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Benutzerbild von strider

Auf dem Plan standen für diesen Sonntag 44km in Pace 6:30. Naja, statt Saar hoch und runter kann ich da ja auch einen gepflegten Marathon laufen. Da bot sich der Trollinger Marathon an, noch fahrbar ohne Übernachtung. Und die 350 Hm ersetzen dann die fehlenden 1,8km.
Nicht geplant waren:
a) mein Abflug in den Asphalt am vergangenen Mittwoch samt folgender Fehlbehandlung durch einen Arzt am Donnerstag, weshalb am Freitag meine Hausärztin den vereiterten Verband noch mal runterreißen und das Knie neu behandeln musste. Uaaah! Der gestrige 17km Test verlief allerdings zwar nicht ganz schmerzfrei aber unspektakulär. Ok, ich laufe. Zu Hause sitzen tut auch weh.
b) Die 26 Grad, die wir heute hatten. Ich Nicht-Hitzehäschen und Sonne pur mit Bergen. Naja, immerhin hatte ich diesmal Sonnencreme dabei...
c) Mein Ipod, der hier liegen blieb. Wer mich kennt weiß: geht gar nicht. Strider alleine auf Marathon ohne Musik, ein absolutes Nogo. Habe ich zum Glück erst in Heilbronn bemerkt. Da war umkehren auch doof.

So stand ich nun mit etwa 500 anderen Marathonis am Start, der Startschuss fiel um 8:45 Uhr und alles raste los. Hallo? Der 4:30 Pacemaker (für Zielzeit 4:30 Stunden! Nicht Pace!) wetzte an mir vorbei und war verschwunden. Unglücklich trabte ich hintendrein. Bei km 2 wollte ich schon zurück und war nah am Heulen. Über jede Bodenunebenheit stolperte ich, weil ich die Knie nicht hoch kriegte. Die ständige Angst erneut zu stürzen ließ mich völlig verkrampft laufen. Und gefühlt ALLE waren da an mir vorbei. Nur die Vermutung, dass der Coach längst mit dem Fahrrad gestartet war, ließ mich zunächst weitertraben. Zielschluss 6h, das werde ich wohl schaffen. Oder so.
Es wurde nicht besser. Zwar hatte ich den Pacemaker irgendwann wieder im Blick, aber er hatte die ersten 5km satt unter 6er Schnitt im Kasten. Hä??? Trost boten irgendwann drei Baywach-Läufer, unter ihnen mein Mitpacer aus Freiburg. Das Trio ließ sich nicht beirren und so schloss ich mich ihnen an. Mehr oder weniger, denn die waren zu schnell für mich.
Die ersten Anstiege kamen. Hoch trabte ich langsam, runter noch langsamer, denn das Runterkacheln – sonst auf Asphalt meine Spezialdisziplin ging mächtig auf die kaputten und geprellten Knie. Auaa! Bei km 20 musste noch eine Dixiepause her, dann ging es weiter. Und die Halbmarathomarke kam und da sah – oh Wunder – meine Zeit viel besser aus als erwartet. Hä???
Es lief immer noch schwer, aber meine A...kilometer sind auch zwischen 24 und 28. Und den anderen ging es nicht viel besser. Viel Sonne, stetig auf und ab, dazwischen so richtig langgezogene Entsafter. Das hätte ich meine Musik gebraucht. Heulen gilt nicht.
Und dann kam km 29 und es ging mir gut. Hä??? Und es kam 30 und es ging mir besser. Bei km 31 hatte ich meine Baywatch-Jungs wieder und ging an ihnen vorbei. Aus ihrem Radio erscholl „I’ve been looking for freedom!“ und zum Entsetzen meiner – ausschließlich männlichen Umgebung – sang ich laut mit und lief weiter. Es ging in die Weinberge, aber ich hatte noch Kraft und die Knie taten auch nicht mehr weh als vorher.
Irgendwann gabelte ich noch einen Läufer auf und zog ihn ein Stück mit. Sammelte nach und nach alle ein, die vorher weit vor mir gelaufen waren. Brav nahm ich aber nach wie vor jede Wasserstelle mit, auch meine Cola, die ich mitgenommen hatte, fand nun Verwendung. Und weiter.
Die Kilometer „flogen“ dahin. Naja, aber es fühlte sich so an. Die letzten Anstiege. Einen ging ich dann doch ein Stück ,jetzt nicht mehr verheizen. Den Rest lief ich. Ein Streckenposten rief „sehr stark, Mädchen!“ Örgs, meint der mich???
Die letzten 4km geriet ich in den Pulk Walker und (wandernder) Halbmarathonis. Das war einerseits motivierend, andererseits sehr anstrengend, weil man ständig umkurven und den blöden Stöcken ausweichen musste. Konnte meine Laune aber auch nicht mehr trüben. Km 40: meine Uhr sagt: 4:12. Hallo??? Wie g... ist das denn??? Ziel war offiziell 4:34 gewesen, inoffiziell unter 4:30.
Und so jagte ich locker dahin. Rechts herum, links herum, noch ein paar Marathonis einkassiert und zum Ziel. Weiter Stöcken ausgewichen. Ein paar Italiener boten mir Cola an: oh, klasse!!! Dann ging es zum Stadion, rum um die Kurve und ab auf die Innenbahn. Es war brechend voll, aber nichts hält mich jetzt mehr auf. Trotz der 26 Grad habe ich Gänsehaut. Im Ziel werden zwar ein paar Marathonis HINTER mir aufgerufen, ich aber leider nicht. Na, auch egal. Ich bin drin. Und mir geht es einfach nur supergut!!!

Coach wartete leider draußen, aber ich musste erstmal ein paar Becher trinken und den heißgelaufenen Kopf unter eine kalte Dusche stecken, dann ging es aber schnurstracks zum Ausgang und in die Ehemannarme. Was für ein Lauf!

Letztlich war es eine superg... 4:23:31 geworden und noch Platz 8 in der AK. Die letzten 2km damit in Pace 5:30 oder so. Nicht schlecht für einen Trainingsmarathon mit Knie ;-))

Na ok, die sahen dann doch ein bisschen arg ramponiert wieder aus, aber ich konnte glaubhaft versichern, dass es „alte Verletzungen“ sind ,-))))

5
Gesamtwertung: 5 (10 Wertungen)

Für nen Trainings-M ...

... mit Hügeln ganz OK. Mir scheint, du bist auf dem richtigen Weg.
;-)
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

Kopf kühlen

musste ich gestern auch, und das bei lausigen 20 km...
Hast du mal wieder super gemacht, der Trainingszustand passt perfekt.
Gib den Knien noch bisschen Gelegenheit zum Heilen, dann rollt es noch besser in SA.

LG,
Anja

Manchmal...

läuft´s halt - auch wenn man nicht damit gerechnet hat. Ich versuche dann durchaus mal zu schauen, was denn anders war als sonst.

Vielleicht immer ohne Musik laufen?
Find ich sowieso doof bei Wettkämpfen, weil man wenig von der Atmosphäre mitbekommt.

Schreibt jemand, der bei jedem Traningskilometer Musik/Radio dabei hat...

Nichtlaufen tut auch weh,

wie wahr, *schnief!* Aber meine Wundheilung hat schonmal super geklappt, dann klappt deine auch;-) Bei mir sinds die Beulen die weh tun, der Schädel hat halt doch einige Prellungen abbekommen, wahrscheinlich genau wie deine Knie, die nicht so recht vom Boden hoch wollen. Ich sach mal so, nä, für dermaßen demolierte Knie, ICH DARF DAS SAGEN, ICH HABE DIE FOTOS GESEHEN, ÖRGS!!!, hast du den Trainingsmara in einer unfassbar geilen Zeit gefinisht! HELDIN DU!!!

Lieben Gruß
Tame

Ohne Ipod

Selber singen als Alternative? Warum nicht!
Singend zur PB wäre auch mal ein Blog wert. :-)

...und jetzt wieder ab ins Mauseloch...
Aber nicht ohne einen dicken Glückwunsch zur Wahnsinnsleistung dazulassen.
Rennmaus

Glückwunsch!!!

Ich habe gestern häufig an Dich gedacht, während ich über meinen Steuerformularen gebrütet habe. Mein geprelltes Knie will Ruhe.. Auch heute an Tag 4 nach meinem Sturz , keine Bessserung in Sicht. Unglaublich, wie Du deine "Zipperlein" ausblenden kannst und Dein Ding durchziehst! Trotz allem, gönn Dir doch ein ganz klein wenig Ruhe nach dieser famosen Energieleistung.

Trainingsmarathon

allein schon das Wort finde ich respekteinflössend...
Dann die Zielzeit! MIT Knie, OHNE Musik - immerhin Cola: das hast du sehr schick hinbekommen!
Das wird!!!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Alte Kriegsverletzungen

:Kopfkinoanwasdiewohlgedachthaben:

Menno, Frau Du bist zu schnell! Mach das bloß bei den Comrades auch so - hinten raus Gas, Gas und nochmal Gas! Klasse gemacht - und nu auf in den Endspurt.

keine Musik bei Wettkämpfen

das ist bei mir unterschiedlich. Wenn ich bei großen Citymarathons mitlaufe, wo jede Menge Stimmung an der Strecke ist und Musik, laufe ich auch "oben ohne". Wenn ich allerdings eher lange öde Strecken mit mir alleine erwarte nehme ich lieber Musik mit. Lässt sich ja auch abschalten oder ausstöpseln, aber ich habe sie eh immer so leise, dass ich Fahrradklingeln (oder Gespräche) mitbekomme.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

mit Schädel

mit Brummschädel laufe ich auch nicht! Bei mir war nur Haut ab, da kann ja nichts mehr passieren.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

danke danke danke

für alle Komplimente und guten Wünsche! Es muss ja nicht schnell laufen, nur lange ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Laufen und Singen...

... finde ich großartig. Das habe ich zwar auch schon öfter probiert, aber so richtig lauthals ist es mir nie gelungen, dafür hat einfach die Puste nicht gereicht. Darauf bin ich jetzt echt ein bisschen neidisch. Aber nur ein bisschen.

Nein eigentlich gar nicht, ich gratuliere herzlich zum gelungenen Gesamtpaket
yazi

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