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Benutzerbild von Rennmaus-vom-See

Vogel fliegt, Mensch läuft, Maus - schwimmt.

Die Achillessehne fristet ihr unlogisch eigensinniges Dasein und sendet Schmerzsignale, ohne dass die Maus überhaupt laufen war. Also geht die Maus wieder baden. Schreck an der Kasse: Das Bad schließt über den Sommer, der Sommer beginnt am 9. Mai. Ab 11. Mai ist das Draußenbad geöffnet. Nun gut, diesmal darf ich jedenfalls drinnen.

Weil ich kein selbstzählendes Spielzeug habe, beschließe ich, die Bahnen selbst zu zählen. Um nicht draus zu kommen, sollen die geschwommenen Bahnen zu sinnvollen Päckchen zusammen gefasst werden. 1+1=2 Bahnen, 2+2=4, durchschnaufen, 4+4=8, großes Durchschnaufen, zähle EINS. Dann dasselbe von vorne. Schöner Plan - in der Theorie.

Ich ziehe los. Es sind zwar auch andere Schwimmer da, aber fast keine Bojen. Streift man sich, kurzes Lächeln, ein "Sorry" und weiter. Sehr entspannt. Ich schlage zum ersten Mal an (sagt man so?) und - muss durchschnaufen. Kondition will scheinbar erst wieder erarbeitet werden. Abstoßen, 1+1=2, durchschnaufen, 2+2=4, großes Durchschnaufen. Ehrlich gesagt wähnte ich mich schon etwas fitter, aber woher hätte das auch kommen sollen. Weiter. 4+4=8, ganz, ganz großes Schnaufen. Immerhin kann ich Dreieratmung durchhalten, und mit der Zeit klappt es sogar links immer besser. Anfangs war ich ja schier gar abgesoffen bei dem Versuch, auf der schwachen Seite Sauerstoff zu tanken.

Blick auf die Uhr - wann war ich nochmal ins Wasser? Weiß nicht, ab jetzt nehme ich die Zeit. Ich will ja später mal wissen, wie gut ich (geworden) bin. Nach Paket ZWEI sind zehn Minuten vorbei, im Geiste werden 20 Minuten gesamt verbucht. Schön, ich wähne 200 m im Sack und nehme mir vor, nicht unter 400 m zu bleiben.

Das Schwimmen bleibt im Großen und Ganzen unaufgeregt, nur manchmal muss ich zum Anschlag erst ein schmales Plätzchen zwischen zwei Typen mit weit ausgebreiteten Armen am Beckenrand suchen. Der eine Typ scheint 'ne Boje dabei zu haben, für die er ganz gentlemanlike mit breiter Brust Platz zu schaffen sucht. Ich konzentriere mich abwechselnd auf die einzelnen Abschnitte eines Armzuges, alles auf einmal wäre einfach zu viel. Mal aufs nach vorne Strecken, dann aufs Arm abknicken (wer will schon mit der Hand am Beckenboden streifen) und Daumen am Oberschenkel vorbeiziehen, dann achte ich darauf, die Hand früher einzutauchen, dafür nicht "über Kreuz", womit wir wieder beim nach vorne Strecken wären. Die Beine führen bei alledem ein lustiges Eigenleben, aber das wird auch noch.

Paket DREI neigt sich dem Ende. Mit den zehn Minuten wird es eng, es sei denn ich verkneife mir das ausgiebige Durchschnaufen nach jeder Bahn. Andererseits laufe ich Gefahr, die Bahnen nicht mehr am Stück zu schaffen, ginge ich es zu ambitioniert an. Hallo Mädel, du fängst grad erst an, jetzt mach mal halblang! Als dann der Puls weit genug herunter ist, starte ich Paket VIER, und zum ersten Mal kommen mir Zweifel an der Rechnung 8 x 25 m = 100 m, womit ich meine 400 m erreichen wollte. Wie jetzt, ich hab schon viel mehr?? Vor lauter Verwirrung verzähle ich mich. Die Uhr ist mir keine Hilfe mehr, denn sie geht ja zu schnell. Hab ich jetzt Bahn 4, oder doch 6? Nein, ich bin ja am anderen Ende, es muss eine ungerade Zahl sein... Auf dem Rückweg tauchen schräg vor mir die Beine der Boje auf. Sie machen die "senkrechte Schere". Ist das eigentlich anatomisch geboten, oder warum schwimmen so viele so? Ich jedenfalls hänge zum Schluss und zur Sicherheit noch zwei Bahnen an. Ergibt auf jeden Fall 800 m und 45 Minuten. Schwimmen macht Spaß!

Stolz wie bolle hänge ich mich an den Beckenrand und dehne den Rücken. Aah, tut das gut. Ich will gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Da kommt mir die übermütige Idee, noch ein, zwei Bahnen auf dem Rücken zu machen. Gesagt, getan, Brille auf die Stirn und losgepaddelt. Die Arme schaufeln Wasser ins Gesicht, Brille wäre jetzt gut. Auf dem Rückweg mutiere ich zum abtauchenden U-Boot. Ist wohl doch nicht so leicht, wie es immer aussieht. Wasser gerät in den Mund, und weil ich nicht einem Wal gleich eine Fontäne in die Luft spritzen will, schließe ich den Mund mitsamt dem Wasser darin. Einige Meter weiter, bäh, Wasser in der Nase. Jetzt WILL ich aus dem Wasser.

Weil ich meine Erfolge (und Misserfolge) gerne festhalte, erfasse ich den Wassersport bei jm. Und wenn man schwimmen nicht als Tunwort sondern als Tätigkeit (großgeschrieben) einträgt, wird man mit einem Badeentchen belohnt. Ich bin definitiv weiblichen Geschlechts und finde das Entchen total süüüüß! Danke jm!

Nur warum ich einen Tag später Muskelkater im Oberkörper habe, verstehe ich nicht, behauptete der Schwimmlehrer doch, schwimmen habe nichts mit Kraft zu tun. Egal. Sobald ich weiß, wo ich nun, nachdem das Bad geschlossen hat, schwimmen gehen kann, werde ich das wieder tun. Ich will noch viele, viele Badeentchen sammeln!

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Liebe Rennmaus, das ist

Liebe Rennmaus, das ist ziemlich klasse! Ich wäre schon nach Bahn 2 abgesoffen ... Schade, dass das mit dem Laufen nicht so klappt, aber Schwimmen scheint ja 'ne echte Alternative für dich zu sein.

Sehr gut!

Und Rechnen beim Schwimmen ist so eine Sache. Ich hab's ja schon beim Lesen nicht ganz verstanden, wie viel Du jetzt geschwommen bist. Mir kam's jedenfalls auch so vor, als seist Du schon doppelt so weit. Draußen schwimmen ist übrigens noch viel toller als in der Halle - ich habe heute die Draußenschwimmsaison eröffnet und war wieder ganz begeistert, wie viel schöner das ist als drinnen. Das sollte Dich also nicht von weiteren Schwimmabenteuern abhalten. Am besten wär's natürlich, Du berichtest uns auch noch davon.

Viele, viele Badeentchen wünscht
yazi

Das Einzige,

...was ich von diesem Programm auf die Reihe bekommen hätte, wäre das Bahnenzählen. Aber dabei noch Schwimmen? Nie und nimmer!
Wohl dem, ders kann!
Viele Grüße, WW-Wasserscheu

Bei Typen am Beckenrand...

... empfehle ich Rollwenden mit Abstoßen in den Weichteilen.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Am Anfang

konnte ich nicht mal eine Bahn durchkraulen. Als bekennender Autodidakt hab ich mich auch nur auf einzelne Verbesserungsvorschläge konzentrieren können. Nebenbei Bahnenzählen hab ich nie geschafft.
Inzwischen sind ein paar Quietscheentchen hinzu gekommen und die Streckenlänge und das Tempo sind deutlich besser geworden! Ich möchte das Schwimmen nicht mehr missen und bin froh im Rahmen des Triathlon-Schwimmtrainings nicht mit Bojen oder Platzhaltern am Beckenrand konfrontiert zu sein.
Bahnenzählen kann ich beim Schwimmen immer noch nicht...

Dir noch weiterhin viel Spaß beim Entchen sammeln!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Äh

Schwimmen hat nichts mit Kraft zu tun??? Ach deswegen haben die Schwimmer immer so unterentwickelte Muskulatur im Oberkörper, ich habe mich schon gewundert ;-)))

Maus schwimmt, finde ich klasse! Ich bin auch nur deshalb zum Kraulen gekommen, weil ich mir das Sprunggelenk gebrochen hatte. Sprunggelenk ist wieder fit, schwimmen tue ich trotzdem noch. Bahnen zählen kann ich immer noch nicht ;-))

Weiter so!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Kraft

Da oben an der Spitze ist natürlich (auch) Kraft entscheidend, weil die da ALLE Technik können.

Bei mir ist der schnellste Schwimmer 16 Jahre alt, ein dünner Schlacks, ca. halb so schwer wie ich (und ich bin schon nicht dick...). Dafür ist er ungefähr doppelt soschnell. *seufz*
In unserer Leistungsklasse dürfte es also stimmen, dass primär erstmal die Technik entscheidend ist...

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

"primär" Technik ist schon richtig ;-))

mir fehlt beides ;-))

Außer Flossenschwimmen, da bin ich die Schnellste auf der Treibholzbahn ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Achso

Achso, draußen geht auch? "Draußen" hat für mich als Bodenseeanrainer jetzt Anfang Mai halt automatisch niemals über 20° - aber dass ein Freibad wärmer sein könnte, da kam ich gar nich drauf! Tsts.

Und sobald meine Technik so überragend ist, dass ich keine Kraft mehr brauch, lerne ich die Rollwende.

Gratulation zum Badeentchen!

Ich finde die auch lustig. Hast Du Dir mächtig verdient!

Zähle übrigens auch öfter mal falsch und nehme dann die niedrigere Zahl.

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