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Benutzerbild von Forrest120

ich möchte trotzdem hierzu noch einmal nachfragen. Ich gehe einmal davon aus, dass das Thema negativer Split hier schon ausgiebig über die Jahre dikutiert wurde. Trotzdem möchte ich mir erlauben eure Meinung noch einmal zu hören.

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass man die erste Hälfte langsamer als die Zweite laufen soll. Wissen wir. Nun habe ich mir die Ergebnisliste des Salzburg Marathon angesehen. Im Hinblick auf meine SUB 4 - Ambition habe ich mir einmal die Ergebnisliste des Salzburg Marathon angesehen. Da haben von 1033 Finishern 697 in Sub 4 gefinisht. Ich habe jetzt nicht exakt gezählt, aber höchstens 20 hatten davon einen negativen Split. Im Regelfall war die zweite Hälfte deutlich schlechter als die Erste.Häufig mehr als 10 Minuten langsamer. Sind das jetzt alles Ignoranten oder wollen die ihr Potenzial nicht ausschöpfen.

Ich hatte das Problem, dass ich ab Kilometer 35 das Gefühl hatte, das jemand hinten an meiner Hose zieht. Ich konnte zwar normal weiter laufen, aber deutlich langsamer. Bin ja auch noch mal unter 6:00 Minuten gelaufen.

Jetzt stellt sich mir die Frage, wenn ich in der ersten Hälfte fünf Minuten schneller gelaufen wäre, was möglich gewesen wäre, ob ich dann entsprechend bei den letzten Kilometern noch langsamer geworden wäre.Kann man nur ausprobieren, klar.

Aber sollen denn soviele Läufer einen Wettkampf falsch laufen. Das sind ja auch keine Anfänger mehr.Wenn ich ein Beispiel nehme dann läuft ein Läufer mit einer Gesamtzeit von 3:08:46 den HM in 1:29:32 un die zweite Hälfte in 1:39:53. Sicher kein Laie bei der Zeit.Ein Anderer bei 2:59:33 den HM in 1:22:57 und die zweite Hälfte in 1:37:06. Und da gibt es noch viele Beispiele.

Und was will uns der Schreiber sagen? Kann es nicht sein, dass man schneller ans Ziel kommt, wenn man in der ersten Hälfte Gas gibt und dann irgendwie versucht nach Hause zu kommen? Können so viele irren?

Viele Grüße
Stefan

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Alte Regel

Was Du vorn an Sekunden gewinnst, verlierst Du hinten an Minuten.

Ja, meiner Ansicht irren ganz, ganz viele. Ich bin diverse Male schnellere zweite Hälften gelaufen, habe laut Ergebnissen noch Leute geholt, die in der ersten Hälfte schneller waren als ich bei meiner Halbmarathon-Bestzeit. Was könnten die mit richtiger Taktik für super Zeiten erreichen, die ich niemals schaffen würde, habe ich dann gedacht. Aber vielleicht irre auch ich mich...

Ich weiß nicht, warum vorn viele mit den Hufen scharren, aber ich halte es für einen Irrglauben, man könne beim Marathon vorn richtig Zeit rausholen und das nach hinten halten. Wenn man mittendrin platt ist, wird's furchtbar, mir ist das ja auch passiert. Ich kenne jemanden, der schon auf kürzeren Strecken genauso ungeduldig lief und dadurch nie sein wirkliches Potenzial ausgeschöpft hat. Er sagte, er kann nicht anders, na gut.

Bei mir haben sich neben moderatem Anfangstempo und strengem Achten auf die Uhr die langen Trainingsläufe mit Endbeschleunigung im Renntempo bewährt. Dadurch war ich in der Lage, hinten raus meine geplante Geschwindigkeit zu halten. Immer vorausgesetzt, das eigene Leistungsvermögen wird vorher realistisch eingeschätzt. Es funktionierte auch bei sub3: 1:30 und 1:28 - viel schöner als 1:29 und 1:39...

Viele Grüße, Robert

Nur weil das viele machen...

Ich muss an den bösen Spruch denken: "Fresst Scheiße. Millionen Fliegen können sich nicht irren." Und so sieht's auch beim Marathon aus. Nur weil die absolute Mehrheit zu schnell angeht, muss das nicht richtig sein. Guck mal bei den richtig schnellen Läufern bis ca. 2:45 - die wissen, wie man einen Marathon einteilt.

Das Problem steckt oft aber auch in der Vorbereitung. Wer sich nicht die Grundlagenausdauer durch genügend LANGSAME lange Läufe erarbeitet hat, der wird beim Marathon nicht in der Lage sein, sein Tempo zu halten, auch wenn er es moderat gewählt hat. Selbst viele Läufer im Bereich um 3:30 haben da deutliche Defizite. Ich nehme ich da nicht aus, aber meine beiden deutlich besten Marathons habe ich auch mit dem geringsten Split hinbekommen (beide ca. 1:42/1:45) - Versuche, um 1:40 herum anzugehen, habe ich jeweils mit Einbrüchen bezahlt.

Und es kommt auch die mentale Komponente hinzu. Wenn du auf der 2. Hälfte in der Lage bist, viele Leute zu überholen, fühlst du dich einfach besser - und das wirkt sich auch auf deine Leistung aus.


Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Saffti bloggt:
http://saffti.de

Mit der alten Regel ...

... hat Docrob völlig Recht. Das ist so! Muß man auch nicht neu erfinden.
Ich muß zugeben auch mein schnellster M war nicht mit negativem Split, aber die Pace zwischen erster und zweiter Hälfte lag nur 8s auseinander. Bei den beiden schnell gelaufenen HMs sah es besser aus. der erste HM war auf dem ersten 10er 5s langsamer, als auf dem Rest der Strecke und der zweite war dann auf den Punkt identisch in der Pace über die Gesamtdistanz.
Warum die Erwähnung? Weil ich bei meiner M-PB noch auf sehr schlanken Trainingsplänen unterwegs war. die Woche mit der Höchstbelastung lag grad bei 88Wo-km. OK, für nen M reicht so etwas. Aber schöpft man damit das vorhandene Potential wirklich voll aus? Ich denke mit meiner heutigen Lauferfahrung - nein.
Die HM bin ich jeweils aus dem vollen Rennsteigtraining heraus gelaufen. Da hatte ich jeweils schon 60 oder 70Wo-km in den Beinen und keine Taperwochen. Mit der Basis kann man dann Zeiten rausknallen, die man sich vorher selbst nicht zugetraut hätte. Ob man nun so die Umfänge hochschrauben will, muß man für sich selbst beantworten. Es hilft gerade die letzten km auch zu stehen. Die Endbeschleunigung wie Docrob schon erwähnt, hilft da definitiv auch.
Im Wettkampf ist es immer wieder die Geschwindigkeit des Angehens, die über das Stehen hintenraus entscheidet. Bei allen Wettkämpfen, die ich gleichmäßig angehe, sammle ich hintenraus regelmäßig ein. Warum ist das wohl so? Weil die anderen alles richtig machen? Ich glaube nicht.
Irgendwie dann nach Hause retten geht eigentlich mit Ansage schief. Und wenn einmal der Anker geworfen ist, sind 42km auch zu kurz, um sich noch mal zu erholen. Dann kommst du auch nicht mehr in Tritt. Auch das ist so.
Lauf die erste Hälfte in Mönchengladbach diszipliniert auf knirsch sub4h. Und wenn es dann nicht reicht, sollte es an dem Tag wirklich nicht sein. Ich drück die Daumen, dass es reicht.
;-)
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

Mein bester Marathon war mit 5min negativ Split

Nur weil die Mehrzahl einiges falsch macht, heisst das nicht, dass es dadurch richtig wird. Mit einem negativen Split läufst Du viel entspannter, auch hinten raus...
Ich kenne inzwischen Menschen die mehr als 100 Marathons in den Beinen haben und trotzdem jedes mal, egal auf welcher Distanz, zu schnell angehen und jedes mal das gleiche... katastrophaler Einbruch hintenraus...

Ich schaffe auch nicht immer einen negativen Split, aber ich nehme es mir häufig vor und dann klappt es auch. Am besten trainierst Du dies, indem Du jeden Lauf so läufst, z.B. durch die greifsche Endbeschleunigung...

Viel Erfolg

alte Regel gilt

kann ich auch nur bestätigen. Es klappt nicht immer, manchmal starte ich langsam und werde noch langsamer, aber das hat dann meist andere Gründe ;-)

Hinten raus noch Luft zu haben lohnt sich definitiv, nicht nur mental!

Und mal ganz ehrlich: wenn dich ab km 35 jemand "an der Hose zieht", schon mal darüber nachgedacht, ob nicht einfach "Stoff" fehlt??? Ich meine gelesen zu haben, dass du nur mit Wasser läufst. So etwas Elektrolyte oder Kohlenhydrate schaden schon nichts...

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

negativer Split - positive Erfahrung

Ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen. Hab ich gerade in Hamburg bei mir erlebt. Da bin ich langsam angelaufen und am Schluss immer schneller geworden mit 5 Minuten negativem Split. Das macht definitiv mehr Spaß als bei km 35 einzubrechen. Und es war meine 2. schnellste Marathon Zeit. Bei meiner PB war ich in der zweiten Hälfte allerdings auch 2 Minuten langsamer, das waren aber eher muskuläre als konditionelle Gründe.
Ich denke, dass Hauptproblem sind nicht erreichbare Wunschzielzeiten, die man natürlich über 20-30 km laufen kann, dann aber nicht mehr.
Also für sub4 ruhig eine 2:02 für die erste Hälfte zulassen.
Viel Erfolg.
Gerald

Klingt grundsätzlich alles sehr bekannt,...........,

und vor allen Dingen auch richtig. Zunächst einmal trinke ich nur Wasser, aber nehme natürlich Gele mit, die ich auch benutze. Insofern war die Versorgung o.K..

Nein tatsächlich bin ich nur darauf gekommen, weil es nun einmal in der Ergebnisliste so auffällig war. Ich habe ja bewußt zwei Beispiele rausgenommen, die deutlich besser als ich sind. Wenn ich noch weiter gehe, lief der Zweite bei einer Gesamtzeit von 2:25:07 HM in 1:10:21 und zweite Hälfte in 1:14:46. Und da gibt es noch eine Menge Beispiele. Das sind keine Anfänger. Rd. 100 Teilnehmer liefen SUB 3 und davon 4 mit negativem Split. Möglicherweise spielte es ja eine Rolle, dass es auch österreichische Staatsmeisterschaften waren. Platz 1 und 2 kam aber aus Äthiopien. Schon etwas überraschend. Gestreng dem Motto, " Das haben wir schon immer so gemacht", muss es ja auch nicht laufen. Grundsätzlich ist die Idee des negativen Splits bestimmt richtig. So ganz unumstritten ist sie aber nun auch nicht.

Was ich aber ganz besonders richtig fand, war der Hinweis auf die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Sprich wie schnell kann oder könnte ich denn. Wenn ich mich falsch einschätze, dann hilft weder ein negativer noch ein positiver Split. Da gehe ich davon aus, dass ich das richtig mache. Sowohl die SUB 4 als auch die Trainingspläne 3:45 haben im letzten Jahr funktioniert. Nehme die von Steffny. Aber auch da fragt man sich, warum ich in den letzten Wochen im 3:45 Plan mit 6:30 durch die Gegend laufen soll und im 3:59 mit 6:15. Habe Herrn Steffny gemailt, hat aber nicht geantwortet.

Ich versuche halt im Moment die ganze Lauferei für mich weiter zu strukturieren. Gerne hinterfrage ich momentan grundsätzlich dargestellte Wahrheiten.Insofern bin ich natürlich sehr an Erfahrungen anderer Läufer interessiert. Insbesondere wenn die Meinung vom bereits Geschriebenen abweicht.Ich kann ja selber nicht drauf zurückgreifen, da ich manche Erfahrung noch nicht gemacht habe.

Da ich ja keinen besonderen Druck habe die SUB 4 zu knacken, muss ich mal sehen wie ich rangehe.Habe nun in meinem ersten Marathonjahr 5 Marathon gefinisht und zumindest die Erkenntnis, dass ich auf jeden Fall ankomme. Und ehrlich muss ich sagen, dass mir bis jetzt Antalya mit gemütlichen 4:30 am meisten Spaß gemacht hat. Sicher werde ich nicht irgendwann zu den schnelleren Läufern zählen. Meine Ambition liegt aber auch in möglichst vielen Läufen an verschiedenen Orten.

Danke für eure Meinungen.
Bis dahin
Stefan

Negativ ist immer

Positiv - nicht nur beim Marathon.
Auf kürzeren Strecken bleibt einem nicht viel Zeit zum taktieren, da muss die Selbsteinschätzung (was kann ich überhaupt laufen) stimmen.
- und du siehst, alle Schreiber sehen es ebenso.
- von den +Schnellstartern+ hat keiner geantwortet - warum ?
* alle sind zufrieden mit einer ersten Hälfte - ich konnte die erste Hälfte ja locker in 1:20 Std. laufen und dann ? - warum wurde es wieder eine 4:02 Std..
Ich habe schon mehrfach den Brems- und Zugläufer gemacht. Was immer schwierig war - die Läufer der eigenen Gruppe z.B. 3:45 Std. auf diese Zeit zu bringen (Selbstüberschätzung und die Meinung auf dem ersten Abschnitt Vorrat rauszulaufen.
Paradox war es immer wieder, wenn wir z.B. die frustrierten Läufer der 3:30er Gruppe mit hängenden Köpfen einsammelten und durch Motivation wieder in eine positive Stimmung versetzen konnten. Plötzlich lief es wieder - und beim nächsten Lauf ? Wieder die 3:30er Gruppe, wieder eine Endzeit um 3:40 und wieder ein aber . . . . und wenn . . .
Was beim Wettkampf - nicht nur Laufen, sondern auch beim Fußball usw.- immer die größte Rolle spielt ist die Psyche (warum kann der Tabellenletzte den FC Bayern München schlagen?). Du wirst +++nie+++ den Weltrekordhalter schlagen, aber sowohl bei ihm als auch bei dir geht es um die Psyche. Er wird den Marathonweltrekord nur schaffen, wenn er die erste Hälfte auf Kräfte sparen läuft, um dann wenn es darauf ankommt immer +++das Gefühl++ zu haben - es geht noch was - ich kann meinen Gegner in Schach halten - ich kann meine Durchgangszeiten noch halten - es geht mir noch gut - joo ich schaffe es heute - ich laufe neue Bestzeit !- hee ich werde Rekordhalter!
Welche Gefühle hat er - hast du, wenn es plötzlich nicht mehr läuft - warum läuft es nicht mehr, allein die Gedanken:
- ooh es wird hart und ich bin erst bei KM 30
- jetzt zieht der auch noch an mir vorbei (und 100 andere auch noch)
- schon wieder 7 Sekunden an der Durchgangszeit verloren - Alarm
- im Oberschenkel zwickt es auch schon, wenn das man keine Verhärtung oder Zerrung wird
- scheixxe - heute wird es wieder nichts, woran hat es gelegen - welche Entschuldigung habe ich - 1000 Gedanken - und alle negativ
- ok abhaken - ich bin ja nächste Woche in Dingsda gemeldet - auf ein neues, werde noch etwas schneller angehen um noch mehr Reserven zu haben!

Du analysierst die Sache schon recht gut - nur im letzten Absatz sehe ich Widersprüche.
a.++ in meinem ersten Marathonjahr 5 Marathon gefinisht++
- von null auf 100 ? und dann die Konzentration gleich auf Marathon ?
b.++ Meine Ambition liegt aber auch in möglichst vielen Läufen an verschiedenen Orten++
- Marathonsammler sollten nicht nach Bestzeiten schielen, denn jeder Marathon für sich ist eine große körperliche Anstrengung.
Als ich vor 35 Jahren angefangen bin wurde im Winter ausdauernd trainiert und der Lohn war ein schneller Frühjahrsmarathon - im Herbst wurde noch mal nachgelegt, da man im Sommer etwas für sein Tempo gemacht hatte.
Damals liefen auch noch hunderte SUB 3 Stunden (ich persönlich habe es bis 2:30 Std. geschafft. Wir haben zwar hart trainiert - auch bis zu 3 Stunden im Training - brauchten jedoch keine ++Marathontestläufe++ um unsere gesammelte Energie wieder zu vergeuden - die Konzentration lag auf den einen Wettkampf. Heute wird erst mal mit einem Marathon getestet, was das Training gebracht hat, dann kommt ++der Marathon++ und falls es schief gehen sollte, wird vorsichtshalber die zweite Chance 14 Tage später gleich mitgebucht
- Wir wollten schnell sein, es sollte jedoch auch Spaß machen, also wurde sehr viel Abwechslung hinein gebracht (Cross, Querfeldein, Tempoläufe in verschiedenen Varianten, Radfahren, Schwimmen, Zirkeltraining - halt alles was dazu betragen kann, die Muskulatur aufzubauen und den Laufstil zu verbessern).
- Wir hatten uns spaßeshalber das Ziel gesetzt in der M80 auch noch zu laufen (die gab es damals noch nicht, der einzige 80 jährige der Region (war unser Vorbild) wurde bei den wenigen 70ern mitgewertet. (Übrigens ist er mit 95 seinen letzten 5 km Wettkampf bei allerbester Gesundheit gegangen) - das ist doch ein Ziel - oder ?
c. ++ Sicher werde ich nicht irgendwann zu den schnelleren Läufern zählen. ++
Woher weißt du das - ?
Ich bin auch erst mit 29 Jahren zum Laufen gekommen - war zwar sportlich, habe aber keinen gezielten Sport betrieben, also hatte ich auch keine besondere Muskulatur für´s Laufen.
Durch ++gezieltes Training++ über 5 - 6 Jahre ging es jedoch auch rapide bergauf und man erreichte einen Standard, der im vorderen Bereich lag.
Der Traum mal unter 3:45 - 3:30 oder sogar 3:00 Std. geistert bei jedem 4 Stunden Läufer im Kopf herum - wie man damit umgeht, ob ++Mann++ sich wirklich mit der Trainingslehre beschäftigt und ein Ziel verfolgt um
a. schneller zu werden und dann auch immer wieder persönliche Erfolge erzielt
b. dabei dann auch alle Regeln des Trainings beherzigt, um z.B. durch Trainingspausen usw. Verletzungen vorzubeugen
und
c. bin ich in 30 Jahren auch noch dabei ?
-das Laufen soll auch nach vielen Jahren noch Spaß machen. Laufen hat viele Facetten - z.Zt. bin ich (inzwischen in der M60) wieder auf einem breit gefächerten Trip - im letzten Jahr bin ich von 100m - Halbmarathon alle Disziplinen gelaufen und selbst die Kurzstrecken machen - wieder mal - riesigen Spaß.
Ich bin in über 35 Jahren fast durchgängig frei von Verletzungen geblieben.
Einen Grund darin sehe ich, dass ich +++nur+++ ca. 5 Wettkämpfe aufs Jahr verteilt volle Kanne auf Bestzeit laufe. Der Rest, waren vorbereitende Tempoläufe oder lockeres +Dabei+ sein.
Warum liefen vor 30 Jahren - obwohl es noch nicht diese +Läuferinvasion+ gab - so viele unter 40 Minuten, bzw. den Marathon unter 3 Stunden ?
Eine Erklärung dafür ist, dass fast alle etwas verhaltener anliefen und dann von Euphorie getragen ins Ziel spurten konnten.
Wenn ich heute ein gleichmäßiges Tempo - egal in welchem Bereich - laufe, werde ich niemals überholt. Im Gegenzug überhole ich aber jede Menge deprimierte Läufer, die bis zum letzten kämpfen und es wieder nicht geschafft haben ++den alten Knochen++ und vor allem ihre ++eigene Psyche++ zu besiegen - ein positives Erlebnis zu erzielen.

Das positive Erlebnis ist es, was den +negativen+ Split ausmacht.
Wer das drauf hat, der wird auch Spaß haben. Auch wenn es - aus welchen Gründen auch immer - mal nicht so gut läuft, es wird nicht zur Katastrophe.

Will auch nur kurz aus

Will auch nur kurz aus meiner Erfahrung den psychischen Aspekt betonen: für mich fühlt es sich deutlich besser an nach hinten raus mit dem Gefühl zu laufen, dass da noch Reserven sind und nicht wie ein Gehetzter sich in Ziel retten zu müssen.
Bei meiner Marathon-Bestzeit habe ich zwar den negativen Split um 33 sec verfehlt, es hat sich aber wie einer angefühlt, weil ich Zug zum Ziel entwickelt habe.
Meinen größten Einbruch habe ich mir mit einer übermotivierten euphorischen schnellen ersten Rennhälfte eingehandelt.
Möchte ich nicht wieder erleben...

Aber ich verstehe, dass es eine Versuchung gibt solange es geht und sich gut anfühlt auch schneller zu laufen, als man auf die ganze Dauer im Stande ist. Nach meiner Erfahrung bezahlt man dafür...

Meine größte Herausforderung bei einem Marathon (bzw. bei jedem Wettkampf) ist und bleibt die Renneinteilung so perfekt wie möglich zu treffen (natürlich immer in Abhängigkeit zu der absolvierten Vorbereitung). Das heißt auch in erster Linie die tatsächliche Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und so zu einer Wettkampf-Pace zu kommen, die dann im Idealfall bis zum Schluß auch durchgehalten werden kann.

Ich neige dazu meine Leistungsfähigkeit etwas (zu?) pessimistisch einzuschätzen. Daher steht in der Signatur auch ein Spruch von fazerBS, der mich daran erinnern soll, sich auch einfach mal was zu trauen! Leider werd ich das nicht mehr auf dem Niveau von fazerBS tun, aber um z.B. meine Wunschzielzeit von sub3:30 zu erreichen, werde ich irgendwann mal versuchen (müssen) eine schnelle (aber nicht übermotivierte) Anfangspace auch bis zum Schluß durchzuziehen...

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Puh, da sage ich erst einmal Danke für die Antwort!

Vielen Dank für deine umfangreiche Stellungnahme. In vielen Punkten stimme ich mit dir überein, möchte deine Ausführungen aber nicht unkommentiert lassen.

Grundsätzlich wollte ich nicht den Eindruck erwecken, dass ich einen negativen Split als falsch ansehe. Ich habe hierüber schon äußerst viel gelesen und auch recherchiert. Ich habe auch damit gerechnet, dass hauptsächlich geschrieben wird, dass der negative Split die richtige Strategie ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass nun mal in dem von mir konkret dargestellten Beispiel (Salzburg Marathon) der negative Split keine Anwendung fand.Ich möchte hier keine neuen Wahrheiten finden, noch eine offensichtlich funktionierende Methode in Frage stellen.

Das hier niemand schreibt "Positiver Split ist das Beste" war mir klar. Das hängt natürlich damit zusammen, dass niemand der ambitioniert läuft und sich ernsthaft vorbereitet hat, gem. meiner Formulierung am Anfang Gas gibt und dann versucht, dass Ergebnis nach Hause zu bringen.Meistens läuft man los und stellt relativ schnell fest, dass man zu schnell ist, versucht zu bremsen und stellt dann fest, dass der halbe rd. zwei Minuten zu schnell war.Es wird dann schwierig, aber trotzdem PB oder Ziel erreicht.Logische Fragestellung: "Was wäre wenn ich die erste Hälfte richtig gelaufen wäre". Kann man in der Vergangenheit auch hier in einigen Laufberichten wiederfinden.Alle wissen wie es geht, doch nur wenige setzen es um.

Für mich war es in Salzburg eine aktive Entscheidung nach kurzer Zeit schneller als geplant zu laufen. Ich muss aber auch erst einmal rausfinden wo mein Potential liegt. Ich habe die SUB 4 für mich in den Raum geschmissen, weil das für einen Anfänger eben eine markante Marke ist. Ich trainiere darauf, aber teilweise auch schneller. Ich bin davon überzeugt, dass ich durch Steigerung der Trainigsumfänge (liege momentan bei 60 bis 70 Kilometer) pro Woche, mir das Leben leichter machen kann. Gleichzeitig muss ich aber extrem aufpassen, denn das Verletzungsrisiko ist mir sehr bewußt. Insofern ließ sich in den ersten 4 Monaten mein geplantes Trainingspensum nicht so ganz realisieren. Und schnelle Trainigseinheiten unter 5:00 min machen mir noch gar keinen Spaß.

Das die Psyche ein ganz wichtiger Punkt ist, dass ist mir natürlich klar. Das wird sich aber auch noch über Erfahrung in den Griff kriegen lassen.

Die von dir dargestellten Empfindungen, wenn es nicht mehr läuft, finde ich nur teilweise bei mir wieder.Ich laufe und dann merke ich , dass die Uhr auf einmal zeigt, dass es nichts wird. Am ehesten finde ich mich wieder, dass ich erkenne, dass die Durchgangszeit zu schlecht ist und ich dann ab einem gewissen Punkt nur noch nach Hause laufe. Das ist wohl eher die Frage, wie weit ich mich quälen kann/will. Bis jetzt ist da sicher noch Potential. Keinesfalls denke ich aber, dann beim nächsten mal. Ich habe den Versuch SUB 4 in Berlin letztes Jahr versucht und danach zweimal ganz entspannt. Gefällt mir auch besser.

Meine Widersprüche im letzten Absatz möchte ich dann aber doch noch kurz erläutern:

Ich habe nicht geschrieben, dass ich hier von Null auf 100 (Marathon) gegangen bin. Ich war schon vorbereitet. Es führt vielleicht etwas zu weit, aber zu meiner Historie sei gesagt, dass ich bis zu einem Alter von 20 Jahren relativ gut läuferisch und auch insgesamt sportlich unterwegs war. Die 10 Kilometer weit unter 40:00 hatte ich auch schon. Ab 20 Jahre habe ich dann aber gänzlich mit dem Sport aufgehört. Viel Arbeit und noch ein zwei weitere Laster, unter Anderem rauchen und auch zuviel Alkohol. Man ist jung und hat viele Geschäftstermine. Cool?! Die Folge in erster Linie war eine kontinuierliche Gewichtszunahme.Aufgrund einer doch relativ guten Konstitution ließ sich das Spielchen ca. 25 weitere Jahre treiben. Die Folge mit 44 Jahren war ich der Meinung, dass ich zu schwer bin und sich Einiges ändern muss. Ich habe 2012 dann angefangen abzunehmen und trainiert. Hauptsächlich Muskelaufbau im Oberkörper.
Im Oktober 2013 hatte ich dann 25 Kilo abgenommen und wog noch 83 KG. Auschließlich Hanteln und Sit up´s wurden mir langweilig. Da erinnerte ich mich, dass ich doch mal starke Ambitionen zum Laufen hatte. Also Schuhe gekauft und losgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch geraucht. Nach 3 Kilometern hatte ich einen Puls von 178 und wurde langsamer bis ich stand, aber immer noch 178. Also Plan B. Da ich meine Beinmuskulatur bisher komplett vernachlässigt hatte, kam ich auf die Idee des Steppers. Von Anfangs 3 Minuten bis am Ende 90 Minuten steppen. Ausdauer wurde besser, Beinmuskulatur bildete sich so langsam aus.

Im April 2014 ging ich dann erneut auf die Straße und schaffte schließlich bis zum Sommer Umfänge bis so 7 Kilometer. Immer zu schnell. Langsames Laufen war mir da noch nicht bekannt. Das Rauchen hatte ich im April 2014 aufgegeben. So kam ich im September 2014 auf die Idee im April 2015 einen Marathon zu laufen. Gleich angemeldet. Literatur gekauft und ein Buch nach dem anderen gelesen.Wichtige Erkenntnis langsam und lange laufen. Grundausdauer war ja da.Zum gleichen Zeitpunkt gleich mal in Berlin angemeldet, aber eigentlich nicht mit einem Startplatz gerechnet. Habe dann aber doch einen bekommen. Ab Oktober dann Umfänge trainiert und 10 Wochen vor dem Leipzig Marathon in Steffny 10 Wochen-Plan 3:59 eingestiegen. Plan abgearbeitet und zum Marathon. In den letzten 6 Monaten vor dem Marathon 1350 Kilometer gelaufen, davon in den letzten 12 Wochen 9 Läufe über 30 Kilometer. Mein Debüt endete trotz SUB 4 Ambitionen bei 4:08:40.

Also so ganz von Null auf Marathon war das nicht.

Und das ich viele Läufe pro Jahr laufen möchte, schließt ja auch mal einen schnellen Marathon (in meinen Augen schnell) nicht aus. Bisher hat mir jeder Marathon sehr viel Spaß gemacht. Das die 4 fällt ist klar. Und für danach habe ich auch schon eine Idee.Allerdings auch wenn die nicht fällt.

Glaube mir, dass mein Hauptaugenmerk schon darauf gerichtet ist, dass ich noch sehr lange laufen kann. Ich habe etwas wiedergefunden, was ich so schnell nicht wieder hergeben möchte. Wenn´s nach mir geht auch noch 40 Jahre. Ziele habe ich noch viele.

Ich bedanke mich noch einmal für deine ausführliche und auch richtige Stellungnahme. Auch danke noch einmal an die Vorredner.

Der nächste Marathon geht mit 2:00:00 die erste Hälfte und 1:59:30 die zweite Hälfte. Da denke ich schon beim schreiben, man ist das knapp.

Einen schönen Abend noch.
Stefan

Oh, da muss ich aber auch schnell noch antworten!

Das trifft es doch auf den Punkt.

Der Spruch in Verbindung mit der richtigen Einschätzung. Da hat fazerBs sowas von Recht. Und du gibst möglicherweise genau die Erklärung dafür ab, warum soviele eine positiven Split laufen. Der Versuch eine Bestzeit zu laufen. D.h. wenn du 3:30 laufen willst, gehst du möglicherweise zu schnell an und dann schaun wir mal? Wenn ich dich richtig verstehe, weißt du nicht ob du eine 3:30 schaffst. Wenn du aber auf eine 3:30 läufst, kannst du auch negativer Split laufen. Hier kommt man dem psychologischen Effekt schon ganz nahe. Ich weiß nicht, ob ich das kann. Wenn´s klappt war alles richtig. Auch ohne negativen Split.

Und vielleicht meine Vermutung für Salzburg, dass ich auf Platzierung laufe. Nicht gegen die Uhr, sonder gegen Konkurrenten War ja österreischiche Staatsmeisterschaft.

Zumindest für mich zwei Erklärungsversuche.

Grüße
Stefan

Wo ich hier so viel zitiert werde

gebe ich auch noch meinen persönlichen Senf dazu :grins:

Ich hatte beim letzten Marathon ein Ziel im Kopf und das war meine realistische Einschätzung. Meine Vereinskollegin und zwei Freundinnen plus der bekannte Pacemaker haben mich dann aber motiviert es einfach zu probieren und ein niedrigeres Ziel anzugehen.

Normalerweise laufe ich eher defensiv - und man wirft mir vor mein Potenzial nicht auszuschöpfen. Ich bin beim Pacemaker geblieben, obwohl ich im Kopf eine andere Zeit hatte.

Bei meiner (jetzt zweitbesten) Zeit auf flachen Marathon bin ich in der zweiten Hälfte 2 sek langsamer gewesen als in der ersten Hälfte. Dafür habe ich meine Tochter unterwegs abklatschen und umarmen können (so bei km 30-32). Das waren mehr als 2 sek - also alles gut.

Bei meiner Bestzeit habe ich ab km 29 muskuläre Probleme gehabt und bin die zweite Hälfte gut 8 min langsamer gewesen als die erste Hälfte. Mir hat ein erfahrener Marathoni hinterher gesagt es sei Salzmangel gewesen (meine Haut und Sachen waren weiß). Ich habe trotzdem meine eigene Einschätzung noch unterboten.

Da wären vielleicht am Anfang 5 Sekunden pro Kilometer langsamer (wie im Kopf geplant) besser gewesen - aber das wusste ich erst hinterher. Oder Salz unterwegs? Wer weiß.

Also: wie Du es machst ist es verkehrt. Und der Grat ist ziemlich schmal. Entscheide Dich einfach für irgendetwas - und mach Dein Ding. Lass Dir nicht von anderen reinreden.

Fettich.

... und wenn nach der 2:02h in der ersten Hälfte ...

... die 1:58h auf der zweiten Hälfte nicht steht, hätte die 2:00h in einer zweiten Hälfte mit einer 2:00h der ersten Hälfte erst Recht nicht gestanden. Wenn man hinten kein Gas mehr geben kann, sollte es an dem Tag nicht sein.
;-)
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

Ich habe am Pfingstsamstag so viel über diesen Beitrag hier ...

... schmunzeln müssen - und es ging gar nicht um einen Marathon.
Wir starteten 8Uhr auf eine Strecke von 230km. Der Weltrekord auf einem 24h-Lauf liegt knapp über 260km. Das entspricht einer Pace von etwas um 5:15min/km. Ich traute mir zu eine 6er Pace von Anfang bis Ende durchzulaufen. Ich war nicht erstaunt, dass einige mit einer 5:30 oder 5:45 los sind. Was war deren Plan? Gerade 15s/km vom Dembo des Weltmeisters weg? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich den die auf den ersten 80Kilometern Führenden bei km 130-150 hinter mir ließ. Der Geschwindigkeitsunterschied schien da enorm. Ich lief schlicht das gleiche Dembo wie zu Beginn: 5:45-6:00min/km.
Man meint, wer auf eine solche Distanz loszieht, weiß was er tut. Vielleicht war das der Plan. Ich habe nicht gefragt. Wenn es der Plan war, war das kein Plan die bestmögliche Laufzeit zu erzielen. Da bin ich mir sicher.
Ja, das große Problem sehe ich darin vorher einschätzen zu können, was an dem Tag geht. Da gehört Erfahrung dazu. Läuft man zu langsam los gemessen an der Tagesform, verschänkt man vielleicht 3-5min. Läuft man zu schnell los, kann man das locker verdoppeln.
;-)
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

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