir doch eine Freude, bei der Anmeldung alle freundlich zu grüßen und informierte ausführlich, wie toll das sei, die schöne Route bei Kaiserwetter fahren zu können. Die kleine Rache eben. Der Vorsitzende ignorierte mich, war ihm wohl unangenehm, dass ich da war. Ich fand es toll. Super organisierte RTF. Rad-Kilometer auf das Trainingstacho... allles gut. Aber Erholung war das nicht...

Drittens und Viertens: Engel-Lauf und Mai-Lauf

Bei strahlendem Sonnenschein 2 Läufe über 10 km mit einer lohnenden Pause von ca. einer Stunde.

Wie macht man so etwas, wenn man in einer Wertung läuft. Der Plan von Phie und mir war so: Wir laufen den Engel-Lauf mit angezogener Handbremse, weil: Beim Engel-Lauf gibt es nur die 10 km, der Lauf ist mega beliebt, weil für einen guten Zweck, also viele Anmeldungen. Er ist aber auch ziemlich schwer. Wir liefen diesmal wirklich Paarlauf, also Seite an Seite 0:53:53.

Wir schauten genau, dass die Läufer vor uns und die Läufer hinter uns genug Abstand hatte, so dass wir schön alleine auf dem Zieleinlauffoto sein würden. Bei der Paarlaufwertung werden die 15 besten Läufe mit der Altersklassenwertung gewertet (1. 50 Punkte, 2. 49 Punkte usw.) und weitere 6 Läufe kommen pauschal mit 20 Punkten in die Wertung. Wer die Paarlaufwertung gewinnen will, braucht also 21 Läufe. Wir gehen davon aus, dass dies einer der Pauschalläufe wird, ich wurde 19. meiner AK und Phie immerhin wieder mal 2.

Beim Mai-Lauf in Simmerath wollten wir dann doch attakieren, doch letztlich hatten wir mit Zitronen gehandelt.

Zwar waren unsere Zeiten besser als beim Engel-Lauf, aber die Konkurrenz war nicht ohne und sehr schnell. Außerdem war die Konkurrenz im Gegensatz zu uns sehr ausgeruht. Und es war richtig heiß geworden. Ich lief 0:44:06 und wurde 8. meiner AK M45, Phie wurde wieder mal 2. und machte 49 Punkte klar. Sie blieb unter ihren Möglichkeiten, wie ich fand. Hihi...

Fünftens: ATG-Bahnlaufserie 5 km – im Aachener Waldstadion

3 Tage Pause: Ich befand micht im Waldstadion und hatte die Spikes geschnürt. Letzter Wettkampf der alten Adidas-Nagelschuhe war im Mai 1988: mein Sportabitur.

12 1/2 Runden auf der Bahn. Schein doch recht öde zu sein... War es aber gar nicht, denn immer, wenn man durchs Ziel lief, stand da eine andere Zahl auf dem Schild mit der Angabe der noch zu laufenden Runden - also Abwechlsung pur.

Aufgrund der angegebenen gewünschten Zielzeit befand ich mich im mittleren von 3 Läufen. Es fühlte sich nicht schön an, aber ich finishte in immerhin 0:19:32. Damit war ich 4. meiner AK und immerhin 3. AK 45 der Kreismeisterschaften. War jetzt nicht das Ergebnis, das ich mir erträumt hatte, aber Ende Mai kann ich es über die 3.000 Meter ja besser machen.

Sechstens: B2run – Business-Run Aachen

Kein Bock... aber ich habe das für die Kolleginnen und Kollegen organisiert, also gehe ich mit gutem Beispiel voran (wieder diese scheiss Erziehung). Und es war so geil!

Von der ganzen Eskalation ist das der unwichtigste Lauf. Gibt keine Punkte, gibt keine Rache. Gibt keinen Stress. Ich hatte allen gesagt, dass ich ab 17 Uhr am Treffpunkt sein würde und weil Start um 18:30 Uhr ist, sollten alle bis 18:20 Uhr da sein. Komme da an bei strahlendem Sonnenschein, vor der Bühne sind Strandliegen aufgebaut.

Ich hole mir erst mal ein Bitburger und mache den Strandbär. Hm... Alkohol vor nem Lauf... noch nie gemacht. Einige trudeln ein... wir unterhalten uns... ich das zweite Bit... gute Laune – Sonnenschein....

Dann beim Start, ich wie mittlerweile immer in einer der vorderen Reihen. Mal sehen, wie sich das mit 2 Pils so anfühlt....? War ok. Ich ging die ersten beiden km vorsichtig an und steigerte mich dann ein wenig. War recht flott, aber ganz ohne Kotzgrenze.

Ich bin mittlerweile ein Experte in Sachen Zieleinlauffoto. Die Lücke zwischen Vorder- und Hintermann wird von mir optimiert und ich laufe alleine Richtung Ziel. Die Puschelmädchen puscheln nicht. Ich reisse die Arme hoch und sofort puscheln sie. Der Stadionsprecher: Da kommt Oliver B. in Lederhose. Tribüne: Applaus. Foto top!

Nach dem Lauf noch Live-Musik, Siegerehrung, Nachlaufwurst und Nachlaufbier. Feierabend.

Siebtens: Stadlauf Gemünd 10 km

In der Kaffeepause hatte ich noch gescherzt: „Na Bernd, liegt bei Euch (in der Eifel) noch Schnee?“ „Nein, der ist längst geschmolzen.“ Ja, der tragische Eifel-Humor...

Wir kommen in Gemünd an (liegt im Tal), weist ein Verkehrsschild mit Schneeflocke auf Schleudergefahr hin... Wir lachen (wir Idioten).

Wir steigen aus dem Auto aus – sofort wäre ich am liebsten wieder eingestiegen... Es war ARSCHKALT. Ok, wir holen schnell die Startnummer und bleiben bis zum letzten Moment in der Umkleide an der Heizung sitzen. So machen wir es.

Als wir aus der Umkleide kommen für 3 Minuten leichter Schneeregen. wtf

Der Lauf selbst war scheisse. Die Strecke führte im sehr engen Zick-Zack durch den Kurpart und man mußte insgesamt 5 Runden laufen. Ich war zügig unterwegs, aber ich merkte eine unfassbare Müdigkeit in mir. 10,19 km waren es dann in 0:42:10.
5. AK war ich, Phie war 4. – Von wegen 50 Punkte Maschine...

Alkoholfreies Weizen im Ziel. Durchgefroren wieder Richtung Aachen... kalt, kalt, kalt...

Achtens und Neuntens:

Gestern morgen hatte ich die Kampfmaschine nochmal auf Hochglanz poliert. Alle befürchteten Regen... wehe!!!!

Ich fuhr mit dem Bus nach Alsdorf zur Deutschen Meisterschaft im Duathlon. Ich hatte aber nicht die Kurz- sondern die Volksdistanz gemeldet. In der Zeitung stand, dass die Temperaturen am Pfingstsonntag so wie um Weihnachten werden sollten. wtf

Es war lausig kalt. Schon vor dem Start war ich durchgefroren. 5 km laufen, 20 Rad (mit leichtem Regen) und nochmal 2,5 laufen... war schwer. Die Beine... der Magen... der Kopf... ich war 3 Minuten langsamer als letztes Jahr, aber immerhin: 3. meiner AK und 3. der Städteregionsmeisterschaft meiner AK. Und ganz wichtig: im Ziel vor den schönsten Beinen des DLC Aachen.

Kristina wurde im Hauptlauf dann noch Deutsche Meisterin im Duathlon. Sowas macht die dauernd.

Dann ließ ich mich von Phie abholen, denn nach diesem Vorgeplänkel folgte der Höhepunkt meiner bisherigen Laufkarriere: ein Start in den Niederlanden!

Es war klar, ich würde eine PB laufen, denn es war mein erster Lauf über 5 Meilen.

Bei der Startnummernausgabe lief holländische Karnevalsmusik... es war doch schlimmer, als ich befürchtet hatte... aber danach ging es im Triathon-Einteiler durch die Brunssummer Heide.

Sehr schön da... Ich wurde 3. meiner AK45 in 0:36:05 (PB!). Phie auch in PB über 5 Meilen wurde 2. ihrer AK W30.

Endeskaliert. Durcheskaliert. Totaleskaliert.

Müde.

Ohne Muskelkater... immerhin.

Klappe zu, Affe tot.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Also wenn Du die vor Dir stehende....

...Flasche tatsächlich heute geleert hast, dann Glückwunsch zur Fähigkeit, mit dem damit verbundenen Alkoholpegel noch grammatikalisch fehlerfreie Sätze formuieren zu können.
Und zum Eskalationsfinale gratuliere ich natürlich auch.

endeskaliert

wird in den Wortschatz aufgenommen, in der Hoffnung es irgendwann einmal gebrauchen zu dürfen.
Wird so schnell nicht vorkommen, fürchte ich...

Was für ein Pensum! Kann man nur machen, wenn mann voll im Saft steht - tust du offenbar...
Und dabei bist du immer wieder bereit neue Erfahrungen zu machen: Vor-Lauf-Pils und niederländische 5-Meiler - Respekt!

Hab jetzt nicht mitgezählt: wieviele Läufe noch im Paarlauf? Weiter!!!

Gespannten Gruß,
Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Endeskaliert....so so. Und

Endeskaliert....so so.
Und was machst du jetzt? Dir wird doch langweilig?!
Wobei ich denke, trink du ruhig hin und wieder mal ein Bier, meinetwegen auch vor dem Wettkampf. Macht dich locker :-)
Aber du hast meine volle Punktzahl: das macht dir so schnell keiner nach!
Ziemlich Crazy:-))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Wow! Strammes Programm...

dafür saht ihr aber am Sonntag noch richtig gut aus.
Ich hätte nicht gedacht, dass du vorher noch beim Duathlon am Start warst.
Hmmm, zwei Pils vor dem Start hört sich ja interessant an. Das ist bestimmt mal 'ne ganz neue Erfahrung.
Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Eskalation :-)

Zielfotoläufer?

Also so einer bist du... tsstss

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

bri...

...er hat von weinflaschen geschrieben. vielleicht liegt darin der fehler.
oliver, versuch´s mal mit nem pilsken, oder zwei oder drei ;)
volle punktzahl auch von mir...
____________________
laufend wünscht weiterhin fröhliches eskalieren und freut sich auf den nächsten blog: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Und ich sach doch,....

Bier ist die Lösung! ;o)

Cool endeskaliert, wobei das Ende noch nicht erreicht ist, da bin ich sicher! :o)))

Gratuliere!
Weitermachen!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

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