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Benutzerbild von Lachgas

Mein erster Traillauf – ½ Harzquerung 2016, 28 km von Benneckenstein nach Nordhausen,
ca. 700 HM auf, 1000 HM ab, 3:46 h

Drei Wochen nach dem Hannover-Marathon war ein WE in der Rabensteiner Hütte im Harz mit ca. 20 Lauffreunden geplant, der Ursprung geht - meine ich - sogar auf JM zurück. Lauftechnisch vorgenommen hatten wir uns nichts weiter, viele andere wollten den Harz von Nord nach Süd laufend durchqueren – 51 trailige km mit 1200 HM. Unser Fokus lag vorher auf Hannover, total flach und Asphalt, und genau so hatten wir auch die Monate vorher trainiert.

Da uns das Ergebnis dort dieses Jahr nicht befriedigte – immerhin sind wir trotz des Hobbits Magenkrämpfen und Schmerzen in H zu Ende gelaufen – stand bald die Frage im Raum: Was tun mit der erlaufenen Form? Noch ein Versuch, und wann, was und wo?

Höhenmeter und durch den Wald sind wir bisher noch nicht mitgelaufen – höchste Zeit also, dies quasi vor der Haustür nachzuholen. Aber gleich die 51 km für die ganze Strecke? Am WE vorher testeten wir im Harz, ob und wie uns Höhenmeter und Trails so bekämen. Für 22 km passte das auch einigermaßen, aber es wurde auch klar, dass die Harzquerung nicht mit Asphaltschlurfen trainiert werden kann. Ergo: Erstmal nur eine Teilstrecke.

War auch im Nachhinein die goldrichtigste Entscheidung. Der Muka in den Oberschenkeln ist noch 2 Tage danach schlimmer als nach allen Straßenmarathons, ich kann kaum normal gehen, hauptsächlich durch die ca. 1000 HM bergab! Und so reichten die 28 km für den Anfang völlig. Und hatten außerdem den Vorteil, dass ich mir über Renneinteilung o.ä. nicht allzu viele Gedanken machen musste.

Leider fiel mein Hobbit diesmal 2 Tage vorher komplett aus; Rückenschmerzen nach Orthopädenbesuch. Totaler Mist, sie konnte nicht einmal zur Hütte mitkommen!! Immerhin war Betreuung zu Hause vor Ort, sodass ich mich spätabends doch noch zu den ganzen Bekloppten aufmachte, allein. War total ungewohnt und ein komisches Gefühl, schließlich hatten wir uns beide darauf gefreut und vorbereitet. Aber zu Hause konnte ich nichts für sie tun, das Treffen war seit langem geplant, also schickte sie mich los.

Der Lauf. Siegerehrung der 25er nach Kasernenmanier, danach Start in Benneckenstein um 11:30 Uhr für die 28er, nach kurzer Strecke trifft man auf die Hauptstrecke und läuft auf einmal zwischen den um 8:30 in Wernigerode gestarteten 51ern. Die schnellsten von denen waren schon durch, und man sah deutlich, dass andere den bisherigen 30 km schon Tribut zollen mussten. Wir waren da noch frisch und fit. Denn wann überholte ich schon mal während des Laufes andere, und das noch bergauf?!

Die Strecke ist traumhaft, streckenweise sind wir dort auch schon gewandert und so erkannte ich viele Stellen wieder und erinnert mich, z.B. an die Ziegenalm mit ihrem leckeren Bockshornkleekäse.

Meine Schuhwahl mit den Hoka StinsonTrail emfpand ich gerade bergab als perfekt, die schlucken ordentlich und ich konnte schön rollen lassen, war teils mit 5:10-30/km unterwegs – recht flott für mich im Wald.

Als nach ca. 12 km die Strecke genau um unsere Hütte herum auf den Poppenberg führte, war es wunderbar, von Freunden angefeuert zu werden und bekannte Gesichter zu sehen. Ich war immer noch sehr guter Dinge, ging den Berg aber, wie die meisten.
Besonders beneidet hatte ich hier die Husky-Führer, die gelegentlich von Ihren Hunden gezogen wurden und es ein wenig leichter dadurch hatten. Übrigens wunderbar, wie stressfrei die 4-Beiner waren. Hier verlor ich auch den Anschluss zur Kinderärztin, mit der ich gemeinsam gestartet war, die aber hier einen ordentlich Schritt vorlegte, dem ich einfach nicht folgen konnte. Letztlich war das genau richtig so, denn so kam sie später genau zur rechten Zeit Tame zur Hilfe. ;-)

Oben angekommen gab es wieder einen VP, aber viel brauchte ich nicht, etwas Wasser und schon ging es wieder bergab, schön zügig. Beim Überholen von ein paar Wanderern an einer der wenigen Matschstellen rutschte ich kurz auf den Hintern und hatte danach schwarze Hände. Das Gesicht war damit tabu, der Schweiß musste so abtropfen.

Kein Vergleich natürlich zu Tame, die ich frisch verklebt an einer klaffenden Augenbraue an einem VP traf und von ihrem Sturz, der helfenden Hand und ihrem immer noch positiven Laufgefühl hört. Ich hatte sie irgendwann auch mal unterwegs gesehen, aber nicht erkannt. Nur an den Biel-Aufkleber und die Windel in der Hand, die sie immer seitlich an den Kopf hielt, erinnere ich mich. Das fand ich schon etwas komisch, dachte noch, da kühlt sich jemand den Kopf nur auf einer Seite – und dann noch mit einer Windel?! Aber komisch sind Läufer ja per se, sonst würden sie für 51 km ja den Bus nehmen, und komische Sachen sieht man ja immer mal unterwegs. ;-)

Unglaublich, die Frau! Ich hielt uns beide noch fotografisch fest und lief schon weiter, als ich mir so dachte – was für ein Blödsinn, warte doch und begleite sie die letzten 5 km. So richtig gut sahen die Wunde und das Ei daneben nämlich wirklich nicht aus, auch wenn man vor kleinen Kindern und Frauen ja immer so tun soll, als sei nichts. Gesagt, getan. Jedenfalls für wenige Meter. Denn leider wollte sie auch bergauf laufen und war auch trotz Langstrecke noch viel fitter drauf, als ich. Also noch kurz den Schalk auf dessen Rückweg zur Hütte (!) abgeklatscht und schon bummelte ich den Rest für mich weiter.

Hier merkte ich, dass das Abfangen bergab ganz schön Körner oder Dämpfung oder was auch immer kostete, die ich dann nicht mehr hatte, also wurde es langsamer und vorsichtiger. Bergauf bin ich die steileren Passagen sowieso meist gegangen. Die letzten km wollte und konnte ich dann nicht mehr wirklich durchlaufen. Die wunderschönen Fotomotive blühender Rapsfelder, Kirschbäume und Waldränder und die Umknickgefahr auf den hubbligen Graswegen mussten als Ausrede herhalten. Zieleinlauf auf dem belebten Sportplatz in Nordhausen, 3:46 h, doch ja, zufrieden. Und vor allem angefixt für die ganze Strecke! 

Das Schönste an dem Lauf war sowieso das Gemeinschaftserlebnis mit den ganzen bekloppten Läufern, Nichtläufern, Supportern, Besuchern und Hunden in der Hütte vorher, während dessen und nachher. Was für ein intensives Wochenende. Unbezahlbar! Im Gegensatz zum Lauf, der sicher einer der günstigsten im ganzen Lande sein dürfte. Dazu perfekt organisiert mit familiärer Atmosphäre.

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Deine ansteckende gute Laune

war es, was den nächsten Adrenalinstoß auslöste, wodurch ich plötzlich auch noch den Berg hochlaufen wollte/konnte! Im Ernst, ich habe mich total gefreut, dich zu sehen und ein bisschen mit dir rumzublödeln. Unglaublich, als du mir erzähltest, wer Franzi ist. Die Welt ist in der Tat eine Dorf oder besser noch, die Läufer sind eine Familie!
Du hast deine Sache sehr gut gemacht! Hätte ich gerade nen Marathon in den Beinen und wäre im Training nur flach gelaufen, nie, nie, wäre ich ans Ziel gekommen. Weder mit noch ohne Ei und Platzwunde. Höchstens mit nem Besen;-) Du bist echt der Knaller! 28km einfach nur mal so (weils terminlich gerade passt, tststs), 700hm hoch und 1000runter, ne, ne, watt die Jugend sich so aus dem Ärmel schüttelt!;-)
Einen fetten Glückwunsch dir und gute, schnelle und anhaltende Besserung deinem lieben Hobbit!

Lieben Gruß
Tame

1000 Meter bergab...

...noch ein Argument für mich, lieber die erste Hälfte zu laufen. Um diesen Muskelkater beneide ich Dich nicht, meiner ist heute fast schonwieder weg.
Gute Besserung an Deinen Hobbit, und nochmal Danke für den umwerfend leckeren Nudelsalat!
Schön, Dich endlich mal live und in Farbe kennengelernt zu haben!
Viele Grüße, Conny

irgendwie

bist du immer da, wo man dich braucht. Ich erinnere mich da an einen Braunschweig Marathon 2011 als ich mir das Knie geschreddert hatte und du am Südsee standst ;-)

Wow, ohne Bergtraining 28km trailig und dann bergab, da kann ich dir den Muskelkater bestens nachfühlen. Liebe Grüße an deinen Hobbit und gute Besserung! Und von dir will ich nächstes jahr auf den 51km hören ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Spontan und gut!

Da hast du aber eine perfekte Trailrunning-Premiere in den Harz gezaubert! Allerherzlichste Glückwünsche dazu!
Der Muskelkater ist schon bald vergessen (in einer Woche oder so ;-))
Es war total schön, dich so strahlend und gut gelaunt im Ziel zu treffen. Und habe vielen Danke für die vielen tollen Fotos!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

"Der Ursprung ...

... geht - meine ich - sogar auf JM zurück". Aber da hast du so was von Recht! Und das ist nur eine Auswahl der Nachlese. ;-)
Und gut, dass du das Wort Ausrede gleich selbst angefügt hast. Das kann man alles Laufen! Nee, mal im Ernst. du bist im Vorfeld keinen Höhenmeter gelaufen und hats nen reines M-Training durchgezogen? Chapeau! Hmm, obwohl. Hab ich die letzten 10 Wochen ja auch bloß. So was kann man machen. Man muß dann halt nur die Strecke reduzieren. Richtig. ;-)
War schon ne sehr geile Veranstaltung - das diesjährige Harzen! Und die Location war ja erstmalig an dem Termin der HQ. Das war mehr als perfekt. - Außer vielleicht für ein Astra. Der wäre sonst im nächsten Ziel angekommen.
Ich fands doddal geil, dass du da warst. Janz, janz liebe Grüße an den Hobbit und gute Besserung. Sie hat echt gefehlt! Nächstes Mal!
;-)
PS: Erhol dich gut.
PS2: Wieso hast du eigentlich Muskelkater?
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

Hut ab!

Mal eben in die Berge, ist schon ne Hausnummer!

Glückwunsch zum Spaß!

Gruß Nicole

Was ein tolles Erlebnis!

Mal eben so ohne Höhentraining diese Höhenmeter laufen - da kann ich den Muskelkater bis hierhin fühlen!

Klasse Bericht, klasse Lauf - erhol Dich gut und gute Besserung an die andere Hälfte.

Ja, die Rabensteiner Hütte...

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